Informationskompetenz nach Pfingsten

Pfingsten ist gerade vorüber, da fällt mir Sheila Webbers Referat über „Informationskompetenz für das Leben im 21. Jahrhundert“ in die Hände.

Wie sind wir eigentlich früher durch die Welt getappt? Erst durch die zweite Aufklärung, die Informationskompetenz, würden wir angeblich zu Sehenden.

Sie zitiert aus Interviews einer wissenschaftlichen Untersuchung:

„Information literacy has changed my traditional way of thinking about information. Before I used to see information is only related to texts and books. Now information could be a picture, song, music or it would be a word from mouth.“ (Folie 16)

„It opens my eyes to new horizons which I did not experience before as I  was blind. I was not able to see anyone except myself … IL is to think out of the dark and see the the sunlight.“ (Folie 26)

Was und Wie haben Deutsch-, Politik- oder Geschichtslehrer eigentlich unterrichtet, bevor IL sie erleuchtete?

information-literacy-for-21st-century-life

Muss man aus IL gleich eine Religion machen? Es reicht doch, wenn es (in den Schulen) documentalistes oder reference librarians gäbe, die einen Medienbestand und Internetquellen organisieren und erschließen, medienpädagogisch versiert sind und Lehrkräfte und Schüler/innen beraten und bei der Recherche unterstützen können.

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3 Gedanken zu „Informationskompetenz nach Pfingsten

  1. Pingback: Auswärtiges Amt: Alles nur eine Frage der Informationskompetenz? « Basedow1764's Weblog

  2. basedow1764 Autor

    Die Schludrigkeiten der Lehrer/innen, die Sie anführen, kenne ich nur zu gut und finde sie schlimm.
    Sie werfen den Lehrer/innen mit Recht vor, dass sie nachlässig sind. Wenn sie es nicht sind: Da weint eine Schülerin,weil ich ihre bunte Bildersammlung auf der Wandzeitung mit „5“ beurteile, da keines der Fotos den Kriterien genügt, die ich vorgegeben habe. Aber schön sieht es aus. Dann ruft auch noch die Mutter an.
    Ein türkischer Schüler zerkratzt mir das Auto, weil ich sein Referat über Atatürk mit „5“ beurteile. Es ist eine peinliche Lobhudelei, die ihm sein Vater diktiert hat.
    Man erspart sich eine Menge Ärger, wenn man die Augen zudrückt und Referat, Jahresarbeit, Wandzeitung, ppts großzügig benotet.
    Da ist in der Tat viel Raum für Qualitätssteigerung. Wenn man dann eine gute Schulbibliothekarin zur Seite hat, umso besser.

    Antwort
  3. Cora Ginzel

    Und wie konnten die armen Unwissenden in Platons Höhle nur ohne IL erleuchtet werden?
    Aber vielleicht hat ja jede Zeit ihre Medien? Und jedwede Medien ihre Medienkultur? Und jede Medienkultur ihre Handelnden? Und letztlich die Handelnden ihre Techniken und Strategien?
    Unsere heutige Medienkultur erfordert meiner Meinung nach dringend mehr Informationskompetenz! Natürlich nicht als Religion, aber als Standardwerkzeug. Informationskompetenz schließt doch kritische Betrachtung und Perspektivwechsel, einschließlich Selbstreflexion, mit ein.
    In den Schulen wird nach meiner Beobachtung zu wenig Wert darauf gelegt. Ich werde fast jeden Tag an der Arbeit (in der Schulbibliothek) irre, wenn ich erlebe, wie inkompetent die Kids durchs Internet z.B. stolpern und die LehrerInnen gar nichts dagegen haben. Und niemand hat irgendein Interesse daran, es besser zu machen oder besser zu lernen. Alle sind damit zufrieden! Das ist ja das Schlimme! Beispiel:
    Eine 7. Klasse entwickelt einen Zeitstrahl zur Geschichte der Judenverfolgung. Alles bestens so weit, sieht nur langweilig aus ohne Bilderchen. Ach, da kann man sich ja schnell in der Mediathek ein paar Bilder aus dem Internet ziehen! Man gibt einfach bei Google-Bildersuche „antike Judenverfolgung“ ein und schon hat man es! Nun werden wahllos, reflektionslos und gehirnlos (mein Eindruck, sorry) manchmal gleich die ersten Treffer ausgedruckt. Natürlich ohne Text, Bildbeschreibung, Überschrift oder Quellenangabe. Letzteres ist den Kids eh nicht bekannt. Nie gehört. Da entstehen die kuriosesten Kombinationen: als Beispiel für antike Judenverfolgung dient ein Bild mit Nationalsozialisten, die ein jüdisches Geschäft demolieren; Oder eine Illustration eines antiken Tempels aus einem Fantasyroman; Oder ein mittelalterliches Gemälde von einer kommerziellen Seite eines Mittelalter-Fans; usw. Der einfachheithalber wird eben alles geglaubt, was auf dem Bildschirm erscheint. Wenn ich dann nachfrage, welchen Informationsgehalt das Bild für den Zeitstrahl z.B. haben soll und was eigentlich genau da zu sehen ist, zucken die nur mit den Schultern und verstehen Bahnhof. Ist doch egal, was auf dem Bild drauf ist und woher das kommt, versuchen sie mich zu überzeugen. Und jetzt kommt der Haken: Bei den Lehrkräften kommen sie damit meist durch.
    Hallo, Lehrer und Lehrerinnen! Kann mir bitte an dieser Stelle jemand widersprechen, damit ich wieder Hoffnung habe, dass alles gut wird!! Bitte.
    Eine an forderster Informations-Front kämpfende Schulbibliothekarin

    Antwort

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