Zur „Neuauflage“ des Beitrages

Zur „Neuauflage“ dieses Beitrages:
Den Text hatte ich vor drei Jahren geschrieben. Das Thema ist aktueller denn je, das Desinteresse „der“ Wissenschaft aber auch. Wer in Schulbibliotheken arbeitet hat i.d.R. keine Zeit dafür. Ehrenamtlich tätigen Eltern kann man es nicht abverlangen. Dabei wäre gerade das eine gute Basis: Praktikerinnen dokumentieren und reflektieren ihre Arbeit. Die Erziehungswissenschaften überlassen das Thema den Bibliothekswissenschaftlern. Dort gibt es wenig, was über Deskription, Bestandsaufnahme und Statistik hinausgeht. Ähnlichkeiten mit der PISA-Forschung sind unverkennbar. Eine Diskussion der Stärken und Schwächen der angelsächsischen Schulbibliotheksforschung erfolgt nicht.
Was bringt es – außer einem akademischen Titel – wenn in der Einleitung steht, dass das deutsche Schulwesen unterentwickelt ist und die wissenschaftliche Arbeit darin besteht, dies auf 100 Seiten zu dokumentieren. Etwa so: 68,3% der Schulbibliotheken haben keinen ausreichenden Etat, 9,7 % werden von einer bibliothekarischen Fachkraft geleitet, im Unterricht genutzt werden nur 31,9%. Wichtig wäre vor allem die Kooperation mit einer öffentlichen Bibliothek und der dbv kämpfe vehement für Schulbibliotheken. (Die Zahlen sind kein Zitat, aber Ähnlichkeiten mit Befunden aus Examensarbeiten sind gewollt.)

Basedow1764's Weblog

Bei der Ausschreibung zur hessischen „Schulbibliothek des Jahres“ zeigte sich, welch bewundernswerte Arbeit in allen vorgeschlagenen 49 Schulbibliotheken stattfindet. Warum machen die Schulbibliotheken nicht bekannt, was sie in der und für die Schule leisten?

Mein Vorschlag dazu: Mehr Umfragen und Fallstudien machen!

  • Das Lesekompetenzteam des Staatlichen Schulamtes Hochtaunus- und Wetteraukreis hatte einmal einen Fragebogen an die Deutsch-Fachsprecher/innen aller Schulen geschickt und die Ergebnisse ausgewertet.
  • Ich habe Schüler/innen der 9. und 10. Abgangsklassen der Friedrich-Ebert-Schule in Schwalbach a. Ts., die 5 bzw. 6 Jahre lang die Bibliothek täglich in den Pausen und im Unterricht nutzen konnten, befragt. (Ich beanspruche nicht, dass das ein valider und reliabler Fragebogen war, den ich entworfen hatte.) Die Ergebnisse waren erfreulich. Alle kannten die Bibliothek, zwei Drittel nutzten sie. (Bei den Lehrer/-innen wäre das anders ausgegangen!)  Die Hälfte der Nutzer/-innen sah Vorteile für Unterricht, Hausaufgaben und die Schulnoten. Eine kleine Gruppe hatte durch sie sogar…

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