Berichte aus Schulbibliotheken?

In der hessischen LAG treffen sich der Vorstand und oft auch ausgewählte Gäste für ein kurzes Wochenende (Freitagnachmittag und Samstagvormittag) zur Klausurtagung in einem Tagungshotel in Mittelhessen. So kann man sich einmal im Jahr in Ruhe austauschen und auch am Abend ein Glas Wein zusammen zu trinken. Wir holen uns Anregungen von außen, erörtern Ideen, planen die Wettbewerbe und Schulbibliothekstage, setzen Schwerpunkte für die Vorstandsarbeit des kommenden Jahres. Jeder Vorständler übernimmt Hausaufgaben. Ein Jahr später auf der neuen Klausurtagung können wir bilanzieren, was klappte und was nicht.

Die Idee, die Mailing List durch einen Newsletter abzulösen, stammt von einer Klausur. Die Teilnehmerzahl hat sich leicht erhöht.

Erfolgreich war auch die Idee, die Mitgliederversammlung mit einer kostenlosen Fortbildungsveranstaltung zu verbinden. Die Teilnehmerzahl hat sich kräftig erhöht!

Was nicht klappte, war der Aufruf an die Mitglieder, von der täglichen Arbeit, den Aktivitäten und Ereignissen in ihren Schulbibliotheken zu berichten

Wir hatten uns vorgestellt, das es sinnvoll wäre, wenn wir uns gegenseitig informieren, was so alles in der Schulbibliothek passiert. Man holt sich Anregungen. Wir haben bei den Wettbewerben zur “Schulbibliothek des Jahres” gesehen, was für tolle Sachen stattfinden. Wie oft ist das, was in der Bibliothek passiert, unsichtbar, oft sogar in der eigenen Schule, für das Kollegium, für die Schulleitung. Solche kleinen Berichte können dann auf der Schulhomepage oder in der Lokalzeitung stehen – wie das mit den Beiträgen fü die Wettbewerbe geschehen ist -, sie können auf der LAG-Homepage und im Schulbibliotheksblog stehen, ein Mehrfachnutzen also.

Unser Aufruf fand keine Resonanz. Ist es das bekannte Problem, dass die nebenamtlichen Lehrer/-innen keine Zeit dafür haben, weil sie die Arbeit sowieso schon auffrisst und die ehrenamtlichen Eltern zwar gerne einen Part in der Bibliothek übernehmen, aber darüber hinaus keinen Zugang zur LAG oder dem hessischen Schulbibliothekswesen finden?

Da ich mit dem Basedow1764 eine ziemliche Autonomie genieße, könnte ich mir auch vorstellen, “außerhessische” Schulbibliothekberichte – Ein ganz normaler Tag, eine Lesung, ein Lesefest, ein Unterrichtsprojekt, ein Experiment, ein überraschender Besuch – als Gastbeiträge zu veröffentlichen. Sollte die tiefere Ursache für das Ausbleiben sein, dass ein materieller Anreiz fehlt, könnte auch das überdacht werden – die nächste Klausur naht -. Ein kleiner Preis, ein Büchergutschein könnte unter Einsendungen verlost werden, eine Broschüre mit Berichten könnte entstehen.

 

ING-Diba spendet je1.000€ an Vereine

Tausend Vereine erhalten von der Bank ING-Diba je 1.000 €, vorausgesetzt, sie gehören zu den tausend, die die meisten Stimmen erhalten.

Die Berlin-Brandenburger Schulbibliotheks-AG (AGSBB) gehört schon zu den oberen Tausend. Die hessische LAG liegt noch darunter.

Bitte stimmen Sie mit ab. Gefragt wird nur nach der Handynummer! 1.000 € sind für kleine, gemeinnützige Vereine eine große Sache.

Wenn alle Mitglieder abstimmen und Freunde und Verwandte dafür gewinnen, könnten wir es schaffen. Drei Stimmen pro Person gibt es. Die Abstimmung läuft bis 3. Juni 2014.

Bitte Abstimmcode anfordern!

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Die Saat geht auf!

Schulbibliothekstage gibt es inzwischen zuhauf. Die hessische Initiative von 1987 wirkte motivierend. Nun geht es beim Schulbibliothekspreis los. Hessen ging voran, dann nahm ich die Idee nach Berlin und Brandenburg mit – dort wurde von Victor Wolter und seinen Mitstreitern eine richtig große, bunte Veranstaltung daraus gemacht, was wiederum nach Hessen zurückwirkte. Jetzt gibt es einen thüringischen Schulbibliothekspreis. Der wird, was viel besser ist, vom Bildungsministerium aus Steuermitteln dotiert und nicht aus Vereinsmitgliedsbeiträgen und von Sponsoren. (In Hessen beteiligt sich aber das Kultusministerium bei der Finanzierung des Preises von Anfang an!)

