Die sozialen Medien sind manipulierbar

Die Begeisterung der digitalen Afficionados und Afficionadas über eine höhere Form der Demokratie durch die digitalen Medien teilt Basedow1764 nicht. Das ist im Blog nachzulesen. Umgang mit Augenmaß und nicht bei jeder neuen App die Revolution ausrufen (oder den Schulunterricht umkrempeln), halte ich für vernünftiger.

Es kam denn auch anders. Wer spricht noch von der „flüssigen Demokratie“ und der Partei, die sich nach Seeräubern benannte und auf ihren Parteitagen über Bildschirme und Tweets kommunizierte. Marina Weisbands Buch über die allmähliche Ersetzung der Parlamente durch das Internet, vom Spiegel einst über den grünen Klee gelobt, ist zu Recht im Modernen Antiquariat gelandet. Die „wisdom of the crowd“ scheint nicht zu einer höheren Form der Demokratie zu führen.

Jetzt wird im Zuge der Ukraine-Krise bekannt, wie intensiv der russische Geheimdienst die Steuerbarkeit des Internets erforscht und wie dieses Wissen in die Praxis umgesetzt wird: Eine Hackergruppe hat – nicht zum ersten Mal – russische Computer besucht und über 800 E-Mails einer Petersburger PR-Agentur ausgelesen, die zeigen, wie man soziale Medien und Onlinemedien manipulieren kann.

Sie waren so erfolgreich, dass Journalisten des sich medienkritisch nennenden ARD-Magazins ZAPP die so verbreiteten putinfreundlichen Kommentare und Tweets für die Mehrheitsmeinung in Deutschland hielten und den Medien eine negative Einstellung zu Putin vorwarfen.

Lesetipps zu Russland, der Ukrainekrise und den deutsche Putin-Versteher/-innen:

 

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5 Gedanken zu „Die sozialen Medien sind manipulierbar

  1. SalvaVenia

    Das kann man auch dezidiert anders sehen. In die Welt gesetzt wurde diese Geschichte von GVO (Global Voices Online) bereits im März diesem Jahres. Wobei GVO (2004 gegründet von Ethan Zuckerman und Rebecca MacKinnon am Berkman Center for Internet & Society der Harvard Law School) betrachtet man einmal deren überwiegend reaktionären Veröffentlichungen, wohl nichts weiter als eine weitere zionistische Hasbarah-Organisation sein dürfte. Interesant auch deren „Quelle“, eine sogenannte Hackergruppe namens „Anonymous International“, die (natürlich!) niemand kennt – wie ungemein praktisch …

    Antwort
    1. Basedow1764 Autor

      Den russischen Geheimdienstmann, der sich unter anderem Namen zum Befehlshaber in Donezk ernannt hat, kannte vorher praktisch auch niemand. Endlich kommt die scheinbare Wahrheit ans Licht: Die Juden sind an allem schuld! Das wissen die Russen nicht erst seit Stalin.

    2. SalvaVenia

      Wieso? Zionismus ist das, was immer er auch ist, und dazugehört, wer auch immer sich als dazugehörig betrachtet. Wobei letzteres eben mittlerweile Kreise umfaßt, die alles andere sind als jüdisch. Wenn also der Begriff Zionismus benutzt wird, so ist das eine Bezeichnung für eine bestimmte politische Haltung mit bestimmten Zielsetzungen und bestimmten Werkzeugen, um genau diese Haltung zu präsentieren und gegebenenfall umzusetzen.

      Genausowenig, wie das verwerflich ist, kann es verwerflich sein, dazu eine Gegenhaltung einzunehmen. Oder wie sonst haben Sie das verstanden?

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