Mindmapping ohne Computer!

Die von mir hoch verehrte Schulbibliothekarin Buffy Hamilton berichtet in ihrem Blog über ein Projekt, das sie im Team mit einer Fachlehrerin unterrichtet. Es geht um Recherche, also Informationskompetenzvermittlung. Was bei Buffy Hamilton immer wieder herauskommt, ist richtig guter Unterricht. (Nicht weniger interessant und innovativ sind ihre literarisch-musikalischen Projekte.)

In ihrem Blog hat sie gerade dokumentiert, wie die Schüler/-innen ihre erste Stoffsammlung dazu benutzen, das Thema zu überblicken und einzugrenzen. Sie fertigen dazu Mindmaps an. Die Fotos und die Sekundenfilmchen (die ich immer nur kurzzeitig ertragen kann) zeigen etwas, was mich verblüfft: Die Schüler/-innen schreiben mit Stiften auf großen Plakatkarton oder Flipchartblöcke. So haben wir das schon vor zehn Jahren gemacht. Und hier praktiziert das eine der führenden Expertinnen für technologisch fortgeschrittene Arbeit in der Schulbibliothek! Das ist sympathisch und methodisch passend! Die Poster werden auf die Wäscheleine gehängt, in die Fenster, auf die Flipchart gestellt. Da können sie übrigens von allen Bibliotheksnutzern gesehen werden!

Es geht ja darum, dass die Klasse einen gemeinsamen Lernprozess erfährt. Man erläutert sich in Partnerarbeit die Mindmaps, berichtet von den Erfahrungen beim Aufschreiben, was es gebracht hat, ob es geholfen hat beim Eingrenzen und Strukturieren des Themas, ob es zu neuen Einsichten verholfen hat. Das ist in High Schools etwas Neues. Bisher war Referateschreiben in US-amerikanischen Schulen eher Einzelarbeit.

Man könnte die Mindmaps auch im Computer herstellen. Aber wäre das, wovon die Fotos und Sekundenfilme einen Eindruck vermitteln, möglich, wenn alle vor einer Leinwand sitzen, auf die der Beamer Mindmap-Dateien wirft? Graphisch sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, wenn man die Mindmap selbst zeichnen darf. Schließlich kann man sie, falls nötig, abfotografieren. (Ich besitze immer noch einige hervorragende Mindmaps meiner Schüler.) Frau Hamilton macht selbst aufmerksam darauf, dass der digitale Notizblock Evernote handschriftliche Notizen auf Post-It-Zettelchen über eine spezielle App einliest und suchbar macht.

Zum Buch „Die Schulbibliothek im Zentrum“ hat Buffy Hamilton übrigens beigetragen: Sie vergleicht eine gute Schulbibliothek mit einem guten Restaurant.

Ms Hamilton bleibt aber auch unterrichtstechnologisch weiterhin vorneweg: Sie lehrt die Benutzung der Powerpoint-Konkurrenz Prezi.

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