Vorankündigung: Schulbibliothekstage in Berlin und Hessen

LAG_logoIn Hessen, dem Mutterland der deutschen Schulbibliothekstage, findet in einem Jahr, im Frühjahr 2015, der 22. Hessische Schulbibliothekstag in der Europäischen Schule Rhein-Main in Bad Vilbel statt. (Genauer Termin folgt.) Die LAG-Mitglieder sind ab sofort auf der Verbandshomepage aufgerufen, Vorschläge für das Programm zu machen. Der zweijährlich stattfindende Kongress bietet über 30 Seminare und Workshops sowie einen “Markt der Möglichkeiten” mit Ständen rund um Leseförderung, Medien und Schulbibliothek. Natürlich kann die Schulbibliothek der Europäischen Schule besichtigt werden.

logo agsbbIn Berlin-Grünau findet am 24. Mai 2014 der 5. Berlin-Brandenburger Schulbibliothekstag statt. Nach einer zwischenzeitlich einjährigen Folge wird auch er wieder zweijährlich stattfinden. Zurzeit wird vom neuen AGSBB-Vorstand das Programm erarbeitet. Die Schulbibliothek der Grünauer Gemeinschaftsschule gehört zum Schulbibliotheksnetz von Treptow-Köpenick. Auch darüber gibt es Informationen aus erster Hand. (Ich werde ein Seminar über Unterricht in der Schulbibliothek anbieten.)

Fotos vom 21. Hessischen Schulbibliothekstag 2013

Was wäre ein solches Großereignis ohne Fotos, die erkennen lassen, dass es wieder eine gelungene Veranstaltung war. (Siehe dazu insbesondere das Foto vom Stimmungsbarometer.)

Fotos: CBS, Gabi Brée u. a.

Und hier die Fotos von Ilona Munique, der Referentin des gut besuchten Workshops zum Crowdfunding.

Wieder ein gelungener Hessischer Schulbibliothekstag

Die Frühlingssonne schien am 2. März in Lollar bei Gießen auf die – wenn man  Referent/-innen und das Organisationsteam mitzählt – 300 Teilnehmer/-innen aus den Schulbibliotheken des Landes. Zu den ersten Sonnenstrahlen passte der Swing, mit dem die Schul-Combo die Ankommenden begrüßte.

Die Bibliothek der Clemens-Brentano-Schule beherbergt eine kombinierte Stadt- und Schulbibliothek, die von den Städten Lollar und Staufenberg getragen wird. Sie liegt genau zwischen den beiden Städten. Auf diese Weise kam die Schule zu einer beeindruckend großzügigen, auch personell bestens ausgestatteten Einrichtung. (Da die Stadt Staufenberg Haushaltsschwierigkeiten hat, gerät das gemeinsame Projekt aber wohl in Turbulenzen.) Die Schulbibliothek wird – neben anderen, die am Wettbewerb “Schulbibliothek des Jahres” teilgenommen haben – in der Broschüre “LAG-Report 2013” vorgestellt. Die wurde auf den Tag genau zum Schulbibliothekstag fertig.

LAG-Vorsitzender Hans Günther Brée hatte wieder ein breit gefächertes Programm zusammengestellt. Dem Tagungsmotto “Lesen geht immer” entsprechend gab es diesmal besonders viele Angebote aus den Bereichen Leseförderung, Kreatives Schreiben sowie Kinder- und Jugendliteratur.

Um einige Highlights zu nennen: Manuela Hantschel´s hinreißende Leseglück-Seminare waren viel gefragt. Ilona Munique motivierte unwiderstehlich zum Crowdfunding für Schulbibliotheken, Angelika Schmidt-Rößer und Monika Gumz gaben Leseförder-Tipps. Monika Gumz sprang sogar noch für die “Grundlagen der Schulbibliotheksarbeit” ein, da die ursprünglich vorgesehene Referentin erkrankt war. Für die LITTERA-Anwender waren der Leiter des Medienzentrums Friedberg, Stephan Wülfing und seine Mitarbeiter sowie Albert Unterkircher, Geschäftsführer der LITTERA GmbH, anwesend. Auch Rolf-Reiner Laasch, der die Servicestelle “EDV für Schulbibliotheken” aufgebaut und zwei Jahrzehnte erfolgreich geleitet hat, war da.

