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	<title>Basedow1764&#039;s Weblog &#187; Ostalgie</title>
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	<description>Es geht um Schulbibliotheken/Mediotheken/Informationszentren. Sie sind das Herz der Schule.</description>
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		<title>Basedow1764&#039;s Weblog &#187; Ostalgie</title>
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		<title>Lesetipp: Black Box DDR</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Nov 2009 18:37:42 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Schulbibliothek]]></category>
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		<description><![CDATA[Es gibt ein Mittel, das gegen Ostalgie garantiert hilft. Das sind die Erzählungen von Einzelschicksalen, Erzählungen von kleinen Leuten, Erzählungen über Menschen, die glaubten, eine gerechte Gesellschaft aufzubauen und sich enttäuscht abwandten, als sie erkannten, dass die neuen Eliten auch nicht besser sind als die alten.
Das Mittel immunisiert gegen die, die das Menschen-Experiment schon wieder [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=basedow1764.wordpress.com&blog=2382497&post=5364&subd=basedow1764&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Es gibt ein Mittel, das gegen Ostalgie garantiert hilft. Das sind die Erzählungen von Einzelschicksalen, Erzählungen von kleinen Leuten, Erzählungen über Menschen, die glaubten, eine gerechte Gesellschaft aufzubauen und sich enttäuscht abwandten, als sie erkannten, dass die neuen Eliten auch nicht besser sind als die alten.</p>
<p>Das Mittel immunisiert gegen die, die das Menschen-Experiment schon wieder wagen möchten oder es alles in allem gar nicht so schlecht fanden.</p>
<p>Es ist wie in der Geschichte von Siegfried Lenz, „Ein Freund der Regierung“: All das saubere Neue, das die Regierung den Journalisten präsentiert, der fabrikneue Reisebus, die Bauern im Sonntagsstaat, die frisch getünchten Häuser, die schönen Reden des Regierungssprechers und die auswendig gelernten Sätze der vorgeführten Bauern, sie werden in dem Moment wertlos, als einer der Bauern einem Journalisten heimlich einen ausgeschlagenen Zahn in die Hand drückt.</p>
<p>So ein Mittel gegen die Verklärung der DDR ist das Buch von <strong>Ines Geipel und Andreas Peterson, „Black Box DDR. Unerzählte Leben unterm SED-Regime“, Marix-Verlag.</strong></p>
<p><a href="http://www.marixverlag.de/Geschichte/Geipel-Petersen-Black_Box_DDR-EAN:9783865392114.html"><img class="alignleft" style="margin-left:6px;margin-right:6px;" src="http://www.marixverlag.de/eshop/626/Bilder/detail/00269.jpg" alt="" width="139" height="207" /></a>Es sind 33 Porträts aus den unterschiedlichsten Berufen und Bevölkerungsschichten, aufgeschrieben von Journalisten, Autoren und Historikern, die den Menschen zuhörten.</p>
<p>In einer der Geschichten geht es um das zerstörte Leben einer Frau, die als 16Jährige Internatsschülerin mit Duldung ihrer Erzieher alle 14 Tage – so der Titel dieses Porträts – in der Datsche ihres Führungsoffiziers verschwindet, sich begrabschen lassen und über ihre Mitschüler berichten musste. Als sie Studentin und verheiratet ist, macht sich die Universitätsparteileitung an sie heran und verlangt erneut Spitzelberichte. Sie wird darüber krank und ihre Ehe geht kaputt. Sie will ausreisen und wird deswegen zu Kriminellen ins Gefängnis gesteckt. Dann wird sie aus der DDR geworfen. Im Westen versucht sie einen neuen beruflichen Anlauf und wird Logopädin. Beim Schreiben von Patientenberichten kriecht die Vergangenheit hervor. Sie bricht zusammen, wird arbeitsunfähig und nach vielen Therapien frühpensioniert.</p>
<p>Ihr Onkel, ein Ex-DDR-Diplomat, trifft sich derweil mit früherer DDR-Prominenz wie Krenz und Kessler und „debattiert unerbittlich über eine gerechtere Gesellschaft“. Mit diesem Satz lässt Ines Geipel das Porträt enden.</p>
<p><em>Ich wünsche diesem Buch eine größere Verbreitung als den Autobiographien und Erinnerungsbüchern von Egon Krenz und Lothar Bisky, Markus Wolf, Jana Hensel und Peter Ensikat.</em></p>
<p><em>Statt der Vergleiche von Frauenemanzipation in DDR und BRD, wie sie ein ostdeutsches Lehrerfortbildungsinstitut für die wenigen Unterrichtsstunden, die es dafür gibt,</em><em> empfiehlt</em><em>, sollte einfach aus „Black Box DDR“ in der Schule vorgelesen und darüber geredet werden. Die Landes- und Bundeszentralen für politische Bildung sollten das Buch in ihre Programme aufnehmen.</em></p>
<p><em> </em></p>
Posted in Schulbibliothek Tagged: Black Box DDR, Ines Geipel, Ostalgie, Schülerwissen DDR <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/basedow1764.wordpress.com/5364/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/basedow1764.wordpress.com/5364/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/basedow1764.wordpress.com/5364/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/basedow1764.wordpress.com/5364/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/basedow1764.wordpress.com/5364/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/basedow1764.wordpress.com/5364/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/basedow1764.wordpress.com/5364/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/basedow1764.wordpress.com/5364/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/basedow1764.wordpress.com/5364/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/basedow1764.wordpress.com/5364/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=basedow1764.wordpress.com&blog=2382497&post=5364&subd=basedow1764&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Die DDR lebt (4)</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Oct 2009 12:04:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>basedow1764</dc:creator>
				<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Anwalt Vogel]]></category>
		<category><![CDATA[Bert Brecht]]></category>
		<category><![CDATA[DDR-Verklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Ostalgie]]></category>
		<category><![CDATA[SED]]></category>

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		<description><![CDATA[Kanzlerin und Minister sollen nach SPIEGEL-Informationen mit einem speziellem Impfstoff vor der Schweinegrippe geschützt werden. Beamte von Ministerien und nachgeordneten Behörden ebenso. 
(Update 19.10.: Die Bundesregierung dementiert: Die Bestellung des Impfstoffs sei sehr früh erfolgt. Da habe es den mit den umstrittenen Zusatzstoffen versehenen Impfsstoff noch nicht gegeben. Jetzt müsse man den Vertrag erfüllen und [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=basedow1764.wordpress.com&blog=2382497&post=4946&subd=basedow1764&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><strong>Kanzlerin und Minister sollen nach <a title="Spiegel über Regfierungs-Impfstoff" href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,655764,00.html" target="_blank">SPIEGEL</a>-Informationen mit einem speziellem Impfstoff vor der Schweinegrippe geschützt werden. Beamte von Ministerien und nachgeordneten Behörden ebenso. </strong></p>
<p>(<strong>Update </strong>19.10.: Die Bundesregierung dementiert: Die Bestellung des Impfstoff<strong>s </strong>sei sehr früh erfolgt. Da habe es den mit den umstrittenen Zusatzstoffen versehenen Impfsstoff noch nicht gegeben. Jetzt müsse man den Vertrag erfüllen und die Ampullen abnehmen.</p>
<p>Es würde mich freuen, wenn das zuträfe. Hier im Osten wird von den &#8222;Durchblickern&#8220; gerne behauptet, dass die drüben auch nicht besser gewesen wären,  Kohl genauso viel Dreck am Stecken gehabt hätte wie Honecker. Ein solcher Redebeitrag fehlt in keiner Diskussion.) <strong><br />
</strong></p>
<p>Der Wunsch, dass das Gute der guten alten DDR erhalten bleibe, verhallt nicht ungehört. Das Beste am SED-Gesundheitswesen z. B. waren die Regierungskrankenhäuser. Die Nomenklatura, Dr. Gysi spricht gerne von den Eliten der DDR, hatte eine bessere medizinische Versorgung als der doofe Rest.</p>
<p>Da scheint die DDR endlich in der Bundesrepublik angekommen zu sein, wie die &#8222;Spiegel&#8220;-Meldung zeigt..</p>
<p>Diese Privilegien werden ungerne genannt, wenn die Errungenschaften der DDR buchstabiert werden. Es gibt zahlreiche weitere, die allesamt zeigen, dass die Eliten der DDR das kommunistische Paradies für sich selbst schon längst realisiert hatten, während die Arbeiter und Bauern sich abrackerten und wunderten, dass der Abstand zum Ziel gleich blieb. Das galt übrigens für Lenins Parteielite auch schon, auch während der Bürgerkriegszeit.</p>
<p>Eine besonders edle Umsetzung des Versprechens &#8222;Jeder nach seinen Bedürfnissen&#8220; ist diese: Wenn Angehörige der DDR-Elite, der Generalmajor, der Chefarzt, die Gerichtspräsidentin, der Parteisekretär ein Auge auf eine schöne Villa oder ein herrschaftliches Seegrundstück geworfen hatten, ließen sie dies durchblicken.</p>
<p>Der Apparat sah dann zu, dass er Besitzern eine Steuernachzahlung auferlegte, ein Devisenvergehen nachwies oder sie als negative Elemente ausmerzen konnten. Konnten diese die Summe nicht aufbringen oder saßen wegen scheinbarer Vergehen und Verbrechen im Knast, nahte Hilfe in Person des Dr. Vogel. Der bot die Ausreise in die BRD an. Und schickte einen Notar vorbei, der einen Überlassungsvertrag für das Seegrundstück, die Villa, das Jagdhaus mitbrachte. Der Geschädigte war dem Dr. Vogel i. d. R. dankbar, dass er noch ein paar Kröten erhielt. Der neue Besitzer des Anwesens, der es kostengünstig von seinem sozialistischen Vaterland erwerben konnte, ebenfalls. Formaljuristisch war alles korrekt, die DDR war ja ein Rechtsstaat, wie es vor allem SPD-Politiker/innen zu wissen glauben. Inwieweit diese SED-Methode schon in die Bundesrepublik ein- gezogen ist, entzieht sich meiner Kenntnis.</p>
