Die DDR lebt!

In Kleinmachnow, vor den Toren Berlins gelegen, unweit des ehemaligen Grenzübergangs Dreilinden, findet in einer 10. Klasse ein Zeitzeugenbesuch statt: Eine Frau, deren Leidensgeschichte auch verfilmt wurde. Sie hatte, etwas naiv und unbedacht, regimekritische Parolen auf die Straße gemalt und wurde zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilt.

Die Schüler/innen finden die DDR-Darstellung zu negativ. Aber der Höhepunkt kommt noch: “Ist das hier eine Werbeveranstaltung für Demokratie?” fragt die junge Lehrerin ungehalten. (Potsdamer Neueste Nachrichten v. 29.11.08)

Zur Bekämpfung der friedlichen Montagsdemonstranten in Leipzig ließ die SED Fallschirmjäger aus Lehnin verlegen. Sie kamen glücklicherweise nicht zum Einsatz. Als die jungen Männer erfuhren, wozu man sie beinahe eingesetzt hätte, demolierten sie vor Wut ihre Kaserne. Sie hatten mehr verstanden als die überforderte Kleinmachnower Lehrerin.

Zeitzeugenbesuche in Schulen werden in Brandenburg nicht von der Landesregierung finanziert, sondern durch private Spenden.

Ich mache gleich weiter. (Dies soll zwar ein Schulbibliotheksblog sein, aber ich bin  fassungslos und muss das loswerden.)

Der ehemalige DDR-Korrepondent der ARD, Hans-Jürgen Börner, zeigt im Berliner Rathaus vorab seinen Film “Meine Stasi” über die IMs, die auf ihn während seiner Tätigkeit in Ostberlin in den 80er Jahren angesetzt waren. Er versucht, mit allen Spitzeln ins Gespräch zu kommen, macht keinem Vorwürfe, will zuhören. Er zeigt im Film die Bandbreite der IMs auf, den gläubigen Kommunisten, den Ängstlichen, den Reuigen, den Ehemann, der seine Frau bespitzelte, den Wendegewinner, der immer obenauf schwimmt.

Als er in Zossen 2007 einen seiner ehemaligen IM auf der Straße bei laufender Kamera anzusprechen versucht, kommt einer aus dem Rathaus gelaufen und will das Drehen verbieten: “Haben Sie eine Drehgenehmigung? Hier in Zossen müssen Sie Filmaufnahmen vom Rathaus genehmigen lassen!” Mit einer ähnlichen Sequenz in Ostberlin hatte der Film begonnen.

Ein Jahr später, 2008, hätte Börner den Film wahrscheinlich gar nicht mehr machen können. Dr. Gysi und seine Genossen haben es geschafft, dass Gerichte die Namensnennung von Spitzeln untersagen. Das beeinträchtige inzwischen auch die wissenschaftliche Aufarbeitung der SED-Diktatur, klagt ein Mitarbeiter der Birthler-Behörde.

Die Idee eines Geschichtswettbewerbes á la Körber-Stiftung, “Spurensuche DDR”, kann man vergessen. Die Pfarrer und Lehrer, die sich mit Klassen auf Spurensuche begeben, werden mit Klagen überzogen.

Abgesehen von der juristischen Seite: Ich habe es gerade erlebt: Mit der Brandenburger SPD ist eine Medienkiste, ähnlich wie die hessische “Ampelmännchen und Todesschüsse”, nicht zu machen. Man will den zukünftigen Koalitionspartner wohl nicht reizen.

In Berlin-Lichtenberg hat 2007 die postkommunistische Bezirksbürgermeisterin eine  Ausstellung über Antisemitismus in der DDR aus dem Sitzungssaal entfernen und in einem ungeeigneten Flur die Tafeln mehr oder weniger abstellen lassen.

Siehe in diesem Blog auch  alle früheren Nachrichten zum Thema “DDR” oder “DDR im Unterricht”!

Auch wenn es nicht ganz in die Beispiele unter dieser Überschrift passt, weil es um reale Begebenheiten geht und nicht um das, was sich in den Köpfen abgelagert hat, aber ich bin immer noch überrascht von der Bemerkung  Katharina Thalbachs, dass sie gerne noch einmal beim Experiment DDR mitmachen möchte. (Vielleicht nimmt sie erst einmal Mäuse als Versuchskaninchen.)

Eins weiß ich, ein Päckchen mit Bohnenkaffee, Orangen und einer neuen Kurbelwelle schick´ich ihr dann nicht, falls ich überhaupt Gelegenheit dazu hätte. Denn das Experiment dürfte sich ja dann auf die gesamte “BRD” erstrecken. West-Berlin dürfte dem Experiment DDR” aber fehlen. Oder woher will man die fehlenden Produkte kriegen, z.B. die Lebensmittel für Wandlitz oder die Armaturen für die Villen der politischen Klasse?