Unter den Ausstellern waren u. a. der Arbeitskreis Jugendliteratur und Medien in der GEW Hessen und onilo.de. Dieses Mal war auch die LAG Schulbibliotheken selbst unter den Ausstellern, mit ihren Publikationen, Plakaten und Lesezeichen, einer Neuauflage der beliebten Miniatur-Bücherschränkchen, die als Spardose genutzt werden können, und der “Karte des Bücherlandes“, die die LAG nachdrucken durfte.

Das Einführungsreferat hielt die Medienprofessorin Dr. Gudrun Marci-Boenhnke. Sie sprach über die gemeinsame Verantwortung von Bibliotheken, Kindertagesstätten und Schulen für moderne Leseförderung. Bibliothekarinnen müssten lernen, mit der Zeit zu gehen. Als Leseförderinstanz würden Bibliotheken zu wenig wahrgenommen. Leseförderung sei leider bisher kein Bestand der Bibliothekarsausbildung. Den Schulen empfahl sie, sich mehr um Sponsoren in der örtlichen Wirtschaft zu bemühen.

Für das Hessische Kultusministerium sprach die Referatsleiterin Medien, Frau Miehle,  die für Schulbibliotheken zuständig ist, ein Grußwort. Aus den Nachbarländern waren Kurt Cron (Rheinland-Pfalz), Julia Rittel (NRW) und Dr. Andreas Müller (Niedersachsen) gekommen. Es war zu hören, dass demnächst weitere Schulbibliothekstage in Deutschland veranstaltet werden. Die neue Leiterin des hessischen “Projektbüros Schulbibliotheken”, einer dem Kultusministerium nachgeordneten Einrichtung, Jean Rossa, wurde schon als Referentin eingeladen.

LAG-Vorsitzender Brée kann erst einmal durchatmen und den Erfolg genießen. Glücklicherweise gibt es den Zweijahresrhythmus, es ist also erst einmal eine einjährige Pause angesagt, bevor 2014 die Planung des HSBT 2015 beginnt. “Pause” stimmt nicht ganz, da auf dem Schulbibliothekstag für 2013 ein neuer LAG-Wettbewerb (unterstützt von “Der Bildungspate”)  angekündigt wurde.

Last call: Anmeldung zum 21. HSBT

Für den Hessischen Schulbibliothekstag am 2.3. 13 ist Mitte Februar offizieller Anmeldeschluss. Schließlich brauchen wir für den Caterer und anderes rechtzeitig genaue Teilnehmerzahlen. Natürlich ist, wie alle Jahre wieder, auch danach noch in Grenzen eine Anmeldung möglich, sogar ohne Preisaufschlag. Kenner wissen, dass sie durch den ermäßigten Eintritt, das Mittagessen, die Seminare und die Give-Aways den Jahresbeitrag zur LAG wieder “hereinholen”.

Seit über 25 Jahren gibt es die Mutter aller deutschen Schulbibliothekstage. Ich verrate kein Geheimnis: der Hessische Schulbibliothekstag ist schon in der Verlängerung! Es wird nicht ewig damit weitergehen, dass die LAG im deutschen Schulbibliothekswesen.eine Vorreiterrolle spielt.  Am – verdienten – Ruhestand kommt keiner vorbei. Auch der LAG-Vorsitzende hat ihn verdient.

 

 

Vorankündigung 21. Hessischer Schulbibliothekstag 2013

LAG-Vorsitzender Hans Günther Brée schreibt:

“Der 21. Hessische Schulbibliothekstag mit – wieder – über 30 Workshops zu den Themen Leseförderung, Medienerziehung und Bibliothekspädagogik findet am 02.03.2013 in der Clemens-Brentano-Europaschule in Lollar (bei Gießen) statt.

