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	<title>Basedow1764&#039;s Weblog &#187; DDR-Aufarbeitung</title>
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	<description>Es geht um Schulbibliotheken/Mediotheken/Informationszentren. Sie sind das Herz der Schule.</description>
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		<title>Basedow1764&#039;s Weblog &#187; DDR-Aufarbeitung</title>
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		<title>DDR: &#8222;Aufklären statt verklären&#8220; &#8211; Abschluss der Tagungsreihe der Berliner Grünen</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Oct 2009 12:19:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>basedow1764</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Tagungsreihe „Schön war die Zeit…? Aufklären statt verklären: Alltag und Unrecht in der DDR“ der Berliner Grünen ging am 7.10. zu Ende.
Sehr schade! Aber auch nach zehn weiteren Folgeveranstaltungen wäre die Brücke, die die Bündnis90/Die Grünen mit dieser Reihe bauen wollten, nicht vollendet. Es ging ihnen darum, dass man ins Gespräch kommt, sich zusammensetzt, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=basedow1764.wordpress.com&blog=2382497&post=4831&subd=basedow1764&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Die <a title="Tagungsreihe &quot;Schön war die Zeit...?" href="http://basedow1764.wordpress.com/2009/02/20/medienkiste-ddr-6/" target="_blank">Tagungsreihe</a> <strong>„Schön war die Zeit…? Aufklären statt verklären: Alltag und Unrecht in der DDR“</strong> der Berliner <a title="Grünenfraktion Berlin" href="http://www.gruene-fraktion-berlin.de/cms/default/dok/298/298456.einladung_7_oktober_ddrgeschichte_aufkla.html" target="_blank">Grünen</a> ging am 7.10. zu Ende.</p>
<p>Sehr schade! Aber auch nach zehn weiteren Folgeveranstaltungen wäre die Brücke, die die Bündnis90/Die Grünen mit dieser Reihe bauen wollten, nicht vollendet. Es ging ihnen darum, dass man ins Gespräch kommt, sich zusammensetzt, den DDR-Alltag ausleuchtet und die Aufarbeitung des DDR-Unrechts fortsetzt, Zeitzeugen und Wissenschaftler zu Wort kommen lässt.</p>
<p>Nur einmal hätte ich mir gewünscht, das Publikum säße auf dem Podium, weil die Fragesteller/innen aus dem Plenum mehr Sachkenntnis und die wichtigeren Fragen zu haben schienen als das Podium. Auch war nicht jeder Moderator eine gute Besetzung. Insgesamt aber eine höchst verdienstvolle Sache.</p>
<p>Eine erste Reaktion gab es schon: Der Berliner Landesrechnungshof prüft, ob es zulässig ist, dass die Grünen-Fraktion für öffentliche Veranstaltungen zur DDR-Aufarbeitung Steuergelder verwendete. Er fragt, was das mit parlamentarischer Arbeit zu tun hätte.</p>
<p>Ein Kennzeichen der Reihe war, dass immer auch Vertreter/innen der SED/PDS/Linkspartei eingeladen waren und befragt wurden, welchen Beitrag sie und ihre Partei zur Aufklärung leisten.</p>
<p>Am 7.10. saßen auf dem Podium: Thomas Krüger (Bundeszentrale pol. Bildung), Dr. Jochen Staadt (Forschungsverbund SED-Staat der FU Berlin, Kooperationspartner bei der Tagungsreihe), Katrin Göring-Eckardt (ehem. Bürgerrechtlerin, Präses EKD, MdB Bündnis90/Grüne, Vizepräsidentin des Bundestages), Heinz Vietze (ehem. SED-Bezirkssekretär, PDS-MdL in Brandenburg, Chef der Rosa-Luxemburg-Stiftung).</p>
<p>Sehr gespannt war ich auf Herrn Vietze, der das harte Durchgreifen der Organe bei den Demonstrationen im Oktober `89 in Potsdam zu verantworten hat und seit der „Wende“ graue Eminenz der Brandenburger Postkommunisten ist. Sein Duzfreund Ministerpräsident Platzeck bescheinigt ihm, Demokrat geworden zu sein. Platzeck wird in den nächsten Tagen mit Vietzes Partei eine Koalition eingehen. Er ist so rücksichtsvoll, dies nicht am 7. oder 9.10 zu verkünden.</p>
<p>Die Frage, warum die Bürgerrechtler so schnell wieder aus der Politik verschwunden sind, beschäftigte auch dieses Podium. Und die Antworten liefen auf das hinaus, was jedes Mal bei dieser Frage zu hören ist: Die Wessis, Kohl, die D-Mark. Jochen Staadt blockte das sehr schnell ab mit dem Vorschlag, Ursachen doch auch einmal bei den Bürgerrechtlern selbst zu suchen, bei ihrer geringen Verankerung in der Bevölkerung, bei ihren politischen Utopien. Staadt ist aufgrund seiner profunden Sachkenntnis und seiner deutlichen, schlagfertigen Rede ein Gewinn für jedes Podium.</p>
<p>Ich habe mir einen kritischen Umgang mit der Hypertrophie der Bürgerrechtler, bei allem Respekt vor ihrem Mut, schon lange gewünscht. Wenn es die Wessis nicht gegeben hätte, hätte man sie zum Ende der DDR erfinden müssen. Sie sind an allem Schuld. Da reist eine Buchautorin durch Brandenburg und liest über den „Sieger“ Westdeutschland vor. In einer Fotoausstellung im Berliner Haus der Kulturen steht der präpotente Satz über die Vereinigung: „Das Volk übergab den Staat, den sich die Bürger gerade schaffen wollten, an einen anderen Staat.“ Es gibt Bürgerrechtler, die das klar erkannten: Der Mauerfall war das Ende  ihrer Utopie vom Sozialismus mit menschlichem Antlitz.</p>
<p>Ich nehme es Frau Göring-Eckardt ab, dass sie damals eine Alternative zur SED-Diktatur suchte, aber nicht das System der BRD wollte, von der man nicht nur Gutes gehört hatte. Das hört sich aber anders als Pfarrer Führer in Leipzig und andere dort, die anscheinend vom Stasi-Terror in den Konsumterror wechseln mussten und Äquidistanz zu beidem zu pflegen scheinen.</p>
<p>Wenn man Potsdamer Bürgerrechtler auf die Frage antworten hört, warum sie sich aus der Kommunalpolitik zurückgezogen haben, hört man eine andere Erzählung als die, dass sie von den übermächtigen Wessis platt gemacht worden wären.  Da taucht ein Aspekt auf, der völlig fehlt in der Aufarbeitungsdebatte.  Die SED/PDS hatte ja weiterhin ihre Apparate, ihre Fachleute von den Potsdamer SED-Hochschulen, ihre erfahrenen Funktionäre, die ganz schnell die neuen Gesetze und Geschäftsordnungen zu nutzen wussten. &#8222;Dagegen waren und blieben wir Hobbypolitiker&#8220;, sagt einer von ihnen.</p>
<p>Ein Höhepunkt wurde der Satz Vietzes, dass angesichts der Verwerfungen der Finanzkrise die Suche nach einem 3. Weg doch vernünftig sei. SED-Bezirksekretär und Linkspartei-Politiker Vietze bricht eine Lanze für die Bürgerrechtler! Das Podium schmunzelt, im Plenum wird gelacht. Vielleicht meint er das sogar ernst. Seine Parteifreundin Ulla Jelpke, MdB, hält den demokratischen Sozialismus für einen rosaroten Kapitalismus, wie sie mir auf abgeordnetenwatch.de schrieb. Da sucht man wohl auch in der Linken nach einem dritten Weg jenseits von Kapitalismus und demokratischem Sozialismus.</p>
<p>Überhaupt Vietze. Er entschuldigt sich locker für eine Untat, an der er auch gar nicht so richtig beteiligt gewesen sein will, aber natürlich die politische Verantwortung übernimmt. Spätestens beim dritten Satz ist er aber schon bei Hartz IV. Vor Schülern hat er kürzlich gesagt, er bereue nichts, was er in der DDR getan habe. Als Beweis für seine knallharte Abrechnung mit dem DDR-System liest er einen langen Satz aus einem Referat auf einem SED-Parteitag vom Dezember 1989 vor.</p>
<p>Der Bruder des als pragmatisch geltenden Berliner linken Wirtschaftssenators Wolf, Udo Wolf, der jetzt Fraktionsvorsitzender der Linken im Abgeordnetenhaus geworden ist, sagte auf die Frage, warum er sich ausgerechnet der PDS angeschlossen habe, das sei die Gruppierung gewesen, die sich am kritischsten mit den Fehlern der DDR auseinandergesetzt hätte. Als ich das im Rundfunk hörte, habe ich mir gerade die Zähne geputzt. Ich musste hinterher den Spiegel im Badezimmer putzen. Den harmlosen Satz von Vietze kann er wohl nicht gemeint haben. Staadt und andere fordern Vietze auf, seine kritischen Bemerkungen zur SED-Diktatur doch auch parteiintern so deutlich vorzutragen, wie er das nach außen tut. Dazu fallen diesem dann nur ausweichende Antworten zur komplexen Mitgliederstruktur der Partei ein.</p>
<p>Göring-Eckardt erzählt, ohne inhaltliche Details, vom Gesprächsklima der Thüringer Koalitionsverhandlungen zwischen Linken, Grünen und SPD. Es ist das, was auch schon bei Matschie herauszuhören ist <em>(In meinen Worten)</em>:<em> </em>Das fehlende Vertrauen in Gesprächspartner, bei denen man nicht sicher sein kann, ob und wie sie das Verhandelte in die Partei weitergeben, ob die Partei das ernst nimmt, was ihre Unterhändler vereinbart haben, ob die Unterhändler ein belastbares Mandat haben oder nächste Woche Selbstkritik üben müssen.</p>
<p><strong>Bei den Veranstaltern klingt in den Schlussbemerkungen die Enttäuschung darüber an, dass die Linken nicht zum Partner der DDR-Aufarbeitung geworden sind. Sie sind eher Teil des Problems.</strong></p>
<p>Platzeck wird jetzt in Brandenburg mit seinen neuen Freunden koalieren. Trotz des einsamen Warners, der im Regen vor der Potsdamer Staatskanzlei steht und tapfer sein Schild hoch hält: „Nie wieder Stasi in Deutschland“.</p>