<p>In den Monaten der Wende jedenfalls wechselten zahlreiche Grundstücke, Häuser, Lagerhallen, Firmenareale, Lagerbestände, Bankguthaben ihren Besitzer. Die Bilanz der Treuhand sähe noch besser aus, wenn die Firmen, die sie übernahm, nicht schon nicht im Vorfeld geplündert worden wären.</p>
<p>Die Grundstückwegnahme lief auf lokaler Ebene, bei den unteren Nomenklaturisten, übrigens genauso, wie mir versichert wird.</p>
<p>In der kommunistischen Bewegung hat das Tradition. Man denke an die in der Jelzin-Ära reich gewordenen jungen Milliardäre, denen Putins Steuerverwaltung Zahlungsbescheide ins Haus schickte, dass denen die Tränen kamen und sie ihren Besitz (Lassen wir es undiskutiert, wie sie ihn erworben haben) wieder loswurden und sie selbst einen Wohnsitz in Sibirien beziehen mussten. Auch der große Bert Brecht, als er ein Auge auf das Häuschen in Buckow geworfen hatte, schenkte dem Bürgermeister eine Traditionsfahne und der übergab dem Dichter das Ferienhaus einer Siemens-Tochterfirma. der gutrmütige Brecht immerhin bat den Bonzen, den Arbeitern der Firma, die gegen die Wegnahme des Hauses protestierten, ein gleichwertiges an anderer Stelle zu besorgen.</p>
<p><strong><br />
</strong></p>
Posted in DDR Tagged: Anwalt Vogel, Bert Brecht, DDR, DDR-Verklärung, Ostalgie, SED <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/basedow1764.wordpress.com/4946/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/basedow1764.wordpress.com/4946/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/basedow1764.wordpress.com/4946/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/basedow1764.wordpress.com/4946/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/basedow1764.wordpress.com/4946/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/basedow1764.wordpress.com/4946/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/basedow1764.wordpress.com/4946/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/basedow1764.wordpress.com/4946/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/basedow1764.wordpress.com/4946/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/basedow1764.wordpress.com/4946/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=basedow1764.wordpress.com&blog=2382497&post=4946&subd=basedow1764&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Die DDR lebt (3)</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Sep 2009 07:41:49 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Diese Woche im rbb-Fernsehen einen Werbespot der Postkommunisten gesehen. Ihr Mann ist &#8222;seit 35 Jahren Bürgermeister in Burg&#8220;.
Auf youtube zu sehen.
Posted in DDR Tagged: Brandenburg, DDR, DDR-Nostalgie, Linkspartei, Ostalgie, rbb      <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=basedow1764.wordpress.com&blog=2382497&post=4693&subd=basedow1764&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Diese Woche im rbb-Fernsehen einen Werbespot der Postkommunisten gesehen. Ihr Mann ist &#8222;seit 35 Jahren Bürgermeister in Burg&#8220;.</p>
<p>Auf <a title="Wahlwerbung der Linkspartei" href="http://www.youtube.com/watch?v=iHmVKEKq5fk&amp;feature=channel_page" target="_self">youtube</a> zu sehen.</p>
Posted in DDR Tagged: Brandenburg, DDR, DDR-Nostalgie, Linkspartei, Ostalgie, rbb <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/basedow1764.wordpress.com/4693/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/basedow1764.wordpress.com/4693/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/basedow1764.wordpress.com/4693/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/basedow1764.wordpress.com/4693/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/basedow1764.wordpress.com/4693/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/basedow1764.wordpress.com/4693/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/basedow1764.wordpress.com/4693/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/basedow1764.wordpress.com/4693/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/basedow1764.wordpress.com/4693/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/basedow1764.wordpress.com/4693/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=basedow1764.wordpress.com&blog=2382497&post=4693&subd=basedow1764&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Lesetipp: &#8222;Weggesperrt&#8220; von Grit Poppe</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Sep 2009 10:36:07 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Lesetipp]]></category>
		<category><![CDATA[DDR-Literaturliste]]></category>
		<category><![CDATA[Grit Poppe]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendwerkhof Torgau]]></category>
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		<description><![CDATA[Nach Gesprächen mit Zeitzeugen entstand diese bewegende Geschichte über den Leidensweg einer Jugendlichen durch Heime und „Jugendwerkhöfe“ der DDR. Grit Poppe gelingt es aber, neben all dem Schrecklichen auch Spuren von Freundschaft und gar Liebe zu entdecken.
Eines der gerne tabuisierten DDR-Themen: Jugendliche wurden schon aus nichtigem Anlass ohne Beachtung rechtsstaatlicher Grundsätze auf unbestimmte Dauer in [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=basedow1764.wordpress.com&blog=2382497&post=4514&subd=basedow1764&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Nach Gesprächen mit Zeitzeugen entstand diese bewegende Geschichte über den Leidensweg einer Jugendlichen durch Heime und „Jugendwerkhöfe“ der DDR. Grit Poppe gelingt es aber, neben all dem Schrecklichen auch Spuren von Freundschaft und gar Liebe zu entdecken.</p>
<p>Eines der gerne tabuisierten DDR-Themen: Jugendliche wurden schon aus nichtigem Anlass ohne Beachtung rechtsstaatlicher Grundsätze auf unbestimmte Dauer in offene oder geschlossene Anstalten gebracht, psychiatrisch behandelt, gedemütigt und geschlagen. Ihre Ausbildung wurde vernachlässigt, so dass sie in der Regel später nur noch Hilfsarbeiterjobs bekamen. Das alles so bis 1989.</p>
<p>Unter den Eingesperrten konnte es keine Solidarität geben. Im Gegenteil, man machte sich auch gegenseitig das Leben zur Hölle. Dafür sorgten schon die Aufseher/innen. Einer ganz besonders brutalen gibt die Autorin den Mädchennamen der Volksbildungsministerin Margot Honecker: Feist. Diese Aufseherin ist seit der &#8222;Wende&#8220; Leiterin eines Altersheimes.</p>
<p><img class="alignleft" title="Weggesperrt von Grit Poppe" src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/51dz-wUuA9L._SS500_.jpg" alt="" width="180" height="180" /></p>
<p><strong><a title="Grit Poppe, Weggesperrt" href="http://www.amazon.de/Weggesperrt-Grit-Poppe/dp/3791516329/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1252664399&amp;sr=8-1" target="_blank">Weggesperrt</a></strong> von Grit Poppe, Dressler, 2009, 330 S.,9,95 €</p>
<p>Das Buch wird in die LAG-<a title="Medienkiste DDR" href="http://www.slideshare.net/basedow1764/dampelmaennchen-und-todesschuesse-ddr-im-unterricht" target="_blank">Medienkiste</a> &#8222;Ampelmännchen und Todesschüsse&#8220; aufgenommen.</p>
Posted in DDR, Lesetipp Tagged: DDR-Literaturliste, Grit Poppe, Jugendwerkhof Torgau, Ostalgie <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/basedow1764.wordpress.com/4514/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/basedow1764.wordpress.com/4514/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/basedow1764.wordpress.com/4514/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/basedow1764.wordpress.com/4514/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/basedow1764.wordpress.com/4514/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/basedow1764.wordpress.com/4514/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/basedow1764.wordpress.com/4514/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/basedow1764.wordpress.com/4514/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/basedow1764.wordpress.com/4514/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/basedow1764.wordpress.com/4514/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=basedow1764.wordpress.com&blog=2382497&post=4514&subd=basedow1764&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Bisher 1600 Milliarden € für die deutsche Einheit</title>
		<link>http://basedow1764.wordpress.com/2009/08/22/bisher-1600-milliarden-fur-die-deutsche-einheit/</link>
		<comments>http://basedow1764.wordpress.com/2009/08/22/bisher-1600-milliarden-fur-die-deutsche-einheit/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 22 Aug 2009 16:09:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>basedow1764</dc:creator>
				<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[blühende Landschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Kosten der Einheit]]></category>
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		<category><![CDATA[Schülerwissen DDR]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Überwindung von 40 Jahren SED-Herrschaft kostete bisher 2000 Milliarden €, nach Abzug von Rückflüssen verbleiben netto 1600 Milliarden.