Die erste flächendeckende Ausstattung mit einer Schulbibliothekssoftware gelang uns m. W. zuerst 1992 in Hessen. Auch da gibt es inzwischen mehrere Bundesländer mit ähnlichen Lösungen. Nun will der Bibliotheksverband sogar eine verbandsinterne Schulbibliotheksarbeitsgruppe schaffen.

Allmählich können wir Hessen uns zufrieden zurücklehnen. Wir haben nicht die Welt gerettet, wie es in einem Schlager heißt, aber unser Scherflein zu einer deutschen Schulbibliotheksentwicklung beigetragen. Johann Bernhard Basedow dürfte sich freuen, falls er uns zuschaut. Wenn nach biblischen Maßstäben tausend Jahre wie ein Tag vergehen, sind seit seiner Forderung nach Bibliotheken in Schulen von 1764 erst sechs Stunden vergangen.

Was will die LAG? Neues Grundsatzpapier

LAG_logo1989 hatte die LAG “Empfehlungen zum Aufbau eines leistungfähigen Schulbibliothekswesens in Hessen” angeregt. Sie wurden in einer vom Kultusministerium einberufenen Kommission erarbeitet. 1999 wurde die LAG-Resolution – “Schulbibliotheken für morgen” – verabschiedet. Jetzt hat der Vorstand ein neues Positionspapier erarbeitet.

Es gliedert sich in zwei Teile:

  • Was will die LAG?“. Es enthält die Kernpunkte für ein Schulbibliothekswesen, das seinen Namen verdiente.
  • Ergänzend dazu gibt es den Entwurf  für einen “Strukturplan“. Er stellt kurz- und mittelfristige Maß­nahmen zur Weiterentwicklung von Schulbibliotheken zu Lernorten zusammen.

Der Vorstand wird beides demnächst der Mitgliederversammlung zur Beratung und Beschlussfassung übergeben.

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Weihnachtsgrüße des LAG-Vorsitzenden Günther Brée

Liebe Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Damen und Herren,

bevor sich das Jahr zu Ende neigt und die wohlverdienten Ferien vor der Tür stehen, möchte ich es nicht versäumen, Ihnen und Ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern“ in der Schulbibliothek für Ihre Mitgliedschaft in der LAG auch in diesem Jahr zu danken und Ihnen ein friedvolles Weihnachtsfest und ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr zu wünschen.

Hoffen wir, dass im Kontext von Nachmittagsbetreuung, Ganztagsschule, Projekt- und Präsentationsprüfungen, Bildungsstandards und kompetenzorientiertem Unterricht die Position der Schulbibliothek gestärkt und sie fest im Schulcurriculum verankert wird als das, was sie ist und sein soll ein Lernort und das kulturelle Zentrum der Schule.

 Mit meinen Wünschen für das kommende Jahr möchte ich Sie als Mitglieder der LAG gerne nochmals auffordern: Arbeiten Sie bitte weiterhin aktiv daran mit, das hessische Schulbiblio­thekswesen weiterzuentwickeln und nehmen Sie teil an der Kommunikation mittels Mitglieder­versammlung, Internet, Newsletter und Blog oder persönlich über Telefon und Mail an mich. Über 25 Jahre LAG und der 22. (!) Hessische Schulbibliothekstag, der 2015 vor der Türe“ steht, sind Aus­druck intensiver, aber auch mühsamer Arbeit für die Schulbibliotheken in Hessen. Deshalb wäre es schön, wenn Sie sich an der Vorbereitung des Schulbibliothekstages über die interaktive Seite unserer Homepage beteiligen würden.

 Schauen Sie öfters mal auf unsere Homepage; sie erstrahlt in neuem Design und erleichtert das Auffinden spezieller Themen. Hier finden Sie von aktuellen Informationen über den neuesten Weihnachtswunschzettel bis hin zum einfachen Eintrag in den Newsletter viel Interessantes und Brauchbares für den Schulbi­bliotheksalltag“.