<p>Eine solche Tagungsreihe wie die der Berliner Grünen hat es in Brandenburg nicht gegeben und wird es nicht mehr geben. Der SPD-Finanzminister hat schon vor einiger Zeit allzu kritische Lernziele zur DDR-Aufarbeitung aus den Lehrplänen streichen lassen und im SPD-Regierungsprogramm 2009 – 2014 ist die DDR-Aufarbeitung gleich ganz gestrichen.</p>
<p>Die <a title="Grünenfraktion Berlin" href="http://www.gruene-fraktion-berlin.de/cms/default/dok/298/298456.einladung_7_oktober_ddrgeschichte_aufkla.html" target="_blank">Grünen</a> kündigen den Tagungsband zur Reihe <strong>&#8222;Schön war die Zeit…? Aufklären statt verklären: Alltag und Unrecht in der DDR&#8220;</strong> für Dezember an.</p>
Posted in DDR, Potsdam Tagged: Bürgerrechtler, Brandenburg, DDR-Aufarbeitung, Grüne Berlin, Heinz Vietze, Jochen Staadt, Platzeck <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/basedow1764.wordpress.com/4831/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/basedow1764.wordpress.com/4831/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/basedow1764.wordpress.com/4831/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/basedow1764.wordpress.com/4831/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/basedow1764.wordpress.com/4831/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/basedow1764.wordpress.com/4831/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/basedow1764.wordpress.com/4831/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/basedow1764.wordpress.com/4831/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/basedow1764.wordpress.com/4831/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/basedow1764.wordpress.com/4831/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=basedow1764.wordpress.com&blog=2382497&post=4831&subd=basedow1764&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Lesetipp: &#8222;Terror und Traum. Moskau 1937&#8243;</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Jun 2009 19:21:11 +0000</pubDate>
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&#8222;Terror und Traum&#8220; von Karl Schlögel entfaltet das Panorama Moskaus in den Jahren 1937/38. Es macht die Faszination des Sowjetkommunismus spürbar,  dokumentiert aber vor allem die Hölle, die er erschafft.
20 Jahre nach dem Putsch der Bolschewiki ist eine Bilderbuchwelt entstanden, ein Land mit modernsten Auto- und Traktorenfabriken, Erschließung der entlegensten Landesteile, künstlichen Wasserstraßen, monumentalen Gebäuden, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=basedow1764.wordpress.com&blog=2382497&post=3661&subd=basedow1764&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><a href="http://www.hanser.de/buch.asp?isbn=978-3-446-23081-1&amp;area=Literatur"><img class="alignleft" src="http://files.hanser.de/hanser/pics/978-3-446-23081-1_2855113622-65.jpg" alt="" width="120" height="184" /></a></p>
<h3><strong>&#8222;Terror und Traum&#8220; von Karl Schlögel </strong>entfaltet das Panorama Moskaus in den Jahren 1937/38. Es macht die Faszination des Sowjetkommunismus spürbar,  dokumentiert aber vor allem die Hölle, die er erschafft.</h3>
<p>20 Jahre nach dem Putsch der Bolschewiki ist eine Bilderbuchwelt entstanden, ein Land mit modernsten Auto- und Traktorenfabriken, Erschließung der entlegensten Landesteile, künstlichen Wasserstraßen, monumentalen Gebäuden, Schulen und Universitäten. Moskau hat eine U-Bahn mit palastartigen Bahnhöfen, Vergnügungsparks, Galerien, Theatern und eine gigantische Baustelle für den &#8222;Palast der Sowjets&#8220;, einer Mischung aus Rockefeller-Center und der geplanten Halle des Volkes in der Reichshauptstadt Germania. Die Leninstatue auf seiner Turmspitze sollte 75 Meter hoch sein. Zu Ende gebaut wurde der Palast nicht.</p>
<p>Mit Radio, Film, Musik, gigantischen Paraden und Kongressen wird im riesigen Imperium und im Ausland die Botschaft von der neuen klassenlosen Gesellschaft, dem neuen Menschen und den herausragenden technischen Leistungen verkündet.</p>
<p>Aber nicht nur deswegen ist das Land im permanenten Ausnahmezustand. <strong>Die eine Seite der Medaille ist der Traum vom Paradies auf Erden, dem man näher gekommen zu sein glaubt. Die andere Seite ist der unfassbare Terror, der 1937/38 seinen Höhepunkt erlebt.</strong> Die Putschisten von 1917 waren sich keinen Tag ihrer Herrschaft sicher. Da hatte es den jahrelangen Bürgerkrieg gegeben, das millionenfache Sterben der Bauern während der Kollektivierung der Landwirtschaft. Die ausländische Bedrohung, handfest im Bürgerkrieg erfahren, blieb dauerhaft vorhanden. Schließlich drohte das Reich der bürgerlich-kapitalistischen Welt den Untergang an. Die Gefahr wuchs mit dem Aufkommen des <span style="text-decoration:underline;">Nationalsozialismus</span>. Das Konkurrenzverhältnis der beiden Diktaturen wurde besonders anschaulich auf der Pariser Weltausstellung 1937, wo sich die Ausstellungspavillons, eher –paläste, gegenüberstanden.</p>
<p>Die von Anfang an <span style="text-decoration:underline;">chaotische Planwirtschaft</span> brachte Versorgungsmängel und Fehlentwicklungen mit sich. Tausende standen stunden- und tagelang, meist vergeblich, vor den Moskauer Geschäften. Sie wurden von der Miliz auseinandergetrieben. Der Nomenklatura mangelte es dagegen an nichts.</p>
<p>Die <span style="text-decoration:underline;">Wohnungsnot </span>muss wegen der Landflucht infolge der Kollektivierung, aber auch wegen des Bedarfs an Industriearbeitern in den Städten unbeschreibbar gewesen sein. Werktätige schliefen unter ihren Werkbänken, Familien hausten in einem einzigen Zimmer.</p>
<p>Stalin hatte eine neue Verfassung geschrieben und wollte den Sozialismus mit freien Wahlen krönen. Das konnte er sich aber nur trauen, wenn es als Wähler nur noch den neuen, sozialistischen Menschen gab, keine Oppositionellen, Schädlinge, Saboteure, alte Intelligenzja, Reste bürgerlichen Denkens, alle vereint unter dem Sammelbegriff <span style="text-decoration:underline;">Trotzkisten</span>.</p>
<p><em>Insoweit war die DDR auf dem Weg zu einem Sozialismus mit menschlichem Gesicht ein Stück weiter gekommen: Dort wurden Wahlen gefälscht, aber die Wähler nicht ermordet.</em></p>
<p>Was jetzt, 1937, als Abschluss eines Jahrzehnts unaufhörlicher Säuberungen, in Angriff genommen wurde, nennt Schlögel die<strong> „Endlösung“ der Klassenfrage: Eine „Säuberungsarbeit“, der vorsichtig geschätzt zwei Millionen Menschen zum Opfer fielen, davon 800000 durch Erschießen, die andern infolge der Haftbedingungen.</strong></p>
<p>Für alles, was im Lande schief ging, wurden Schuldige gefunden: Zug- oder Bergwerksunfälle, fehlendes Brot, kaputte Traktoren und Produktionsausfälle, Missernten und Seuchen.</p>
<p>Dies sind die nur schwer zu lesenden Kapitel. Seitenweise wird aufgezählt, etwa <em>(nicht immer wörtlich zitiert)</em>: Von 31 Abteilungsleitern 28 erschossen, einer vergiftet, einer begeht Selbstmord, einer überlebt, tausende von Armeekommandeuren erschossen, der neue Direktor war zwei Monate im Amt, dann wurde auch er erschossen, sein Nachfolger begeht nach drei Wochen Selbstmord, der Regisseur konnte seinen Film nicht fertig drehen, er wurde erschossen, Ehefrau und zwei Töchter wurden drei Monate später erschossen.</p>
<p><strong>Tagelöhner, Bauern, Handwerker, Wissenschaftler, Ärzte, Architekten, einfache Parteimitglieder, Volkskommissare (=Minister), ZK- und Politbüroangehörige wurden der fantastischsten Vergehen beschuldigt, noch im Gericht oder in Gebäuden in und um Moskau erschossen und in Massengräbern verscharrt.</strong></p>
<p>Dem NKWD wurden Verhaftungsquoten vorgegeben. Es gab Anstrengungen, diese Planziffern zu übertreffen. Für die Killerkommandos gab es zur Belohnung eimerweise Wodka . <em>Das erinnert an Auschwitz, wo die Waffen-SS-Angehörigen ebenfalls reichlich dem Alkohol zusprachen</em>. Auch die NKWD-Führungskader, Gefängnisleitungen und sogar die Erschießungskommandos waren angeblich mit Trotzkisten, Saboteuren und Spionen durchsetzt und wurden gnadenlos dezimiert, teilweise unter tätiger Mithilfe hoher Parteikader und zeitgleich mit der Feier zum zwanzigjährigen Bestehen des Geheimdienstes im Bolschoi-Theaster.</p>
<p><strong>Besonders traf es die ausländischen Kommunisten, die sich nach Moskau geflüchtet hatten, ebenso jüdische Kommunisten sowie Angehörige der nichtrussischen Ethnien im Sowjetreich.</strong> Man kann diese Seiten nur mit Mühe lesen.</p>
<p>Hitlers SD hätte die Listen der in Moskau zu ermordenden Kommunisten nicht gebraucht. Die auf den Listen standen, hatte Stalin schon fast alle liquidieren lassen.</p>