Ich habe, wie so viele, über Helmut Kohls „blühende Landschaften“ gespottet. Aber kann man alles das, was jetzt das Ifo-Institut und die FU-Berlin zusammengetragen haben, unter den Tisch fallen lassen? „Weglassen ist eine einfache Form der Lüge&#8220;, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=basedow1764.wordpress.com&blog=2382497&post=4301&subd=basedow1764&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><strong>Die Überwindung von 40 Jahren SED-Herrschaft kostete bisher 2000 Milliarden €, nach Abzug von Rückflüssen verbleiben netto 1600 Milliarden</strong>.</p>
<p>Ich habe, wie so viele, über Helmut Kohls „blühende Landschaften“ gespottet. Aber kann man alles das, was jetzt das Ifo-Institut und die FU-Berlin zusammengetragen haben, unter den Tisch fallen lassen? „Weglassen ist eine einfache Form der Lüge&#8220;, sagt Christoph Hein über die DDR-Propaganda. Das lässt sich sicher auch auf die <a title="Der Spiegel über Ost-Meinungsumfragen" href="http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?titel=Kurz+vor+Polen&amp;id=66208544&amp;top=SPIEGEL&amp;suchbegriff=volkssolidarit%C3%A4t&amp;quellen=&amp;qcrubrik=politik" target="_blank">jährlichen</a> Meinungsumfragen des Geschäftsführers der weiter bestehenden DDR-Volkssolidarität anwenden, aus denen hervorgeht, dass es jedes Jahr schlimmer würde im Osten.</p>
<p>Da sind die Befunde zum Wohlstandsgewinn auch eine Meldung wert: Die Lebenserwartung ist gestiegen, die Arbeitszeit verkürzt (40  statt 43,75 Std) , das Trinkwasser ist wieder sauber, die Müllhalden sind saniert. (Die Sicherung des Atommülllagers in Morsleben wird noch einige Milliarden kosten, woran die Bundesregierung in Person der ehemaligen Umweltministerin Merkel nicht ganz unschuldig ist. Die Beseitigung von Schäden aus dem Uranbergbau Wismut kostet wohl genau so viel.)</p>
<p>Die Ausstattung mit Farbfernsehern und Telefonen geht auf 100%, der Autobesitz hat westdeutsches Nivau erreicht, die Wohnungsgröße ist gestiegen. Das Bruttoinlandsprodukt und die Produktivität haben sich verdreifacht, die Einkommen verdoppelt. Das Sparvermögen beträgt nicht mehr 25, sondern50% des westdeutschen Durchschnitts. (Vergleichszahlen 1991 zu 2007) Mehr <a title="Welt-online: Kosten der Einheit" href="http://www.welt.de/wirtschaft/article4363237/100-Milliarden-Euro-fliessen-pro-Jahr-in-den-Osten.html" target="_blank">hier</a>!</p>
<p>Ich ergänze: Die allermeisten Angehörigen der Nomenklatura sind gut im neuen Deutschland angekommen, sind in Politik, Verwaltung, Medien und als Unternehmer tätig oder erfreuen sich höherer Pensionen als in der alten Heimat. (Man sollte einmal die Bezieherin einer DDR-Witwenrente zum Thema Altersarmut befragen.)</p>
<p>Die Gegenargumente sind bekannt: Noch kein Westlohnniveau, höhere Arbeitslosigkeit, Abwanderung, schlechte Stimmung, Vorbehalte gegenüber der westdeutschen politischen Verfassung.</p>
<p>Die Forscher sagen, ein Vergleich mit den anderen ehemaligen Ostblockstaaten sollte auch angestellt werden, wenngleich  es verständlich sei, dass man vor allem mit Westdeutschland vergleiche.</p>
<p>Natürlich wird jetzt wieder gemäkelt werden. Brandenburgs Ministerpräsident Stolpe hatte schon vor 5 Jahren damals genannte hohe Transferleistungen bestritten. Da eine der beiden Untersuchungen aus der Feder des Leiters des &#8222;Forschungsverbundes SED-Staat&#8220; an der Freien Universität Berlin, Klaus Schroeder, stammt, dessen Untersuchung über das DDR-Schülerwissen nicht zuletzt in Brandenburg kritisiert wurde, wird es wohl wieder Streit geben.</p>
<p>Wieso oft ist es die Sprache, die die Dinge nicht klärt, sondern verschleiert: &#8222;Kosten der Einheit&#8220; heißt es, als ob es um 89/90 ginge und die Fehler der Treuhand. Die Kosten haben unfähige SED-Funktionäre verursacht, die 40 Jahre lang ein teures, ineffizientes Wirtschaftsexperiment durchführten.</p>
<p>Das nach wie vor beste <a title="Ritter, Der Preis der deutschen Einheit" href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/583420/" target="_blank">Buch </a>über die Kosten der Einheit ist das Mammutwerk von Gerhard A. Ritter über die Übertragung des Sozialstaates auf Ostdeutschland:</p>
<h3>Gerhard A. Ritter: Der Preis der deutschen Einheit. Die Wiedervereinigung und die Krise des Sozialstaates.</h3>
<h4>C. H. Beck: München 2006. 541 S.</h4>
<p>NB.: Es gibt Berechnungen, die auf 1300 Mrd. für den Aufbau Ost kommen.</p>
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		<title>Es ist nicht alles schlecht im Kapitalismus oder Tabuthemen der ostdeutschen Gesellschaft</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Jul 2009 12:58:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>basedow1764</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Sellering]]></category>
		<category><![CDATA[Systemfrage]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach Beendigung der Arbeit an der Medienkiste „Ampelmännchen“ setze ich mich nicht mehr so intensiv mit der DDR-Geschichte auseinander. Sie ist für mich auf dem Weg zur &#8222;Fußnote der deutschen Geschichte&#8220;, wie es Stefan Heym, der allerdings bedauernd, formuliert hat. Wenn man im KaDeWe einkaufen und am Kudamm essen gehen kann, lebt es sich in [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=basedow1764.wordpress.com&blog=2382497&post=3928&subd=basedow1764&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><em>Nach Beendigung der Arbeit an der Medienkiste „Ampelmännchen“ setze ich mich nicht mehr so intensiv mit der DDR-Geschichte auseinander. Sie ist für mich auf dem Weg zur &#8222;Fußnote der deutschen Geschichte&#8220;, wie es Stefan Heym, der allerdings bedauernd, formuliert hat. Wenn man im KaDeWe einkaufen und am Kudamm essen gehen kann, lebt es sich in Ostberlin ja nicht schlecht.<br />
</em></p>
<p><em>Das beeinträchtigt keineswegs meinen Respekt und meine Bewunderung für Menschen, die in der Diktatur mutig waren, die in der Bundesrepublik angekommen sind, sich durchbeißen, Ideen realisieren, nicht nur die Schattenseiten des Kapitalismus bejammern. </em></p>
<p><em> </em></p>
<p>Immer deutlicher sehe ich eine wesentliche Schwachstelle der DDR-„Aufarbeitung“ im Schweigen zu bestimmten Themen. Für die ostdeutsche Gesellschaft wird eine Homogenität vorgegaukelt, die es nie gab. Drei Erlebnisse dazu:</p>
<p>Eine Historikerin erzählt von einem Zeitzeugenprojekt: Mütter berichten der Forscherin, wie großartig die DDR-Schule war, wie solidarisch die Elternabende verliefen. Aber schon nach wenigen Minuten kommt Widerspruch: „Hast du vergessen, was passierte, als das und das angesprochen wurde?“</p>
<p>„Nein“, antwortet mir jemand, wenn ich nach der behaupteten hohen Qualität der sozialen Beziehungen frage, die besser als im heutigen &#8222;kalten&#8220; Kapitalismus gewesen wäre. „Klar hat man dem Nachbarn etwas mitgebracht, wenn gerade eine Mangelware zu haben war.“ Aber man war sich immer bewusst, dass die Kinder sich in der Schule verplappern konnten, dass die Stasi mit am Tisch saß. Wenn das &#8222;Nett-Miteinander&#8220; nachträglich so hoch gehängt wird, denkt man da auch an die zuvorkommenden Kellner, die hilfsbereiten Handwerker, die höflichen Vopos, die freundlichen Verkäuferinnen? Da bespitzelt der Vater den Sohn, die Ehefrau den Ehemann, der Bruder den Bruder.</p>
<p>&#8222;In der DDR war Angst dein Partner, der zum Leben dazu gehörte. Vorsicht mit dem, was man sagte, war bei allen Gesprächen geboten. Vorsicht und Misstrauen als Sozialverhalten, das war eine lebensnotwendige Fähigkeit in meiner alten Heimat.&#8220;</p>
<h6>(Evelyn Senarclens de Grancy, Feuer unter den Füßen, p. 284)</h6>
<p>Beim Nachwendetreffen mit Freundinnen und Klassenkameradinnen erzählt die mit Zuchthaus bestrafte Ausreiseantragstellerin ihre Geschichte lieber nicht, wenn es heißt: „Ja, wir Ostfrauen halten zusammen.“ Da könnten eine Zuchthausstory und traumatische Erfahrungen den Austausch angenehmer Erinnerungen stören.</p>
<p>Dass das Projekt der Überleitung der MfS-Mitarbeiter in die Marktwirtschaft, das Mielke im Oktober 1989 anstieß, im wesentlichen erfolgreich war, darüber redet man nicht. Die Mär vom bescheidenen Leben der Nomenklatura in Wandlitz feiert fröhliche Urstände, auch Bärbel Bohley erzählt sie. Dass die Nomenklatura damals wie heute bestens versorgt ist, fällt nur den SED-Opfern auf. Während die DDR-Zulage für &#8222;Opfer des Faschismus&#8220; von 700 € (dynamisiert!) locker ausgezahlt wird, sogar an Honecker nach Chile überwiesen wurde, wird bei den SED-Opfern mit spitzem Bleistift gerechnet und nur bei wirtschaftlicher Bedürftigkeit gezahlt. ehemalige SED-Minister und Stasispitzel erhalten, sofern sie der Regierung de Maizière angehörten eine &#8222;Ehrenpension&#8220; von bis zu 850€.</p>
<p>Der letzte SED-Vorsitzende ist Liebling der Talkshows und gibt die Themen vor: Nicht das Vermögen von SED und Massenorganisationen, sondern die 2% Vermögensanteile der Blockparteien.</p>
<p>Schon früh hat die verstorbene brandenburgische Sozialministerin Regine Hildebrandt gezeigt, wie man die Widersprüche und Unterschiede in der ostdeutschen Gesellschaft unter den Teppich kehrt: Durch Schüren von Ost-West-Ressentiments.</p>
<p>Im Stil Sellerings, Thierses und Schwans könnte man den Spieß umdrehen: <strong> </strong></p>
<p><strong>Es ist nicht alles schlecht im Kapitalismus</strong>.</p>
<p><strong>Der Kapitalismus ist kein Unrechtssystem</strong>.</p>
<p><strong>Ein Schuss Gier, ja, aber man muss auch die Errungenschaften sehen</strong>.</p>
<p><strong>Den Kapitalismus nur aus der Opferperspektive zu schildern, verzerrt die Wahrnehmung.</strong></p>
<p>Wir gehen mal wieder der <strong>&#8222;Systemfrage&#8220; </strong>der Linken auf den Leim.<strong> </strong>Sie haben ihr System gerade krachend an die Wand gefahren.<strong><br />
</strong></p>
Posted in DDR Tagged: DDR-Nostalgie, Ehrenpension, Kapitalismus, Ostalgie, Sellering, Systemfrage <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/basedow1764.wordpress.com/3928/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/basedow1764.wordpress.com/3928/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/basedow1764.wordpress.com/3928/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/basedow1764.wordpress.com/3928/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/basedow1764.wordpress.com/3928/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/basedow1764.wordpress.com/3928/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/basedow1764.wordpress.com/3928/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/basedow1764.wordpress.com/3928/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/basedow1764.wordpress.com/3928/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/basedow1764.wordpress.com/3928/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=basedow1764.wordpress.com&blog=2382497&post=3928&subd=basedow1764&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Vom Guten der DDR-Schule</title>
		<link>http://basedow1764.wordpress.com/2009/06/25/vom-guten-der-ddr-schule/</link>
		<comments>http://basedow1764.wordpress.com/2009/06/25/vom-guten-der-ddr-schule/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 25 Jun 2009 12:44:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>basedow1764</dc:creator>
				<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[DDR-Schule]]></category>
		<category><![CDATA[DDR-Verklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendwerkhof]]></category>
		<category><![CDATA[Ostalgie]]></category>
		<category><![CDATA[Polytechnicher Unterricht]]></category>
		<category><![CDATA[Spezialschulen]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin erstaunt, wie toll manche westdeutsche Pädagogen das DDR-Schulsystem finden. Reformschulen wie Odenwaldschule, Laborschule, Fritz-Karsen Berlin, Helene-Lange Wiesbaden, wer kennt die schon noch?