Ich freue mich, von Ihnen zu hören. Ihnen und Ihren Familien alles Gute, Erfolg und Gesundheit für 2014 und

herzliche Grüße

Ihr

Günther Brée

 

Der Ehrenvorsitzende Günter Schlamp schließt sich diesem Weihnachtsgruß an.

 

 

 

 

 

Mit der Forderung nach Schulbibliotheken rennt man offene Türen ein. Oder?

Zwar konnte ich gerade eine überraschend positive Jahresbilanz für die LAG zusammenstellen, gleichwohl sind mir die Schattenseiten der Lobbyarbeit für Schulbibliotheken nicht unbekannt.

Ich komme dabei auf vier Aspekte:

1.     Für Lehrer, Schulaufsicht, Schulverwaltung und Bildungspolitik ist Schulbibliothek (SB) kein genuin schulisches Thema. Noch nicht einmal dann, wenn es um Lesen, Leseförderung oder Literatur, schon gar nicht, wenn es um IT und Medienpädagogik geht. Zu tief sitzt die Gewohnheit, dass Schulbibliothek nicht in schulpraktischen und schulrechtlichen Kategorien vorkommt und deswegen bei „Bibliothek“ sofort „Stadtbibliothek“ assoziiert wird. Allenfalls gibt es die Erwartung, dass eine SB von irgendjemandem organisiert wird, Schule und besonders Schulleitung aber nicht weiter behelligt werden.

2.     Kommunikation und Vernetzung ist unter der Bedingung von Ehrenamt, Freiwilligkeit und Beschäftigungsprogrammen schwierig. Eine Lehrerin, die sich zusätzlich zu ihrem Dienst in der Schulbibliothek engagiert, wird sich eher fragen, was die LAG für sie tun kann, als was sie für die LAG tun kann. Kraft, Zeit und Motivation reichen selten, um sich über die eigene SB hinaus für alle SBen einzusetzen. Eltern engagieren sich vorübergehend, solange sie ein Kind an der Schule haben. (Ich sehe mit Freude die völlig andere Situation in der Berliner AGSBB, wo es anscheinend gelingt, z. B. Beiträge für die Homepage aus den Schulen zu erhalten und viele in der AG aktiv mitarbeiten. Allerdings sind die Lehrer/-innen eher in der Minderheit.) Mein Vorbild bleibt die US-amerikanische LibraryMedia-Mailing-List, die ich in frühen Jahren abonniert hatte, vor deren Fülle an Anfragen, gegenseitigen Auskünften und unterschiedlichsten Debatten ich aber bald kapitulierte. Sie hatte einige tausend Teilnehmer/-innen.

 .      Bibliothekare und ihre Verbände achten darauf, dass ihnen keiner das Thema „wegnimmt“. Wenn sich Lehrer damit befassen, werden sie misstrauisch beäugt. Die bibliothekarischen PR-Kampagnen wechseln: Schulbibliotheken werden als Konkurrenz gesehen, Schulbibliotheken werden für überflüssig erklärt, weil es öffentliche Bibliotheken gibt. Schulbibliotheken werden als Teil der Stadtbibliothek definiert und nicht als Teil der Schule. Dann wieder werden sie in Ganztagsschulen für unverzichtbar erklärt. Exzellente Vernetzung mit Firmen und Ministerien (ekz, Bertelsmann-Stiftung, Bundeswissenschaftsministerium) sorgt für entsprechende Aufmerksamkeit und Projekte. Bildungspolitik und Bildungsverwaltung haben genügend andere schulische Baustellen, so dass sie das Thema liebend gerne dem Deutschen Bibliotheksverband überlassen.

 4.   Erfolgreiche Pressearbeit ist für einen kleinen Verband mit einem Nischenthema schwierig. Bei Google-News kommen Schulbibliotheken zwar häufig vor, aber nur als lokales Ereignis. Sie werden in der lokalen Presse gern erwähnt. Wer hat schon etwas dagegen, wenn Kinder lesen. Und hübsche Fotos gibt es allemal. Schwieriger wird es, auf Landes- oder gar Bundesebene in den Medien auf fehlende Strukturen und Probleme aufmerksam zu machen. Das gelang uns in 26 Jahren nur zwei- oder dreimal. Von Pressemitteilungen, die an 50 Redaktionen versandt werden, landen 49 im Papierkorb. Es gelingt fast nur, wenn man persönliche Kontakte hat. (Wie eigentlich immer im Leben.)

Um nicht missverstanden zu werden: Was wir trotz dieser Bedingungen erreicht haben, ist nicht wenig.