Studie zur Nutzung und Verbreitung mobiler digitaler Geräte in USA

Das gemeinnützige Pew Research Center kann dank der Unterstützung der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung Umfragen zum Leseverhalten und zur Bibliotheksnutzung durchführen. Die neueste Studie heißt

„Libraries 2020: Imagining the library of the (not too distant) future“

Sie enthält eine Fülle von Daten (aus 2011/12) zur aktuellen Nutzung und Verbreitung mobiler digitaler Geräte wie Handy, Laptop, E-Book-Reader, Tablets:

  • 82% der Erwachsenen nutzen das Internet
  • 46% besitzen Smartphones
  • 19% einen E-Book-Reader
  • Wichtigste Nutzungen des Internets auf dem Smartphone: Suchen (vor allem lokale Informationen), Wettervorhersage, E-Mail
  • 30% der 18-29jährigen benutzen das Handy auch, um Kontakt zu Personen, die um sie herum sind, zu vermeiden.
  • 88% der 12-17jährigen waren in den vier Wochen vor der Befragung mit ihrem Laptop oder Desktop-Computer im Internet, 50% (auch) mit dem Smartphone.
  • 74% der Apps für Tablets oder Smartphones (und damit Spitzenreiter) liefern Nachrichten, Wettervorhersagen, Sportergebnisse und Aktienkurse
  • 29% aller Befragten haben einen E-Book-Reader und/oder ein Tablet
  • Am meisten verbreitet unter den Readern ist mit 62% der kindle, gefolgt vom nook (22%). 9% wissen nicht, wie ihr Gerät heißt.
  • Bei den Tablets führt das iPad mit 61% vor dem kindle fire (14%).
  • Die Twitter-Nutzung soll sich bei Teenagern in den letzten zwei Jahren von 8 auf 16% verdoppelt haben. Mädchen nutzen den Dienst doppelt so häufig wie Jungen, schwarze Teenager dreimal so häufig wie weiße und Latinos.

Das sollte denen zu denken geben, die bei jedem neuen Programm oder Gadget eine pädagogische Revolution ausrufen. Es könnte ja auch sein, dass Heranwachsende etwas für sich haben wollen und nicht wollen, dass es sofort dem didaktischen Zugriff der Lehrer ausgeliefert ist. Je mehr im Deutschunterricht der Grundschule getwittert wird, desto eher kehren die Kids zu SMS zurück.

  • E-Mail spielt als Kommunikationsmittel unter den Jugendlichen kaum eine Rolle, SMS führt mit großem Vorsprung. Durchschnittlich 60 SMS versenden Teens täglich.
  • Bei Erwachsenen sind die häufigsten Internetnutzungen E-Mail-Senden und das Suchen.
  • Zwei Drittel halten Suchmaschinen für neutrale, unvoreingenommene Programme, allerdings glaubt nur ein Drittel, dass alle gefundenen Informationen zuverlässig wären, aber die meisten wären es schon. Am skeptischsten sind die über 65jährigen (54%),  72% der unter 30jährigen glauben an den Wahrheitsgehalt. Etwa die Hälfte aller Befragten findet, dass Suchmaschinen immer besser geworden sind.
  • 21% der Befragten haben im letzten Jahr ein E-Book gelesen, 68% ein gedrucktes Buch. Die fleißigsten Leser wollen die 16-17-jährigen gewesen sein (86%).
  • E-Book-Leser lesen mehr, kaufen eher Bücher als sie auszuleihen, sind eher jünger, haben höhere Schulabschlüsse.
  • Gelesen werden E-Books auf dem Laptop/Desktop oder einem E-Reader etwa hälftig (42 zu 41%).
  • Vorteile des E-Books: Im Bett, auf Reisen und auf dem Weg zur Arbeit. Man bekommt das Buch sofort.
  • Die Meinungsforscher resümieren, dass die digitalen Lesegeräte keine neuen Leser anziehen würden, sondern Leser, die jetzt noch mehr läsen.

Was das mobile Internet – any time, anywhere, any device – für Bibliotheken bedeutet, will Pew im Laufe des Jahres mit weiteren Umfragen herausfinden. Update 25.6.12: new report: libraries, patrons and e-books

Die Studie: „Libraries 2020: Imagining the library of the (not too distant) future“

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Ein Gedanke zu „Studie zur Nutzung und Verbreitung mobiler digitaler Geräte in USA

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