Bedarf es einer Diktatur (Konsens-, Fürsorgediktatur), um die urmarxistischen Ziele gleicher Bildungschancen für Stadt und Land, für Frauen und Männer, zu erreichen? Oder das gemeinsame Lernen bis Klasse 6 oder 8 oder [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=basedow1764.wordpress.com&blog=2382497&post=3596&subd=basedow1764&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Ich bin erstaunt, wie toll manche westdeutsche Pädagogen das DDR-Schulsystem finden. Reformschulen wie Odenwaldschule, Laborschule, Fritz-Karsen Berlin, Helene-Lange Wiesbaden, wer kennt die schon noch?</p>
<p>Bedarf es einer Diktatur (Konsens-, Fürsorgediktatur), um die urmarxistischen Ziele gleicher Bildungschancen für Stadt und Land, für Frauen und Männer, zu erreichen? Oder das gemeinsame Lernen bis Klasse 6 oder 8 oder 10?</p>
<p>Ich habe einmal zusammengestellt, warum m. E. die DDR-Schule bis in die oberste Schulaufsicht hinein so bewundert wird :</p>
<ul>
<li>Die <span style="text-decoration:underline;">niedrige Abiturientenquote</span> (10%). Mit den Übriggebliebenen konnte man in der Oberstufe richtig gut arbeiten.</li>
</ul>
<ul>
<li> Schwierige, renitente Schüler landeten in den offenen oder geschlossenen <span style="text-decoration:underline;">Jugendwerkhöfen</span>. Dort hat man sie auf ein Leben als Hilfsarbeiter vorbereitet.</li>
</ul>
<h6 style="padding-left:60px;">Lesetipp: Grit Poppe, <a title="Grit Poppe, Weggesperrt" href="http://www.amazon.de/Weggesperrt-Grit-Poppe/dp/3791516329/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1252604918&amp;sr=8-1" target="_blank">Weggesperrt</a></h6>
<ul>
<li><span style="text-decoration:underline;">Auf integrativen Unterricht</span> (gemeinsames Lernen behinderter und nicht-behinderter  Schüler/innen) mussten sich die Kolleginnen und Kollegen auch <span style="text-decoration:underline;">nicht einlassen</span>.</li>
</ul>
<ul>
<li>Die Schule war weitestgehend <span style="text-decoration:underline;">ausländerfrei</span>.</li>
</ul>
<ul>
<li>So modernes Zeug wie <span style="text-decoration:underline;">Schüler-, Handlungs- oder Problemorientierung waren nicht handlungsleitend</span>. Differenzierung war zeitweilig nötig, damit keiner abfiel, aber ebenfalls keine grundlegende Planungskategorie. Referate und Gruppenarbeit wurden in Fachzeitschriften immerhin diskutiert. Der Unterricht war eher <span style="text-decoration:underline;">rezeptiv</span>.</li>
</ul>
<h6 style="padding-left:60px;"><em>Wir hatten Ende der 80er Jahre sehr häufig im laufenden Schuljahr Zugang von Übersiedlerkindern aus der DDR und konnten Stärken und Schächen dieser Schüler/innen gut sehen.</em></h6>
<ul>
<li>Unterrichtsvorbereitung war solides Handwerk. Die Lehrpläne waren nicht bloß Rahmenpläne, sondern hoch verbindlich. Unterricht war zentral vorgeplant. Man musste nicht selbst aufwändig didaktische Analyse betreiben, Bildungsgehalt und -inhalt destillieren, kognitive, soziale und methodische Lernziele konstruieren. Zügig <span style="text-decoration:underline;">durchgeplante, kleinschrittige  Stundenverläufe</span> gab es für jedes Fach.</li>
</ul>
<h6 style="padding-left:60px;"><em>Als unsicherer westdeutscher Junglehrer habe ich nach diesen Handbüchern Sport und Turnen unterrichtet. Das Fach hatte ich nicht studiert. </em></h6>
<ul>
<li>Die Einschätzung der <span style="text-decoration:underline;">vormilitärischen Ausbildung</span> fällt mir etwas schwer. Ob der Umgang mit Handgranaten und Maschinengewehren von Vorteil ist? In Westdeutschland hat man ja die Sportschützen dafür<em>. </em>Vielleicht Einübung in Befehl und Gehorsam als Teil der Staatsbürgerkunde?</li>
</ul>
<ul>
<li> Der <span style="text-decoration:underline;">polytechnische Unterricht</span></li>
</ul>
<h6 style="padding-left:60px;"><em>In dem musste ich in Hessen so komplizierte Themen wie &#8222;Streik und Aussperrung&#8220;, &#8222;Betriebsverfassungsgesetz&#8220;, &#8222;Berufswahlvorbereitung&#8220; &#8222;Bewerbungstraining&#8220; unterrichten. Viel lieber hätte ich die Klasse jede Woche zur &#8222;Produktiven Arbeit&#8220; in Betriebe geschickt wie in Ostdeutschland (&#8222;Einführung in die sozialistische Produktion&#8220;).  Das hätte mir auch die Mühe mit der Organisation des Betriebspraktikums erspart.</em></h6>
<ul>
<li>Der Schulleiter konnte in Anwesenheit seines Kollektivs und des Schülermaterials Lob und Tadel verteilen, auch mal einen <span style="text-decoration:underline;">Rausschmiss </span>vor versammelter Mannschaft vom Pedell durchführen lassen, wie in der Berliner Ossietzky-Oberschule.</li>
</ul>
<h6 style="padding-left:60px;"><em>Ich hatte einmal einen notorischen Schläger mit dicker Schülerakte voller schriftlicher Tadel vorübergehend von der Schulpflicht &#8222;befreit&#8220;. Das erlaubt mir zear das Schulgesetz, aber das Schulamt war nicht erfreut. Eine hessische Amtsrichterin, vor der ich mich wegen dieser &#8222;Untat&#8220; auf Betreiben des Schülers rechtfertigen musste, wies die Klage ab, weil ich alle Formalia beachtet hatte. Sie äußerte aber sehr ruppig ihr Unverständnis über Lehrer, die sich von solchen Schülern auf der Nase herumtanzen ließen und nicht früher reagierten. Die Dame kennt das hessische Schulrecht und die Schuljuristen nicht. </em></h6>
<h6 style="padding-left:60px;"><em>Da war die DDR-Schule angenehmer. </em></h6>
<ul>
<li><span style="text-decoration:underline;">Für den Lernerfolg ihrer Schüler/innen waren die Lehrer verantwortlich</span>. Das war ein herrvorragendes Instrument für Schulleiter/innen, um ihr Kollektiv zu formen. Und trug zu den guten Noten bei<em>.</em></li>
</ul>
<h6 style="padding-left:60px;"><em>Gerne würde ich wissenschaftlich untersucht wissen, wie sehr die guten Noten, die positive Einschätzung der Schülerleistungen, dem Nachweis dienten, dass die Lehrer/innen gut sind. Also gewissermaßen eine Schutzfunktion hatten.</em></h6>
<ul>
<li><span style="text-decoration:underline;">In Spezialschulen </span>wurden unerbittlich die Talente (Sprache, Sport, Naturwissenschaften) einseitig gedrillt<em>.</em></li>
</ul>
<p><em><br />
</em></p>
<p>Abschließend, um Missverständnisse zu vermeiden, verweise ich auf Claudia Rusch:</p>
<p><em> </em><strong>“Deutlich zu benennen, welche Strukturen, Manipulationen und Repressalien das System bestimmt haben, heißt ja keineswegs, das dort stattgefundene Leben aller gleich mit zu verdammen.</strong>“</p>
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		<item>
		<title>DDR (8) Pro und contra Diktatur. Letzte Lieferung</title>
		<link>http://basedow1764.wordpress.com/2009/05/05/ddr-8-vor-und-nachteile-einer-diktatur/</link>
		<comments>http://basedow1764.wordpress.com/2009/05/05/ddr-8-vor-und-nachteile-einer-diktatur/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 05 May 2009 15:11:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>basedow1764</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Wolfgang Thierse]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://basedow1764.wordpress.com/?p=3015</guid>
		<description><![CDATA[Ministerpräsident Erwin Sellering hat seine umstrittene Verharmlosung der SED-Diktatur bekräftigt. Werden demnächst in den Schulen MeckPomms solche Besinnungsaufsätze geschrieben: Vor- und Nachteile einer Diktatur?