Frau Thalbach hat gut reden. Sie gehörte zu den Privilegierten und durfte sogar übersiedeln, als sie vorübergehend einen nichtsozialistischen Staat attraktiver fand. Für die Oberschicht, zu der auch angepasste Künstler gehörten, gab es Volvos, für die Ostberliner Wartburgs mit VW-Motor und für den doofen Rest Trabbis.

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht in seinem Jahrbuch 2008, S. 398, die Einstellung der Bundesbürger zum Sozialismus. 76% der Ostdeutschen (Westdeutsche 45%) halten ihn für eine gute Idee, die nur schlecht realisiert worden war. (Dort auch weitere interessante Werte, etwa Einstellung zur Demokratie.)

Ganz ähnlich war das ja mit dem Nationalsozialismus. Bis in die 60er Jahre war das ja auch die Mehrheitsmeinung über den Nationalsozialismus. Der war Fürsorgediktatur: Volkswohlfahrt und Volksgemeinschaft.  Aber halt, Vergleiche zwischen Sozialismus und Nationalsozialismus sind aus dem brandenburgischen Lehrplan entfernt worden. Dank einer Intervention des SPD-Finanzministers Speer, wie die Zeitungen unwidersprochen berichten.

Nachtrag:

Der Vorsitzende der Pressekammer des Landgerichts Hamburg, Buske, und ein Kollege in Berlin werden vor allem von Rechtsanwalt Dr. Gysi gerne angerufen, weil sie verlässlich die Pressefreiheit zugunsten von IMs einschränken und deren Namensnennung auch in Ausstellungen und Dokumentationen verbieten. Wie schön, dass der Rechtststaat den Unrechtsstaat schützt.

Nachtrag 28.6.2009

Wer durch zwei große Potsdamer Buchhandlungen schlendert, erfährt wahrscheinlich mehr über den Stand der DDR-Aufarbeitung als in Gedenkreden des Jahres 2009. Da findet sich schon mal ein Band von Kowalczuks Endspiel, ein Buch von Erhard Neubert und von Hubertus Knabe. Dazwischen aber die Stapel der Bekenner- und Rechtfertigerliteratur: “Wir waren nicht pleite”, “Der Westen hat gesiegt”, “Schluss m it den Lügen über die DDR!” Daneben die Biographien von Krenz und Markus Wolf. Das ist anscheinend das, was gut geht.

Nachtrag 22.7.09

Der Bürgermeister von Prenzlau ist noch nicht in der Gegenwart angekommen. Erst will er eine Sozialwohnung haben, die schon vergeben ist. Dann verleiht er einem Mitarbeiter -natürlich nur im Spaß – den Orden “Banner der Arbeit”, die Urkunde ordentlich mit einem Honecker-Faksimile unterzeichnet.

Da sind mir alle die ehemaligen Nomenklatura-Leute, die heute unauffällig als Polizeipräsidenten, IHK-Vorsitzende, Zeitungs- und Fernsehredakteure, Verbandschefs, Rechtsanwälte, Fraktions- und Ausschussvorsitzende, Bankmanager usw. arbeiten, lieber. Nach 1945 wurden die vielen nationalsozialistisch Belasteten auch integriert. (Auch in der SBZ/DDR!) Wenn die Mehrzahl begreift, dass Demokratie und Marktwirtschaft besser sind als Diktatur und Planwirtschaft, sei´s drum. Nur, während die Erinnerung an das “Dritte Reich” verblasste und vor allem die “Schattenseiten” erinnert werden, wird in Ostdeutschland die DDR immer rosiger gesehen.

Nachtrag 23.08.09

Passend zum Gedenktag des Hitler-Stalin-Paktes berichtet die rbb-Abendschau über eine Demonstration von Kommunisten zum Erhalt einer Thälmann-Gedenkstätte in Königs-Wusterhausen. Der Wortführer darf ein paar Sätze ins Mikro sprechen. Als ob es um einen beliebten Heimatdichter ginge.

Da werden Millionen für die Aufarbeitung der SED-Diktatur ausgegeben. Es wird lamentiert über das geringe Schülerwissen. Und der rbb betreibt “Heimatkunde”. “Teddy” war einer der Totengräber der Weimarer Republik, er hat den stalinistischen Terror unterstützt. Bloß nicht dran rühren. Gäbe es Ärger mit linken Rundfunkräten?

“Weglassen ist eine einfache Form der Lüge”, sagt Christoph Hein.

Nachtrag 5.9.09

Egal wie klein und entlegen das Dorf ist, was es immer gibt in den neuen Bundesländern: Eine Straße des Friedens, der Freundschaft, der Einheit, der Jugend. Was es nirgendwo gibt: Eine “Straße der Friedlichen Revolution”.

Medienkiste DDR (3): Schülerwissen, Korruption und guter Sex

Der Artikel „Medienkiste DDR (2)” wurde allmählich sehr lang. Das Thema ist aber keineswegs zu Ende. Daher ein weiterer Artikel.

Zur Medienkiste “Ampelmännchen und Todesschüsse” hier.