<p>Die Ehefrau eines deutschen Kommunisten schrieb treuherzig an Stalin, man habe anfänglich erschrocken und ungläubig von der Verhaftung des einen oder anderen Genossen erfahren, aber es aufgrund der höheren Einsicht der Verantwortlichen akzeptiert. Als dann auch deren Freunde, Bekannte und Familien wegen Verrats oder Spionage abgeholt wurden, sei das nur schwer zu begreifen gewesen. Inzwischen gebe es fast keine deutsche Familie, die nicht irgendwie von Verhaftungen betroffen sei. Es könne doch nicht sein, dass so viele Verräter in ihren Reihen seien. Im Ausland war man entsetzt, wie in Moskau die führenden Genossen verschwanden.</p>
<p>Schlögel, wie andere vor ihm, etwa Koestler oder Ryklin, hellt das Mysterium der reuigen Angeklagten in den Schauprozessen auf. Am prominentesten etwa Politbüromitglied Bucharin, „Lenins Liebling“, der sich mit einem Brief von Stalin verabschiedet. Bucharin widerspricht zwar einer Mitschuld an den detailliert vorgetragenen Verbrechen, die ihm angelastet werden, gibt aber eine Gesamtschuld zu. Er sieht in seiner Hinrichtung noch den Sieg des proletarischen Staates und in seiner Selbstentlarvung die Überlegenheit kommunistischen Denkens. Die lange Isolationshaft habe ihn zu diesem Klärungsprozess geführt. <em>(Verstehe ich jetzt besser, was der Potsdamer Historiker Martin Sabrow meint, wenn er im Zusammenhang mit der DDR von Konsensdiktatur spricht?)</em></p>
<p>Das Buch ist eine imponierende Leistung des Darmstädter Osteuropafachmannes Karl Schlögel. <strong>Ich empfehle es als Ergänzung zur DDR-Aufarbeitungsliteratur. </strong>Man sollte sich nicht verlieren in Diskussionen über den &#8222;Rechtsstaat&#8220; DDR, die Alltagskultur von Eisenhüttenstadt, die Frauenemanzipation und darüber, ob es eine „Wende“ oder eine Revolution war. Statt Fußnoten der Geschichte sollte man Schlögel lesen.</p>
<p><strong>Es waren Menschen, die den Terror von 1937/38 in Moskau überlebt haben, die Zeit in der jeder jeden denunzierte, um die eigene Haut zu retten, die elf Jahre danach mit einem Fackelzug die DDR gegründet haben. </strong>Und dann in Ostberlin ihre eigenen Schauprozesse inszenierten. Noch Ende 1989 unterschrieben MfS-Offiziere &#8222;Mit tschekistischem Gruß&#8220;.</p>
<p>Das Faszinierende am Sozialismus kommt bei Schlögel nicht zu kurz. Aber es lässt sich nicht vom Terror trennen. Das Buch trägt seinen Titel zu Recht.</p>
<h5>Bei <a title="Terror und Traum bei Hanser" href="http://www.hanser.de/buch.asp?isbn=978-3-446-23081-1&amp;area=Literatur" target="_self">Hanser </a></h5>
<h6>Auch bei der Bundeszentrale für politische Bildung</h6>
Posted in DDR, Lesetipp Tagged: DDR-Aufarbeitung, Karl Schlögel, Moskau, Sowjetkommunismus, Sozialismus, Stalinismus, Terror und Traum <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/basedow1764.wordpress.com/3661/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/basedow1764.wordpress.com/3661/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/basedow1764.wordpress.com/3661/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/basedow1764.wordpress.com/3661/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/basedow1764.wordpress.com/3661/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/basedow1764.wordpress.com/3661/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/basedow1764.wordpress.com/3661/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/basedow1764.wordpress.com/3661/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/basedow1764.wordpress.com/3661/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/basedow1764.wordpress.com/3661/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=basedow1764.wordpress.com&blog=2382497&post=3661&subd=basedow1764&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Neu in der DDR-Medienkiste &#8222;Ampelmännchen und Todesschüsse&#8220;</title>
		<link>http://basedow1764.wordpress.com/2009/05/28/neu-in-der-ddr-medienkiste-ampelmannchen-und-todesschusse/</link>
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		<pubDate>Thu, 28 May 2009 08:41:53 +0000</pubDate>
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Stand: 28.05.09
Todesautomatik. Die Staatssicherheit und der Tod des Michael Gartenschläger
von Lothar Lienicke und Franz Bludau
Frankfurt/M: Fischer 22008, 349 S., 10,95 €, 9783596159130
Michael Gartenschläger liebte Rock´n Roll, insbesondere Ted Herold. Er besuchte vor dem Mauerbau gerne die West-Berliner Kinos und Plattenläden. Wegen seines Protestes gegen den Mauerbau wird er zu lebenslänglicher Haft verurteilt. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=basedow1764.wordpress.com&blog=2382497&post=3222&subd=basedow1764&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 188px"><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/512V8C573AL._SS500_.jpg" alt="Michael Gartenschläger" width="178" height="178" /><p class="wp-caption-text">Michael Gartenschläger</p></div>
<p>Stand: 28.05.09</p>
<p><strong>Todesautomatik. Die Staatssicherheit und der Tod des Michael Gartenschläger</strong></p>
<p>von Lothar Lienicke und Franz Bludau</p>
<p>Frankfurt/M: Fischer <sup>2</sup>2008, 349 S., 10,95 €, 9783596159130</p>
<p>Michael Gartenschläger liebte Rock´n Roll, insbesondere Ted Herold. Er besuchte vor dem Mauerbau gerne die West-Berliner Kinos und Plattenläden. Wegen seines Protestes gegen den Mauerbau wird er zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Er sitzt 12 Jahre in DDR-Zuchthäusern, bevor er an die Bundesrepublik verkauft wird. Sein Hass auf die DDR geht so weit, dass er Selbstschussgeräte an der innerdeutschen Grenze abmontiert, von denen die SED behauptet sie wären Attrappen. Bei einem weiteren Demontageversuch wird er von einem Stasi-Kommando erschossen.</p>
<p><em>Ich möchte das in der <a title="Medienliste und Handreichung" href="http://www.slideshare.net/basedow1764/ddr-kiste-090210-mit-zusatzmat" target="_blank">Handreichung</a> empfohlene exemplarische Vorgehen erleichtern durch die Aufnahme weiterer Einzelschicksale. Damit entferne ich mich zwar von dem Wunsch einiger Politiker und Historiker nach mehr Alltagsgeschichte.  Ich finde, aber die Geschichte eines jungen Menschen, der wegen seiner Musikvorlieben zum Staatsfeind wird und von diesem ermordet wird, aufschlussreicher  als eine Untersuchung, ob Röstfein nicht vielleicht doch der bessere Kaffe und die lange Wartezeit auf einen Trabbi ein kluger Beitrag zum Umweltschutz war.</em></p>
<h5>Weitere Beiträge zum Thema in &#8222;Basedow1764&#8243; unter dem Schlagwort &#8222;DDR&#8220;.</h5>
<h5>Die Medienliste  &#8222;Ampelmännchen und Todesschüsse&#8220; <a title="Medienkiste und Handreichung" href="http://www.slideshare.net/basedow1764/ddr-kiste-090210-mit-zusatzmat">hier</a>!</h5>
<p><strong>Nachtrag:</strong></p>
<p>Der brandenburgische Landtag zeigt eine <strong>Ausstellung über die Geschichte Michael Gartenschlägers.</strong> Das ist bemerkenswert, da &#8211; anders als  zahlreiche private, ehrenamtliche Initiativen &#8211; Organe des Landes nicht gerade die Speerspitze der DDR-Aufarbeitung sind.</p>
<p>Die Ausstellung ist im Gebäude der ehemaligen Bezirksleitung der SED auf dem Brauhausberg.  Man sieht außen noch die Umrisse des DDR-Wappens. Trotz aller Renovierung riechen die Flure und Räume nach kaiserlicher, Nazi- und SED-Bürokratie. Den Landtagsabgeordneten ist ein Neubau zu gönnen.</p>
<p>Dass dieser Wunsch zu einem langjährigen und teuren Hickhack zwischen Stadtschlossrekonstruktion und Glas-Beton-Architektur führte und zu einem in  seinen Proportionen missratenen Landtagsschloss führen wird, ist eine andere Geschichte.</p>
<p><a href="http://basedow1764.files.wordpress.com/2009/05/img_1452.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-3624" title="&quot;Blauer Salon&quot; des brandenburgischen Landtages" src="http://basedow1764.files.wordpress.com/2009/05/img_1452.jpg?w=263&#038;h=196" alt="&quot;Blauer Salon&quot; des brandenburgischen Landtages" width="263" height="196" /></a></p>
<p>Vom Pförtner werden wir über den Hof zur Gebäuderückseite geschickt. Die Ausstellung ist im &#8222;Blauen Salon&#8220;, der wohl früher die Garage für die Fahrbereitschaft war. Wir gehen gerade über den Hof , ein paar Landtagsangestellte machen Mittagspause. Da ruft uns ein Wachmann, auf einer Treppe stehend, zu: &#8222;Sie da, kommen Sie mal her!&#8220; Wir kommen nicht, sondern rufen, freilich irgendwie ertappt, zurück: &#8222;Wir wollten zur Gartenschläger-Ausstellung!&#8220; Da lässt uns der Wachmann ziehen.</p>
<p>Ein Besucherbuch liegt in der Ausstellung nicht aus. Wir können also nicht sehen, ob außer uns noch jemand den Blauen Salon erreicht hat.</p>
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		<title>DDR (8) Pro und contra Diktatur. Letzte Lieferung</title>
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		<pubDate>Tue, 05 May 2009 15:11:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>basedow1764</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ministerpräsident Erwin Sellering hat seine umstrittene Verharmlosung der SED-Diktatur bekräftigt. Werden demnächst in den Schulen MeckPomms solche Besinnungsaufsätze geschrieben: Vor- und Nachteile einer Diktatur?