Es ist gewiss schwer, Ostdeutschen zu erklären, dass sie nicht in Sack und Asche gehen müssen, wenn man ihre Heimat eine Diktatur nennt.
Warum können Vertreter unserer politischen Elite, wie Frau Schwan, Herr [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=basedow1764.wordpress.com&blog=2382497&post=3015&subd=basedow1764&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Ministerpräsident Erwin Sellering hat seine umstrittene Verharmlosung der SED-Diktatur <a title="Sellering verteidigt DDR erneut" href="http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E4BF957B1C42C4134A2149A466C52D053~ATpl~Ecommon~Scontent.html">bekräftigt</a>. Werden demnächst in den Schulen MeckPomms solche Besinnungsaufsätze geschrieben: <strong>Vor- und Nachteile einer Diktatur</strong>?</p>
<p>Es ist gewiss schwer, Ostdeutschen zu erklären, dass sie nicht in Sack und Asche gehen müssen, wenn man ihre Heimat eine Diktatur nennt.</p>
<p><strong>Warum können Vertreter unserer politischen Elite, wie Frau Schwan, Herr Thierse, Herr Sellering das nicht so klar ausdrücken wie die Autorin Claudia <a title="Bücher von Claudia Rusch" href="http://www.perlentaucher.de/autoren/12950/Claudia_Rusch.html" target="_blank">Rusch</a> in einem Zeitungsinterview: &#8222;Deutlich zu benennen, welche Strukturen, Manipulationen und Repressalien das System bestimmt haben, heißt ja keineswegs, das dort stattgefundene Leben aller gleich mit zu verdammen.</strong>&#8222;</p>
<p><em>Mir antwortete gerade eine  junge Lehrerin, sie &#8211; gemeint ist die DDR &#8211; hätten rechtzeitig in Westdeutschland einmarschieren sollen, dann wären sie die Sieger gewesen. </em></p>
<p>Auslöser war ein Zitat aus einer Untersuchung über die kommunistische Staatsbürgerkunde, die von der brandenburgischen Landesregierung(!) veröffentlicht worden war: Die Stabü habe der ideologischen Indoktrination gedient. Argumentieren lässt sich nach solchen Reaktionen nicht. Zum Vorschein kommt ein Unterlegenheitsgefühl, das dazu führt, Demokratie, Grundgesetz und Rechtsstaat pauschal zu verdammen, oder wie Herr Sodann es tut, &#8222;Scheiße&#8220; zu nennen.  Insofern sind die hohen Ablehnungsquoten von Demokratie und Zustimmungsquoten für Sozialismus nicht rational zu erklären. Sie sind eine emotionale Reaktion.</p>
<p>Eine Mehrheit der Ostdeutschen zieht denn auch letztlich das Leben im Nachwendedeutschland einem Leben in der DDR vor: 68%. Dafür jammern jetzt die Wessis: 65% finden die alte BRD besser!!! (Quelle: Inst. f. Demoskopie Allensbach, laut FAS v. 12.4.09)</p>
<p>Die existenziell bedrohlichen Erfahrungen nach der Revolution mit Arbeitslosigkeit, einem komplizierten Rechts- und Sozialstaat, das Auftreten westdeutscher Karrieristen und Geschäftemacher, nicht zuletzt die Nachhilfe durch eine wieder einflussreiche kommunistische Partei und ihre Medien, lassen die DDR für viele Ostdeutsche in einem freundlicheren Licht erscheinen.</p>
<p><strong>Warum gelingt es so vielen Vertretern unserer politischen Elite nicht, klar zu sagen, was in den Schulen gelernt werden soll? </strong></p>
<p>Wollen sie das Lernziel &#8222;Dass man in der DDR glücklich und sorgenfrei leben konnte?&#8220; (Das Zitat stammt von einem weiteren SPD-Politiker in Schwerin.) Immer dann, wenn sie die Millionen von Demokratie und Rechtsstaat frustrierten Ostdeutschen in Schutz nehmen &#8211; was verständlich und notwendig ist &#8211; kommt eine Beschönigung und Verharmlosung der Diktatur heraus, bis hin zu dem, was besser gewesen sein soll.</p>
<p>Auch so respektable Personen wie Thierse und Schorlemmer loben dann das Schulwesen oder die angeblich so große Solidarität untereinander. Christoph Hein sagte in einer Diskussion: <strong>&#8222;Weglassen ist eine einfache Form der Lüge&#8220;</strong>.</p>
<h5>Herr Thierse differenziert auf Nachfrage: Er meint nicht das gesamte Schulwesen, sondern den Polytechnikunterricht. Es geht ihm letztlich darum, die DDR-Biographien nicht in Bausch und Bogen zu verdammen -wer will das eigentlich? -, um die Menschen nicht der Linkspartei in die Arme zu treiben. Warum muss er deswegen pauschal ein Schulsystem loben, das das nicht verdient hat?</h5>
<p>Mir drängen sich Parallelen zur westdeutschen Nachkriegsgeschichte auf: &#8222;Ein ganzes Volk bockt&#8220;, hieß es, als es um die &#8222;Bewältigung&#8220; der NS-Vergangenheit in Westdeutschland ging. Den Nationalsozialismus hielt bis in die 60er Jahre eine Mehrheit für eine im Grunde nur schlecht ausgeführte Idee. Dass im &#8222;Dritten Reich&#8220; nicht alles schlecht war, ist kein Satz von gestern. Die Katastrophe passierte am 8.5.45 nicht am 30.1.33. So wie heute von den Kosten der Wende und nicht von 40 Jahren Pleiteplanwirtschaft die Rede ist.</p>
<p>Sicher war nicht alles schlecht, so wie unter Hitler auch nicht alles schlecht war. Aber man darf es sich nicht zu einfach machen. Eva-Maria Baehr, eine ehemalige DDR-Journalistin, Redakteurin der &#8222;Jungen Welt&#8220;, SED-Mitglied, stellt fest:</p>
<p><strong>&#8222;Nein, es war nicht nur Angst und Feigheit. Und wir haben es auch nicht nur mit uns machen lassen. Wir haben es selbst gemacht. Wir sind einem falschen Ideal aufgesessen. </strong></p>
<p><strong>Als ich klein war, habe ich mich manchmal gewundert, dass es in der Nazizeit auch Verliebte gab&#8230;Und dass sie geheiratet und Kinder bekommen haben</strong>&#8230;</p>
<p><strong>Und so war die DDR immer mehr als ein Stasi-Staat, ihr gesllschaftliches System mehr als ein Spitzelsystem, die SED mehr als eine Bonzenpartei. Wäre es nur das gewesen, hätte es nicht so lange gedauert.&#8220; (p 9)</strong></p>
<h5><strong><em>aus: Wir denken erst seit Gorbatschow. Protokolle von Jugendlichen ajus der DDR. Hrsg. von Eva-Maria Baehr, Recklinghausen: Georg Bitter Verlag 1990 (vergriffen)</em><br />
</strong></h5>
<p>Das heißt, dass Millionen sich Rechenschaft ablegen müssten. Sie dürften sich heute nicht unisono, der Stasi-Oberst, der Staatsanwalt, der IM, die Schauspielerin, als Opfer der BRD bezeichnen und sich einreihen in die Gruppe der Stalinismusopfer, der kriminalisierten Ausreisewilligen, der von der Volkspolizei zusammengeschlagenen Demonstranten während der friedlichen Revolution.</p>
<p>Ein Psychiater berichtet, dass sich in seiner Opferberatungsstelle auch die Täter beraten lassen. Der SED ist der Coup gelungen, die Schuldfrage von der allmächtigen Partei auf das MfS zu verschieben, hängen geblieben ist sie  noch nicht einmal dort, sondern bei den IMs. Honecker und Mielke sind tot, die SED hat sich umbenannt, die IMs stehen unter dem Schutz deutscher Gerichte.</p>
<p><strong>Die tätige Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichte ist in Ostdeutschland Sache einer ganz kleinen Minderheit. </strong> So wie auch die Revolution die Sache von wenigen tausend mutigen Menschen war.</p>
<p>Für den großen Rest der Ostdeutschen ist die Konfrontation mit der Vergangenheit unangenehm, genauso wie es nach dem Krieg in Westdeutschland war.<em> (Den SBZ-/ DDR-Bewohnern blieb übrigens die quälende Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus erspart. Es gab in der DDR nur Widerstandskämpfer, die Nazis waren alle in Westdeutschland. Altnazis konnten umso ungestörter Karriere machen und nicht erst am Schluss war die SED gegenüber ihren hausgemachten Skins und Neonazis hilflos.)</em></p>
<p>Immerhin war jeder dritte Erwachsene SED-Mitglied. Auch wenn das viele nachvollziehbar getan haben, um einen Beruf ausüben zu können, um beruflich voranzukommen, um schneller an eine Wohnung, ein Auto, Westwaren oder Auslandsurlaub zu kommen oder weil sie den Heilsversprechen naiv glaubten.</p>
<p>Da ist einer, der auf einen bestimmten Beruf oder auf Privilegien verzichtete, um sich nicht zu verbiegen, eine Bedrohung der eigenen Biographie. <strong>Deswegen kann man auch nicht kollektiv stolz sein auf die, die Kommunalwahlfälschungen im Mai 89 aufdeckten und die beeindruckenden 10-15%, die es wagten, nicht mit Ja abzustimmen.</strong> Oder die, die sich trauten, z.B. in Potsdam den Pfingstberg vor völliger Verwahrlosung zu bewahren, misstrauisch beäugt und unterwandert vom MfS.</p>
