Neue schweizerische “Richtlinien für Schulbibliotheken” jetzt auch online

Die “Richtlinien für Schulbibliotheken” der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der allgemeinen öffentlichen Bibliotheken (SAB) sind in ihrer dritten Aufkage 2014 online.

2009 schrieb ich über die 2. Auflage: “Das empfehlenswerteste Handbuch weit und breit.” Für meine Beratungsarbeit in den Schulen war es unentbehrlich.

(via digithek.ch)

Newsletter 7 der LAG Schulbibliotheken in Hessen e. V. versandt

Der hids-Newsletter 07 2014

Zu den Newslettern 1-7

Die jüngste Mitgliederbefragung hatte ergeben, dass mehr Information gewünscht wurde. Die bisherige Kommunikation umfasste den jährlichen Rechenschaftsbericht des Vorstands, der auch auf die LAG-Homepage gestellt wurde, und die Mailing List “hids” (Hessischer Informationsdienst Schulbibliotheken). Letztere wurde nach 16 Jahren eingestellt und 2013 durch die hids-news ersetzt, die ca. dreimal im Jahr vom Vorstand an alle Schulen und alle Abonnenten versandt werden.

Virtuelle Tour durch australische Schulbibliotheken

Karen Bonanno, die unermüdliche Lobbyistin für Schulbibliotheken verweist auf die Webseite historypin . Dort ist eine virtuelle Rundreise durch australische Schulbibliotheken möglich. 94 Adressen sind versammelt, hinter jedem Startfoto verbirgt sich ein Album mit weiteren Fotos. Da kann man neidisch werden oder eine Studienfahrt planen.

historypin zeigt übrigens Bildersammlungen zu weltweiten architektonischen Sehenswürdigkeiten und historischen Orten.

Neue Schulbibliotheken in Berlin

Der Vorsitzende der Berlin-Brandenburger Schulbibliotheks-AG (AGSBB), Victor Wolter, hat in der Zeitschrift b:sl, Betrifft: Schulleitung, einen Beitrag zu Situation der Berliner Schulbibliothekslandschaft geschrieben und darin mehrere vorbildliche Projekte vorgestellt. Er kommt auf ca. 60 Schulbibliotheken, die in den vergangenen zehn Jahren entstanden sind.

Aus aktuellem Anlass: Killerphrasen

Wir versuchen es unverdrossen immer wieder: Mit Parteien und Regierung über Schulbibliotheken zu reden. Manchmal ist es ein gutes Gespräch, wir stoßen auf Interesse, es ergibt sich eine parlamentarische Anfrage. Es gibt Politiker/-innen, die zuhören können und Fraktionsmitarbeiter/-innen, die mitschreiben. Im Großen und Ganzen aber beißen wir auf Granit. Zu den beiden vorhergehenden Ministerinnen bekamen wir gar keinen Kontakt mehr, der neue Minister bietet uns seinen Staatssekretär als Gesprächspartner an.

Wir wollen Schulbibliotheken als innerschulische Einrichtungen fördern. Das wäre ein fundamentaler Wandel des Ist-Zustandes.

Es gibt in den Gesprächen durchaus Nuancen der Ablehnung und unterschiedliche Grade des Interesses für unser Anliegen. Abgewimmelt werden wir jedoch nahezu immer mit dem Verweis auf die Vereinbarung der Zusammenarbeit des Kultusministeriums mit dem dbv zu Gunsten der öffentlichen Bibliotheken und auf das einzig mögliche Ziel, nämlich mehr kombinierte Stadt- und Schulbüchereien. Das fällt – zur Erleichterung der Gesprächspartner – nicht in die Zuständigkeit des Landes.

Das Sprachrohr dieser Vereinbarung ist das sog. “Forum Schulbibliothek”. Dessen Sprecher, ein Bibliothekar der Landesfachstelle für öffentliche Bibliotheken, versucht, die hessischen Landkreisverwaltungen zu überreden, die eine oder andere Kombibibliothek zu planen.

Wie die Fraktionsgespräche ausgehen, können wir im Schlaf aufsagen. Ein Freund und Mitstreiter hat die Antworten, die wir seit 25 Jahren – wörtlich! – hören, einmal zusammengestellt:

a) Wir sind nicht zuständig

b) Davon steht nichts im Schulgesetz

c) Wir machen doch schon freiwillig so viel

d) Wir haben euch doch schon immer unterstützt

e) Für die Ausstattung sind doch die Schulträger zuständig

f) Der Landkreistag macht uns die Hölle heiß, wenn wir uns einmischen

g) Wir müssen Lehrerstunden für den Unterricht einsetzen, nicht für die Verwaltung

h) Wir sind sehr für die Unterstützung der ehrenamtlichen Arbeit der Eltern in den SBs

i) Wir müssen Rücksicht auf die öBs nehmen

j) Wir unterstützen doch die Kooperation von SBs und öBs

k) Wir haben doch das “Forum”, in dem alles geregelt wird

l) Brauchen wir SBs, wo es doch öffentliche Bibliotheken gibt?

m) Wir haben eine Haushaltssperre bzw. Das Land ist sowieso schon verschuldet.