Es ist gewiss schwer, Ostdeutschen zu erklären, dass sie nicht in Sack und Asche gehen müssen, wenn man ihre Heimat eine Diktatur nennt.
Warum können Vertreter unserer politischen Elite, wie Frau Schwan, Herr [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=basedow1764.wordpress.com&blog=2382497&post=3015&subd=basedow1764&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Ministerpräsident Erwin Sellering hat seine umstrittene Verharmlosung der SED-Diktatur <a title="Sellering verteidigt DDR erneut" href="http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E4BF957B1C42C4134A2149A466C52D053~ATpl~Ecommon~Scontent.html">bekräftigt</a>. Werden demnächst in den Schulen MeckPomms solche Besinnungsaufsätze geschrieben: <strong>Vor- und Nachteile einer Diktatur</strong>?</p>
<p>Es ist gewiss schwer, Ostdeutschen zu erklären, dass sie nicht in Sack und Asche gehen müssen, wenn man ihre Heimat eine Diktatur nennt.</p>
<p><strong>Warum können Vertreter unserer politischen Elite, wie Frau Schwan, Herr Thierse, Herr Sellering das nicht so klar ausdrücken wie die Autorin Claudia <a title="Bücher von Claudia Rusch" href="http://www.perlentaucher.de/autoren/12950/Claudia_Rusch.html" target="_blank">Rusch</a> in einem Zeitungsinterview: &#8222;Deutlich zu benennen, welche Strukturen, Manipulationen und Repressalien das System bestimmt haben, heißt ja keineswegs, das dort stattgefundene Leben aller gleich mit zu verdammen.</strong>&#8222;</p>
<p><em>Mir antwortete gerade eine  junge Lehrerin, sie &#8211; gemeint ist die DDR &#8211; hätten rechtzeitig in Westdeutschland einmarschieren sollen, dann wären sie die Sieger gewesen. </em></p>
<p>Auslöser war ein Zitat aus einer Untersuchung über die kommunistische Staatsbürgerkunde, die von der brandenburgischen Landesregierung(!) veröffentlicht worden war: Die Stabü habe der ideologischen Indoktrination gedient. Argumentieren lässt sich nach solchen Reaktionen nicht. Zum Vorschein kommt ein Unterlegenheitsgefühl, das dazu führt, Demokratie, Grundgesetz und Rechtsstaat pauschal zu verdammen, oder wie Herr Sodann es tut, &#8222;Scheiße&#8220; zu nennen.  Insofern sind die hohen Ablehnungsquoten von Demokratie und Zustimmungsquoten für Sozialismus nicht rational zu erklären. Sie sind eine emotionale Reaktion.</p>
<p>Eine Mehrheit der Ostdeutschen zieht denn auch letztlich das Leben im Nachwendedeutschland einem Leben in der DDR vor: 68%. Dafür jammern jetzt die Wessis: 65% finden die alte BRD besser!!! (Quelle: Inst. f. Demoskopie Allensbach, laut FAS v. 12.4.09)</p>
<p>Die existenziell bedrohlichen Erfahrungen nach der Revolution mit Arbeitslosigkeit, einem komplizierten Rechts- und Sozialstaat, das Auftreten westdeutscher Karrieristen und Geschäftemacher, nicht zuletzt die Nachhilfe durch eine wieder einflussreiche kommunistische Partei und ihre Medien, lassen die DDR für viele Ostdeutsche in einem freundlicheren Licht erscheinen.</p>
<p><strong>Warum gelingt es so vielen Vertretern unserer politischen Elite nicht, klar zu sagen, was in den Schulen gelernt werden soll? </strong></p>
<p>Wollen sie das Lernziel &#8222;Dass man in der DDR glücklich und sorgenfrei leben konnte?&#8220; (Das Zitat stammt von einem weiteren SPD-Politiker in Schwerin.) Immer dann, wenn sie die Millionen von Demokratie und Rechtsstaat frustrierten Ostdeutschen in Schutz nehmen &#8211; was verständlich und notwendig ist &#8211; kommt eine Beschönigung und Verharmlosung der Diktatur heraus, bis hin zu dem, was besser gewesen sein soll.</p>
<p>Auch so respektable Personen wie Thierse und Schorlemmer loben dann das Schulwesen oder die angeblich so große Solidarität untereinander. Christoph Hein sagte in einer Diskussion: <strong>&#8222;Weglassen ist eine einfache Form der Lüge&#8220;</strong>.</p>
<h5>Herr Thierse differenziert auf Nachfrage: Er meint nicht das gesamte Schulwesen, sondern den Polytechnikunterricht. Es geht ihm letztlich darum, die DDR-Biographien nicht in Bausch und Bogen zu verdammen -wer will das eigentlich? -, um die Menschen nicht der Linkspartei in die Arme zu treiben. Warum muss er deswegen pauschal ein Schulsystem loben, das das nicht verdient hat?</h5>
<p>Mir drängen sich Parallelen zur westdeutschen Nachkriegsgeschichte auf: &#8222;Ein ganzes Volk bockt&#8220;, hieß es, als es um die &#8222;Bewältigung&#8220; der NS-Vergangenheit in Westdeutschland ging. Den Nationalsozialismus hielt bis in die 60er Jahre eine Mehrheit für eine im Grunde nur schlecht ausgeführte Idee. Dass im &#8222;Dritten Reich&#8220; nicht alles schlecht war, ist kein Satz von gestern. Die Katastrophe passierte am 8.5.45 nicht am 30.1.33. So wie heute von den Kosten der Wende und nicht von 40 Jahren Pleiteplanwirtschaft die Rede ist.</p>
<p>Sicher war nicht alles schlecht, so wie unter Hitler auch nicht alles schlecht war. Aber man darf es sich nicht zu einfach machen. Eva-Maria Baehr, eine ehemalige DDR-Journalistin, Redakteurin der &#8222;Jungen Welt&#8220;, SED-Mitglied, stellt fest:</p>
<p><strong>&#8222;Nein, es war nicht nur Angst und Feigheit. Und wir haben es auch nicht nur mit uns machen lassen. Wir haben es selbst gemacht. Wir sind einem falschen Ideal aufgesessen. </strong></p>
<p><strong>Als ich klein war, habe ich mich manchmal gewundert, dass es in der Nazizeit auch Verliebte gab&#8230;Und dass sie geheiratet und Kinder bekommen haben</strong>&#8230;</p>
<p><strong>Und so war die DDR immer mehr als ein Stasi-Staat, ihr gesllschaftliches System mehr als ein Spitzelsystem, die SED mehr als eine Bonzenpartei. Wäre es nur das gewesen, hätte es nicht so lange gedauert.&#8220; (p 9)</strong></p>
<h5><strong><em>aus: Wir denken erst seit Gorbatschow. Protokolle von Jugendlichen ajus der DDR. Hrsg. von Eva-Maria Baehr, Recklinghausen: Georg Bitter Verlag 1990 (vergriffen)</em><br />
</strong></h5>
<p>Das heißt, dass Millionen sich Rechenschaft ablegen müssten. Sie dürften sich heute nicht unisono, der Stasi-Oberst, der Staatsanwalt, der IM, die Schauspielerin, als Opfer der BRD bezeichnen und sich einreihen in die Gruppe der Stalinismusopfer, der kriminalisierten Ausreisewilligen, der von der Volkspolizei zusammengeschlagenen Demonstranten während der friedlichen Revolution.</p>
<p>Ein Psychiater berichtet, dass sich in seiner Opferberatungsstelle auch die Täter beraten lassen. Der SED ist der Coup gelungen, die Schuldfrage von der allmächtigen Partei auf das MfS zu verschieben, hängen geblieben ist sie  noch nicht einmal dort, sondern bei den IMs. Honecker und Mielke sind tot, die SED hat sich umbenannt, die IMs stehen unter dem Schutz deutscher Gerichte.</p>
<p><strong>Die tätige Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichte ist in Ostdeutschland Sache einer ganz kleinen Minderheit. </strong> So wie auch die Revolution die Sache von wenigen tausend mutigen Menschen war.</p>
<p>Für den großen Rest der Ostdeutschen ist die Konfrontation mit der Vergangenheit unangenehm, genauso wie es nach dem Krieg in Westdeutschland war.<em> (Den SBZ-/ DDR-Bewohnern blieb übrigens die quälende Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus erspart. Es gab in der DDR nur Widerstandskämpfer, die Nazis waren alle in Westdeutschland. Altnazis konnten umso ungestörter Karriere machen und nicht erst am Schluss war die SED gegenüber ihren hausgemachten Skins und Neonazis hilflos.)</em></p>
<p>Immerhin war jeder dritte Erwachsene SED-Mitglied. Auch wenn das viele nachvollziehbar getan haben, um einen Beruf ausüben zu können, um beruflich voranzukommen, um schneller an eine Wohnung, ein Auto, Westwaren oder Auslandsurlaub zu kommen oder weil sie den Heilsversprechen naiv glaubten.</p>
<p>Da ist einer, der auf einen bestimmten Beruf oder auf Privilegien verzichtete, um sich nicht zu verbiegen, eine Bedrohung der eigenen Biographie. <strong>Deswegen kann man auch nicht kollektiv stolz sein auf die, die Kommunalwahlfälschungen im Mai 89 aufdeckten und die beeindruckenden 10-15%, die es wagten, nicht mit Ja abzustimmen.</strong> Oder die, die sich trauten, z.B. in Potsdam den Pfingstberg vor völliger Verwahrlosung zu bewahren, misstrauisch beäugt und unterwandert vom MfS.</p>
