Wir spenden für Schulbibliotheken in Togo

Für die ehemalige Kolonie Togo verspüren wir noch heute eine gewisse Verantwortung. Kann das erklären, warum deutsche Schulen so gerne für Schulbibliotheken in Togo und anderswo in Schwarzafrika sammeln?

„Sponsorenlauf der Schüler/-innen des Von-Müller-Gymnasiums in Regensburg für eine Schulbibliothek in Togo“ lese ich bei Google-News. Ich lese so etwas nicht zum ersten Mal und bin jedes Mal innerlich zerrissen. Zum einen ist es ein schöner Altruismus, dem Nächsten zu helfen, andererseits meldet sich gesunder Egoismus, denn ich möchte auch hierzulande Schulbibliotheken haben.

In welchem Land der Welt könnte man zu Sponsorenläufen zugunsten von Schulbibliotheken in Deutschland aufrufen?

Wenn ich von einem solchen Sponsorenlauf lese, googele ich sogleich die – beeindruckende – Homepage der Schule (angesehen am 25.7.14). Hat sie selbst eine Bibliothek? Auf der Homepage dieser Schule finde ich keinen Hinweis, halt, unter „Sekretariat und Hausverwaltung“ stehen sogar zwei Namen mit Telefonnummer, einmal für Bibliothek und einmal für Schülerbücherei.

Die Homepage kündet von vielfältigen Aktivitäten, die Schulbibliothek wird dabei nicht erwähnt. Demnach spielt sie im Schulleben und im Bewusstsein der Schulgemeinde keine Rolle.

Warum schenkt man der togolesischen Schule nicht das, wovon man selbst anscheinend – laut Homepage – mehr hält: ein grünes Klassenzimmer, Ruderboote oder Computer?

Ich komme auf meine Eingangsbemerkung zurück: Unbewusster Paternalismus? Die lieben Kleinen in der ehemaligen Kolonie sollen erst einmal Lesen und Schreiben lernen.

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