ARD und ZDF wollen ihre Produktionen im Internet vermarkten

Die Sender  wollen in einer Youtube-ähnlichen Internetvideothek ihre durch Gebühren finanzierten Produktionen im Internet kostenpflichtig anbieten.

Es gehe darum, “großes Geld” zu verdienen, soll ZDF-Intendant Schächter laut Financial Times gesagt haben.

Wer jede Woche alleine für die Champions League eine Million ausgibt, nicht zu reden von den Millionen für Bundesliga und Pokalrunden, der muss wohl jetzt endlich an noch mehr Knete kommen. Die Gebührensteigerung durch die haushaltsbasierte Berechnung reicht anscheinend nicht.

In Potsdam werden gerade die ersten Aktionsbündnisse gegründet, weil die Schlösserstiftung 12 € Jahresgebühr für den Eintritt in den Sanssouci-Park verlangen will. Die TV-Reporter werden in der Brandenburger Straße ihre Mikrofone kreisen lassen und im Radio wird es 7 Tage/24 Stunden heißen: Sagen Sie Ihre Meinung! Rufen Sie uns an!”

215 € Jahresgebühr für ARD/ZDF werden als himmlische Plage hingenommen. Bei 12 € für einen einzigartigen Park werden die Wutbürger aktiv!

Über Basedow1764

Die älteste Forderung nach Schulbibliotheken ist bei dem Schulreformer Johann Bernhard Basedow (1724 - 1790) zu finden. Daher der Name dieses Weblogs.
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3 Antworten zu ARD und ZDF wollen ihre Produktionen im Internet vermarkten

  1. Basedow1764 schreibt:

    Jetzt haben die Öffentlich-Rechtlichen auch die Verwertungsrechte am Frauenfußball und der 3. Liga gekauft. Einen Jugendkanal gibt es auch. Wie wär´s mit einem Seniorenkanal?
    Meine 215 € Zwangsgebühren werden immer wertvoller.

  2. Peter Jobmann schreibt:

    Man kann ja ARD/ZDF gerne kritisieren für ihr Programm – sehr oft sehr zurecht – aber dieses gern aktivierte Argument die 215€ zahle man für diese beiden Sender ist ja schlicht falsch und letztlich irgendwo polemisch. Nehmen wir allein alle Dritten hinzu, die sehr sehr guten Sender ARTE, 3Sat und PHOENIX, dann bietet sich ein anderes Bild – hinzu kommen die dortigen Dokumentationen, die ich nicht missen möchte. Zudem noch Radiosender etc. etc. etc. Die Einengung auf ARD und ZDF ist also von Anfang an ein polemisches Mittel. Insofern zahle ich meine Euro gerne an die GEZ.

    Jetzt zum Park – den Wutbürger zu aktiveren ist ja gleichfalls ein kleiner polemischer Griff, wie schon die Verengung auf ARD und ZDF. Wäre der Park Sanssouci am Rande der Stadt und hätte auch keine verbindende Funktion könnte man anders darüber disutieren, wobei ich selbst dann ein Problem damit hätte dort Eintritt zu zahlen (ich zahle ja per Steuern quasi schon meinen Eintritt täglich). Aber die völlige Ignoranz der Funktion des Parks für die Stadt hat mich schon des öfteren erschüttert. Der Vergleich mit dem Ausland, der gerne angeführt wird, greift leider ja auch dann immer nur in den jeweils genannten Parks und nicht in allen Parks der gleichen Wichtigkeit.

    Der Park gehört so offen wie er ist zu dieser Stadt. Ein Eintritt für den Park greift also fundamental in die Struktur der Stadt ein. Ich halte es an dieser Stelle mit Hans-Joachim Giersberg: „Parks sollten frei zugänglich sein, auch ein Welterbe. Das muss sich eine Gesellschaft leisten können.“

    P.S. Falls es nicht ganz klar wurde aus meinem Text heraus: eine Bezahlplattform der genannten Sender halte ich für ähnlich angebracht wie einen Parkeintritt, auch von der Begründung her.

    • Basedow1764 schreibt:

      Bei der Diskussion um den Sanssouci-Park gehen die Maßstäbe verloren: Für den städtischen “Volks(!)park” wird Eintritt verlangt. Diesen Park bezahle ich in der Stadt mit den höchsten Energiekosten Deutschlands ja auch schon mal mit. Potsdam hat mindestens fünf Parks (Glienicke mitgezählt) und noch jede Menge weiterer grüner Landschaft. In Berlin zahlt man für Britz und für Marzahn. (Beide mitten im Wohngebiet)
      Warum ausgerechnet der Welterbe-Sanssouci-Park als kostenloser Hundeauslauf für den Nachbarn lebensnotwendig sein muss, erschließt sich mir nicht. Unter “fundamentalen Eingriffen” stelle ich mir etwas anderes vor.
      Selbstverständlich bin ich für soziale Gerechtigkeit und plädiere dafür, dass 1 € im Monat nur für die Gutverdienenden gilt. Hartz IV, Rentner, Jugendliche, Abiturienten, Studenten bis 12. Semester, Familien, Alleinerziehende zahlen natürlich nur die Hälfte oder können sich den Eintritt erstatten lassen (Bundesbildungspaket, Brandenburg-Abiturienten-BaföG).

      Allerdings bin ich kein Altpotsdamer.
      Ich komme aus Frankfurt am Main, wo der Park Palmengarten mitten in meinem Wohngebiet lag und die Jahreskarte 50 € kostet (Studenten 30 €). Kein Mensch fordert dort, mit Rädern durch den Palmengarten flitzen zu können, auf dem Rasen Fußball zu spielen und ihn als kostenloses Hundeklo zu benutzen. Zwar haben wir als Studenten gleich nebenan vor dem US-Konsulat heftig demonstriert, aber den Parkeintritt haben wir immer respektiert, obwohl wir deswegen einen Umweg von einem Institut zum anderen laufen mussten.

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