<p>Lieber benennt man eine Straße in Strausberg nach einem Mauerschützen, der versehentlich von seinen eigenen Leuten erschossen wurde, als nach Manfred Gartenschläger, der wegen seiner Leidenschaft für Rock´n Roll ins Zuchthaus musste und vom MfS später erschossen wurde. Er demontierte eine Selbstschussanlage an der Grenze , um zu beweisen, dass das keine Attrappe war, wie die SED international verbreiten ließ. Auch hier ist die Parallele zur Nachkriegszeit unübersehbar. Nach dem Hitlerattentäter Georg Elser wurde eine Straße erst 50 Jahre später benannt.</p>
<p><strong>Man flüchtet sich stattdessen in eine kollektive Verantwortunglosigkeit.</strong></p>
<p>Bis auf Honecker oder Mielke war niemand für etwas verantwortlich. Und Honecker sagte immer von sich, dass er nur die Beschlüsse der Partei ausführe. (Die eigentlich nicht nötig waren, da sich die Gesellschaft quasi naturgesetzlich zum vollendeten Kommunismus hin entwickeln würde.)</p>
<p><strong>Nötig wäre eine kritische Selbstreflexion der ostdeutschen Gesellschaft. </strong></p>
<p>Ich halte das inzwischen für wichtiger als den ständigen Verweis auf die desinteressierten Westdeutschen. Die lächerlichen Haarspaltereien um Rechts- oder Unrechtsstaat, leider auch von Westdeutschen aus falsch verstandener Empathie mitgetragen, sind der falsche Weg. <span style="text-decoration:underline;">Auch die Versuche, in Wissenschaft und Schule die &#8222;Alltagskultur&#8220; der DDR in den Vordergrund zu stellen, vernebeln.</span> Die Opfer der Diktatur waren und sind aus dem Alltag ausgeblendet.</p>
<p>Da gibt es Ostdeutsche, die problemlos in Dubai oder New York Karriere machen. Es gibt Menschen, die seit 1989 erfolgreich etwas Neues aufgebaut haben. Es gibt aber auch die alten Seilschaften, die SED-Mitglieder, die mit den von Dr. Gysis SED/PDS beiseite geschafften Milliarden Autohändler, Bauunternehmer oder Immobilieninvestor geworden sind. Es gibt die Stasi-Doktoren und -professoren, die heute als Rechtsanwälte arbeiten.</p>
<p><em>(Der Doktorvater von Stasi-Oberst Schalck-Golodkowski war übrigens Mielke.)</em></p>
<p>Es gibt die IMs und Moskauer Parteihochschulabsolventen, die in den ostdeutschen Landtagen Politik machen. Es gibt die Täter, die in der DDR &#8222;Recht&#8220; gesprochen haben, Gefangene gefoltert , &#8222;negative Elemente&#8220; terrorisiert oder &#8222;liquidiert&#8220; haben. Es gibt die ehemalige Oberschicht, die in der DDR das kommunistische Paradies für sich vorweggenommen hatte und jetzt  hohe Renten einklagt oder schon kassiert.  Alle eint sie die kollektive Wessi-Beschimpfung und die  Opfermentalität.</p>
<p>Die Nachgeborenen und die Wessis müssen sich freilich fragen lassen, wie sie sich in dieser Zeit verhalten hätten. Überheblichkeit und Gratismut sind fehl am Platz. Aber die Regression in einen Opferstatus, Aggression gegen westdeutschen &#8222;Sieger&#8220; (&#8222;Freitag&#8220;-Journalistin Daniela Dahn) oder die Suche nach dem Guten an der Diktatur sind Vermeidungsstrategien.</p>
<p>Ich habe daher Respekt vor Menschen wie Günter Schabowski, die in der DDR Hardcore-Kommunisten waren und zumindest jetzt die DDR kritisch sehen und vor Eva-Maria Baehr. Vor Menschen, die Verantwortung für ihr Leben übernehmen und nicht nur nach Umverteilung rufen und schon wieder die &#8222;Systemfrage&#8220; stellen.</p>
<p><strong>Von der jüngeren Generation in den neuen Bundesländern  ist kein ´68 zu erwarten</strong>, keine kritische Befragung der Elterngeneration: Die &#8222;Vier Fragen  an meinen Vater&#8220;.</p>
<p>Die Kinder haben die Ängste und die Verunsicherung der Eltern nach der &#8222;Wende&#8220; erlebt und solidarisieren sich mit ihnen. Es waren schon auffallend wenig Studenten unter den Oppositionellen der 80er Jahre. Da hatte die SED unter Verzicht auf eine größere Abiturientenquote schon gut gearbeitet.</p>
<p>Eine jüdische Weisheit sagt, <strong>dass die Erlösung in der Erinnerung liege</strong>.</p>
<p>Man wird sich noch lange plagen. Holländer haben bis heute ihre brutale Kolonialvergangenheit nicht aufgearbeitet. Stalin und Tito werden verehrt, obwohl sie Massenmörder waren. In Polen macht sich unbeliebt, wer dokumentiert, dass Pogrome auch nach 1945 stattfanden. Der belgische König hatte aus seinem Kongo vor über 100 Jahren ein KZ gemacht. Das wird in Belgien gerade zaghaft zur Kenntnis genommen.</p>
<p>Erstmals nach 60 Jahren schaffen es Menschen, über ihre Leidenszeit unter den Nazis zu sprechen und zu schreiben. Insofern wird auch die Erinnerung an die DDR nie auf die ach so gute  Schule, die emanzipierten Frauen, die billigen Mieten und den besiegten Faschismus reduziert werden können.</p>
<p>Zum Schluss noch ein Link zu &#8222;einestages&#8220; von Spiegel online aus Anlass des Besuches der Bundeskanzlerin in <a title="einestages: hohenschoenhausen" href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,622944,00.html">Hohenschönhausen</a>. <strong> Frau Merkel ist es zu danken, dass sie dem verantwortungslosen Gerede der Sellerings, Ramelows, Thierses und Schwans  durch Wort und Tat entgegentritt.</strong></p>
<p><em><strong>In eigener Sache</strong>: Die regelmäßige Kommentierung der DDR-Aufarbeitung, die sich aus meiner Arbeit an der Medienkiste &#8222;Ampelmännchen und Todesschüsse&#8220; ergeben hat, stelle ich nach 15 Monaten ein. </em><em> </em></p>
<p><em>Die <a title="Medienkiste DDR" href="http://basedow1764.wordpress.com/2008/02/06/medienkiste-ddr/">Medienkiste</a> &#8222;Ampelmännchen und Todesschüsse&#8220; steht hessischen Schulen zur Ausleihe zur Verfügung. Die  Literaturliste wurde im Amtsblatt des Ministeriums veröffentlicht. Das Ministerium beabsichtigt, mehrere Kisten für Schulen auszuschreiben. (Nachtrag: Leider doch nicht!) </em></p>
<p><em>Im Internet wurde die Liste  3600mal aufgerufen. </em></p>
<p><em>Erste Rückmeldungen gibt es: Im Zusammenhang mit einem Zeitzeugenbesuch (&#8222;Die Frau vom Checkpoint Charly&#8220;) in Schulen und auf einem Seminar der Landeszentrale für politische Bildung im Museum &#8222;Point Alpha&#8220; in der Rhön wurde sie genutzt.<br />
</em></p>
<p><em>Ich werde weiterhin die Minderheitenveranstaltungen der Birthlerbehörde und anderer Institutionen besuchen, immer wieder neue, noch unbekannte Sachen erfahren, staunend hören, dass Geschichtswissenschaftler behaupten, die DDR sei nun ausreichend erforscht, und dass Politiker durch Weglassen lügen. </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Meine Anregung, den brandenburgischen Schulen eine ähnliche Medienkiste zur Verfügung zu stellen und einen Geschichtswettbewerb auszuschreiben, wurde von der CDU-Landtagsfraktion im Herbst 2008 aufgegriffen, fand aber beim Koalitionspartner keine Zustimmung und wurde nicht realisiert.</em></p>
<p><em>(Zum Geschichtswettbewerb des Brandenburger MBJS siehe den Nachtrag vom 11.5.09 in diesem <a title="Geschichtswettbewerb" href="http://basedow1764.wordpress.com/2009/02/12/mehr-ddr-geschichte-in-der-brandenburger-schule-verlangt/">Eintrag</a>!)<br />
</em></p>
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		<title>Lesetipp: Peter Zolling, Das Grundgesetz</title>
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		<pubDate>Mon, 04 May 2009 17:17:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>basedow1764</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am spannendsten fand ich in der Zeitung immer den Lokal- und den Wirtschaftsteil.  Da waren die Fälle, mit denen ich im Unterricht Politik erklären wollte. Dass ich das spannend fand, leuchtete nicht jedem Schüler ein. Diejenigen, die mir nach Jahren als junge Erwachsene eine positive Rückmeldung gaben, passen auf eine Hand.