<p>Lieber benennt man eine Straße in Strausberg nach einem Mauerschützen, der versehentlich von seinen eigenen Leuten erschossen wurde, als nach Manfred Gartenschläger, der wegen seiner Leidenschaft für Rock´n Roll ins Zuchthaus musste und vom MfS später erschossen wurde. Er demontierte eine Selbstschussanlage an der Grenze , um zu beweisen, dass das keine Attrappe war, wie die SED international verbreiten ließ. Auch hier ist die Parallele zur Nachkriegszeit unübersehbar. Nach dem Hitlerattentäter Georg Elser wurde eine Straße erst 50 Jahre später benannt.</p>
<p><strong>Man flüchtet sich stattdessen in eine kollektive Verantwortunglosigkeit.</strong></p>
<p>Bis auf Honecker oder Mielke war niemand für etwas verantwortlich. Und Honecker sagte immer von sich, dass er nur die Beschlüsse der Partei ausführe. (Die eigentlich nicht nötig waren, da sich die Gesellschaft quasi naturgesetzlich zum vollendeten Kommunismus hin entwickeln würde.)</p>
<p><strong>Nötig wäre eine kritische Selbstreflexion der ostdeutschen Gesellschaft. </strong></p>
<p>Ich halte das inzwischen für wichtiger als den ständigen Verweis auf die desinteressierten Westdeutschen. Die lächerlichen Haarspaltereien um Rechts- oder Unrechtsstaat, leider auch von Westdeutschen aus falsch verstandener Empathie mitgetragen, sind der falsche Weg. <span style="text-decoration:underline;">Auch die Versuche, in Wissenschaft und Schule die &#8222;Alltagskultur&#8220; der DDR in den Vordergrund zu stellen, vernebeln.</span> Die Opfer der Diktatur waren und sind aus dem Alltag ausgeblendet.</p>
<p>Da gibt es Ostdeutsche, die problemlos in Dubai oder New York Karriere machen. Es gibt Menschen, die seit 1989 erfolgreich etwas Neues aufgebaut haben. Es gibt aber auch die alten Seilschaften, die SED-Mitglieder, die mit den von Dr. Gysis SED/PDS beiseite geschafften Milliarden Autohändler, Bauunternehmer oder Immobilieninvestor geworden sind. Es gibt die Stasi-Doktoren und -professoren, die heute als Rechtsanwälte arbeiten.</p>
<p><em>(Der Doktorvater von Stasi-Oberst Schalck-Golodkowski war übrigens Mielke.)</em></p>
<p>Es gibt die IMs und Moskauer Parteihochschulabsolventen, die in den ostdeutschen Landtagen Politik machen. Es gibt die Täter, die in der DDR &#8222;Recht&#8220; gesprochen haben, Gefangene gefoltert , &#8222;negative Elemente&#8220; terrorisiert oder &#8222;liquidiert&#8220; haben. Es gibt die ehemalige Oberschicht, die in der DDR das kommunistische Paradies für sich vorweggenommen hatte und jetzt  hohe Renten einklagt oder schon kassiert.  Alle eint sie die kollektive Wessi-Beschimpfung und die  Opfermentalität.</p>
<p>Die Nachgeborenen und die Wessis müssen sich freilich fragen lassen, wie sie sich in dieser Zeit verhalten hätten. Überheblichkeit und Gratismut sind fehl am Platz. Aber die Regression in einen Opferstatus, Aggression gegen westdeutschen &#8222;Sieger&#8220; (&#8222;Freitag&#8220;-Journalistin Daniela Dahn) oder die Suche nach dem Guten an der Diktatur sind Vermeidungsstrategien.</p>
<p>Ich habe daher Respekt vor Menschen wie Günter Schabowski, die in der DDR Hardcore-Kommunisten waren und zumindest jetzt die DDR kritisch sehen und vor Eva-Maria Baehr. Vor Menschen, die Verantwortung für ihr Leben übernehmen und nicht nur nach Umverteilung rufen und schon wieder die &#8222;Systemfrage&#8220; stellen.</p>
<p><strong>Von der jüngeren Generation in den neuen Bundesländern  ist kein ´68 zu erwarten</strong>, keine kritische Befragung der Elterngeneration: Die &#8222;Vier Fragen  an meinen Vater&#8220;.</p>
<p>Die Kinder haben die Ängste und die Verunsicherung der Eltern nach der &#8222;Wende&#8220; erlebt und solidarisieren sich mit ihnen. Es waren schon auffallend wenig Studenten unter den Oppositionellen der 80er Jahre. Da hatte die SED unter Verzicht auf eine größere Abiturientenquote schon gut gearbeitet.</p>
<p>Eine jüdische Weisheit sagt, <strong>dass die Erlösung in der Erinnerung liege</strong>.</p>
<p>Man wird sich noch lange plagen. Holländer haben bis heute ihre brutale Kolonialvergangenheit nicht aufgearbeitet. Stalin und Tito werden verehrt, obwohl sie Massenmörder waren. In Polen macht sich unbeliebt, wer dokumentiert, dass Pogrome auch nach 1945 stattfanden. Der belgische König hatte aus seinem Kongo vor über 100 Jahren ein KZ gemacht. Das wird in Belgien gerade zaghaft zur Kenntnis genommen.</p>
<p>Erstmals nach 60 Jahren schaffen es Menschen, über ihre Leidenszeit unter den Nazis zu sprechen und zu schreiben. Insofern wird auch die Erinnerung an die DDR nie auf die ach so gute  Schule, die emanzipierten Frauen, die billigen Mieten und den besiegten Faschismus reduziert werden können.</p>
<p>Zum Schluss noch ein Link zu &#8222;einestages&#8220; von Spiegel online aus Anlass des Besuches der Bundeskanzlerin in <a title="einestages: hohenschoenhausen" href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,622944,00.html">Hohenschönhausen</a>. <strong> Frau Merkel ist es zu danken, dass sie dem verantwortungslosen Gerede der Sellerings, Ramelows, Thierses und Schwans  durch Wort und Tat entgegentritt.</strong></p>
<p><em><strong>In eigener Sache</strong>: Die regelmäßige Kommentierung der DDR-Aufarbeitung, die sich aus meiner Arbeit an der Medienkiste &#8222;Ampelmännchen und Todesschüsse&#8220; ergeben hat, stelle ich nach 15 Monaten ein. </em><em> </em></p>
<p><em>Die <a title="Medienkiste DDR" href="http://basedow1764.wordpress.com/2008/02/06/medienkiste-ddr/">Medienkiste</a> &#8222;Ampelmännchen und Todesschüsse&#8220; steht hessischen Schulen zur Ausleihe zur Verfügung. Die  Literaturliste wurde im Amtsblatt des Ministeriums veröffentlicht. Das Ministerium beabsichtigt, mehrere Kisten für Schulen auszuschreiben. (Nachtrag: Leider doch nicht!) </em></p>
<p><em>Im Internet wurde die Liste  3600mal aufgerufen. </em></p>
<p><em>Erste Rückmeldungen gibt es: Im Zusammenhang mit einem Zeitzeugenbesuch (&#8222;Die Frau vom Checkpoint Charly&#8220;) in Schulen und auf einem Seminar der Landeszentrale für politische Bildung im Museum &#8222;Point Alpha&#8220; in der Rhön wurde sie genutzt.<br />
</em></p>
<p><em>Ich werde weiterhin die Minderheitenveranstaltungen der Birthlerbehörde und anderer Institutionen besuchen, immer wieder neue, noch unbekannte Sachen erfahren, staunend hören, dass Geschichtswissenschaftler behaupten, die DDR sei nun ausreichend erforscht, und dass Politiker durch Weglassen lügen. </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Meine Anregung, den brandenburgischen Schulen eine ähnliche Medienkiste zur Verfügung zu stellen und einen Geschichtswettbewerb auszuschreiben, wurde von der CDU-Landtagsfraktion im Herbst 2008 aufgegriffen, fand aber beim Koalitionspartner keine Zustimmung und wurde nicht realisiert.</em></p>
<p><em>(Zum Geschichtswettbewerb des Brandenburger MBJS siehe den Nachtrag vom 11.5.09 in diesem <a title="Geschichtswettbewerb" href="http://basedow1764.wordpress.com/2009/02/12/mehr-ddr-geschichte-in-der-brandenburger-schule-verlangt/">Eintrag</a>!)<br />
</em></p>
Posted in DDR Tagged: Claudia Rusch, DDR-Aufarbeitung, DDR-Schulsystem, Gartenschläger, Gesine Schwan, Gysi, MfS, Ostalgie, Potsdam, Sellering, Sodann, Wolfgang Thierse <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/basedow1764.wordpress.com/3015/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/basedow1764.wordpress.com/3015/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/basedow1764.wordpress.com/3015/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/basedow1764.wordpress.com/3015/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/basedow1764.wordpress.com/3015/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/basedow1764.wordpress.com/3015/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/basedow1764.wordpress.com/3015/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/basedow1764.wordpress.com/3015/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/basedow1764.wordpress.com/3015/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/basedow1764.wordpress.com/3015/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=basedow1764.wordpress.com&blog=2382497&post=3015&subd=basedow1764&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Ilko Kowalczuk, Endspiel</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Apr 2009 09:34:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>basedow1764</dc:creator>
