Der preußische Schülerbüchereierlass von 1928

(gekürzt)

  • Mindestens so viele Bücher wie Schülerinnen und Schüler.
  • In kleinen Schulen wird ein größerer Bestand nötig sein.
  • Bestand: Schöngeistige Schriften, Sachlesehefte, Nachschlagebücher, Heimatschrifttum, Bilderbücher.
  • Vor allem Bücher, die wegen des Preises nicht privat angeschafft werden können.
  • Nach Möglichkeit gestaffelt.
  • Der Lehrer muss die vorhandenen Bücher genau kennen.
  • In allen Unterrichtsfächern muss auf eine enge Verflechtung mit der Bücherei Bedacht genommen werden.
  • Echtes Vorlesen (nicht nur stückweise von einzelnen und alle lesen still mit), stilles Lesen, zusammenhängendes Berichten.
  • Empfehlenswert ist eine Büchereistunde.
  • Ältere Schülerinnen und Schüler können zur Mitarbeit herangezogen werden.
  • Zusammenarbeit mit der Volksbücherei: Der Katalog sollte in der Schule sein, der Leiter sollte gelegentlich vor den Schülern sprechen, Büchereibesuche, besondere Geschäftsstunden für Schüler, Berücksichtigung von Wünschen der Schule bei der Anschaffung von Büchern.
  • Der Erlass ist in den Schulkonferenzen zu erörtern.

Bericht über die Erfahrungen bei der Durchführung des Erlasses bis zum 31.3.1930 ans Ministerium.

aus: Die Schulbibliothek. Texte zu ihrer Geschichte und Theorie, hrsg. von Klaus Hohlfeld, Bad Honnef, Bock und Herchen, 1982, S. 156 ff

Der Erlass markiert NICHT den Beginn des preußischen Schulbibliothekswesens, sondern ist der Schlussstein! Schulbüchereien gab es in den 30er Jahren in jeder preußischen Schule.

Nach 1928 passierte nichts Wesentliches mehr:

1764 Schulreformer Johann B. Basedow fordert Schulbibliotheken
1928 Kultusministerium Preußen Schülerbüchereien an (allen) Volksschulen

Erlass (der die bestehende Situation spiegelt).
1961 Deutscher Städtetag
Die Schulbücherei ist der breite Unterbau des öffentlichen Büchereiwesens
Gutachten
1965 SPD Wahlkampferstattung der Parteien für Schul­bibliotheken ausgeben
1974 Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Grundsatzpapier zur Schulmediothek
1975 Kultusministerium Hessen, Information Gesamtschule, Heft Gesellschaftslehre „Sinnvoller Unterricht in Gesellschaftslehre ist nur möglich, wenn eine Bibliothek … zur Verfügung (steht)“
1979 Kultusministerkonferenz Grundsätze für die Zusammenarbeit mit öffentlichen Bibliotheken

Empfehlungen
1985 Dt. Bibliotheksinstitut (geschl.) „Schulbibliotheken im Aufwind?“

Pressemitteilung
1987 Dt. Bibliotheksverband Zur Entwicklung der Schulbibliotheken

Denkschrift
1990 Kultusministerium Hessen; LAG Hessen, Expertenkommission Der Aufbau eines leistungsfähigen Schulbibliotheks­wesens in Hessen

Konzept
1991 SPD / Die Grünen Hessen Schulbibliotheken sollen verstärkt gefördert werden

Koalitionsvereinbarung
1993 Jahresheft „Unterrichtsme­dien“ Friedrich-Verlag Umfang des Heftes 150 Seiten; davon Thema Wandtafel: 4 Seiten, Thema Schulbibliothek: 2 Seiten
1995 Kultusministerkonferenz Zusammenarbeit mit öffentlichen Bibliotheken soll verstärkt gefördert werden.

Empfehlungen
1995 Kultusministerkonferenz, Erklärung „Medienpädago­gik in der Schule“ „Auch den Schulbibliotheken kommt für die Leseerzie­hung und die Leseförderung weiter­hin ein hoher Stellen­wert zu.“

Empfehlungen
2001 Bundesdirektorenkonferenz Schulbibliotheken sind wichtiger als Medienecken

Pressemitteilung
2005 Wissenschafts- und Kultus­mini­sterium Hessen mit Dt. Biblio­theksverband Schulbibliotheken sollen sich zu einem Wissens-, Informations-, Recherche-, Lern- und kulturellen Zentrum der Schule entwickeln

Vereinbarung
2006 Prof. Dankert, Vors. dbv Aus internationaler Sicht sind die deutschen schulbibliothekarischen Aktivitäten exzellent.

Vortrag
 lizensiert unter CC BY-NC-SA 3.0, Günter Schlamp 2006-12
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