Die Studie über das Schülerwissen über die DDR schlug hohe Wellen. Dies schlug keine hohen Wellen: Für die Finanzierung der Studie gab es eine Zusage des Berliner Senats.  Die wurde zurückgezogen. Stattdessen bezahlt der Senat ein Gutachten des Prof. Borries, der darin Studie auseinander nimmt. Und in Brandenburg veranstaltet die Landeszentrale für politische Bildung eine Diskussion über die Qualität der Studie mit Börries und Prof. Schroeder, dem Verfasser.

Prof. em. Borries, der die Untersuchung zum DDR-Schülerwissen lautstark und häufig kritisierte, in den Räumen der brandenburgischen Staatskanzlei – Brandenburg hatte ein ziemlich schlechtes Ergebnis -, schreibt in einem Aufsatz im Deutschland-Archiv ( “Zur Verarbeitung der DDR-[BRD]-Geschichte (Heft 4/2009, pp 665 – 676), dass die Ergebnisse im Kern zuträfen (p 668). Was ihn wohl am meisten stört ist, dass er schon viel früher Wissensdefizite erforscht hatte. Auf ihn hatte aber wohl keiner gehört.

 

Zum update vom 15.8.:

Der Film des Satirikers Martin Sonneborn, „Heimatkunde”, über die Bewohner des ehemaligen Grenzgebietes rund um Berlin kommt Anfang Oktober in die Kinos.

Wieder ein Buch entdeckt:

Volker Klemm, Korruption und Amtsmissbrauch in der DDR, Stuttgart, DVA 1991, ist der Bericht über eine Kommission in der kurzen Zeit der Nachwende-DDR, die sich mit dem Thema beschäftigte.

Die Intrigen um diese Kommission, die Aussagen ehemaliger Angehöriger der DDR-Nomenklatura und allein der Bericht über Wandlitz lesen sich wie ein Krimi.

Wozu brauchte die Familie Mittag 10 Farbfernseher, die für die Oberschicht nur ein Drittel des normalen DDR-Preises kosteten? Wie hat es Margot Honecker, die nach eigenen Angaben fast nie in Wandlitz einkaufen konnte, weil der Laden schon um 17 Uhr schloss, dort über 100.000 Mark im Jahr ausgeben können? Warum bekamen die Kinder der Machthaber Tankgutscheine, um kostenlos in ganzen Land tanken zu können? Warum bekam Honecker noch 70.000 Mark im Jahr für Abschussprämien von Wild? Wieso haben die Ministerien für ihre Minister und Staatssekretäre, deren geschiedene Frauen und die Kinder Villen gebaut, in denen aber auch alles aus dem Westen importiert worden war, 20000 Mark Heizkosten übernommen und als Miete 210 Mark verlangt? Undsoweiter und so weiter…

Das alles habe ich 1991 schon mal gehört. Aber wenn einem das jetzt wieder begegnet…

Und draußen stellt die Linkspartei riesige Plakate auf: „Ein Potsdam für alle”. Sie lässt Transparente vom Flugzeug ziehen, ist für die Pendlerpauschale, für freie Fahrt für freie Bürger, für Verkehrsberuhigung in den Einfallstraßen in die Stadt, für Sozialticket und kostenloses Schulessen. An Tankgutscheine für alle denkt aber noch keiner.

In Neuruppin, wo die aktuelle Korruption sehr auffälllig geworden ist, fragte eine Linksparteilokalpolitikerin, was die Aufregung solle, das sei anderswo auch nicht anders. Andere sagen, da seien immer noch die alten DDR-Seilschaften am Werk.

Peinlich für die Lokalmatadore der Partei, dass Dr. Gysi sich für die historische Schlossfassade beim Wiederaufbau des Stadtschlosses in Potsdam ausgesprochen hat. Ob er jetzt aus der Partei ausgeschlossen wird? So wie das die sächsische Linkspartei mit ungehorsamen Genossen macht.

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung hatte kürzlich einen satririschen Einbürgerungstest in ihrem Blatt, den ich hier verkürzt wiedergebe:

Warum ist die DDR untergegangen?

a) wegen der subversiven Wühlarbeit der US-Imperialisten,

b) wegen der Oderflut,

c) Wieso untergegangen?”

Natürlich(?) ist das Buch von Volker Klemm über die Korruption in der guten, alten DDR vergriffen. Im brandenburgischen Verbundkatalog (70 Bibliotheken) wird nur ein Standort in Spremberg nachgewiesen! Die SLB Potsdam aber hat auch ein Exemplar. Im Antiquariatshandel kostet das Buch inzwischen 60€.

1998 erschien ein Buch von Christian von Ditfurth: Ostalgie oder linke Alternative. Meine Reise durch die PDS. Der Autor bietet das vergriffene Buch  inzwischen als pdf an. Auch wenn die Partei sich jetzt anderes nennt, es ist keinesfalls inaktuell.

