Schulbibliotheksreferat des HKM soll auch zukünftig erhalten bleiben

In der LAG Schulbibliotheken machte man sich Sorgen, dass das Schulbibliotheksreferat im Hessischen Kultusministerium im Zuge von organisatorischen Änderungen in naher Zukunft verschwinden könnte. Es war 1992 in Folge der Aufnahme des Schulbibliotheksthemas in den Koalitionsvertrag von Rot-Grün entstanden und ein Baustein der Erfolgsstory des hessischen Schulbibliothekswesens geworden.

Nach Abschluss des Kooperationsvertrages zur „Zusammenarbeit von Bibliothek und Schule“ 2005 ging die bisher in der hessischen Lehrerfortbildung angesiedelte Schulbibliotheksfortbildung an die Hessische Landesbibliothek über. (Was durchaus sinnvoll war, weil die klassische hessische Lehrerfortbildung mitsamt dem Arbeitsbereich Schulbibliotheken im Zuge der Modernisierung des hessischen Bildungswesens aufgelöst wurde. Die Nachfolge des Arbeitsbereichs trat, so könnten man sagen, die Schulbibliotheksberatung in der Hessischen Landesbibliothek an, die u. a. dafür zwei halbe Lehrerstellen vom Ministerium bekam. Leider haben beide Teilzeitabgeordneten nicht Schulbibliotheken als Arbeitsschwerpunkt, sondern Zusammenarbeit von Bibliothek und Schule, insbesondere Leseförderung.

Die Landesbibliothek bestritt anfänglich die Zuständigkeit des ministeriellen „Projektbüros Schulbibliotheken“ für ganz Hessen, ein Streit, der nach einem Machtwort des KM beigelegt wurde.

Die Landesbibliothek möchte natürlich nicht nur die beiden Lehrerstellen behalten, sondern jetzt auch die Kosten ihrer Organisation von Schulbibliotheksfortbildung vom KM bezahlt haben.

Der Schulbibliotheksreferent selbst betonte in einem Grußwort auf dem Schulbibliothekstag 2009 die Bedeutung der Landesbibliothek und des Kooperationsvertrages für das hessische Schulbibliothekswesen. Es sah also alles danach aus, dass seine Tätigkeit entbehrlich werden würde.

Das dem „sicherlich“ nicht so sein wird, hat das Ministerium inzwischen dem Landesvorsitzenden der LAG, Hans Günther Brée, geschrieben.

Update Februar 2012: Einen Nachfolger für den Schulbibliotheksreferenten gibt es nach bisher neun Monaten nicht.

Was die hessischen Schulbibliotheksreferenten bewirkt haben:


  1. Einberufung einer Kommission, die Vorschläge zur Weiterentwicklung des Schulbibliothekswesens ausarbeiten sollte,
  2. Beantragung eines BLK-Modellversuchs zur Erprobung von EDV/Internet in Schulbibliotheken,
  3. Realisierung des LAG-Vorschlags für ein Beratungs- und Fortbildungsmobil, später „Kulturmobil“ genannt,
  4. Durchsetzung des Ankaufs einer Landeslizenz LITTERA und Schaffung der „Servicestelle EDV in Schulbibliotheken“,
  5. Einrichtung einer Dezernentenstelle im Bildungsplanungsinstitut
  6. Einsetzung eines Fachberaters für Schulbibliotheken, später „Projektbüro Schulbibliotheken“
  7. Vorschlag einer Richtlinien-Verordnung für Schulbibliotheken

Nicht alles gelang: Die Punkte 4 und 6 haben Bestand, alles andere scheiterte.


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