Fortschritte im Leipziger Schulbibliothekwesen?

In Leipzig hatte man vor drei Jahren begonnen, sich mit der Weiterentwicklung des städtischen Schulbibliothekswesens auseinanderzusetzen. Anlass war das drohende Auslaufen von Beschäftigungsverhältnissen aus den Arbeitslosenprojekten (hier: Bürgerarbeit). Schulleiter hatten Alarm geschlagen. Unterstellen wir auch, dass der beeindruckende Messestand „Die Schulbibliothek“ auf der Leipziger Buchmesse 2011 mit seinen Darbietungen nicht schadete.

Mehrere günstige Faktoren trafen zusammen: Die fordernden Schulleiter/-innen, ein Auftrag der Stadtverordnetenversammlung, eine schulbibliothekarische Arbeitsstelle, die dem Amt für Jugend, Familie und Bildung (dazu gehört das Schulverwaltungsamt) zugeordnet ist, eine Stadtbibliothek, die nicht in Anspruch nimmt, der wichtigste Spieler auf dem Feld zu sein, ein (damaliger) Amtsleiter, Dr. Siegfried Haller, der den Auftrag der Politik ernst nahm. (Ich durfte 2011 mit ihm auf der Buchmesse ein Podiumsgespräch bestreiten, das von Roland Quester von der Leipziger Umweltbibliothek, geleitet wurde.)

Es gab mehrere Arbeitstreffen, auf denen intensiv beraten und diskutiert wurde, sogar Stadtverordnete und eine Landtagsabgeordnete waren dabei. Auf mehreren Sitzungen durfte auch ich beratend teilnehmen, vortragen und mitdiskutieren. Als gelegentlicher „Einflieger“ von außen weiß ich nicht, wie es weiterging. Erfahren habe ich, dass zwischenzeitlich die SBA  eine zusätzliche halbe Stelle bekommen hat und an Aufmerksamkeit gewonnen hat.

Nun lese ich in der Zeitung, dass das Leipziger Rathaus Freiwillige für die Arbeit in den Schulbibliotheken sucht. Das ist nicht gerade der große Wurf, aber es war trotz allen guten Willens klar, dass man nicht zwanzig bis dreißig Vollzeitstellen würde schaffen können.

Mein Vorschlag war eine gut ausgestattete SBA, die mit dem Medienzentrum zusammengelegt wird (Projektskizze Kommunales Medienzentrum Leipzig). Als sich abzeichnete, dass es in Sachen Personal keine Bewegung geben würde, versuchte ich, eine „Angebotspolitik“ zu formulieren: Zumindest eine starke SBA sollte es geben, die Schulen unterstützt, die selbst etwas auf die Beine stellen, z. B. auch ehrenamtliche Mitarbeiter/-innen rekrutieren. Das ist nicht weit weg von dem, was jetzt in der Zeitung steht.

Auch wenn es Schulbibliotheksfundamentalist/-innen nicht gefallen wird, nach dem Motto „Alles oder nichts“ kommt man höchstens bei den Lokführer/-innen weiter. Wenn jedes deutsche Schulverwaltungsamt nur eine Planstelle „Schulbibliothekskoordination“ (o. ä. Bezeichnung ) ausschreiben würde, könnten sich Bibliothekare über 400 neue Planstellen freuen. 30.000, wie seit 50 Jahren erhofft, wird es nicht geben.

Man könnte als nächstes eine kommunale Haushaltsstelle schaffen, aus der wenigstens eine Aufwandsentschädigung gezahlt wird.

Wegen der stetigen Teilnahme von Leipziger Kommunalpolitiker/-innen hatte ich insgeheim die Hoffnung, dass es von dieser Seite und auch über die Stadt in Richtung Städtetag Einwirkungen auf die Landespolitik geben könnte. Gab´s aber wohl nicht.

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