Update 17.10.08:

Wenn ich mir das neue Verzeichnis der Bundeszentrale für politische Bildung ansehe, habe ich den Eindruck, dass dort die Aufarbeitung der DDR abgewickelt wurde. Ganze 10 Titel: Filme der  DDR, Rock in der DDR, Theater, die Stasi, “einer der erfolgreichsten Geheimdienste der Welt”, die Parteien der SBZ, etwas Systemvergleich: Zwei Staatsgründungen, das war´s im Wesentlichen. Die Bände und DVDs von Stefan Wolle sind vergriffen. Keine Nachschlagewerke über die DDR, kein Richard Schroeder, Knabe schon gar nicht. Ist das eine Wende nach der Wende?

Update 2.11.08:

Wer gar nicht vom Thema lassen kann: Uwe Tellkamp, Der Turm!

Toll, dass es dieses Buch in die Charts geschafft hat!  Ich bin beruhigt, dass es einem Rezensenten ähnlich wie mir erging: Man braucht 50 Seiten, bis man sich reingelesen hat. Es könnte auch gerne etwas kürzer sein.

Tellkamp beschreibt kafkaeske Szenen, in denen Untertanen bei der Verwaltung vorsprechen und schikaniert werden: “Ich habe jetzt nur ihre Geige begutachtet, Bürgerin. Für eine Freigabe des Bogens müssen Sie sich wieder hinten anstellen.” Oder die alltägliche korrumpierende Tauschwirtschaft: Herztabletten gegen Christstollen, Arzneimittellieferung gegen Schreibmaschinenreparatur, ordentlicher Weihnachtsbaum gegen Nikolaus spielen vor den Kindern des Försters.

Eine ganz andere DDR als die, die durch die Internet-Leserkommentarspalten der Tageszeitungen, die Blogs der Ehemaligen oder Kommentare von Dr. Gysi in den Potsdamer Neuesten Nachrichten wabert.

Nachtrag 9.11.08

Bei ocelot.de – digitale Bücher – hat u.a. der Christian Links Verlag zahlreiche seiner DDR-Bücher gegen Entgelt als pdf oder mit digitalem Leserecht eingestellt. Gerade bei vergriffenen Büchern ist das sehr hilfreich.

Der URL war am 23.1.11 nicht zu erreichen!

Update 20.11.08:

Für Ostalgiker bringt die Deutsche Post AG in ihrer Medaillensammlung eine Gedenkmünze zur Zwangsvereinigung von KPD und SPD heraus.

Update 22.11.08:

Die Post AG hat ihre Geschmacklosigkeit erkannt und zieht die Gedenkmünze zurück. Ob sie jetzt der von der SED eingesperrten Sozialdemokraten mit einer “polierten Platte” gedenkt? Die Ostalgiker haben jetzt ein Kultobjekt.

Update 23.11.08:

Die Beschäftigung mit der DDR-Aufarbeitung bringt es mit sich, dass ich verfolge, wie man im Osten mit der Vergangenheit umgeht. Dass Demokratie und Rechtsstaat verunglimpft werden, ist normal. Dass die Neokommunisten im politischen Alltagsgeschäft die DDR-Aufarbeitung kräftig behindern, kann im Lokalteil  der Zeitungen verfolgt werden.

Das berühmte Panzerdenkmal, das alle Interzonenreisenden vom Vorbeifahren in Dreilinden kennen, muss dringend renoviert werden. Da die Russen den Panzer 1990 abgebaut haben, stellte ein Künstler einen sowjetischen Schneepflug auf, den er rosa anmalte.

Im zuständigen Kleinmachnower Stadtparlament fand die Linkspartei die Renovierung höchst überflüssig und sorgte dafür, dass die Mittel gesperrt wurden.

Die Schauspielerin und Regisseurin Katharina Thalbach äußert sich weiterhin, diesmal in der FAZ v. 21.11., verächtlich über die Demokratie in Deutschland (“verlogen”, Tagesspiegel/PNN v. 6.8.08). Jetzt hat sie ein neues Element der DDR-Verklärung eingeführt: Man hätte öfter Sex gehabt und mehr gelacht.

Wenn man die Zahl der Scheidungen und Abtreibungen nimmt, könnte sogar was dran sein. Da produzierte die Deutsche Demokratische Republik nämlich höhere Zahlen als die kapitalisistisch-faschistische BRD.

Gewiss war die kecke Bemerkung auch provozierend gemeint. Deswegen ist eine provozierende Anmerkung ebenfalls zulässig: Die Lebenserwartung in der DDR war kürzer als in BRD. Bei Frauen betrug der Unterschied laut Statistischem Jahrbuch 24 Monate. Da musste man sich ranhalten…

Dass der Unterschied nach fast 20 Jahren auf vier Monate geschrumpft ist, ist den Potsdamer Neuesten Nachrichten die Schlagzeile “Wer im Osten lebt, stirbt früher” wert.