Dennoch, ich habe immer Material [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=basedow1764.wordpress.com&blog=2382497&post=2973&subd=basedow1764&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p class="booktitle">Am spannendsten fand ich in der Zeitung immer den Lokal- und den Wirtschaftsteil.  Da waren die Fälle, mit denen ich im Unterricht Politik erklären wollte. Dass ich das spannend fand, leuchtete nicht jedem Schüler ein. Diejenigen, die mir nach Jahren als junge Erwachsene eine positive Rückmeldung gaben, passen auf eine Hand.</p>
<p class="booktitle">Dennoch, ich habe immer Material jenseits der institionenkundlich orientierten Lehrbücher gesucht. Die <a title="wochenschau" href="http://www.wochenschau-verlag.de/">Wochenschauhefte </a>waren mir auch eine große Hilfe.</p>
<p class="booktitle">In diesen Rahmen passt eine Neuerscheinung, in der das Grundgesetz schülerorientiert &#8222;erzählt&#8220; wird:</p>
<h3 class="booktitle">Peter Zolling, Das Grundgesetz. Unsere Verfassung &#8211; wie sie entstand und was sie ist</h3>
<p class="smaller">
<p><img class="cover" src="http://www.perlentaucher.de/grafik/cover/8/31768.jpg" alt="Cover: Das Grundgesetz" /></p>
<p class="tiny gray">Carl Hanser Verlag, München 2009<br />
199 Seiten, 14,90 €, ISBN-13 9783446233188
</p>
<p class="tiny gray">
<p class="tiny gray">Zolling gibt einen historischen Abriss, erläutert die Grundrechte und überhaupt Demokratie, Sozial- und Rechtsstaat, alles in einem flotten Jugendjargon.</p>
<p class="tiny gray">Der Tipp ist m. E. besonders aktuell, weil gerade wieder die Welle der Empörung hochschwappt, dass 1990 keine neue Verfassung zwischen BRD und DDR ausgehandelt wurde.</p>
<p class="tiny gray">Ich kann nur sagen: Gottseidank!</p>
<p class="tiny gray">Die westdeutsche Verfassung ist aus der Erfahrung mit der Diktatur des Nationalsozialismus entstanden. Nach herrschender Meinung war die SED-Diktatur weniger schlimm.  Und wenn ich mir vorstelle, dass die Krauses, Diestels, de Maiziéres, Stolpes, Modrows, Gysis an der neuen Verfassung mitgeschrieben hätten oder Bürgerrechtler, die nach eigenen Aussagen doch nur den Sozialismus ein wenig demokratischer machen wollten, aber keineswegs den Staat ändern, wie das Rainer Eppelmann kürzlich in einem Vortrag noch einmal bekäftigte.</p>
<p class="tiny gray">Die Änderungen, die zurzeit vorgenommen werden (Schuldenbegrenzung inklusive Hintertürchen), machen das Grundgesetz leider komplizierter und für Laien unverständlicher. Arme Sozialkundelehrer/innen!</p>
<p class="tiny gray">
<p class="tiny gray">Nachtrag:</p>
<p class="tiny gray">Der SWR hat ein <a title="swr-kindernetz" href="http://www.kindernetz.de/grundgesetz/grundgesetzliches/-/id=130184/i9h47o/index.html">Angebot</a> zum Grundgesetz.</p>
<p class="tiny gray">und der MDR(!) erzählt sechs Geschichten zu den Grundrechten: &#8222;Bei uns um die Ecke&#8220;; Sendung am 21.5.09. (Endlich mal was anderes aus dem Osten als die Suche nach dem Guten an der SED-Diktatur. Warum hat Frau Schwan nicht auch den Rechtsabbiegepfeil erwähnt?</p>
<p class="tiny gray">
<p class="tiny gray">
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			<media:title type="html">Cover: Das Grundgesetz</media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>120 Millionen SED-Vermögen für Ostdeutschland</title>
		<link>http://basedow1764.wordpress.com/2009/03/10/120-millionen-sedpds-vermogen-fur-ostdeutschland/</link>
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		<pubDate>Tue, 10 Mar 2009 08:28:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>basedow1764</dc:creator>
				<category><![CDATA[DDR]]></category>
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		<category><![CDATA[SED-Vermögen]]></category>

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		<description><![CDATA[Von den über 1,5 Milliarden €, die während der &#8222;Wende&#8220; Anfang 1990 unter dem SED/PDS-Vorsitzenden Dr. Gregor Gysi beiseite geschafft wurden, sind wieder ein paar Millionen (in der Schweiz) gefunden worden. (Etwa die Hälfte wurde bisher aufgespürt.)
Nun sollen 120 Millionen € gemäß Einigungsvertrag für gemeinnützige Zwecke in Ostdeutschland verwendet werden.
Mit dem Geld könnten alle Schulen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=basedow1764.wordpress.com&blog=2382497&post=2311&subd=basedow1764&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Von den über 1,5 Milliarden €, die während der &#8222;Wende&#8220; Anfang 1990 unter dem SED/PDS-Vorsitzenden Dr. Gregor Gysi beiseite geschafft wurden, sind wieder ein paar Millionen (in der Schweiz) gefunden worden. (Etwa die Hälfte wurde bisher aufgespürt.)</p>
<p>Nun sollen 120 Millionen € gemäß Einigungsvertrag für gemeinnützige Zwecke in Ostdeutschland verwendet werden.</p>
<p>Mit dem Geld könnten alle Schulen in den neuen Bundesländern eine Schulbibliothek erhalten. (Man wird ja wohl noch träumen dürfen.)</p>
<p>Mehr zu dem versteckten PDS-Schatz <a title="SED-Vermoegen" href="http://www.ggysi.org/parteikasse.htm">hier</a> und <a title="SED-Vermoegen" href="http://www.ggysi.org/parteikasse.htm">hier.</a> Siehe auch <a title="Generation Marienborn" href="http://">hier</a>!</p>
<p><strong>Update 11.03.09 (korr. 26.3.)<br />
</strong></p>
<p>Zwei Millionen erhalten Brandenburger Schulen und Musikschulen. <strong>Also ist auch etwas für die Schulbibliotheksausstattung zu kriegen</strong>!</p>
<p><strong>Update 28.07.09</strong></p>
<p>Jetzt meldet das Brandenburger Bildungsministerium, dass Gelder aus dem &#8222;DDR-Parteienvermögen&#8220; in die Bildung flössen. Manche Zeitung schreibt: &#8222;DDR-Parteienvermögen&#8220;.</p>
<p>Wahrscheinlich fehlen mir wesentliche Informationen, aber die Formulierung &#8222;gefällt&#8220; mir: &#8222;Partei(en)vermögen der DDR&#8220;. Klingt richtig pluralistisch. Und die schleichende Gewöhnung an eine harmlose DDR.</p>
<p>98,5 % des &#8222;Parteienvermögens&#8220; der DDR gehörten der SED, der FDJ, dem FDGB, der GST. Das sind 1700 Millionen €. Den anderen &#8222;Parteien&#8220; CDU, LDPD, Bauernbund und NDPD (Die Bauernbund und NDPD wurden von Kommunisten gegründet) gehörten 22 Mio. &#8222;DDR-Parteivermögen&#8220; klingt halt ausgewogener als &#8222;SED-Vermögen&#8220;. Siehe in der <a title="SED-Vermögen" href="http://rhein-zeitung.de/on/98/08/24/topnews/sedgeld.html" target="_self">Rhein-Zeitung</a>!</p>
<p>Übrigens fehlen noch immer ca. 700 Mrd €. Das haben die &#8222;Parteien&#8220; auf Auslandskonten versteckt oder längst gewaschen.</p>
<p>Der Begriff &#8222;SED-Vermögen&#8220; aber ist völlig aus den M edien verwchwunden.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Medienkiste DDR (6): Schön war die Zeit &#8230;?</title>
		<link>http://basedow1764.wordpress.com/2009/02/20/medienkiste-ddr-6/</link>
		<comments>http://basedow1764.wordpress.com/2009/02/20/medienkiste-ddr-6/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 20 Feb 2009 11:54:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>basedow1764</dc:creator>
				<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Daniela Dahn]]></category>
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		<category><![CDATA[Rüdiger Dammann]]></category>
		<category><![CDATA[Schuss Willkür]]></category>
		<category><![CDATA[Sellering]]></category>
		<category><![CDATA[Ulrich Plenzdorf]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Berliner Grünen veranstalten seit einem Jahr eine Tagungsreihe &#8222;Schön war die Zeit &#8230;?&#8220; Aufklären statt verklären: Alltag und Unrecht in der DDR.
