Zur Einrichtung von Schulbibliotheken 23: Holt Euch die Staatsknete!

Der LAG Schulbibliotheken  in Hessen e. V. war es Anfang der 90er Jahre gelungen, bei den Fraktionen  im Hessischen Landtag Mittel für Schulbibliotheken im Haushalt des Kultusministeriums anzuregen. Seit dieser Zeit weisen wir regelmäßig darauf hin, dass Schulen Zuschüsse aus diesem Etat für ihre Schulbibliothek beantragen können.

Das läuft so ab, dass die Schule beim KM einen Zuschuss zu einem Vorhaben beantragt, dieses beschreibt und nachweist, dass sie Mittel dafür vom Schulträger oder vom Förderverein bekommt. Das Ministerium finanziert anteilig, nicht vollständig!

Das Schreiben geht an das Ministerium: „Sehr geehrte Frau Ministerin!…“ Es kommt schon zur richtigen Sachbearbeiterin.

Eigentlich war das nicht das, was wir uns vorgestellt hatten. Mit den Schulbibliothekshaushaltsmitteln sollte das Schulbibliothekswesen in Hessen gefördert werden. Eine paternalistische Mittelvergabe an einzelne Schulen („Ich weise Ihnen einmalig einen Zuschuss von … zu“) war nicht das, was wir wollten. Aber da das KM für Schulbibliotheken eigentlich überhaupt nicht zuständig ist, war das besser als gar nichts.

Die List der Vernunft sagte uns auch, dass, je mehr Anträge auf Zuschüsse beim KM eingehen, desto größer die Einsicht wäre, dass hier Bedarf besteht. (Für Dialektiker: Die Quantität schlägt irgendwann einmal in Qualität um.)

Möglicherweise eine Folge der Antragsflut war, dass eine Kultusministerin einmal eine Pressemitteilung verfassen ließ, in der sie darauf hinwies, dass Schulbibliotheken vom Land finanziell unterstützt würden. Gemeint war, dass sie (auch) den jedem Minister zustehenden Reptilienfonds Lottomittel für Schulbibliothekszwecke nutzte.

Wie schon früher also auch 2011 wieder die Aufforderung: Schreibt Anträge auf Zuschüsse! 500 €, 1000 € oder auch mehr, wenn am Jahresende noch etwas übrig ist, sind drin.

(Man kann auch an andere Minister schreiben. Alle haben Zugriff auf Lottomittel: Der Wirschaftsminster kann z. B. Wirtschaftsbücher bezuschussen, der Sportminister (Innenressort) Fußballbücher, der Justizminister rechtskundliche Literatur. Der Umweltminister … Wenn Sie glauben, das sei ein Witz: Ihre Nachbarschule kommt damit ins Fernsehen.)

 

 

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3 Gedanken zu „Zur Einrichtung von Schulbibliotheken 23: Holt Euch die Staatsknete!

  1. Monika Grosche

    Manchmal brauche ich schon eine ordentliche Portion Humor, wenn ich diverse Kommentare lese. Die Tipps in basedow1764 sind so gut, dass ich dann doch fast täglich auf den Seiten lande. Die graue Maus aus der Phantombibliothek eines Gymnasiums, die soviel zu tun hat, dass es für mindestens 2 Planstellen reicht, wird morgen einen Antrag ans KM stellen, wir werden ja sehen, was dann für Bedingungen zu erfüllen sind. Was bedeutet die in Klammern gesetzte Zahl 21 in der Überschrift?

    Antwort
  2. DonBib

    Jetzt verraten Sie doch nicht alles 🙂

    Eines sollte man aber dazu sagen: soweit mir bekannt ist müssen bei Lottomitteln ein Drittel der Gesamtsumme dann selbst getragen werden. Man muss also z.B. mit dem Förderverein absprechen, dass er bei einer Fördersumme von 10.000€ selbst ca. 3000€ tragen muss. Zudem sind die Anträge doch sehr anstrengend und aufwändig – ABER: es lohnt sich. Das Geld liegt überall rum, um es mal platt zu formulieren.

    Antwort
    1. Basedow1764 Autor

      Ja, ja der Kantönligeist!

      Bei Lottomitteln ist mir die Zuschussregelung bisher nicht begegnet.

      Ich lese gerade wieder im Blog (Er ist mein Archiv!) dass 2008 600 Schulbibliotheken je 500 € aus Lottomitteln erhalten hätten. D. h. ca. 60% der SBen hätten davon profitiert.
      Finanziell lukrativer ist es nur noch, Kombi-Bibliothek zu werden. Denn für als Zweigstellen öffentlicher Bibliotheken geführte Schulbibliotheken gibt es aus dem kommunalen Finanzausgleich kontinuierlich jedes Jahr Landeszuschüsse. Sie allein gelten als förderungswürdiger Königsweg. Die 1000 von Eltern, Lehrkräften und in Beschäftigungsprogrammen steckenden Arbeitslosen betriebenen Schulbibliotheken gelten als „Phantombibliotheken“. Sie gibt es eigentlich gar nicht. Was mich wundert ist, dass in dem Zeitraum, den ich überschauen kann – 1987 bis 2011 -, die Zahl der Kombi-Bibliotheken nur von 6 auf 12 gewachsen ist.(In einem Fall besteht die Zusammenarbeit in einem Onlinezugang zum öB-Katalog. (Es würde mich freuen, wenn ich von günstigeren Zahlen erführe. Wie berichtet, ist es gar nicht so einfach, überhaupt Zahlen zu bekommen.) Die Zahl der „Phantombibliotheken hat sich verzehnfacht.

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