Der Psychiater Hans-Joachim Maaz steuert noch eine Beobachtung bei: Im Angesicht der so beliebten FKK-Kultur in der DDR habe man sehen können, dass das realsozialistische Experiment nicht nur zu psychosomatischen Störungen geführt habe, sondern auch zu körperlichen Deformationen. (H. J. Maaz, Der Gefühlsstau. Ein Psychogramm der DDR, p. 37).

Mutig finde ich den Generalstaatsanwalt von Brandenburg, Erardo Rautenberg. Er kritisiert nämlich die Geschichtspolitik des Landes Brandenburg am Beispiel des Gedenkstättenkonzepts für das Zuchthaus der Stadt Brandenburg. Das Land will lediglich eine Euthanasiegedenkstätte einrichten. Dass das Gefängnis eine der größten Haftanstalten der DDR war, in der auch gefoltert wurde, interessiert nicht.

Ein – differenzierender – Vergleich der beiden deutschen Diktaturen ist hier im Osten verpönt. Die DDR Diktatur zu nennen, gilt schon als unkorrekt.

Update 6.12.08:

Erfreulich ist, dass das Stadtparlament in Potsdam erneut eine Stasi-Überprüfung seiner Abgeordneten beschlossen hat.

Dafür wird die Außenstelle der Birthler-Behörde geschlossen.  Die einzige Außenstelle in den neuen Ländern, die geschlossen wird. Da Brandenburg auch das einzige neue Bundesland ist, das keinen Stasi-Landesbeauftragten hat, glaubt man wohl die Aufarbeitung der Diktatur für beendet erklären zu können.

So wird Brandenburg die Geister der Vergangenheit nicht los. Es gibt ein jüdisches Sprichwort, das besagt:  Das Geheimnis der Erlösung liegt in der Erinnerung.

Siehe weitere Eintragungen u. a. unter DDR 4

Nachtrag 3.9.09

Der frühere DDR-Sexualfachmann Segfried Schnabl sieht laut Berliner Zeitung (zit. v. Michael Jürgs in Potsdamer Neueste Nachrichten v. 3.9.09) keine wesentlichen Unterschiede im Sexualverhalten der West- und Ostdeutschen. Er hält die Ostfrauen allerdings für “Orgasmus fähiger”. Ist es das, was Frau Thalbach gemeint hat?

 

Medienkiste DDR (2): Noch mehr Bücher!

Ich habe die Medienliste “Ampelmännchen und Todesschüsse” verändert ( Stand: 15.03.09 ).

Hier kann man die Liste und eine Handreichung ansehen. Download gerne nach Rücksprache. In Hessen kann die Medienkiste an drei Schulstandorten ausgeliehen werden und 2009 ist geplant, mehrere Kisten für Schulen auszuloben.

Raus sind Ulrich Plenzdorf (wegen Daniela Dahns Beitrag zur Planwirtschaft) und Jana Hensel (Die reist in den aufregenden Jahren nach der “Wende” in der Welt herum, erzählt das aber nur nebenbei. Wichtig ist vor allem, dass es in der Heimat keine Wertstoffsammlung mehr gibt und ihr Schulweg sich verändert hat.

Neu ist Stefan Wolle. Und wieder entdeckt habe ich den Wirtschaftsprofessor Werner Obst, der 1969 “rübermachte”.

Es ist die Erfahrung, die man schon früher, bei anderen Bücherkisten, machen konnte: Der Buchmarkt ist flüchtig. Was vergriffen ist, ist vergriffen. Da wäre book on demand gut. Die Bibliotheken hier in Brandenburg haben die einschlägige Literatur auch nicht gerade im Übermaß. Ein ebenfalls vergriffenes, sehr gutes Buch – “Stasi auf dem Schulhof” – habe ich im Brandenburger Verbundkatalog kein einziges Mal gefunden, in Berlin einmal. Im Antiquariat wird es für 60 € gehandelt. Ich habe es sehr viel billiger auf dem Bücherflohmarkt des Zentrums für zeitgeschichtliche Forschung hier in Potsdam gefunden. Die haben es sicher nochmal im Bestand, das ist ein angesehenes Institut. Dennoch, eine sicher unabsichtliche Pointe: Der Leiter des Zentrums sagt, man solle sich sich nicht mehr so intensiv(?) mit der Stasi und den Gefängnissen beschäftigen, sondern mit dem Alltag der Menschen. (Er will allerdings dabei die alltäglichen Erscheinungsformen der Diktatur nicht unter den Tisch fallen lassen.)

In Potsdam sind wir ausgewogen: Die Stadt ehrt mit den Stimmen der Postkommunisten einen verstorbenen Bürgerrechtler. Im letzten Jahr dagegen wurde im Stadtpark (Heimlich, keiner will es gewesen sein!) eine Leninbüste aus der Hinterlassenschaft der Roten Armee im Volkpark neu aufgestellt. (Die russische Botschaft in Berlin hattte ihre Lenin-Büste im Vorgarten schon Mitte der 90er abmontiert.)