Wir freuen uns, dass wir für einen der Workshops Antje Damm, die bekannte Kinderbuchautorin und Illustratorin, gewinnen konnten, die am kommenden Donnerstag den Kinderbuchpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für ihr Kinderbuch „Hasenbrote“ erhalten wird; ihr Workshop heißt „Philosophieren mit Kindern anhand von Kinderbüchern…“

Die Einwahlen für den Schulbibliothekstag erfolgen wieder online über unsere Homepage, auf der Sie auch dann das gesamte Programm und alle Details zur Veranstaltung erfahren werden. Die Einwahlen werden voraussichtlich ab Mitte Januar erfolgen. – Unsere Homepage hat ein neues Gesicht, vielleicht schauen Sie vorher schon einmal rein – und werden Mitglied, falls noch nicht geschehen.”

 

 

“Tatsächlich was Neues gelernt!” Fotogalerie vom 20. HSBT 2011

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Die Headline ist ein Eintrag auf der “Kritikwand”. Hier die vollständige Liste:

•             Tatsächlich was Neues gelernt

•             Breitgefächertes Angebot

•             Spitze! Workshops von Schule exzellent vorbereitet

•             Toller Vortrag von A. Steinhöfel

•             Sehr schöne Bibliothek

•             Hat mir sehr gut gefallen!

•             Vielfältige Infos und Kontakte

•             Tolle Organisation und Bewirtung

•             Der Austausch tut immer wieder gut

•             Super Organisation und reibungsloser Ablauf: Dankeschön!

•             Wirklich sehr interessant und spannend!

•             Liebevolle Gastgeber; sehr gut!

•             Referentinnen sehr überzeugend

•             Gut gelungen, vielen Dank!

•             Sehr gute Workshops!

•             Genau!

•             Der Samstag hat sich gelohnt! Viele gute Tipps für die Bibliothek

•             Viele Anregungen bekommen

 

Das war der 20. Hessische Schulbibliothekstag

Plakat der Lahntalschule zum 20. HSBT

Schade, dass der 20. Schulbibliothekstag so schnell vorbei war. Es war ein Kongress, wie er sein sollte.

Bei frühsommerlichen Temperaturen saßen Teilnehmer/-innen in der Mittagspause unter Sonnenschirmen auf dem Schulhof. Schulhof? Anderswo wäre dies die Gartenterrasse eines Ausflugslokals. Das Gymnasium Lahntalschule liegt in einer Landschaft, in der man Urlaub machen kann.

Der Bürgermeister von Biedenkopf – das Stadtschloss war auf dem Berghang im Hintergrund zu sehen – sprach erfrischend kenntnisreich über Schulbibliotheken, der Kulturdezernent des Kreises war gekommen und zum zweiten Mal bei 20 Tagungen begrüßte eine Dezernentin des zuständigen Staatlichen Schulamtes. Der Abteilungsleiter für Schulentwicklung aus dem Kultusministerium, Jörg Meyer-Scholten, vertrat die Kultusministerin. Stattdessen lädt sie zur Übergabe des Preises „Schulbibliothek des Jahres“ am 5.5. in ihr Haus ein. Herr Meyer-Scholten kennt das Thema, zu seiner Abteilung gehört das Schulbibliotheksreferat. Er würdigte die Leistungen der LAG, die Anstrengungen der Schulträger und die Kooperation zwischen LAG, dem Ministerium und den schulbibliothekarischen Einrichtungen des öffentlichen Bibliothekswesens.

Den Vogel bei den Grußworten schoss der Leiter der gastgebenden Schule, Dr. Eberhard Scholl, ab. Er erzählte die Geschichte aus dem Bilderbuch „Das ist ein Buch“ von Lane Smith. (Link s. u.)

Die Lahntalschule hat u. a. Musik als programmatischen Schwerpunkt. Die Klasse 6b trat als veritables Orchester auf und umrahmte diesen Programmteil.

Grußworte auf Schulbibliothekstagen sind willkommen. Die gastgebende Schule soll auf sich und ihre Bibliothek/Mediathek aufmerksam machen können. Der Hessische Rundfunk nahm in seinem Kulturprogramm Notiz von der Veranstaltung und die regionale Presse grüßte mit der immerhin halbrichtigen Schlagzeile „Mekka der Bibliothekare“. Der Weltschulbibliotheksverband IASL gratulierte zum Jubiläum und Lourense Das von ENSIL war als Teilnehmerin dabei. Ihr Bericht oben hinter dem Flaggensymbol!

