Neue KMK-Empfehlung zur Medienbildung

Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat ihre medienpädagogischen Empfehlungen fortgeschrieben und damit die früheren aus den Jahren 1979 bis 1997 ersetzt.

Auszüge:
2.3   Identitätsbildung und Persönlichkeitsentwicklung
Die Medien sind durch ihre Präsenz und den alltäglichen Umgang mit ihnen längst zu einer Sozialisationsinstanz geworden. Die sich ständig erweiternden und immer stärker vernetzten medialen Angebote mit ihren dynamischen Symbol- und Lebenswelten eröffnen Heranwachsenden ganz neue Erfahrungs-, Handlungs- und Erlebnisräume. Wichtiges Ziel der Medienbildung ist die altersangemessene Fähigkeit, das wachsende Medienangebot kritisch zu reflektieren,  daraus  sinnvoll  und  bedürfnisbezogen  auszuwählen  und  Medien  sowohl  für  die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit als auch für die individuelle Lebensgestaltung angemessen, kreativ und sozial verantwortlich zu nutzen.
 
3.2   Lehrerbildung
Lehrkräfte  benötigen  für  die  Vermittlung  von  Medienbildung  sowohl  eigene  Medienkompetenz als auch medienpädagogische Kompetenzen. Das bedeutet, Lehrkräfte müssen mit den Medien und Medientechnologien kompetent und didaktisch reflektiert umgehen können, sie müssen gleichermaßen in der Lage sein, Medienerfahrungen von Kindern und Jugendlichen im Unterricht zum Thema zu machen, Medienangebote zu analysieren und umfassend darüber  zu  reflektieren, gestalterische  und kreative  Prozesse  mit  Medien  zu  unterstützen und mit Schülerinnen und Schülern über Medienwirkungen zu sprechen.
 
4      Zusammenfassung und Schlussfolgerungen
Medienbildung  gehört  zum  Bildungsauftrag  der  Schule,  denn  Medienkompetenz  ist  neben Lesen, Rechnen und Schreiben eine weitere wichtige Kulturtechnik geworden.
Kinder und Jugendliche leben in einer durch Medien wesentlich mitbestimmten Welt und sie lernen für eine Welt, in der die Bedeutung der Medien für alle Lebensbereiche noch zunehmen wird. Deshalb müssen Heranwachsende in die Lage versetzt werden, selbstbestimmt, sachgerecht, sozial  verantwortlich,  kommunikativ  und  kreativ  mit  den  Medien  umzugehen, sie für eigene Bildungsprozesse sowie zur Erweiterung von Handlungsspielräumen zu nutzen  und  sich  in  medialen  wie  nichtmedialen  Umwelten  zu  orientieren  und  wertbestimmte Entscheidungen zu treffen.
Die vorliegende Erklärung „Medienbildung in der Schule“ bestimmt und begründet den Stellenwert von Medienbildung in der Schule exemplarisch in fünf besonders wichtigen Dimensionen, die sich beziehen auf:
•    die Förderung der Qualität des Lehrens und Lernens durch Medien,
•    die Möglichkeiten der gesellschaftlichen und kulturellen Teilhabe und Mitgestaltung,
•    die Identitäts- und Persönlichkeitsbildung der Heranwachsenden,
•    die Ausbildung von Haltungen, Wertorientierungen und ästhetischem Urteilsvermögen sowie
•    den notwendigen Schutz vor negativen Wirkungen der Medien und des Mediengebrauchs.
 
Inwieweit Empfehlungen der KMK auf die Schulpraxis einwirken, kann ich wegen fehlender empirischer Forschung nicht sagen. Meine sogenannte Erfahrung sagt mir, dass sie vor allem in den Staatsprüfungen gerne nachgefragt werden. Die zahlreichen Empfehlungen zum Schulbibliothekswesen zeitigten meines Wissens keinerlei Wirkung.*
* Interessehalber schaue ich auf kmk.org nach: Das Suchwort Schulbibliothek und verwandte Begriffe kommen substantiell nicht vor! Die einschlägigen Empfehlungen der 70er bis 90er Jahre sind wohl wegen Erreichens des Verfalldatums alle gelöscht. Einzig in der Antrittsrede der damaligen hessischen Kultusministerin Wollf als KMK-Präsidentin 2003 taucht das Wort nochmal auf. (Und an zwei weiteren Stellen am Rande) Ich vemute, die KMK verweist bei Anfragen an den dbv.

Die 12seitige Empfehlung im Wortlaut.

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