Brandenburg: Kinokarten für Wenige statt Klassenfahrten für alle

Ein Gericht gab einem Lehrer recht, der die Kosten für seine Teilnahme an einer Klassenfahrt nicht privat tragen wollte, wie es sein Dienstherr verlangt. Daraufhin hat die Landesregierung die weitere Durchführung von Klassenfahrten untersagt.

Es geht um etwa 1 Million € für die Übernahme der Kosten von Begleitpersonen bei Klassenfahrten.

Andererseits ermöglicht die rot-rote Regierung, dass potentiell 4.000 Abiturienten aus einkommensschwachen Familien in den beiden letzten Schuljahren vor dem Abitur 100 € monatlich als eine Art Taschengeld erhalten. Zurzeit sind es 2 Millionen jährlich, ansteigend auf bis zu 6 Millionen €, wenn sich alle das Geld holen.

In Anlehnung an das Bundesausbildungsförderungsgesetz BaföG ist von Landes-Schüler-BaföG die Rede. Brandenburg ist das einzige Bundesland mit diesem zusätzlichen BaföG.

Auf Fragen nach dem Verwendungszweck des Taschengeldes wurde von Büchern und einem Laptopkauf gesprochen. Der jugendpolitische Sprecher der Sozialisten im Landtag gab sich liberal: Die Schüler könnten auch Kinokarten kaufen, man mache da keine Vorschriften und wolle auch keinen Verwendungsnachweis.

So wie der Dienstherr den Lehrern in den Schulen keine vernünftig ausgestatteten Büroarbeitsplätze zur Verfügung stellt und damit einen hohen Millionenbetrag spart, meint er, auch die Klassenfahrtkosten der Lehrer nicht übernehmen zu müssen. Lehrer sind doch Idealisten, Fahrtkostenabrechnung ist etwas für Bürokraten. Das ist in allen Bundesländern gängige Praxis. Es gibt nur minimale Haushaltsmittel dafür und man darf nur fahren, wenn man unterschreibt, auf die Erstattung der Unkosten zu verzichten.
Nun gibt es Freiplätze für Begleitpersonen und Freifahrtscheine, auch werden die Kosten für den Bus i. d. R. auf die Schüler umgelegt. Freiplätze gab ich aber auch schon an bedürftige Schüler weiter.
Es gab aber auch Schüler, deren Beitrag einkalkuliert war, die dann nicht kamen (Motorradführerschein war z. B. wichtiger!) und nicht zu zahlen gedachten. Das durfte ich dann begleichen. Bei ca. 15-18 Klassenfahrten und ca. 50 Exkursionen habe ich sicher insgesamt 2.500 € zugebuttert (abzüglich häusliche Ersparnis!).
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Ein Gedanke zu „Brandenburg: Kinokarten für Wenige statt Klassenfahrten für alle

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