Kurzer Weg vom digitalen Lesen zur plagiierten Doktorarbeit

Basedow1764 hat schon ein paar Mal auf kritische Stellungnahmen zum digitalen Lesen hingewiesen: Maryanne Wolf, Manfred Spitzer u. a. Da wird gesagt: Digitales Lesen sei oberflächlich, sei sprunghaft, führe nicht zum vertieften Textverständnis.

Nun hat Philipp Theisson den Bogen bis zur plagiierten Doktorarbeit gespannt: „Literarisches Eigentum. Zur Ethik geistiger Arbeit im digitalen Zeitalter“. Kröner: Stuttgart 2012.

Rezensent Thomas Diel schreibt über das Buch in der FAZ: Texte seien bloße Informationen geworden, kontextfreie Bausteine, die man weiterverwende. Das Verstehen der geistigen Arbeit des Urhebers sei nicht das Ziel. Der laxe Umgang mit dem Urheberrecht habe sich ausgebreitet und eine Konsequenz sei das geringe Unrechtsbewusstsein bei der Übernahme in die eigene Doktorarbeit.

In der literarischen Szene nimmt sich Theisson den Fall Hegemann vor. Hier entdeckt er das Paradox, dass jemand sich in einem „Baukasten“ einzelner Partikel bediene, sie ohne eigenen schöpferischen Zusatz publiziere, aber dann als literarischer Star auf den Marktplatz trete.

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