Periphere Bibliotheken

Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB), derzeit  mit der Hauptstelle in Kreuzberg gelegen, soll einen Neubau auf dem Gelände des stillgelegten Flugplatzes Tempelhof erhalten.

In jedem finnischen Ort liegt die Stadtbibliothek in der Mitte. Da Berlin sich gerne in der Metropolenliga sieht, kann man auch an die Public Library in der 5th Avenue in New York erinnern.

Die Lage am Halleschen Tor könnte man als gerade noch zentral bezeichnen. Die ZLB wandert demnächst ca. zwei weitere Kilometer weg von der Mitte. Und dann nicht etwa in das imposante Gebäude des ehemaligen Zentralflughafens. Das erreicht man von den nächstgelegenen U-Bahn und Bushaltestellen in wenigen Minuten zu Fuß. Das hätte immerhin Assoziationen freigesetzt: „Mit Büchern abheben“. Der Neubau wird auf dem  Tempelhofer Feld sein. Wenigstens günstig zur Stadtautobahn gelegen.  Ich halte eine solche Lage für die größte Berliner Publikumsbibliothek  für suboptimal.

Rätselhafter wird das noch, wenn man die Planung für das Humboldtforum im wieder zu errichtenden Stadtschloss einbezieht. Da soll die ZLB u.a. mit der Kinder- und Jugendabteilung einziehen. Passend zum ethnologisch-interkulturellen Konzept des Forums? Die sowieso schon geringen Bibliotheksflächen im geplanten Humboldtforum sind im Laufe der Zeit noch geschrumpft. Die Internetseite, auf der die ZLB ihr Konzept für eine Zweigstelle im Stadtschloss/Humboldtforum vorstellt, ist zzt. nicht aufrufbar!

Der in Berlin lebende deutsch-amerikanische Publizist Michael S. Cullen hatte vor langer Zeit vorgeschlagen, die beiden Staatsbibliotheken (West und Ost) im neuen Schloss zusammenzulegen und die ZLB im dann frei gewordenen  Scharounbau an der Potsdamer Straße unterzubringen. (Das Gebäude der Staatsbibliothek Ost Unter den Linden wäre m. E. auch nicht schlecht gewesen.)

In Berlin-Mitte, an der Chausseestraße, entsteht zurzeit ein riesiger Neubau für den Bundesnachrichtendienst.

2 Gedanken zu „Periphere Bibliotheken

  1. Pingback: Zentralbibliotheksträume in Berlin. Mit einem Schwenk zu Schulbibliotheken | Basedow1764's Weblog

  2. bildungstadtschloss

    Tja, ich halte das persönlich für einen Skandal. Die Bibliothek am Rand – so stellt es sich mir dar. Ein Bild das wir in Sachen Bildung aus Potsdam nur zu gut kennen…

    Der viel größere Skandal ist aber, dass die „Bibliotheksgemeinde“ es quasi durchgängig nur positiv bewertet und es niemand wirklcih kritisiert – laut.

    Bibliothekare sind im Allgemeinen eh viel zu leise wenn es gegen Bibliotheken geht, in Potsdam kommt kein Wort aus dem Fachbereich wenn 100 Meter weiter die Stadt- und Landesbibliothek beschnitten wird!

    So sieht es leider aus…

    Antwort

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