Die Auseinandersetzung um die Rezeption der SED-Diktatur ist aufregend. Die wohl allseits bekannte Untersuchung zum Kenntnisstand der Schüler sollte ursprünglich vom Berliner Senat mitfinanziert werden. Der hat dann aber abgesagt. Und anschließend ein Gutachten in Auftrag gegeben, das die Methodik der Studie in Grund und boden verdammt. Brandenburg hatte gar nicht erst zugesagt. Noch ein paar Details. (Der Professor war gerade zu einem Vortrag in Potsdam.) Ostberliner und Brandenburger Schüler schneiden besonders schlecht ab. NPD- und Linksparteinahe Schüler haben dasselbe positve DDR-Bild.

Professor Schroeder, FU, erzählte übrigens, dass die Statistik vom Umtausch der Ost-Sparbücher bei der D-Mark-Einführung nicht mehr auffindbar sei. Die besagte, dass 10% der DDR-Bürger 60% des Sparvermögens auf dem Konto hatten. Fast dasselbe Zahlenverhältnis habe ich kürzlich bei der Vermögensverteilung in Deutschland gelesen.

Update 30.5.

Neu entdeckt habe ich David Ensikat, Kleines Land große Mauer. Die DDR für alle, die (nicht) dabei waren. Piper,München 2007.

Ensikat erzählt so einfach, dass es schon ein aufgeweckter Grundschüler verstehen könnte, wenn im Kinderfernsehen daraus vorgelesen würde. Also eigentlich gut geeignet für 16/17jährige, die nicht sonderlich am Thema interessiert sind. Er spricht die Schattenseiten des Regimes offen an, z. B. dass in Gefängnissen “gequält” wurde, dass Kinder wegen des fehlenden Umweltschutzes öfter krank waren, dass die DDR 1988 pleite war u.a.

Manches fällt aber auch der Vereinfachung zum Opfer: “Solange es die DDR gab, herrschte Frieden in Europa.” Dass die SED aus einer Zwangsvereinigung von SPD mit KPD entstanden ist, erschließt man relativ spät im Buch.

Die Kapitel sind nicht zu lange, die Überschriften motivieren zum Lesen, es wird auch fast alles angesprochen. Dennoch bleibt ein Unbehagen. Die vereinfachte Erzählweise, der lockere Plauderton lassen die Sache SED-Diktatur bekömmlich werden, obwohl er auch über Todesschüsse, Gefängnisse und militaristisches Schulwesen schreibt.

Die Vereinfachung hat ihre Tücken. Ein Argumentationsmuster, das auch in anderen Büchern vorkommt: Der Antipode des Sozialismus ist der Kapitalismus. Und zwar der, den Karl Marx beschrieben hat. Bei Ensikat heißt das: “Tatsächlich kann man ja fragen, ob man die Wirtschaft nicht besser organisieren kann als im Kapitalismus, wo jeder sich um seine Sachen kümmert und kaum jemand darauf achtet, wie alles zusammenpasst.” (S. 103) Vor dem Hintergrund “des” Kapitalismus erscheinen der real existierende Sozialismus und seine Akteure, ob gewollt oder nicht, in milderem Licht. Sie hatten die besten Absichten, die Sache ist ein wenig aus dem Ruder gelaufen.

“Der Nationalsozialismus ist an sich eine gute Sache, nur das mit den Juden hätte man nicht machen sollen”, pflegte einer meiner Vorfahren zu sagen.

Ich suche nach einem Buch, das so viel Verständnis für die kapitalistische Welt und ihre Fehlentwicklungen aufbringt, wie einige Bücher für die DDR. Nach mancher Lektüre habe ich das Gefühl, ich dürfte den Ulbrichts, Honeckers, Mielkes nicht böse sein, sie haben es letztlich gut gemeint. Ich suche nach einem Buch, das erklärt, was im “kapitalistischen System” möglich ist oder sein kann: Umweltschutz, Sozialpolitik, (Gegen-)öffentlichkeit, Freiheitsrechte, Kartellämter, EU statt RGW. Das mag alles nicht optimal laufen. Aber eine Chance müsste “der” Kapitalismus doch auch mal bekommen. Und nicht nur die Diktatur der Arbeiterklasse.

Update 4.6.08

“Betroffenen-Literatur” nennt eine Historikerin Bücher von Opfern der SED-Diktatur. Diese ergäben kein treffendes Gesamtbild der Diktatur.

Man stelle sich vor: “Das Tagebuch der Anne Frank” = Betroffenen-Literatur? Das gäbe einen Aufschrei. Vom Holocaust reden wir gar nicht erst? (Mary Fulbrook, Verarbeitung und Reflexion der geteilten Vergangenheit seit 1989, in:Christoph Kleßmann u. a. (Hrsg.), Deutsche Vergangenheiten – eine gemeinsame Herausfor­de­rung, Berlin, 1999, pp. 286 -298)

Update 15.7.08

Christian von Ditfurth, Die Mauer steht am Rhein. Deutschland nach dem Sieg des Sozialismus, Köln, 2. Aufl. 2007 (1999):

Was wäre, wenn …

1989 die DDR Westdeutschland übernommen hätte?

