Woran man erkennen kann, wie es um das hessische Schulbibliothekswesen bestellt ist

Die folgenden Erfahrungen passen in das Bild, das das hessische Schulbibliothekswesen bietet.

Vor 18 Jahren folgte ein hessischer Kultusminister noch der Einladung der LAG Schulbibliotheken zum Besuch des Hessischen Schulbibliothekstages. Vor zehn Jahren gewann der LAG-Vorstand eine hessische Kultusministerin noch für das Grußwort zu einer Broschüre, zudem beantwortete sie die Anfrage zu einem Gespräch positiv. Vor fünf Jahren waren wir froh, dass eine nachfolgende, in ihrem Amt überforderte Ministerin einen Referenten schickte. Der erwähnte in seinem Grußwort die Kooperation seines Hauses mit dem dbv lobend, worüber zahlreiche Zuhörer/-innen, die tagein, tagaus dafür sorgen, dass es in ihrer Schule ein Informations- und Lesezentrum gibt, hör- und sichtbar irritiert waren. Die nachfolgende Ministerin ließ uns nach längerem Warten und wiederholter Anfrage schließlich einen Gesprächstermin freitags um 16.30 Uhr anbieten. Ein – was nicht unüblich ist – vorformuliertes Grußwort für eine Broschüre zu unterschreiben, gelang ihr innerhalb von sechs Wochen nicht.

Der neueste Kultusminister teilte uns mit, er habe schon so viele Termine und verwies uns an seinen Staatssekretär. Kurz darauf folgt er der Bitte eines Parteifreundes, Landrat und dbv-Landesvorsitzenden, zu einem Gespräch.

Was sagt uns das?

Das Land will sich nicht auch noch um Schulbibliotheken kümmern. Die Schulträger dürfen machen, was sie wollen, Schulbibliotheken schaffen oder nicht. Die öffentlichen Büchereien, denen einige Angebote abhanden kommen (Videoausleihe, Musik-DVD-Ausleihe) oder gar nicht erst zukommen werden (z. B. eine zukunftsfähige E-Book-Ausleihe). erweitern dafür ihre Bildungspartnerschaft mit Schulen (Literaturversorgung, Medien- und Informationskompetenzenvermittlung). Sie machen sich Hoffnung auf Geld aus dem Bildungsetat. Das Land kommt bisher billig davon, es leiht zwanzig Lehrerstunden an die Fachstelle für öBen in der Bibliothek der FH Rhein-Main aus und spendiert den öffentlichen Bibliotheken jedes Jahr ein paar 100.000 € für Kooperationsprojekte mit Schulen. Bürgermeister bewahren ihre Stadtbücherei vor der Schließung, in dem sie sie als Kombibibliothek in eine Schule verlagern. Da sparen sie Bau- und Bauunterhaltungskosten. Sogar das „Schulbibliothekswesen“ profitiert: Seit 25 Jahren steigt die Zahl der Kombi- oder öffentlichen Schulbibliotheken jährlich ungefähr um eine. Die Zusammenarbeit von öffentlichen Bibliotheken und Schulen ist für alle Beteiligten günstiger als die einseitige Bevorzugung von Schulbibliotheken.

Siehe auch hier!

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