Guten Morgen! Eine Schulbibliotheks-AG im Bibliotheksverband!

Spät kommt ihr, doch ihr kommt! Führte wirklich der weite Weg zum Säumnis, wie es im Wallenstein heißt?

Der Deutsche Bibliotheksverband war in den vergangenen 60 Jahren gelegentlich schon nahe am Thema dran, es blieb freilich beim Schlingerkurs. Jetzt, so ist zu hören, wurde eine AG im dbv gegründet. Man sucht nach Schwerpunkten für die neue Gruppe.

Das könnte ein Paukenschlag werden. Man stelle sich vor, dass das bibliothekarische Netzwerk das Projekt und damit das Thema unterstützt: Alle Bibliotheksverbände, die Bundesvereinigung der Deutschen Bibliotheksverbände, die ekz, Bertelsmann-Stiftung, Bundesbildungsministerium, Bond/OCLC, die diversen Plattformen des Deutschen Bildungsservers, die KMK, die dbv-Landesvorsitzenden, die meist politisch, nicht zuletzt kommunalpolitisch tätig sind. Dass vor allem die öffentlichen Bibliotheken vorbehaltlos dahinterstehen (Siehe USA!) ist zu wünschen und das nicht nur mit dem Slogan „Das schönste an der Schulbibliothek ist die Zusammenarbeit mit der öffentlichen“.

Der Boden ist bereitet, das konnte man nicht länger ignorieren. Noch ist es für knallende Sektkorken zu früh, aber gegen ein Gläschen ist nichts einzuwenden. Vielleicht wird aus der AG einmal eine Sektion. Das wäre die angemessenere Eingruppierung im dbv-Organigramm, sofern man nicht schon wieder die USA bemühen möchte: AASL als kooperierender Verband neben AAL. Sofern man im dbv Wert auf Zusammenarbeit mit Nichtbibliothekaren legt (Lehrer, nicht bibliothekarisch zertifizierte Angestellte), wäre das eine günstige Lösung.

Es gab im 2002 aufgelösten Deutschen Bibliotheksinstitut eine Arbeitsgruppe Schulbibliotheken (in der ich selbst einmal mitgearbeitet hatte). Das Institut war bei der Evaluation durch den Geldgeber Bund durchgefallen und wurde aufgelöst. Da sich kein anderer Träger fand, wurde die AG mit der AG für Jugendbibliotheken des ehemaligen Instituts vereinigt und unter dem Dach des dbv geführt. Von sich reden machte diese AG, als einer ihrer Vorsitzenden, auf der Basis von Expertisen der Bertelsmann-Stiftung, sich explizit gegen Schulbibliotheken aussprach.
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