Amira – Leseförderung für zweisprachige Kinder

Amira ist ein vom Bund gefördertes Leseförderprogramm für Grundschulkinder mit Migrationshintergrund. Man kann online Kinderbücher lesen oder sich vorlesen lassen und dazu passende Spiele spielen.

Die ehemalige Lehrerin Elisabeth Simon hat dafür 40 kleine Geschichten verfasst, die illustriert wurden.

Amira

Der Name Amira kommt aus dem persischen Sprachraum und bedeutet wörtlich übersetzt “Königin”, “Prinzessin”, bzw. “weibliche (sic!) Herrscherin” (also eine Herrscherin im Besitz der alleinigen Macht, wenn kein männlicher Thronfolger verfügbar ist). Er ist baktrischen Ursprungs aus vor-islamischer Zeit, hat also sowohl zoroastrische als auch buddhistische Wurzeln. Der Name Amira wurde mit der späteren Zwangsislamisierung dieser Regionen in den arabischen Sprachraum übernommen. (Aus: Wikipedia; Rechtschreibfehler wurden von mir korrigiert.)

Verführung zum Lesen: In der U-Bahn und im Fernbus

  • U-Bahnfahrern muss man nicht sagen, dass sie sich etwas zum Lesen für die Fahrt mitnehmen sollen. Aber Werbung für die Stadtbibliothek in der U-Bahn durch Leseproben? Marketingstudenten in Miami haben eine Idee beschrieben, wie sie für die New York Public Library werben würden: Die Smartphone-Besitzer können Leseproben abrufen und erhalten am Schluss den Hinweis, dass das Buch in der Stadtbibliothek ausgeliehen werden kann.

Was sagen die Verlage dazu, wenn das Realität würde? Ein besseres Gefühl habe ich bei Bibliothekswerbung wie ich sie in Lissabon gesehen habe: Sonntagsöffnung der Stadtbibliothek und intelligente Werbung auf den städtischen Bussen.

  • Der Piper-Verlag kooperiert mit einer Fernbusfirma. In deren Bussen dürfen Leser 35 Minuten in einem Buch digital schmökern und können es dann auch bestellen.

Tagung “Lesen in Bewegung”

Wenn Fußballstars zum Lesen verlocken, wie es einmal in einer Kampagne der Stiftung Lesen der Fall war, mag das den einen oder anderen Fußballfan zum Buch greifen lassen, wenn er des Zündens von Feuerwerkskörpern im Stadion überdrüssig geworden war. Ein noch vielversprechenderer Ansatz wird in der Tagung “Lesen in Bewegung” der Baden-Württemberg-Stiftung und der Stiftung Lesen vorgestellt:

Tagungsprogramm “Lesen_in_Bewegung”

Klassiker “Lesenacht”

Beim Wiederlesen von Blogbeiträgen fällt mir auf, dass ich noch nie explizit über Lesenächte geschrieben habe. Dabei war unsere erste Lesenacht in der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Schule in Schwalbach/Ts. 1990 eine der frühesten, nachdem der Kollege Dr. Jörg Knobloch sie an seiner Schule in Freising 1988 in Deutschland eingeführt hatte.

lesenachtInzwischen gibt es bei Google 250.000 Treffermeldungen zum Thema. Verlage bieten Materialpakete an, es gibt Handreichungen und Erlebnisberichte. Hier eine Anleitung von Jutta Schösser aus der Broschüre “Leseförderung in der Grundschule”, die überwiegend von LAG-Mitgliedern geschrieben und vom Hessischen Kultusministerium herausgegeben wurde.

In Mainz wurde einmal ein Polizeieinsatz ausgelöst, weil Nachbarn nachts verdächtige Taschenlampen-Leuchtkegel in einer Grundschule wahrgenommen hatten. Es handelte sich um Drittklässler, die eine Lesenacht in der Schulbibliothek verbrachten. Seither bittet die Polizei um Vorabinformation, wenn eine Lesenacht an einer schule stattfindet.

 

Lesenswerte Broschüre zur Leseförderung am Schulanfang

Das Berlin-Brandenburger Landesinstitut für Schule und Medien (LISUM) hat die Broschüre “In Lesewelten hineinwachsen” (Autorin: Irene Hoppe) herausgegeben. Sie enthält eine Fülle von Anregungen zum Lesenlernen und zur Leseförderung: Schaffen von Vorlesesituationen, Gestalten von Leseumgebungen in Klassenraum und Schule, Leseaktionen, Beschäftigung mit literarischen Figuren u v. a. m.

Das Besondere an dieser Broschüre: Zwei Seiten sind der Schulbibliothek gewidmet. Das ist in solchen Broschüren nicht die Regel, eine Seite zur Bedeutung der Schulbibliothek, eine Seite über die Bibliothek der Berliner Lenau-Grundschule, Preisträgerin “Beste Schulbibliothek des Jahres 2011″ der AGSBB.

Die Broschüre als pdf

Erneut in Bogotá!

Eliteschule Gimnasio Moderno Bogotá

Unverhofft durfte ich ein zweites Mal nach Kolumbien reisen. Im letzten Jahr war es die Schulbibliothekskonferenz von Biblored, dem hervorragenden Stadtbibliothekssystem  der Hauptstadt Bogotá, auf der ich vortragen durfte. (Thema: „Lehrer, Schulbibliothekar, Schulbibliothek und Schule. Wie geht das zusammen?“) Jetzt lud Fundalectura – ungefähr vergleichbar mit der Stiftung Lesen – zur ersten nationalen Schulbibliothekskonferenz ein. Knapp 900 Bibliothekarinnen und Bibliothekare reisten an, die Referenten kamen aus Spanien, den USA und aus ganz Lateinamerika.  Neben den Hauptvorträgen im großen Auditorium auf dem Messegelände – es war wieder Buchmesse – gab es praxisorientierte Seminare, Expertengespräche und Erfahrungsberichte.

Eine Vielfalt an Themen wurde angeboten: Gedichte und Comics  in der Schulbibliothek, Vernetzung ländlicher Schulbibliotheken, Bestandsaufbau, Schulbibliothekar oder Bibliothekslehrer?, der Beitrag von Lesen und Schreiben zur Qualitätssteigerung in der Schule u. a. Daneben gab es Praxisberichte aus einzelnen Schulbibliotheken oder Schulbibliotheksnetzen im Land. Weiterlesen

Das neue Landesschulamt und die Leseförderung

Das neue, umstrittene hessische Landesschulamt (LSA) kommt nicht aus den Schlagzeilen.

Da gibt es den Vorwurf, dass die FDP Parteifreunde mit Pöstchen versorge. Wobei man weiß, dass SPD und CDU solche Gedankengänge auch nicht fremd sind. (Ich erinnere mich an die Hoch-Zeiten der SPD in Hessen und in Frankfurt. Da gab es die Behauptung, ohne Parteibuch könne man in Frankfurt noch nicht einmal Schulhausmeister werden.) Verwunderlich auch, dass eigens für eine Aktion “Abendsonne” eine neue Behörde gegründet worden sein soll. Viel unauffälliger wäre es doch gewesen, Parteifreunde in hochdotierte Posten in den Ministerien zu bringen.

Ein heißes Thema ist auch die Leseförderung in der neuen Behörde. Weiterlesen