Grüne in Hessen: Geschlechtergerechtigkeit, Genderkompetenz und in der Grundschule Männerquote

Eigentlich ist es wenig erhellend, Wahlprogramme zu lesen, um herauszufinden, was Parteien tun wollen, wenn sie regieren dürfen. Keine Partei will weniger Lehrer/-innen, weniger Ganztagsschulen, weniger Inklusion, weniger Geld für Bildung. Eine riesige Rolle spielt in den Wahlkämpfen auch die sog. soziale Gerechtigkeit.

Jetzt blättere ich in den Wahlprogrammen der hessischen Grünen und entdecke trotz geringer Erwartungen bemerkenswerte Sätze:

Geschlechtergerechtigkeit sei zum Prinzip des pädagogischen Handelns zu erheben.

Genderkompetenz sei in die Aus-, Fort- und Weiterbildung (Lehrkräfte) zu integrieren.

Geschlechterparität solle durch gezielte Werbeprogramme für mehr männliche (sic!) Erzieher und Grundschullehrer sorgen.

Die weiblichen Grundschullehrer können sich freuen: Mehr Männer kriegt man vor allem durch höhere Bezahlung und weniger Unterrichtsverpflichtung in die Grundschule. Und geschlechterspezifische Bezahlung wird es mit den Grünen nicht geben. (Werden weibliche Grundschullehrer schlechter bezahlt als männliche?)

Konkreter und nicht weniger irritierend: Die bisherigen Unterstützungsleistungen der Staatlichen Schulämter und kommunalen Schulträger sollen in kommunalen Bildungsbüros „weitgehend“ zusammengefasst und ausgebaut werden.

Ähnliches hatte die FDP schon einmal durchgesetzt. Mit der Folge, dass die Kommunalpolitik noch stärker in die Schulen hineinregierte. Das wurde dann bald wieder abgeschafft.

Immerhin: Eine „echte“ 105%ige Lehrerzuweiung solle es geben. Aus den Mitteln der zusätzlichen Lehrerversorgung sollten mehrjährige Verträge beispielsweise mit Sozialpädagogen, Schulsozialarbeitern, Schulassistenten oder Verwaltungskräften geschlossen werden können.

Fast überflüssig zu erwähnen, dass ich die Worte „Schulbibliothek“ oder „Schulbibliothekar/-in“ in keinem der grünen Wahlprogramme gefunden habe.

Was es wohl geben muss, sind Richtlinien und Schulungen für genderkompetente Schulleiter/-innen und Personalräte: Wie gehe ich kompetent mit schwulen und lesbischen Kolleg/-innen um? Vielleicht auch ein hetero- oder homosexueller weiblicher Genderbeauftragter in jeder Schule und jedem kommunalen Bildungsbüro (2 Entlastungsstunden)? Und natürlich müssen Schwule und Lesben ins Spiralcurriculum Sexualerziehung eingepflegt werden. (Evaluation durch die Genderbeauftragten in den Schulinspektionsteams. Vielleicht fällt ein Medienpaket zur Multisexualität für die Schulbibliothek ab.

Grünes Programm „Für einen Schulfrieden in Hessen“ und „Geschlechtergerechtigkeit“
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