Leselust Brandenburger Schüler

aus: Bildungskommission der Länder Berlin und Brandenburg (Hrsg.), Bildung und Schule in Berlin und Brandenburg – Herausforderungen und gemeinsame Entwicklungsperspektiven (2003), pp 120 -122

Der Anteil der Schülerinnen und Schüler in Brandenburg unter den 15-Jährigen, deren Leseleistungen ein elementares Niveau nicht überschreiten, ist auch im Vergleich der Länder der Bundesrepublik Deutschland ungewöhnlich hoch – obwohl Brandenburg durch Arbeitsmigration nur geringfügig betroffen ist. Rund 28 Prozent der 15-Jährigen muss man nach den PISA-E-Befunden als potenzielle Risikopersonen betrachten, für die allein aufgrund geringer Lesekompetenz Schwierigkeiten beim Übergang von der Schule in die berufliche Erstausbildung prognostizierbar sind.

 

 

In Brandenburg ist auch der Anteil der Jugendlichen, die angeben, niemals zum Vergnügen zu lesen, mit 43 Prozent sehr hoch (zum Vergleich: In Bayern beträgt dieser Anteil 33 %, in Tirol allerdings 64%). Nach eigenen Angaben lesen in Brandenburg 70 Prozent der schwachen Leser niemals zum Vergnügen; Die Kommission hält es für dringend erforderlich, der Schlüsselqualifikation „Lese- und Sprachkompetenz“ erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen. Dies gilt für das Handeln in den Sekundarschulen ebenso wie für die politisch-administrative Entscheidungsebene.

Die Sicherung von Lesekompetenz auf einem ausreichenden Niveau für die gesamte nachwachsende Generation sollte eine Aufgabe höchster Priorität sein. Diese Prioritätensetzung sollte sich auch in der Ressourcenallokation widerspiegeln.

Die Kommission sieht Handlungsbedarf vor allem auf der Ebene der einzelnen Schulen. Lesekompetenz ist das Musterbeispiel für eine fächerübergreifende Schlüsselqualifikation, für deren Aneignung in der Phase des Schriftspracherwerbs die Hauptverantwortung zunächst beim Deutschunterricht liegt, die dieser aber mit zunehmender Schulbesuchsdauer mehr und mehr mit allen anderen Unterrichtsfächern teilt. Spätestens in der Sekundarstufe I muss die Entwicklung des Leseverständnisses Sache aller Unterrichtsfächer sein.

Die Schulen müssen in die Lage versetzt werden, auf diagnostizierten Förderungsbedarf auch mit zusätzlichem Unterricht an Nachmittagen und sogar an Samstagen reagieren zu können.

Es handelt sich um einen sieben Jahre alten Text, nicht um eine aktuelle Studie!

Ein Gedanke zu „Leselust Brandenburger Schüler

  1. Pingback: Ein zweiter Kooperationsvertrag in Brandenburg!? | Basedow1764's Weblog

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.