n) Die bisherige Praxis und Aufgabenverteilung hat sich bewährt

o) Projekte und die Medienausstattung werden doch aus dem Lernmittelbudget als freiwillige Leistung gefördert

p) Zum Zweck der Beratung von Schulen werden doch entsprechende Abordnungsstunden zur Verfügung gestellt

q) Mit dem zuständigen Fachreferat für Lernmittel und Medien im HKM existiert doch der Ansprechpartner

r) Die Schulen können doch ihre Deputatstunden verstärkt für Schulbibliotheken einsetzen

s) Die Lehrerversorgung von 105 % schafft doch ausgezeichnete Rahmenbedingungen

t) Die weitreichende Selbständigkeit und Handlungsfreiheit der Schulen gibt doch einen ausgezeichneten Rahmen

u) Die Schulbibliotheken sind doch im Hessischen Bibliotheksgesetz “verankert”

v) Das ist alles sorgsam austariert

Vor langer, langer Zeit hatte ich ein Gespräch mit dem seinerzeitigen Wissenschaftsstaatssekretär. Dessen Ministerium stellte sich beim Thema Schulbibliotheken immer tot. Der Staatssekretär war für einen Politiker vergleichsweise jung, galt als burschikos und aufgeschlossen. Wir vereinbarten, weiteren Kontakt zu halten. Das hatte er offenbar vergessen, als ich brieflich das Gespräch nachbereitete. Ich kam mir vorgeführt vor, weil er unseren Gesprächsinhalt, den ich zusammengefasst hatte, völlig zu vergessen haben schien. Daraufhin schickte ich ihm ein Blatt mit dreien der obigen Antworten. Er möge eine ankreuzen und mir zusenden. Das empfand er wiederum als Majestätsbeleidigung.

Bertelsmann spendet für Güterloher Schulbibliotheken

40.000 € plus Bücherpakete plus Zeitschriftenabonnements übergab Liz Mohn, Mitglied des Vorstands der Bertelsmann-Stiftung, Gütersloher Schulbibliotheken. Das Engagement Bertelsmanns sei eine „wunderbare Fügung“, sagte die Bürgermeisterin bei der Übergabe.

Von ganzem Herzen Glückwunsch ! Mein Engagement für Schulbibliotheken begann Mitte der 80er Jahre, als ich die Schulbibliothek des Gütersloher Evangelischen Stiftischen Gymnasiums kennenlernte. Bertelsmann finanzierte diese Modellbibliothek.

Dann musste die Republik viele Jahre ertragen, dass die Bertelsmann-Stiftung nur noch die Zusammenarbeit mit den Stadtbüchereien propagierte oder gleich den gänzlichen Verzicht auf Schulbibliotheken. (Basedow1764 hat davon berichtet.)

Nun hat die Stiftung vor einiger Zeit einen Kurswechsel vollzogen (Basedow1764 hatte auch dies berichtet.) “Back to the roots” sozusagen.

Guten Morgen! Eine Schulbibliotheks-AG im Bibliotheksverband!

Spät kommt ihr, doch ihr kommt! Führte wirklich der weite Weg zum Säumnis, wie es im Wallenstein heißt?

Der Deutsche Bibliotheksverband war in den vergangenen 60 Jahren gelegentlich schon nahe am Thema dran, es blieb freilich beim Schlingerkurs. Jetzt, so ist zu hören, wurde eine AG im dbv gegründet. Man sucht nach Schwerpunkten für die neue Gruppe.

Das könnte ein Paukenschlag werden. Man stelle sich vor, dass das bibliothekarische Netzwerk das Projekt und damit das Thema unterstützt: Alle Bibliotheksverbände, die Bundesvereinigung der Deutschen Bibliotheksverbände, die ekz, Bertelsmann-Stiftung, Bundesbildungsministerium, Bond/OCLC, die diversen Plattformen des Deutschen Bildungsservers, die KMK, die dbv-Landesvorsitzenden, die meist politisch, nicht zuletzt kommunalpolitisch tätig sind. Dass vor allem die öffentlichen Bibliotheken vorbehaltlos dahinterstehen (Siehe USA!) ist zu wünschen und das nicht nur mit dem Slogan “Das schönste an der Schulbibliothek ist die Zusammenarbeit mit der öffentlichen”.

Der Boden ist bereitet, das konnte man nicht länger ignorieren. Noch ist es für knallende Sektkorken zu früh, aber gegen ein Gläschen ist nichts einzuwenden. Vielleicht wird aus der AG einmal eine Sektion. Das wäre die angemessenere Eingruppierung im dbv-Organigramm, sofern man nicht schon wieder die USA bemühen möchte: AASL als kooperierender Verband neben AAL. Sofern man im dbv Wert auf Zusammenarbeit mit Nichtbibliothekaren legt (Lehrer, nicht bibliothekarisch zertifizierte Angestellte), wäre das eine günstige Lösung.

Es gab im 2002 aufgelösten Deutschen Bibliotheksinstitut eine Arbeitsgruppe Schulbibliotheken (in der ich selbst einmal mitgearbeitet hatte). Das Institut war bei der Evaluation durch den Geldgeber Bund durchgefallen und wurde aufgelöst. Da sich kein anderer Träger fand, wurde die AG mit der AG für Jugendbibliotheken des ehemaligen Instituts vereinigt und unter dem Dach des dbv geführt. Von sich reden machte diese AG, als einer ihrer Vorsitzenden, auf der Basis von Expertisen der Bertelsmann-Stiftung, sich explizit gegen Schulbibliotheken aussprach.