Erinnerung: Zuschuss vom Kultusministerium

Was seit Generationen fehlt, ist eine solide, institutionalisierte Schulbibliotheksfinanzierung in Hessen. Das wird sich auch so schnell nicht ändern, denn der dbv sagt (mehrheitlich), es gibt doch öffentliche Bibliotheken, das Kultusministerium sagt, wir sind zwar nicht zuständig, aber da wir Euch 105% Lehrer/-innenkräfte zuweisen, bleiben doch ein paar Lehrer/-innenstunden für die Bibliothek übrig. Manche Landtagspolitiker/-innen und der oberste hessische Schulbibliothekar in der Landesfachstelle für öffentliche Bibliotheken setzen auf kombinierte öffentliche und Schulbibliotheken. Deren Zahl wächst seit Jahrzehnten so rasant (in der Ballistik: flache, geradlinig verlaufende, kaum ansteigende Geschossbahn),  dass man sie sogar unterm Mikroskop kaum sieht.

Aber es gibt jedes Jahr – und dafür muss man das Kultusministerium loben, eben weil es eigentlich nicht zuständig ist – kleine Zuschüsse (1.000 bis 2.000 €). Rein statistisch dürfte in hundert Jahren jede hessische Schule einmal einen Projektzuschuss erhalten haben.

Dazu bedarf es eines formlosen Antrages an das Hessische Kultusministerium, in dem ein geplantes Projekt der Schulbibliothek anschaulich dargestellt wird. Mehr dazu im zuletzt angegebenen Link.

Frankfurter Verein Bildungspate unterstützt Schulbibliotheken

Über 40 Frankfurter Schulen erhielten Medienpakete des Vereins “Der Bildungspate e. V.” Der Verein engagiert sich für mehr Bildung und für Leseförderung. In den letzten Jahren wurden über 40 Schulbibliotheken mit Medienpaketen unterstützt. Weitere Schulen erhielten finanzielle Unterstützung. Tim-Oliver Barkow  Jan Pfefferle vom Vorstand unterstützen auch den Preis “Schulbibliothek des Jahres” der LAG.

Newsletter 7 der LAG Schulbibliotheken in Hessen e. V. versandt

Der hids-Newsletter 07 2014

Zu den Newslettern 1-7

Die jüngste Mitgliederbefragung hatte ergeben, dass mehr Information gewünscht wurde. Die bisherige Kommunikation umfasste den jährlichen Rechenschaftsbericht des Vorstands, der auch auf die LAG-Homepage gestellt wurde, und die Mailing List “hids” (Hessischer Informationsdienst Schulbibliotheken). Letztere wurde nach 16 Jahren eingestellt und 2013 durch die hids-news ersetzt, die ca. dreimal im Jahr vom Vorstand an alle Schulen und alle Abonnenten versandt werden.

Neue Schulbibliothek in Gelnhausen

Foto mit freundlicher Genehmigung von www.hkr-architekten.de, Gelnhausen

Im Gelnhäuser Grimmelshausen-Gymnasium hat der Main-Kinzig-Kreises einen Neubau mit Schulbibliothek und Cafeteria errichten lassen. Der Journalist des Gelnhäuser Tagblatts ist begeistert von dem Entwurf der Architekten. U. a. schreibt er: “Die Schüler lieben die Bibliothek, halten sich hier gerne auf, recherchieren im Internet und verweilen zum Lesen in der gemütlichen Ecke mit Sitzsäcken. Offene Blickbeziehungen nach draußen durch halbhohe Regale in der Bibliothek, freie Raumgestaltung in der Caféteria, konsequente Linienführung in den Deckenpaneelen, der Beleuchtung und den Freiflächen machen dies zu einem Ort, an dem gerne gelernt wird, der inspiriert, einlädt und sich anpasst an die Anforderungen moderner schulpädagogischer Raumarchitektur. Auch knapp ein Jahr nach der Inbetriebnahme seien noch keine Zerstörungen oder Schmierereien zu entdecken. ´Wenn ich den Schülern einen Raum präsentiere, in dem sie sich wohlfühlen, dann gehen die Schüler auch genauso mit dem Raum um, wie wir es erwarten, und zerstören ihn nicht`, erklärte Architekt Claus Rollmann.”

Die personelle Betreuung obliegt der Schule.

Vielleicht findet man noch eine Lösung für die aus der Caféteria stammenden Küchengerüche im Lesesaal.

Auslobung des Hessischen Leseförderpreises 2014

Die Ausschreibung richtet sich an alle öffentlichen, gemeinnützigen Einrichtungen (haupt- und ehrenamtliche Bibliotheken, (Förder-) Vereine, etc.) in Hessen, die sich im Bereich der Leseförderung engagieren und dabei über den Standard der allgemeinen Bibliotheksarbeit hinausgehen. Gesucht werden Initiativen, die zwischen dem 1. September 2013 und dem 31. August 2014 realisiert worden sind und durch die Kinder und Jugendliche erstmals an die Bibliothek herangeführt wurden. Einsendeschluss für die Bewerbungsunterlagen ist der 31. August 2014. Nähere Informationen unter: Hessische Leseförderung beim Hessischen Literaturforum.

Die LAG Schulbibliotheken in Hessen e. V ist zwar Mitglied im Hessischen Literaturforum, aber diesen Preis bitte nicht verwechseln mit dem Preis “Schulbibliothek des Jahres” der LAG. Schulbibliotheken können sich anscheinend nicht bewerben. Als ich vor Jahren den Geschäftsführer fragte, ob die LAG sich bewerben dürfe, da sie einige Projekte der Leseförderung durchführe und Schüler an Schulbibliotheken heranführe, wurde ich von ihm ausgelacht.

Die Saat geht auf!

Schulbibliothekstage gibt es inzwischen zuhauf. Die hessische Initiative von 1987 wirkte motivierend. Nun geht es beim Schulbibliothekspreis los. Hessen ging voran, dann nahm ich die Idee nach Berlin und Brandenburg mit – dort wurde von Victor Wolter und seinen Mitstreitern eine richtig große, bunte Veranstaltung daraus gemacht, was wiederum nach Hessen zurückwirkte. Jetzt gibt es einen thüringischen Schulbibliothekspreis. Der wird, was viel besser ist, vom Bildungsministerium aus Steuermitteln dotiert und nicht aus Vereinsmitgliedsbeiträgen und von Sponsoren. (In Hessen beteiligt sich aber das Kultusministerium bei der Finanzierung des Preises von Anfang an!)

Die erste flächendeckende Ausstattung mit einer Schulbibliothekssoftware gelang uns m. W. zuerst 1992 in Hessen. Auch da gibt es inzwischen mehrere Bundesländer mit ähnlichen Lösungen. Nun will der Bibliotheksverband sogar eine verbandsinterne Schulbibliotheksarbeitsgruppe schaffen.

Allmählich können wir Hessen uns zufrieden zurücklehnen. Wir haben nicht die Welt gerettet, wie es in einem Schlager heißt, aber unser Scherflein zu einer deutschen Schulbibliotheksentwicklung beigetragen. Johann Bernhard Basedow dürfte sich freuen, falls er uns zuschaut. Wenn nach biblischen Maßstäben tausend Jahre wie ein Tag vergehen, sind seit seiner Forderung nach Bibliotheken in Schulen von 1764 erst sechs Stunden vergangen.