Ein Servicezentrum für Medien, Schule und Volkhochschule im Main-Taunus-Kreis

Auf die Notwendigkeit einer besseren Unterstützung der Schulbibliotheken durch den Schulträger hatte vor einem Dreivierteljahr Rolf Richter, LAG-Vorstandsmitglied und stv. Schulleiter im Main-Taunus-Kreis (MTK), hingewiesen.

Inzwischen hat der Landkreis von einem Medienpädagogen ein Konzept für ein „Servicezentrum Schule und Medien“ mit der originellen Abkürzung SMS schreiben lassen. Auch wenn ich es hier nicht veröffentlichen kann, so ist die Stellungnahme dazu, mit der die LAG ihre 10 Mitgliedsschulen und die 20 LITTERA-Anwender im MTK vertreten möchte, doch nachvollziehbar und von allgemeinem Interesse. Das kann morgen im nächsten Landkreis genauso passieren.

Es geht beim SMS vor allem um eine Internetplattform für die Volkshochschule, um die Schaffung eines Kreismedienkataloges, um Vernetzung und Verlinkung, Downloadangebote und Koordination.

War erst die Freude groß, so ist es nach der Lektüre die Enttäuschung. Ähnlich wie beim IMeNS-Projekt in einem anderen hessischen Landkreis, fragt man sich in den Schulen, wozu der Aufwand gut sei.

Im SMS-Konzept werden konkret das Munzinger-Archiv genannt oder Links zu den Internetangeboten von Verlagen. Das Munzinger-Archiv hat bisher niemand in den Schulen vermisst und eine Lizenz für das Schroedel-Internetangebot hatte ich für die Schule erworben, lange bevor es ein SMS gab.

Braucht man einen Kreismedienkatalog? Die Schulen haben Zugriff auf den Landesmedienkatalog. Über eine Schnittstelle zu LITTERA, dem hessischen Schulbibliotheksprogramm werden auch schon seit längerem Gespräche geführt, damit aus den schulischen OPACs darauf zugegriffen werden kann.

Ob ein Lehrer oder eine Schülerin wegen eines in einer anderen Schulbibliothek gefundenen Buches von einem Kreisende zum anderen fährt oder sich das Medium innerhalb von drei bis 14 Tagen zuschicken oder bringen lässt? Der OPAC der schulbibliothekarischen Arbeitsstelle des Kreises ist schon lange online. Von einem Kurierdienst für Blockausleihen ist nicht die Rede.

Die Prüfsteine der LAG für das Konzept sind eindeutig:

  1. Was nützt der Schule?
  2. Was kommt im Unterricht an?
  3. Was gibt es schon anderswo (Landes- und nationale Bildungsserver, Verlagsangebote) und muss nicht nochmal erfunden werden?

Das Beste aus dem IMeNS-Projekt wurde leider nicht übernommen: Zwei Schulen erhalten je eine halbe Personalstelle für die Bibliothek.

Die LAG hat vorgeschlagen, statt der im SMS-Konzept geforderten drei neuen Stellen die Schulbibliothekspauschale zu verdoppeln.

Wer die ganze Stellungnahme lesen möchte, schicke eine Mail an gs at schulbibliotheken.de

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Ein Gedanke zu „Ein Servicezentrum für Medien, Schule und Volkhochschule im Main-Taunus-Kreis

  1. basedow1764 Autor

    Ähnlich wie IMeNS im Lahn-Dill-Kreis verliert SMS im MTK den Zauber des Innovativen:
    Wenn sich die Nebel der Pressemitteilungen und Einweihungsreden gelichtet haben werden, kommt der Kern des Projekts zum Vorschein:
    Eine A-15-Stelle für den gut vernetzten Schreiber des Konzeptpapiers.

    Wieso glaube ich noch immer, dass es in der Politik um Inhalte geht?

    Antwort

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