Erweiterung des Hamburger Schulbibliotheksnetzes vor dem Aus

2008 vereinbarten Grüne und CDU, das Hamburger Schulbibliothekswesen auszubauen. Es gab zusätzlich zu den vorhandenen Schulbibliotheken wissenschaftlich begleitete Modellversuche.

Jetzt soll das Projekt vorzeitig und vor dem Evaluationsbericht beendet werden.

Update 3.1.12: Es gibt Proteste in betroffenen Schulen und Zeitungen berichten über die Streichungen des SPD-Bildungssenators.

  • Siehe auch „Koalitionsvertrag in Hamburg“
  • Update 3.11.11: Frau Lange-Bohaumilitzky von den Hamburger Bücherhallen schreibt dazu: …In diese „Erfolgsschleife!“ knallte vor wenigen Wochen die ignorante und kurzsichtige Entscheidung des Hamburger Schulsenators Ties Rabe (SPD), die neun Bibliotheksleitungen, also das Herzstück der Schulbibliotheken, zum Schuljahresende auf die Straße zu schicken und keinerlei  Personalmittel für diese neun Schulbibliotheken mehr einzusetzen. Inwieweit diese Entscheidung politisch geprägt ist, um vermeintliche Altlasten der schwarzgrünen Vorgängerregierung zu entsorgen – wer weiß? In jedem Fall lässt sie entsetzte Schüler, Schulkollegien, Schulleiter und Bibliotheksleitungen  und düpierte Kooperationspartner in der Kulturbehörde, bei den Bücherhallen Hamburg  und  auch in der Bildungsbehörde zurück – und macht über Hamburg hinaus die Hoffnung zunichte, dass das Thema Schulbibliotheken endlich auch mal von bildungspolitischer Seite (und nicht immer nur von Bibliotheksseite) verantwortlich angegangen werden kann.
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7 Gedanken zu „Erweiterung des Hamburger Schulbibliotheksnetzes vor dem Aus

  1. Pingback: Die falschen Prämissen führen nicht weiter | Basedow1764's Weblog

  2. Pingback: Hamburg: Die neun Modellversuchsschulen sollen ihre Schulbibliotheken aus dem Schulhaushalt finanzieren | Basedow1764's Weblog

  3. Uschi Klute

    Man beachte die Antwort des Senats: Sinngemäß schreiben sie „wollen wir doch mal sehen, ob das nicht auch ohne Fachpersonal geht“.
    O-Ton: „Nach Vorliegen des abschließenden Evaluationsberichtes wird die zuständige Behörde prüfen, ob und in welcher Form eine Ausweitung möglich ist. Dabei sollen auch die Erfahrungen der Schulen berücksichtigt werden, die nicht an dem Pilotprojekt teilgenommen haben und ohne Projektmittel eine Schulbibliothek für ihre Schülerinnen und Schüler anbieten.“

    Antwort
    1. Basedow1764 Autor

      Das ist schon eine besondere Form der Dialektik: Wenn man die Hände nicht in den Schoß legt und nicht abwartet, bis einem „der Staat“ die Schulbibliothek auf dem Silbertablett serviert, sondern schon mal anfängt, wird einem genau dies um die Ohren gehauen mit dem Satz: „Seht, es geht doch auch so!“
      Dennoch gilt: Weitermachen!

  4. Tobias Zeumer

    Ich glaub, ich hatte es etwas unglücklich formuliert. Offizielles Ende der Evaluations-/Projektphase war immer der 31.07.2012 bzw. für die Evaluation der 31.05.2012 (http://epb.uni-hamburg.de/de/forschung/projekte/3929). Das bleibt auch so, nur ist nun beschlossen worden, egal (!) wie das Ergebnis bisher oder zum offiziellen Abschluss ausfällt, es wird keine weitere Projektphase oder Unterstützung geben. Es geht rein um die einzusparenden Stellen im Haushalt.

    Und die Stellen – und sonstige sinnvolle Zuwendungen, wie z.B. die EDV, Kooperationsvereinbarungen, Medienetatzuwendungen etc. – vor Ort werden demnach nicht in einen geregelten „Alltagsbetrieb“ bzw. eine aufbauendes Projekt überführt und entsprechend auch nicht weiterfinanziert. Es sei denn, die Schulen finden selber eine Lösung. Den Willen dazu haben alle neun Schulen – Schulleitungen, Kollegen und Schulbibliothekare – nachdrücklich geäußert. Soweit ich weiß, macht eine solche TVÖD 5-Stelle (was zunächst trotzdem keinen schrecken würde, das ganze noch weiter voranzubringen ;)) finanziell aber etwa eine halbe Lehrerstelle aus und bei diesen müssen die Schulen teilweise noch Einsparungen vornehmen (sozusagen rationalisieren)…

    Bedauerlich ist eben, dass Mehrwert und Ergebnisse der Schulbibliotheken, ebenso wie der bisher nicht unerhebliche Geldmitteleinsatz für das Projekt nicht in die Gesamtrechnung einfließen.

    Weitere Informationen gibt es z.B. auf der Seite der GAL-Fraktion unter http://www.gal-fraktion.de/schule/26-10-2011/schulbibliotheken-vor-dem-aus und in KAJ: Aus für Schulbibliotheken. taz Nord Hamburg vom 29.10.2011, S. 44.
    Außerdem hat die GAL-Abgeordente Dr. Stefanie von Berg eine Kleine Anfrage eingebracht, in der unter anderem die Frage gestellt wird, ob die Evaluation bereits stattgefunden hat… Geschickter Weise kann nicht direkt auf ein solches Dokument verlinkt werden, aber man findet es unter der Dokumentennummer 20/1949 unter https://www.buergerschaft-hh.de/parldok/.

    Der Onlinekatalog des Projekts ist übrigens unter http://www.schulbibliotheken-hamburg.de zu erreichen. Für das Goethe.Gymnasium gibt es eine (leider noch etwas hässliche) „erweiterte“ Version unter http://katalog.goethe-hamburg.de/, Infos auf der HP unter http://goethe-hamburg.de und eine FB-Fanpage unter https://www.facebook.com/pages/Goethes-Schulbibliothek-Hamburg/198771300145523.

    Antwort

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