Walter Benjamin und die Schülerbibliothek

Im Berliner Märkischen Museum, das immer wieder einen Besuch lohnt, läuft zurzeit eine kleine, aber feine Sonderausstellung. Es werden hauseigene Exponate gezeigt, mit denen Theodor Fontane und Walter Benjamin in ihren Berliner Kindheitsjahren vorgestellt werden (Schlittschuhe, Spielzeug, Lesekasten, Botanisiertrommel u. a.)

Im Museumsladen habe ich mir dann Benjamins „Berliner Kindheit um 1900“ gekauft. Darin fand ich Notizen zur „Schülerbibliothek“. Er erzählt vom Eintauchen in die Schmöker, die er in der Schülerbibliothek fand. Um dieser Bücherei willen (eigentlich eine Klassenbücherei) ertrug er „das ganze Elend des öden Schulbetriebs“.

Die schüchternen Versuche des Lehrers, mit einem Hinweis seine Wahl zu lenken, schlugen fehl. „Wie blieb er ganz und gar geprellt als armer Teufel bei seiner Fron zurück, wenn ich schon längst auf einem Zauberteppich unterwegs ins Zelt des letzten Mohikaners oder ins Lager Konradins von Staufen war.“

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