Safranski über Johann Bernhard Basedow und Goethe

„Von Ems nach Frankfurt zurückgekehrt, konnte Goethe schon den nächsten Besucher begrüßen: Basedow, ein Geistlicher, der sich die Reform des Schulwesens zum Ziel gesetzt hatte und als ein inzwischen berühmter Mann herumreiste, um Geldgeber zu gewinnen für seine Projekte. Noch im selben Jahr begründete er in Dessau, unterstützt vom dortigen Fürsten, das „Philantropinum“. Basedow wandte sich gegen Pedanterie und Wortkram, der Unterricht sollte anschaulich sein, die Gegenstände aus dem Leben gegriffen, das richtige Lernen sollte erlernt werden, und es sollte auch Spaß machen. Durchaus vernünftige Ideen. Basedow selbst allerdings war ziemlich grobschlächtiger Kerl, ein Trinker und Pfeifenraucher mit billigem Knaster. Goethe konnte es mit ihm eigentlich nur unter freiem Himmel aushalten.“ Goethe reist in derselben Kutsche mit Basedow nach Bad Ems: „Goethe saß auf dem Kutschbock, Basedow saß in der Kutsche und qualmte.“

(Rüdiger Safranski, Goethe. Kunstwerk des Lebens, München 2013, p 176/77)
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