Anwaltskanzlei spendet 10.000 Dollar für Schulbibliothek

Die öffentliche Armut breitet sich in den USA aus, und das nicht erst seit gestern. Tröstlich ist dabei, dass die Schulbibliotheken immer wieder von der Unterstützung aus der Gesellschaft profitieren. So werden New Yorker Grundschulbibliotheken von Architekten generalüberholt oder Eltern demonstrieren, wenn am Schulbibliotheksbudget gespart wird.(Basedow1764 hat von beidem berichtet.)

Eine neue Samariter-Geschichte: Eine Grundschule in Philadelphia plant seit zehn Jahren eine Bibliothek. Der Schulträger hat keine Mittel. Jetzt springt eine Anwaltskanzlei ein und spendet 10.000 Dollar (ca. 7.200 €).

Nachtrag August 2013: Die deutsche Botschaft in Südafrika sponsert eine Schulbibliothek.

US-Schulbibliotheken erhalten doch Bundesgeld

Ein unverhofftes Weihnachtsgeschenk aus Washington: Während es seit zwei Jahren Entlassungen oder Versetzungen von teacher-librarians und Schließung von Schulbibliotheken gibt und auch Präsident Obama die Schulbibliothekszuschüsse gestrichen hatte, haben die Lobbyisten des amerikanischen Bibliotheksverbandes ALA jetzt erreicht, dass die Hälfte der Bundesmittel, die ein neues Gesetz zur Verbesserung des Schulwesens vorsieht, 10 Millionen €, den Bundesstaaten für Schulbibliotheken zur Verfügung gestellt wird.

Siehe in diesem Blog u. a. hier:

Zur Einrichtung von Schulbibliotheken 23: Holt Euch die Staatsknete!

Der LAG Schulbibliotheken  in Hessen e. V. war es Anfang der 90er Jahre gelungen, bei den Fraktionen  im Hessischen Landtag Mittel für Schulbibliotheken im Haushalt des Kultusministeriums anzuregen. Seit dieser Zeit weisen wir regelmäßig darauf hin, dass Schulen Zuschüsse aus diesem Etat für ihre Schulbibliothek beantragen können.

Das läuft so ab, dass die Schule beim KM einen Zuschuss zu einem Vorhaben beantragt, dieses beschreibt und nachweist, dass sie Mittel dafür vom Schulträger oder vom Förderverein bekommt. Das Ministerium finanziert anteilig, nicht vollständig!

Das Schreiben geht an das Ministerium: „Sehr geehrte Frau Ministerin!…“ Es kommt schon zur richtigen Sachbearbeiterin.

Eigentlich war das nicht das, was wir uns vorgestellt hatten. Mit den Schulbibliothekshaushaltsmitteln sollte das Schulbibliothekswesen in Hessen gefördert werden. Eine paternalistische Mittelvergabe an einzelne Schulen („Ich weise Ihnen einmalig einen Zuschuss von … zu“) war nicht das, was wir wollten. Aber da das KM für Schulbibliotheken eigentlich überhaupt nicht zuständig ist, war das besser als gar nichts.

Die List der Vernunft sagte uns auch, dass, je mehr Anträge auf Zuschüsse beim KM eingehen, desto größer die Einsicht wäre, dass hier Bedarf besteht. (Für Dialektiker: Die Quantität schlägt irgendwann einmal in Qualität um.)

Möglicherweise eine Folge der Antragsflut war, dass eine Kultusministerin einmal eine Pressemitteilung verfassen ließ, in der sie darauf hinwies, dass Schulbibliotheken vom Land finanziell unterstützt würden. Gemeint war, dass sie (auch) den jedem Minister zustehenden Reptilienfonds Lottomittel für Schulbibliothekszwecke nutzte.

Wie schon früher also auch 2011 wieder die Aufforderung: Schreibt Anträge auf Zuschüsse! 500 €, 1000 € oder auch mehr, wenn am Jahresende noch etwas übrig ist, sind drin.

(Man kann auch an andere Minister schreiben. Alle haben Zugriff auf Lottomittel: Der Wirschaftsminster kann z. B. Wirtschaftsbücher bezuschussen, der Sportminister (Innenressort) Fußballbücher, der Justizminister rechtskundliche Literatur. Der Umweltminister … Wenn Sie glauben, das sei ein Witz: Ihre Nachbarschule kommt damit ins Fernsehen.)