Deutsche Abiturienten werden immer besser?

Das Institut der deutschen Wirtschaft hat einen Bericht über die Studierfähigkeit der Abiturienten schreiben lassen. Aus diesem noch nicht veröffentlichten Papier zitiert die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS). Die FAS sieht weitere Belege dafür, dass das Abitur immer leichter werde. Die KMK vermelde, dass die Abiturnoten in 13 von 16 Bundesländern besser geworden wären. Bekannt ist, dass mit Einführung eines Zentralabiturs die Aufgabenstellung leichter wird. Auf die Untersuchungen des Frankfurter Didaktikers Hans-Peter  Klein hat Basedow1764 schon hingewiesen. So kursierten – in der Rechtschreibung nicht immer korrekte – Tweets, in denen Abiturienten sich ärgern, dass sie für die Prüfung gebüffelt hätten; das sei gar nicht notwendig gewesen. Eine Lehrerin erzählt, dass man heute mit halber Punktzahl eine 4+ bekäme, wogegen es früher eine 5 gewesen sei.

Bemerkenswert ist auch ein Zitat aus einem Interview mit der Direktorin des Berliner Instituts für Qualitätsentwicklung, Barbara Stanat: In dem einen oder anderen Lehrplan sei die Kompetenzorientierung vielleicht etwas zu weit getrieben worden. Die Vermittlung von Wissen dürfe man nicht zu weit herunterfahren.

Für die Schulbibliotheken könnte das eine Chance sein: Es mit der Kompetenzorientierung nicht zu weit treiben und die Wissensvermittlung in den Vordergrund stellen.

  • Siehe auch hier im Blog
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2 Gedanken zu „Deutsche Abiturienten werden immer besser?

  1. Monika Grosche

    Ganz ehrlich gesagt, ich hätte den Job in der Bibliothek eines Berliner Gymnasiums schon an den Nagel gehängt, wenn es mir nicht um den Zugang zu Wissen und Bildung ginge. Die reine Vermittlung von Informations-, Recherche-, Medien- und sonstigen Kompetenzen (wobei aber auch niemand diese Begriffe verständlich erklären kann) finde ich ganz schrecklich. Ein Glück, dass viele Lehrer, vor allem die „reiferen“ Jahrgänge, noch ähnlich denken. Sie versuchen sich tagtäglich am Spagat zwischen Motivieren/Vermitteln von Freude am Lernen und andererseits Erfüllung fragwürdiger Forderungen von „oben“. Ich erlebe es jetzt zum vierten Mal in Folge, wie Abiturienten jegliche Lust am Lernen verlieren, das Ende der Schulzeit kaum noch erwarten können (die meisten wollen nun erst einmal eine Auszeit nehmen). Die Luft ist bei Schülern und Lehrern vor den Sommerferien raus, alle sind erschöpft vom ermüdenden Bulimielernen für irgendwelche vorgeschriebenen Vergleichsklausuren, die m. E. nur für Bildungsforscher Sinn machen.
    Deutsche Abiturienten sind alles andere als besser geworden. Wer das behauptet hat sich noch keine Gedanken darüber gemacht, dass man durch geschicktes Operieren mit Zahlen jedes gewünschte Ergebnis belegen kann.
    In der Schulbibliothek erlebe ich noch viele freiwillig kommende Schüler auf der Suche nach schönen und schlauen Büchern. Insofern sage ich mir – Deutschland ist noch nicht ganz verloren!

    Antwort
  2. SalvaVenia

    Man könnte kotzen, wenn man diese ganze Bildungsmisere und das weiterhin andauernde Absenken betrachtet. Tschuldigung, mußte jetzt mal kurz sein. 🙂

    Antwort

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