Die Themen sind Schule, Jugendszene, Lesekultur, &#8222;Operationsgebiet Westberlin&#8220; u.a.

Mich wundert, dass diese Tagungsreihe in der (Medien-)öffentlichkeit so wenig beachtet wird. Denn sie gehört zum besten, was es dazu gibt, neben den Veranstaltungen der [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=basedow1764.wordpress.com&blog=2382497&post=2223&subd=basedow1764&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Die Berliner Grünen veranstalten seit einem Jahr eine Tagungsreihe <strong>&#8222;Schön war die Zeit &#8230;?&#8220; Aufklären statt verklären: Alltag und Unrecht in der DDR.</strong></p>
<p>Die Themen sind Schule, Jugendszene, Lesekultur, &#8222;Operationsgebiet Westberlin&#8220; u.a.</p>
<p style="text-align:center;">
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 473px"><a href="http://www.gruene-fraktion-berlin.de/cms/ddr/dok/271/271411.veranstaltungsbericht_schoen_war_die_zei.html"><img title="DDR-Tagungsreihe" src="http://gruene-berlin.de/site/uploads/pics/schoen_war_die_zeit.jpg" alt="Schön war die Zeit" width="463" height="220" /></a><p class="wp-caption-text">Schön war die Zeit</p></div>
<p>Mich wundert, dass diese Tagungsreihe in der (Medien-)öffentlichkeit so wenig beachtet wird. Denn sie gehört zum besten, was es dazu gibt, neben den Veranstaltungen der Birthler-Behörde. Die Grünen haben einen Tagungsband angekündigt.</p>
<p>Viel hängt bei solchen Veranstaltungen vom guten Moderator ab. Das klappte nicht immer. Manchmal war auch das Publikum sachkundiger als das Podium.</p>
<p>Ein Spezifikum der Reihe ist, dass bei jeder Veranstaltung Vertreter der Linkspartei, auch aus der Zeit, als sie noch SED hieß, auf dem Podium (und im Publikum) sind. Das ermöglicht Begegnungen der besonderen Art. Davon will ich hier berichten:</p>
<p><strong>Prof. Bisky</strong> sitzt neben Frau Birthler auf dem Podium. (Biermann sitzt im Publikum. Er wollte nicht neben Bisky sitzen.) Die Frage an alle: &#8222;Welches sind ihre Erinnerungen an die DDR? Marianne Birthler: &#8222;Ich stamme aus einer Pfarrersfamilie und durfte daher nicht Abitur machen.&#8220; Sofort danach Prof. Bisky: &#8222;Die DDR hat es mir ermöglicht, Abitur zu machen und zu studieren.&#8220; Bisky entpuppt sich als in der Wolle gefärbter Kommunist. Die Zornesröte steigt in sein Gesicht, als Honecker kritisiert wird. Ebenso, als Biermann auch die Anfänge der DDR, die gerade romantisiert werden, zurecht rückt: &#8222;Die die stalinistischen Säuberungen in Moskau überlebt hatten und dann die DDR aufbauten, das waren doch die cleversten und gerissensten, die ihre Genossen denunziert hatten, um selbst zu überleben.&#8220;</p>
<p><strong>Frau Dr. Enkelmann</strong>, wieder einmal im Gespräch als mögliche Ministerpräsidentin Brandenburgs, erzählt von ihrer Doktorarbeit in einem Denglisch, als hätte sie in Berkeley oder Harvard eine Studie zur politischen Sozialisation amerikanischer Kleinstadtteenager vorgelegt. Kritsche Fragen eines jungen Sozialwissenschaftlers der FU aus dem Publikum beantwortet sie treuherzig. Nie hätte sie ihre Arbeit als Auftrag verstanden, die Jugendlichen noch besser zum Sozialismus zu erziehen.</p>
<p>Sie krönt ihre Einlassungen: Mit ihrem Staatsbürgerkundelehrer konnte man über alle Themen, wirklich über alle, offen diskutieren. Den Mitdiskutanten, die gerade von ihren Erfahrungen mit Denunziation, Erziehung zum Hass und Militarismus in der DDR-Schule berichtet haben, steht der Mund offen. Eine Punkerin erzählt von den Vopos, der Stasi, ihrer Haft (Weniger als 6 Monate, daher keine Entschädigung oder Ehrensold) und denselben Leuten nach der &#8222;Wende&#8220; in den Ämtern wie vorher. Frau Enkelmann sitzt  immer lächelnd daneben. Fehlt noch, dass sie das als Pluralismus der DDR ausgibt. (Das macht an einem anderen Abend ein anderer.)</p>
<p>Dann gab es den<strong> jungen Berliner Linksparteipolitiker</strong>, der mit Fragestellern aus dem Publikum und mit Mitdiskutanten auf dem Podium umsprang, dass man sich zu Franz-Josef-Strauß zurücksehnte (&#8222;Haben Sie überhaupt Abitur?&#8220; fragte der einmal einen kritischen Journalisten.)</p>
<p>Die Veranstaltung zum <strong>SED-Einfluss in West-Berlin</strong> hätte ich beinahe geschwänzt. Ich wollte ja vor allem mehr über die DDR erfahren. Dabei war gerade diese Veranstaltung besonders ergiebig.</p>
<p>Es ist ja nicht unbekannt, dass die SED in Westdeutschland und West-Berlin nicht ohne Einfluss gerade im studentischen Milieu war und DKP und SEW über Millionen DM verfügten. Zu hören, <span style="text-decoration:underline;">wie </span>stark dieser Einfluss an der FU und in der links-alternativen Szene war, verblüffte mich aber doch.</p>
<p>Etwa 1000 IMs gab es in West-Berlin. Aber IMs wurden gar nicht überall benötigt, weil die DDR-Sympathisantenszene groß genug war. Der Gesamtpersonalrat der FU und die Berliner ÖTV standen unter SED-Einfluss. In der FU scheiterte eine Biermann-Resolution.</p>
<p>Die Deutschlandpolitik der grünen Vorläuferbewegung Alternative Liste wurde von einem IM auf SED-Linie gebracht.  Der ging dann 1989 zur PDS.</p>
<p>Wenn undogmatische Linke mit Flugblättern unter dem Parka über den Bahnhof Friedrichstr. in den Osten reisten, standen die kommunistischen OSI-Kommilitonen auf dem Bahnsteig und zeigten der Stasi, wen sie sich ansehen sollte.</p>
<p>Da wurde ein alternatives Tageszeitungsprojekt dadurch kaputt gemacht, dass es unter SED-Einfluss geriet. <em>(Das Abo hatte ich freilich schon damals enttäuscht gekündigt, als ich den Trend bemerkte.)</em></p>
<p>Die SED hatte eine Heidenangst vor den Linksalternativen, die sich in West-Berlin tummelten. Die Friedensbewegung mit ihrem atomwaffenfreien Europa war ihr supekt. Sie hielt mit Geldkoffern und Einladungen nach Moskau dagegen. (Für den Fraktionsvorsitzenden der Linkspartei im Hessischen Landtag hat sich bis heute nichts geändert. Geld und Anweisungen erhält er auch heute wieder aus Berlin.</p>
<p>Nicht ungewöhnlich im extremistischen Spektrum war die Karriere des FU-Professors Johannes <a title="wikipedia_Agnoli" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Agnoli" target="_blank">Agnoli</a>, der von extrem rechts nach ganz links gewandert war und einer der Vordenker der 68er wurde. Auch der Frankfurter Dutschke, Krahl, war ein Wanderer zwischen den Extremen gewesen. So ganz unrecht hat Götz Aly wohl nicht, wenn er sich und seine Weggenossen von 68 heute kritisch <a title="Aly_68" href="http://www.amazon.de/Unser-Kampf-irritierter-Blick-zur%C3%BCck/dp/3100004213/ref=sr_1_2?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1235128721&amp;sr=8-2" target="_blank">sieht</a> und eine Traditionslinie zur Hitlerzeit zu entdecken glaubt.</p>
<p>Elmar <a title="elmar_Faber_wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Elmar_Faber" target="_blank">Faber</a>, in der DDR Verleger, u.a. Chef des Aufbau-Verlages, nach der &#8222;Wende&#8220; Träger des Bundesverdienstkreuzes und  Gründer des Verlages Faber und Faber, macht den Eindruck eines Geschäftsmannes, der überall zurechtkommt. Christoph Hein, auch auf dem Podium zum Thema &#8222;Leseland DDR&#8220; (auch das eine Propagandavokabel der SED) , sagt, dass <strong>&#8222;Weglassen die einfachste Form der Lüge&#8220;</strong> sei. Er hat auch an diesem Abend recht: Faber betont, dass er bei Hans Meier und Ernst Bloch studiert und Sartre verlegt habe. Erich Loest muss darauf hinweisen, dass spätere DDR-Studenten nicht mehr in den Genuss kamen, bei Bloch und Meier studieren zu können, da diese inzwischen im Westen lehrten. Auch wäre Sartre sehr bald der Zensur zum Opfer gefallen.</p>
