Ein Referat schreiben. Ohne Internet? Geht!

Eine Schülerin berichtet in einer Berliner Tageszeitung über ihren Lernprozess beim Recherchieren und Präsentieren ganz ohne Internet.

Dies war der Selbstversuch: Sie verzichtete bei der Anfertigung eines Referates auf das Internet. Die Versuchung war zwischendurch groß, aber sie blieb hart und sie kam ans Ziel. Sie machte sich handschriftliche Notizen, kopierte am Fotokopierer, ließ sich Fotos vergrößern und auf Folie ziehen. Sie malte ein Plakat und entwarf eine Gliederung für den Tafelanschrieb.

Am Vorabend ging sie mit einem guten Gefühl ins Bett. Der Vortrag wurde ein großer Erfolg. Was sie betont: Durch das handschriftliche Kopieren, das Anlegen von Karteikarten, das Malen des Plakats, die Herstellung der Folien hatte sie sich mit dem Stoff intensiv beschäftigt, sich ihn mit ihren Worten erklärt. Sie „stand im Stoff“ und hatte das Thema verstanden. Beim Vortrag fühlte sie sich sicher. Das wurde von den Zuhörern wahrgenommen. Es sei mucksmäuschenstill gewesen, berichtet sie.

Update November 2014: Das genaue Gegenteil predigt jetzt die empirische Bildungsforschung: Neue Milliarden für die Computerausstattung.

Unbedingt lesen!

(via netbib)
 
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2 Gedanken zu „Ein Referat schreiben. Ohne Internet? Geht!

  1. Monika Grosche

    Der Artikel der Schülerin ist wirklich bemerkenswert. Ich werde ihn bei der Gestaltung meiner nächsten Wandzeitung berücksichtigen und auch im Lehrerzimmer aushängen. Ich bin sicher, es finden sich in meiner Schule Lehrer, die diese Idee „Vortrag ohne Internet“ aufgreifen.
    Zu meinen Erfahrungen mit der Bibliothek der Humboldt-Universität in Berlin: Der Ausweis ist ab 18 kostenlos möglich, ab 16 mit Einverständniserklärung der Eltern. Da es in unserer Schulbibliothek vorrangig um die Präsentationsprüfungen MSA und 5. PK geht und es in manchen Elternhäusern Schwierigkeiten mit der Einverständniserklärung (bzw. auch mit den Ausweisen für die Nutzung der Stadteilbibliotheken) gibt, springe ich als Schulbibliothekarin in wichtigen Fällen ein und besorge die Bücher mit meinen Institutionsausweisen. In meiner Abwesenheit kümmert sich dann in den Pausen die Schüler-AG um die Bibliothek. Für mich ist und bleibt es ein ziemliches Gehetze und Geschleppe, die Schüler sind zwar dankbar, aber die öffentlichen Bibliotheken?
    M. Grosche
    Archenhold-Gymnasium Berlin-Treptow

    Antwort
  2. Tobias Zeumer

    Der Titel des Artikels ist übrigens auch bezeichnend (unter 18…). Unser Stabi HH macht es Schülern auch nicht einfach.

    Zwar dürfen sie ab 14, aber nur mit vorheriger Onlinenanmeldung (die von der Schule aus nicht funktioniert, da die Seite statt des Standard-Webports 80 einen gesperrten nutzt). Dann brauchen sie bis 18 (in Videotheken klappts auch schon ab 14 alleine) noch zusätzlich eine ausgedruckten und Unterschriebene Erlaubnisbescheinigung der Eltern, den Ausweis des Unterschreibenden und den eigenen. In Hamburg hat die Stadt netterweise beschlossen, dass Schüler nichts bezahlen müssen (was man auch gleich mal für die öffentlichen Bücherhallen hätte machen können), aber das wissen die Mitarbeiter nicht und auf den aushängenden Gebührentafeln sind Schüler wohl auch noch aufgeführt.

    Jetzt bin ich wirklich gespannt, ob die zwei Schülerinnen (10. Klasse) erfolgreich an ihren Ausweis kommen – die angemarkerte Passage zur Gebührenbefreiung aus den Nutzungsbedingungen habe ich sicherheitshalber mal mitgegeben.

    Das Beispiel aus dem Artikel ist wirklich positiv, aber Bibliotheken machen es Schülern (in Hamburg) nicht ganz einfach, diese Hürde(n) zu nehmen. Mittlerweile habe ich zudem die Ahnung, dass auch geringe Gebühren schon eine ganz schöne Hürde für einige darstellen können (konkret lässt sich diese Frage aber schlecht stellen).

    Antwort

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