Richtig, die Versorgung der werktätigen Bevölkerung mit Konsumgütern wäre ein Problem geworden. Aber nicht nur das. Verblüffend schlüssig erfindet Ditfurth eine ganz andere Wende. Nicht alle westdeutschen Politiker treffen sich im Exil in Zürich.

Update 7.8.08:

Ein Potsdamer Lehrer möchte der Landeszentrale für politische Bildung die Weitergabe des Buches “Die russische Revolution 1917 -1921 von Jörg Barberowski u.a. verbieten. Da drin steht nämlich, dass die Oktoberrevolution nichts anderes als der Putsch einer kleinen, gewaltbereiten linksextremistischen Sekte war.

Wer mit dem Mythos der glorreichen sozialistischen Oktoberrevolution aufgewachsen ist, hat da seine Probleme.

Wer sich fragt, warum Potsdamer Schüler die DDR für ein Land halten, in dem Milch und Honig floßen, findet bei diesem Lehrer eine Antwort.

Update 15.8.08

Ein Schnellkurs zu Kapitalismus und Kommunismus hier.

Update 20.8.08

Michail Ryklin, Kommunismus als Religion. Die Intellektuellen und die Oktoberrevolution, Frankfurt/Main und Leipzig 2008,

ist eine hervorragende Darstellung des Sowjetkommunismus unter Lenin und Stalin (Mit einem Nachwort zu Russland unter Putin).

Ich werde dem philosophisch und theologisch argumentierenden Philosophieprofessor Ryklin nicht gerecht, wenn ich jetzt nur auf die erstaunlichen äußeren Parallelen verweise: Kult, Dogmatik, Unfehlbarkeitsanspruch, Erlösungs- und Paradiesvorstellungen, Inquisition, Vernichtung der Un- oder Andersgläubigen.

Ryklin setzt sich mit den “Rückkehrerberichten” der begeistert aus Europa anreisenden Intellektuellen in das neue Mekka Moskau auseinander: Ignazio Silone, Bertrand Russell, Lion Feuchtwanger, Arthur Koestler, André Gide.

Sie alle kehrten ernüchtert, erschrocken, entsetzt zurück, angesichts des Scheiterns des kommunistischen Experiments.

Sie bagatellisieren (Brecht: “Schönheitsfehler”) den Terror, nehmen ihn schlicht nicht zur Kenntnis, werden als Abtrünnige diffamiert, versuchen, die Heilsversprechen von der sozialen Gleichheit und dem neuen Menschen trotz der bolschewistischen Deformation zu bewahren.

Selbst Stalins Schauprozesse sieht Ryklin als Inkarnation der bolschewistischen Glaubenslehre. Die Todesurteile gegen angebliche Verräter, die Lenins Weggefährten (und ihre Frauen und Kinder) haben nicht die geringste juriatische Qualität, sie werden in einer Inszenierung gefällt, an der die abtrünnigen Gläubigen mitwirken, z. T. die Drehbücher schreiben (Radek) und so noch ihren eigenen Tod als Opfer für die geliebte Partei verstehen.

Bleibt zu hoffen, dass die beliebte Schauspielerin und Regisseurin Katharina Thalbach, die eine christliche Jugend erlebte, das Buch einmal in die Hand bekommt. Sie nämlich ist “froh, bei dem Experiment DDR dabei gewesen zu sein” (Potsdamer Neueste Nachrichten v. 6.8.08).

Dabei wurden sie und ihr Mann Thomas Brasch (Von seinem Vater, einem DDR-Minister denunziert) von der SED ziemlich drangsaliert.

Aber Gläubige sind rationalen Argumenten nicht zugänglich. Karl Radek wurde mit einem seligen Lächeln auf den Lippen nach Sibirien geschickt. Dort wurde er von seinen Mithäftlingen erschlagen. Seine Frau und seine Tochter wurden, entgegen einer Zusicherung Stalins, erschossen.

Das Buch habe ich mir per Fernleihe aus Schwerin holten müssen!

Nachtrag 25.8.08

Der rot-rote Berliner Senat hat ein Stiftungsgesetz beschließen lassen. In der Stiftung sollen die Mauergedenkstätte in der Bernauer Straße und die „Erinnerungsstätte“ Notaufnahmelager Berlin-Marienfelde zusammengeführt und die Arbeit der Träger beider Gedenkstätten rechtlich besser gestellt werden.

Der erste Satz des Gesetzes lautet: „Zweck der Stiftung ist es, die Geschichte der Berliner Mauer und der Fluchtbewegungen aus der DDR sowie Übersiedlungen in die DDR als Teil und Auswirkung der deutschen Teilung … zu dokumentieren.“ (Ich finde leider keinen News-Link, außer zu einem NPD-Blättchen!)

Die Aufwertung der West-Ost-Migration (wie es die Wissenschaftler sachlich nennen), ist wieder ein bemerkenswerter Schritt zur Verklärung der SED-Diktatur.