				<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Lesetipp]]></category>
		<category><![CDATA[Nicht kategorisiert]]></category>
		<category><![CDATA[Alltagskultur DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Kowalczuk]]></category>
		<category><![CDATA[Ossietzky-Oberschule]]></category>
		<category><![CDATA[Ostalgie]]></category>
		<category><![CDATA[SED-Diktatur]]></category>

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		<description><![CDATA[Endspiel. Die Revolution von 1989 in der DDR von Ilko Kowalczuk, München: Beck 2009, 602 S., 9783406583575
Das Buch ist eine gut lesbare Gesamtdarstellung der Zustände und Ereignisse in der DDR ab den 70er Jahren. Erfrischend ist, dass Kowalczuk gelegentlich auch DDR-Witze als historische Quelle nutzt. Und die Menschen, die in diesem realexistierenden Sozialismus leben mussten, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=basedow1764.wordpress.com&blog=2382497&post=2827&subd=basedow1764&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><strong>Endspiel. Die Revolution von 1989 in der DDR</strong> von Ilko Kowalczuk, München: Beck 2009, 602 S., 9783406583575</p>
<p><a href="http://basedow1764.files.wordpress.com/2009/04/endspiel.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2830" style="margin:3px;" title="Endspiel" src="http://basedow1764.files.wordpress.com/2009/04/endspiel.jpg?w=149&#038;h=149" alt="Endspiel" width="149" height="149" /></a>Das Buch ist eine gut lesbare Gesamtdarstellung der Zustände und Ereignisse in der DDR ab den 70er Jahren. Erfrischend ist, dass Kowalczuk gelegentlich auch DDR-Witze als historische Quelle nutzt. Und die Menschen, die in diesem realexistierenden Sozialismus leben mussten, als &#8222;DDR-Insassen&#8220; bezeichnet.</p>
<p>Angesichts der wachsenden Schönfärberei und Verharmlosung der SED-Diktatur, nicht zuletzt auch durch Geschichtswissenschaftler („Fürsorgediktatur&#8220;, „Konsensdiktatur&#8220;, &#8222;partizipative Diktatur&#8220;) ist es zum richtigen Zeitpunkt erschienen.</p>
<p>Es liefert keine neuen wegweisenden Erkenntnisse oder Interpretationen, würdigt aber deutlich Helmut Kohl, der den deutschlandpolitischen Entspannungskurs, den die SPD begonnen hatte, nicht nur fortsetzt, sondern, anders als Bahr oder Lafontaine es wollten, sich nicht vor der gigantischen Aufgabe der Vereinigung drückt, die die alte Bundesrepublik an die Grenzen der Leistungsfähigkeit führt.</p>
<p>Mielke wird nüchtern als einer der wenigen SED-Politiker gesehen, die die Brisanz der Lage richtig einschätzten.</p>
<p>(Wieder einmal) zu lesen, dass hohe Kirchenfunktionäre mit den Machthabern Kontakt halten konnten, ohne in den Verdacht zu geraten IMs zu sein, ist auch nicht verkehrt.</p>
<p>So vieles, was in dieser Gesamtdarstellung als Mosaikstein der Erosion dieser Diktatur auftaucht, hat man schon wieder vergessen. Die <strong>Ossietzky-Oberschul-Affäre</strong> etwa (pp 281ff). Da hatten Schüler/innen 1988 an einer Wandzeitung Gedanken zur Militarisierung in der DDR und zum wachsenden Rechtsextremismus veröffentlicht. Die SED reagierte brutal.</p>
<p>Die Schüler/innen wurden aus der FDJ ausgeschlossen, aus der Schule geworfen, einzeln persönlich nach Vorführung in der Schulversammlung zur Schultür gebracht. In einem Fall wurde die Freundin einer Schülerin an einer anderen Schule ebenfalls gemaßregelt und sogar aus der elterlichen Wohnung geworfen. Ein Mitschüler, der Sohn von Egon Krenz, hatte einen Aushang mit nach Wandlitz genommen.</p>
<p>Es half nichts, dass die Schüler beteuerten, sie seien überzeugte Bürger der DDR, trügen die Werte dieses Staates mit und wollten aktiv die Zukunft ihres Landes mitgestalten. (Einer von ihnen hatte sich kurz vorher bewusst für das Bleiben in der DDR entschieden.) Es erging ihnen wie tausenden Schüler/innen zuvor. Im Unterschied zu den 50er Jahren wurden sie wenigstens nicht zum Tode oder zu Zuchthausstrafen verurteilt.</p>
<p>Bleibt zu hoffen, dass diese Art von Schulalltag in der so heftig geforderten Darstellung der <strong>Alltagskultur der DDR </strong>nicht vergessen wird.</p>
<p>Im Kapitel &#8222;Krisensymptome&#8220; (p 108ff) schildert er den Irrsinn der <strong>Planwirtschaft</strong>. In Produktionsbetrieben war der &#8222;Wasserkopf&#8220;  nichtproduktiver Werktätiger größer als die Gruppe der Produktionsarbeiter. Die hochsubventionierten Bereiche Wohnen und Grundnahrungsmittel fraßen die Mittel für Investitionen auf.</p>
<p>Die Menschen honorierten laut Kowalczuk, nicht die billigen Grundnahrungsmittel, Wohnungen, Fahrkarten, Kinderkrippen und sicheren Arbeitsplätze. &#8222;Arbeiten wie im Sozialismus, leben wie im Kapitalismus&#8220; sei eine Volksweisheit gewesen: Viele wollten billige Mieten, sichere Arbeitsplätze, soziale Sicherheit <span style="text-decoration:underline;">und </span>das Warenangebot westdeutscher Kaufhäuser.</p>
<p>Die Kosten der heute nostalgisch gefeierten sozialen Errungenschaften seien allerdings schon damals von vielen gesehen worden.  <strong>Die Kehrseite der billigen Mieten war die unterbliebene Sanierung von Wohnhäusern. Günstige Fahrpreise passten zur maroden Verkehrsinfrastruktur.</strong></p>
<p>Er schaut auch hinter die Kulissen der vielgerühmten  Errungenschaften<strong>. </strong>Ein Chefarzt kehrt 1988 von einem Besuch der BRD zurück und berichtet, dass die DDR den hohen Stand der gesundheitlichen Betreuung der BRD nie erreichen werde. Wer in der DDR nicht der gehobenen Funktionärsklasse angehöre, müsse früher sterben (p 122)<strong>.</strong></p>
<p>Betriebsdirektoren versuchten ab Dezember 89, eigene Wege zu gehen. Durch die Vereinigung konnte verhindert werden, dass mafiaähnliche Strukturen wie in Russland, Rumänien oder  Bulgarien entstanden<strong>.<br />
</strong></p>
<p>Auch der hastige Kauf von einer Million Jeans in Syrien und anderer goodies (p 431) verhinderte die Revolution nicht mehr.</p>
<p>In einer Gesamtbetrachtung mit dem Schwerpunkt auf die Entwicklungsgeschichte der Revolution können naturgemäß nicht detailliert die Ereignisse nach der Maueröffnung dargestellt werden. Hier empfiehlt sich als Ergänzung das Buch des Zeitzeugen Erhart Neubert:<a title="Neubert" href="http://www.amazon.de/Unsere-Revolution-Geschichte-Jahre-1989/dp/3492051553/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1245059506&amp;sr=8-1" target="_blank"> Unsere Revolution</a>.</p>
<p>Alles in allem ist Kowalczuks Buch ein Leuchtturm im anschwellenden Meer der „Es war nicht alles schlecht&#8220;-, „Der Westen hat gesiegt&#8220;-, „Wir hatten aber den besseren Sex&#8220;- Literatur:</p>
<p><strong>Endspiel. Die Revolution von 1989 in der DDR</strong> von Ilko Kowalczuk, München: Beck 2009, 602 S., 9783406583575</p>
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			<media:title type="html">Endspiel</media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>Medienkiste DDR (7): Von der &#8222;Konsensdiktatur&#8220; zum &#8222;Schuss Willkür&#8220;</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Apr 2009 16:36:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>basedow1764</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Man könnte meinen, Erwin Sellering, der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern wäre Schüler einer 10. Klasse in Marzahn-Hellersdorf. Zumindest, was seine politische Bildung angeht. Fehlte nur noch, dass er Honeckers Autobahnbau lobt.