Autor Andreas Steinhöfel, Ex-Schüler der Lahntalschule und ihr durch Lesungen und Gespräche verbunden, hielt einen hinreißenden Vortrag: „Autor, Bibliothek, Leser: Wer verliert sich zuerst im Dschungel multimedialer Möglichkeiten?“ Ein Kontrapunkt zum Tagungsthema „Zukunftsmodell Buch!? – Von der Schulbibliothek zur Mediathek“? Steinhöfel beklagte den Sprachverfall im digitalen Zeitalter. Piktogramme und Akronyme verdrängten die orthographisch richtige, differenzierte und verständliche Schriftsprache. Er machte sich lustig über renommierte Verlage, die mit „Klingelbüchern“ und sprechenden Kugelschreibern das Lesen zu fördern glauben.

Die Digitalisierung der Schulen schreite voran. Die Schulaufsicht reagiere mit der Forderung, wenigstens einmal pro Schuljahr eine Exkursion in den Wald zu machen, Lernziel: Die Natur mit allen Sinnen begreifen. Der Berliner Senat gebe über eine Million € für Medienkompetenzschulung von Eltern, Lehrern und Schülern aus, nachdem man endlich von dem schon lange bestehenden Treiben von IShareGossip Kenntnis erlangt habe. Die wahre Medienkompetenz zeigten dagegen Schüler, die den Server durch lange Wikipedia-Einträge überschwemmten. (Link zu seinem Redetext s. u.)

Auch aus dem Workshop des Autors kamen die Teilnehmer/-innen mit leuchtenden Augen. Dabei mutete er den Lehr/-innen bissige Bemerkungen zu: Sie läsen seine Bücher mit der didaktischen Schere im Kopf, im Hinblick auf die unterrichtliche Verwertbarkeit. Aber auch manche Eltern sähen im Schriftsteller einen Produzenten von Gefälligkeitsliteratur: „Schreiben Sie doch mal was, das mein Junge liest!“

Aber auch die anderen, über 30 Workshops wurden von den fast 300 Teilnehmer/-innen gelobt. Helga Hofmann von der schulbibliothekarischen Arbeitsstelle der Frankfurter Stadtbibliothek legte die Grundlagen der Schulbibliotheksarbeit dar, wie immer einer der meistgefragten Workshops.

Die Lahntalschule steuerte gleich fünf Referentinnen und Referenten bei, u. a. zu Leseförderung, Textszenarien und literarischem Schreiben. Alle praxisorientiert, zur Anregung und Umsetzung im eigenen Unterricht gedacht. Auch die Berichte aus dem Schulbibliotheksalltag waren begehrt: Pia Weidl, Heidi Heuß und Helga Roth berichteten. „Bibliothekseltern“ gaben ihre Erfahrungen an ehrenamtliche Mitarbeiter/-innen weiter. Ilona Munique führte die Teilnehmer/-innen in die Geheimnisse der Sponsorensuche ein.

Die digitale Dimension der Schulbibliothek kam, dem Tagungsmotto folgend, nicht zu kurz: Smartboards und ihre Nutzung im Unterricht, multimediale Unterrichtsideen zu Bilderbüchern.

(Zum Nachlesen hier noch einmal das komplette Programm des 20. HSBT)

 

Für die hervorragende Organisation ist Günther Brée, Rolf Richter (beide LAG-Vorstand), Christoph Terno und Else Jahnert (beide Lahntalschule) herzlichst zu danken.

 

Die LAG-Vorständler hoffen sehr, dass dieser Schulbibliothekstag zu neuen Schul- und persönlichen Mitgliedern führt. Vor allem aber sind Menschen willkommen, die die Arbeit der LAG weiterführen.

Der 21. Schulbibliothekstag 2013 wird jedenfalls stattfinden. Eine gastgebende Schule ist schon (fast) gefunden!

Fotos vom Schulbibliothekstag hier!

Der Vortrag von Andreas Steinhöfel

(c) Joachim Boepple