iPad kann in der Förderschule teure Spezialgeräte ersetzen

Aus Digital Hechinger Report, von Anya Kamenetz

Als Neil Virani vor drei Jahren seinen Dienst in einer Mittelstufen-Förderschule im Raum Los Angeles antrat,  traf er auf eine Lerngruppe, in der es Lernbehinderungen, Verhaltensstörungen und Körperbehinderungen gab. Kindergarten und Schule hatten mit diesen Kindern wenig anfangen können, sie malten überwiegend in Malbüchern. Ernsthaft lesen und schreiben war nicht gelernt worden.

Heute können die Schüler/-innen lesen und über Geschichten reden, Referate schreiben und rechnen. Sie zeichnen Mindmaps und führen physikalische Versuche durch. Sie produzieren Videoclips, für die sie vorher Storyboards geschrieben haben.

Eine der „Geheimwaffen“ Viranis ist das iPad und seine unzähligen Apps.

In mindestens einem Fall ersetzt das 500-Dollar-iPad mit seiner intuitiven Bedienung, dem wischen mit den Fingern und dem Antippen mit dem Zeigefinger einen 15.000 Dollar teure Spezialsessel und eine Armatur und einen für einen Schüler, mit der der Arm eines Schülers so fixiert wurde, dass er mit einem Finger die Tastatur bedienen konnte. Mit dem iPad konnte er zum ersten Mal nach kurzer Einweisung seinen Namen schreiben.

Gerade in der Förderschule sieht man, wie wichtig es ist, auf den einzelnen Schüler und seine Lernfähigkeiten zugeschnittene Lernziele und Lernwege zu finden. Virani nutzt Apps, um die Fertigkeiten seiner Schüler/-innen zu erweitern. Zu seinen App-Favoriten gehören Day One für Tagebücher, Popplet für Mindmapping, Toontastic for Animation and Storyboards. Mit Aver’s Document Camera Software können Schüler Unterrichtsstunden aufzeichnen und mehrfach ansehen…

Noch wichtiger als die Technologie selbst, so sagt Neil Virani, ist für die Schüler/-innen, dass ihr Selbstvertrauen und ihr Selbstbewusstsein gestärkt werden und auch die Erwartungen an sie wachsen. „Sie glauben an sich; sie können, was andere auch können.“

Ich will es gern glauben, dass es das iPad ist, das Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein stärkt. Man müsste die Entwicklung weiter verfolgen. Wenn man der Schilderung glauben darf, ist aber vorher in dieser Förderschule so gut wie gar nichts gelaufen. Wichtiger wäre es wohl, die Einstellung der Lehrer gegenüber diesen Förderschülern zu verändern. Ihnen ein positives Selbstbild zu vermitteln, hängt wohl nicht allein von Samsung- oder Apple-Geräten ab. Dass digitale Unterrichtstechnologie gerade in Förderschulen hilfreich sein kann, ist dabei unbestreitbar.

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