Umfrage für LAG-Mitglieder

Hier geht´s zur Umfrage für LAG-Mitglieder. Sie ist bis 31.10. 2013 online.

Ich bitte, dass nur LAG-Mitglieder teilnehmen. Willkommen sind darüber hinaus aber auch E-Mails von interessierten (Noch-)Nicht-Mitgliedern, die uns helfen, unsere Arbeit zu verbessern: gs at schulbibliotheken.de.

Zum Fragebogen habe ich eine kleine Situationsbeschreibung versucht. Auch über Widerspruch freue ich mich.

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Bücher im Elternhaus fördern Schulerfolg

Es wird fleißig geforscht! Die Zahl der Bücher im Elternhaus ist in der empirischen Sozialforschung schon lange ein Indikator für bildungsnahe Eltern. Eine groß angelegte Untersuchung in 27 Staaten zeigt auf, dass das überall so ist, wenn auch mit kleinen Unterschieden.

So ist der Schulerfolg chinesischer Kinder, deren Elten mehr als 500 Bücher im Haus haben, 6x höher als der von Kindern aus buchlosen Elternhäusern, in USA ist er dagegen nur doppelt so hoch.

Das Vordringen von eBooks wird sicher Anlass zu neuen Studien geben.

via stumble upon

Weihnachten kommt immer so überraschend

Ein erster Höhepunkt des Tages ist die morgendliche Zeitungslektüre. Unter “kurz und knapp” zeigt die “Märkische Allgemeine” auf, dass nichts zusammenwächst: “Weihnachten stresst Ostdeutsche mehr als Westdeutsche”.

Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage empfindet fast jeder dritte Ostdeutsche Weihnachten als stressig, bei den Westdeutschen wäre es nur jeder Vierte. Hoffentlich hat man die in Westdeutschland lebenden Ostdeutschen und die in Ostdeutschland lebenden Westdeutschen vorher identifiziert und herausgerechnet. Bleibt zu hoffen, dass es im Osten nicht zum Burn-Out-Syndrom kommt. Das müsste Forsa eine neue Umfrage wert sein.

Leseleistung und Schulbibliotheksnutzung. Eine Black Box?

Im Zusammenhang mit der Arbeit der britischen Schulbibliothekskommission, über die ich kürzlich berichtet habe, ist eine Umfrage über die Nutzung von Schulbibliotheken entstanden:

Christina Clark (2010)  Linking School Libraries and Literacy : Young people’s reading habits and attitudes to their school library, and an exploration of the relationship between school library use and school attainment. National Literacy Trust http://www.literacytrust.org.uk/assets/0000/5760/Linking_school_libraries_and_literacy_2010.pdf

17000 Schüler/-innen in 112 Schulen wurden Ende 2009 befragt. Heraus kam, dass Mädchen die Schulbibliothek mehr benutzen als Jungen, Jüngere mehr als Ältere, Kinder mit asiatischem Migrationshintergrund mehr als Weiße und Schwarze. Die Nutzung sei nicht schichtspezifisch.

Ergebnisse
Fast 70% der Befragten nutzen die Schulbibliothek. Die Gründe sind: Sie hat interessante Bücher. Sie hat nicht nur Bücher, sondern auch andere Medien. Sie hat Computer. Es hilft ihnen im Unterricht. Die Freunde gehen hin. Es ist ein angenehmer Ort.

Alles nicht sonderlich überraschend, das meiste evident. Auch die Zweidrittelnutzung kommt in den meisten Umfragen vor. (Hatte ich auch bei einer Umfrage unter sechs Schülerjahrgängen in meiner Schule.)

Was mir am meisten imponiert ist die Tatsache, dass es solche Umfragen gibt.  (Frau Schavan hat mir gerade mitteilen lassen, dass sie meinen Vorschlag, Schulbibliotheksforschung durch ihr Haus zu finanzieren, interessant findet, aber in den nächsten acht Jahren liefe erst einmal ein Leseförderprojekt mit Arztpraxen und öffentlichen Bibliotheken.

Etwas aber fällt mir auf: Herausgefunden wurde in der Studie, dass die Schulbibliotheksbenutzer ihre Lesekompetenz  doppelt so hoch einschätzen wie die Nichtnutzer. Auch in weiteren Items zu  Lesen (Lesefreude, -häufigkeit u. a. m.) unterscheiden sich Nutzer und Nichtnutzer erheblich.

Die Verfasserin der Studie weist darauf hin, dass sie einen Zusammenhang von Schulbibliotheksnutzung und Leseleistung (reading attainment) beobachtet hat, dass sie aber nicht sagen kann, ob die gute Leseleistung zur Nutzung motiviert oder die Schulbibliotheksnutzung die Ursache guter Leseleistung ist.

(Womit ich wieder bei meiner Skepsis gegenüber empirischer Bildungsforschung bin.)

Kann jemand mal eine Umfrage designen, in der gefragt wird, warum jemand zum Leser geworden ist? Oder kann man Schüler/-innen beobachten, die mehrere Jahre eine gute Schulbibliothek benutzen (dürfen/müssen)?

Nachtrag: Irritierend finde ich , dass zur gleichen Zeit eine Umfrage derselben Institution zur Nutzung der öffentlichen Bibliotheken unter denselben (?) 17000 Schüler/-innen zu denselben Antworten führt, nur dass diesmal die öffentliche Bibliothek gemeint ist.

Die Schlagzeile, mit der der Bericht aufgemacht ist, lautet genau wie ein Befund der Schulbibliotheksumfrage:

“Children who use the library are twice as likely to be above average readers”.

Ist das Ressourcenoptimierung? Oder liegt es an meiner nicht optimierten Informationskompetenz?