Bei allem Verständnis für Angehörige der politischen Klasse, die um Aufmerksamkeit und Wählerstimmen buhlen müssen, es sollte Grenzen geben. Sogar Repräsentanten der Partei „Die Linke&#8220; waren [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=basedow1764.wordpress.com&blog=2382497&post=2610&subd=basedow1764&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Man könnte meinen, <strong>Erwin Sellering</strong>, der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern wäre Schüler einer 10. Klasse in Marzahn-Hellersdorf. Zumindest, was seine politische Bildung angeht. Fehlte nur noch, dass er Honeckers Autobahnbau lobt.</p>
<p>Bei allem Verständnis für Angehörige der politischen Klasse, die um Aufmerksamkeit und Wählerstimmen buhlen müssen, es sollte Grenzen geben. Sogar Repräsentanten der Partei „Die Linke&#8220; waren verblüfft.</p>
<p>Vielleicht haben aber Herr Sellering und seine PR-Berater/innen nur das Ohr näher am Volk. Laut einer Dimap-Umfrage der Friedrich-Naumann-Stiftung, würden <strong>39% der befragten Ostdeutschen das Experiment Sozialismus noch einmal machen</strong> wollen. Und 50% behaupten, das „westliche System&#8220; wäre ihnen aufgezwungen worden. Ein „Schuss Willkür&#8220; klingt dann wie „Salz in der Suppe&#8220;, gäbe dem Sozialismus etwas Pepp.</p>
<p>Falls die Thalbachs, Sodanns und Dahns das Experiment noch einmal wiederholen möchten, müsste auch Berlin (West) wieder aufleben. Denn wenn in der Zentralverwaltungswirtschaft Engpässe auftraten, fuhr man schnell nach Westberlin, um das fehlende Fotokopierpapier u.a. zu besorgen. Ganz zu schweigen von den Regalen im Konsumladen von Wandlitz und der Ausstattung der Villen der Nomenklatura. (Man wird wohl beim nächsten Experiment über die Oder nach Polen fahren müssen.)</p>
<p>Gerade wurde das Buch <strong>„Endspiel. Die Revolution von 1989 in der DDR, von Sascha-Ilko Kowalczuk</strong> in Berlin vorgestellt.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Endspiel-Die-Revolution-von-1989/dp/3406583571/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1238689872&amp;sr=8-1"><img class="alignright" src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/51DKqS%2BiTpL._SL500_AA240_.jpg" alt="" width="240" height="240" /></a>Auf dieser Präsentation lobten es Gerhard A. Ritter und Gerd Poppe. Prof. Sabrow musste den Kritiker geben, damit die von  Stephan Detjen, Chefredakteur des Deutschlandfunks, hervorragend moderierte Podiumsdiskussion lebhaft wurde, aber er tat es verbindlich und ließ auch Lob erkennen. Ihm ist das Buch zu narrativ, wenn ich es richtig verstanden habe, die Darstellung zu wenig distanziert und nicht explizit von erkenntnistheoretischen Prämissen geleitet. Überraschend und ein Erkenntnisgewinn für Historiker sei die Darlegung, dass Mielke als einziger in der Endphase der DDR rational und konsequent &#8211; im Sinne des Regimes &#8211; gehandelt habe.</p>
<p>Kowalczuk ist Projektleiter in der Forschungsabteilung der Birthler-Behörde. Sein ehemaliger Chef, Joachim Gauck, und Marianne Birthler waren anwesend.</p>
<p>Ich habe bisher nur darin geblättert, will also noch keine generelle Leseempfehlung geben. (Update: Meine Meinung zum Buch <a title="Endspiel" href="../2009/04/19/ilko-kowalczuk-endspiel/">hier</a>.)</p>
<p>(Allein die Bemerkungen am Schluss des Buches, warum es sich bei der „Wende&#8220; um eine Revolution handelte und warum man sich so schwer tut, diesen Begriff anzuwenden, haben mich aber schon überzeugt. Auch die feine Beobachtung, dass in der DDR die Menschen in Uniform prinzipiell unfreundlich und belehrend waren, die Bürger von oben herab, als Bittsteller oder potentielle Unruheherde behandelten. Erst nach der &#8222;Wende&#8220; hätten DDR-Bürger gelernt, dass Eisenbahner oder Polizisten auch freundlich sein können. (Meines Erachtens hat Kowalczuk die Kellner vergessen.)</p>
<p>Prof. Sabrow  verteidigte Begriffe wie <strong>Konsensdiktatur </strong>(Konrad Jarausch) und partizipative Diktatur (Mary Fulbrook) zur Kennzeichnung der DDR. Er illustrierte die seiner Meinung nach brauchbare Kennzeichnung als Konsensdikatur mit einem Beispiel dafür, wie wichtig den Kommunisten der Konsens war: Der NKWD-Chef Berija habe einen schon fast zu Tode gefolterten Häftling noch mit der Forderung gequält, endlich ein Geständnis zu unterschreiben. Erst als dieser sich weiterhin weigerte, ließ er ihn erschießen. Das Publikum murrte vernehmlich. Aber wenn <span style="text-decoration:underline;">das</span> mit Konsensdiktatur gemeint ist. Es gab einmal eine Zeit, da wurde so etwas Terrorregime genannt. Kowalczuk hält das für &#8222;wirre&#8220; Begriffskonstruktionen. Allerdings ist Sabrow mit Kowalczuk einer Meinung. dass es sich um eine Revolution handelt, was 1989/90 passiert ist.</p>
<p>Update: Meine Meinung zum Buch <a title="Endspiel" href="http://basedow1764.wordpress.com/2009/04/19/ilko-kowalczuk-endspiel/">hier</a>.</p>
<p><strong>Update 3.4.09</strong></p>
<p>Ich war gestern in der <strong>Erinnerungsstätte &#8222;Notaufnahmelager Berlin-Marienfelde</strong>, durch das 1,5 der fast 4 Millionen DDR-Flüchtlinge gegangen sind<strong>:<br />
</strong></p>
<h5>Notaufnahmelager Berlin-Marienfelde, Marienfelder Allee 66-80, Tel.: 030 75008400, <a href="http://www.notaufnahmelager-berlin.de/">www.notaufnahmelager-berlin.de</a>. Von Mitte aus in ca. 20 Minuten per S-Bahn oder Auto zu erreichen.</h5>
<p>Die Ausstellung ist äußerst lohnend, viel anschaulicher und spannender  als ich es erwartet hatte. Die Flüchtlinge erlebten sowohl Ost- als auch Westdeutschland. Die Ausstellung ist m. E. daher ergiebiger als manche Museen zur Alltagskultur der DDR, in denen Trabis und Pionierhalstücher ausgestellt werden.</p>
<p>Zahlreiche Flüchtlinge hielten es im Westen nicht aus, gingen wieder zurück und verließen die DDR in einigen Fällen erneut.</p>
<p>Auch die Erinnerung daran, mit welch harten politischen Bandagen beim Thema Flüchtlinge gearbeitet wurde, ist gut. Die Bundesrepublik war in den ersten Jahren gar nicht über den Zustrom begeistert und die DDR nicht über Rückkehrer, die sie grundsätzlich für Spione hielt. Das Notaufnahmelager war ein Feindobjekt, das das MfS beobachtete und infiltrierte, durch das auch IMs und Spione geschleust wurden.</p>
<p>Irgendwo las ich, dass der rot-rote Senat in seinem neuen Gedenkstättenkonzept beschlossen habe, die Migration zwischen den beiden Staaten (und nicht nur den Ost-West-Strom zu thematisieren. Sollte das wirklich beabsichtigt gewesen sein, so ist es ein Schuss in den Ofen. Denn die Rückwanderung von DDR-Flüchtlingen oder einzelne Übersiedlungen westlicher Prominenter (z.B. der Schauspieler Wolfgang Kieling) machen das Elend der Teilung nur noch deutlicher und lassen die DDR keinen Deut besser aussehen. Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass die Motive der 600000 Westemigranten genauer erklärt worden wären. Da kommen ganz unterschiedliche, meist private Gründe zum Tragen. (Die SED hat gelegentlich auch ihre Rentner, die von einem Besuch in Westdeutschland zurückkamen, mitgezählt.</p>
<p>In einer Zeit anschwellender Buhrufe gegen die &#8222;Sieger&#8220; (Daniela Dahn, Journalistin bei &#8222;Freitag&#8220;) aus dem Westen und ihre unerbetene Implementation des Sozial-, Politik-, Wirtschafts- und Rechtssystems, ist es angebracht, durch diese Ausstellung in Berlin-Marienfelde zu gehen. Sie rückt die Maßstäbe wieder zurecht.</p>
<p>Siehe auch <a title="Pro und contra Diktatur" href="http://basedow1764.wordpress.com/2009/05/05/ddr-8-vor-und-nachteile-einer-diktatur/">DDR (8)</a>!</p>
<p>Nachtrag 30.05.09:</p>
<p>Auf dem Berliner <strong>Geschichtsforum09</strong> am Pfingstwochenenende lernte ich von Herrn Sabrow eine weitere Bindestrichversion kennen: &#8222;Wahrheitsdiktatur&#8220;. Er mokierte sich in der gleichen Veranstaltung auch über die Versuche, den von der SED eingeführten Begriff &#8222;Wende&#8220; zu problematisieren.</p>
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