Da bleibt nur zu hoffen, dass die nunmehr aufgewertete Einwanderung in die DDR korrekt dargestellt wird.

An sich wäre das Thema zu vernachlässigen. Die Zahlen (Westangaben: 470.000, SED-Angaben: 670.000) sind unzuverlässig, da im Westen die Meldeplicht nicht immer befolgt wurde, im Osten auch vorübergehende und mehrmalige Besuche dazugezählt wurden!!)

Bei den “DDR-Einwanderern” handelt es sich in der Mehrzahl der Fälle um jüngere DDR-Flüchtlinge, die aus Westdeutschland wieder zu ihren Familien und in ihre Heimat zurückkehrten. Von diesen “Einwanderern” hat bis 1961 die Hälfte die DDR erneut verlassen.

Vielleicht machen die Museumspädagogen eine Rechenaufgabe daraus: Wenn die “DDR-Immigranten” überwiegend Rückkehrer sind, steckt ihre Zahl ja auch schon in der Zahl der “Ost-West-Migranten” (3,3 Millionen). Wenn sie dann ein zweites Mal “rübermachten” (nach Westdeutschand natürlich), sind sie wiederum als DDR-Flüchtlinge gezählt worden. Wer errät die Wanderungsbilanz?

Für fortgeschrittene Rechner: Von den Flüchtlingen aus Gebieten jenseits der Oder blieben 3 Millionen in der DDR. Sie wurden in der SBZ/DDR Umsiedler genannt, um das Wort Vertriebene zu vermeiden. Die Wanderungsbilanz wäre dann 300.000 Westwanderer in 50 Jahren. Nicht zu vergessen: 600 Menschen wurden vom MfS aus Westdeutschland entführt.

Auf die Dokumentation in Marienfelde bin ich sehr gespannt.

Dr. Gysi wird demnächst behaupten können, dass die Zahl der DDR-Flüchtlinge maßlos überhöht ist. Parteivorsitzende Lafonataine arbeitet auf einer anderen Baustelle: Die Vereinigung von KPD und SPD zur SED 1946 sei vor allem ein Anliegen der SPD gewesen.

Nachtrag 4.9.08

Die “Bewältigung” der DDR schreitet voran: Die Minister der letzten DDR-Regierung Ulrich de Maizière erhalten eine Ehrenpension. Bei allem Respekt vor diesem einzigen nichtkommunistischen DDR-Kabinett, ein Bundesverdienstkreuz hätte gereicht.

Gleichbehandlung ist gewahrt: Sie müssen mindestens 6 Monate Minister gewesen. Auch Opfer der SED-Diktatur erhalten ab 6 Monaten Haftzeit eine Entschädigung. Wer “nur” 5 Monate in Bautzen gesessen hat, geht leer aus.

Nachtrag 17.9.08

Die Beschäftigung mit der DDR-Geschichte wäre ein eigenes Blog wert.

In Potsdam soll eine Straße nach dem ersten (CDU-) Nachkriegsbürgermeister Köhler benannt werden. Er wurde in Moskau erschossen.

Eine Linksparteiabgeordnete enthält sich.

In Petzow bei Werder steht ein Gedenkstein für einen von den Nazis ermordeten Antifaschisten, den Ingenieur Mehlhemmer.

Ich gehe der Sache nach und stoße auf einen exemplarischen Fall von SED- und Nachwende-Geschichtspolitik: Die SED gedenkt des Mannes und lässt die Ehefrau nach Sibirien in den GULag bringen. An ihr Leid erinnert bis heute kein Gedenkstein.

Nachtrag 6.12.08

Der Frau Mehlhemmer wird jetzt doch gedacht. Nachdem die “Potsdamer Neuesten Nachrichten” kein Interesse an meiner Recherche hatte, hat die “Märkische Allgemeine” das Thema aufgegriffen.

Die Stadtverwaltung Werder wird aktiv!

Gedenktafel Ehepaar Mehlhemmer

Nachtrag im Nachtrag: Die Gedenktafel steht!

Nachtrag 2.2.09

Eine persönliche Bemerkung sei mir erlaubt:

Ich erlebe hier in Potsdam hautnah, wie die DDR weichgespült wird, wie kuschelig, umweltfreundlich und sozial sie dargestellt wird.

Vorneweg marschiert dabei die Linkspartei mit ihren Verbänden, Verlagen, Stiftungen und  Zeitungen und, soweit sie regiert, mit politisch-administrativen Mitteln.

Ich sehe aber auch hier die zahlreichen Initiativen, Gruppen, Vereine und Einzelpersonen, die, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, die wachsende Ablehnung von parlamentarischer Demokratie und die Verklärung der SED-Diktatur zu stoppen versuchen. Besonders erwähnenwert in Potsdam: Die Malteser mit einer ganzen Palette an “Forschungs”-AGs zur DDR-Geschichte für Kinder und Jugendliche.