<p>Als die Professorin Ines Geipel von wenig bekannten Schriftstellern erzählt, die noch bis kurz vor der &#8222;Wende&#8220; für ihre Texte mit mehrjährigen Zuchthausstrafen belegt worden waren, meint Faber, man müsse die DDR-Literatur differenziert sehen, sie wäre vielfältig gewesen. Er hätte im Jahr 500 Manuskripte bekommen. Und überhaupt müsse man die DDR-Literatur in den gesamten deutschen literarischen Kontext stellen. Das ist das Stichwort für einen Frager aus dem Publikum, der mehrfach im Lauf des Abends darauf hinweist, dass in der BRD Brecht nicht gedruckt werden durfte.  Auf die Frage, was es denn an großer sozialistischer Literatur gegeben hätte, nennt der &#8222;Brecht, Brecht&#8220;-Rufer Dietmar Dath.</p>
<p><span style="text-decoration:underline;">Die Argumentationsmuster der &#8222;DDR-Revisionisten&#8220; sind überall gleich:</span></p>
<ul>
<li><strong>Bei Euch (BRD) war es doch auch nicht anders</strong>: &#8222;Bei uns durften die Pfarrerskinder nicht studieren, bei Euch gab es Berufsverbote für fortschrittlich denkende Menschen. Eure Stasi hieß Verfassungsschutz. Bei Euch hatten die Amis das sagen, bei uns die Russen. Bei uns war Karl May und Micky Maus verboten, bei euch aber Brecht. Und an den Grenzen der EU werden auch Menschen getötet.&#8220; (Letzterer Satz ist der Kommentar eines Potsdamer linksextremistischen Stadtverordneten zu den Todesschüssen an der Mauer.)</li>
<li>Wissenschaftler, die diese Sicht bevorzugen, fordern <strong>Kontextualisierung</strong>: Man muss DDR und BRD nebeneinander stellen und als aufeinander bezogene, ähnlich agierende Akteure des Kalten Krieges sehen. Dann hat man zwei Auslaufmodelle und kann sich auf die Suche nach dem 3. Weg machen. <em>Hier wäre ein Besuch der Ausstellung im Notaufnahmelager Berlin-Marienfelde zu empfehlen.</em> <em>Da ergibt sich implizit eine Gegenüberstellung der beiden &#8222;Systeme&#8220;</em>.</li>
</ul>
<ul>
<li><strong>Man darf nicht nur über die Repression reden, man muss auch den Alltag sehen</strong>. <strong>Sonst erhält man ein einseitiges Bild</strong>: &#8222;Wir hatten den besseren Sex und haben mehr gelacht.&#8220; &#8222;Die Frauen waren gleichberechtigt.&#8220; &#8222;Wer seine Arbeit getan hat, hatte auch keine Probleme.&#8220;</li>
<li>Manche Wissenschaftler sagen dazu: ein <strong>multiperspektivisches Bild</strong> der DDR herstellen. Dazu passt ein <a title="Krenz" href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,608949,00.html" target="_blank">Auftritt</a> von Egon Krenz. Oder der brandenburgische Bildungsminister, der auch die &#8222;Schattenseiten&#8220; der DDR im Unterricht erwähnt sehen möchte.</li>
</ul>
<ul>
<li>Wenn das nicht hilft: <strong>&#8222;Das war ja gar kein richtiger Sozialismus in der DDR</strong>. Er wurde falsch umgesetzt. Wenn ihr 89 nicht gekommen wärt und und die &#8222;kriminelle Treuhand&#8220; (Günter Grass) nicht gewesen wäre, hätten wir den demokratischen Sozialismus verwirklicht.&#8220;<em> </em>&#8222;Pseudosozialismus&#8220; sagt die &#8222;Freitag&#8220;-Mitherausgeberin Daniela Dahn zur DDR<em>. </em><em><br />
</em></li>
</ul>
<p style="padding-left:30px;"><em>Dazu schreibt mir die postkommunistische Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke in <a title="jelpke" href="http://www.abgeordnetenwatch.de/ulla_jelpke-650-6071-3.html#fragen">abgeordnetenwatch</a>.de am 25.11.08 erhellend, dass demokratischer Sozialismus eine Erfindung der SPD wäre, letztlich ein rosaroter Kapitalismus.</em></p>
<p style="padding-left:30px;"><em>&#8222;Es muss demokratisch aussehen&#8220; war die Parole der aus Moskau zurückkehrenden deutschen Kommunisten. Das war ehrlicher als wenn Daniela Dahn in der Leipziger Büchernacht 2009 davon schwärmt, dass die DDR-Volkskammer demokratischer war als der Bundestag (&#8222;2% der Bevölkerung sind in Parteien, im Bundestag sind es 100%.&#8220;)<br />
</em></p>
<p>Die <a title="Basedow1764 zur Abschlussveranstaltung " href="http://wp.me/p9ZNn-1fV" target="_self">Abschlussveranstaltung </a>ist am 7.10.09.</p>
<p><strong>Update</strong>: <strong> </strong></p>
<p><strong>Erwin Sellering</strong> verhöhnt auf dem SPD-Parteitag am 26.4. in MeckPomm weiterhin die SED-Opfer und geht  (nein nicht auf den Strich &#8211; aber was ist das anderes als politische Prostitution?) auf Stimmenfang in seinem Lande. Seine Popularität ist bisher aber noch nicht  einmal bei seinen Genossen gestiegen.</p>
<p><strong>Update 12.4.09</strong></p>
<p>Herr <strong>Müntefering </strong>fordert eine neue Verfassung wegen des Unwohlseins von ex-DDR-Bürgern in der vereinigten BRD. Er hat wohl gerade mit Günter Grass gesprochen, der sich nicht einkriegen kann, dass die Treuhand die gößte kriminelle Vereinigung seit 1945 auf deutschem Boden wäre.  Lassen wir Münterferings späte Erkenntnis mal als Marketing-Gag beiseite, so stimme ich ihm in allem anderen, was Spiegel-Online verbreitet, <a title="Münte" href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,618700,00.html">zu</a>.</p>
<p>Die SPD leidet unter dem Trauma der vergeigten Wahlen 1990. Damals war sie zumindest in Teilen gegen eine Vereinigung und Lafontaines frühere Liebedienereien gegenüber Honecker, dem Saarländer waren in Ostdeutschland noch nicht vergessen. Egon Bahr glaubte bei den Märzwahlen &#8222;faschistoide Züge&#8220; und &#8222;Psychoterror nach Goebbels-Manier&#8220; bei der West-CDU wahrgenommen zu haben (Kowalczuk, Endspiel, p 531f)</p>
<p><strong>Nachtrag </strong></p>
<p><strong> </strong>(Übernahme aus dem gelöschten Beitrag &#8222;Gemischte Lesetipps)<strong><br />
</strong></p>
<p><a href="http://basedow1764.files.wordpress.com/2008/03/dammann-cover.jpg"><img class="size-full wp-image-120 alignleft" title="Dammann Cover" src="http://basedow1764.files.wordpress.com/2008/03/dammann-cover.jpg?w=140&#038;h=140" alt="Dammann Cover" width="140" height="140" /></a></p>
<p><strong>Ein Land, genannt die DDR</strong>, herausgegeben von Ulrich Plenzdorf und Rüdiger Dammann.</p>
<p>Im Zusammenhang mit der Bücher- und Medienkiste &#8222;Ampelmännchen und Todesschüsse&#8220; zur <a title="DDR-Bücher- und Medienkiste" href="http://basedow1764.files.wordpress.com/2008/07/ddr-kiste-080706.pdf" target="_blank">DDR</a>-Geschichte stieß ich auf dieses Buch.  Rüdiger Dammann macht i. d. R. gute Bücher, z. B. <a title="Zerrissene Herzen" href="http://www.amazon.de/Zerrissene-Herzen-Geschichte-Juden-Deutschland/dp/3100035208/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1206540849&amp;sr=1-1" target="_blank">dieses</a>.</p>
<p>Auch das mir vorliegende ist liebevoll gestaltet, gut und verständlich zu lesen, was ja in der S I enorm wichtig ist. Das Buch kommt in der Aufmachung wie ein Jugendsachbuch daher, was es aber nicht ist.</p>
<p><strong>Beim Nachwort von Ulrich Plenzdorf, das ich zuerst lese, stocke ich: Als einzige wirkliche Auskunft über das Leben in der DDR könne nur die von in der DDR aufgewachsenen Menschen gelten.</strong> Besser könne man Geschichte nicht schreiben. Naja, wer sich noch nie mit den Problemen der oral history auseinandergesetzt hat, glaubt das wohl. Nichts gegen Zeitzeugen als Quelle, aber Quellenkritik muss erlaubt sein.</p>
<p>Niemand will den Menschen, die in der SED-Diktatur leben mussten, Identität und Erinnerungen nehmen. Aber da muss nicht eine Sympathieerklärung für Ulbricht dabei herauskommen.</p>
<p>Die Probe aufs Exempel liefert Daniela Dahn im Beitrag über die DDR-Wirtschaft: &#8222;Die Legende vom faulen Ossi&#8220;. Ich suche für die Bücherkiste Bücher, in denen Jugendlichen erklärt wird, warum ein Wirtschaftssystem nicht funktionieren kann, in dem die Brathähnchen in der Gaststätte billiger sind als das Huhn beim Metzger, das Brot an Schweine verfüttert wird, weil es so billig ist, die Miete fast nichts kostet, dafür aber die Häuser verfallen.</p>
<p>Für Dahn ist der &#8222;Witz der Sache&#8220; leitend: In der DDR war zum ersten Mal in Deutschland die Macht des Kapitals gebrochen. Diesem Witz wird dann die Wirklichkeit untergeordnet. Die DDR war mit NÖSPL, dem neuen System der Wirtschaftslenkung, auf dem besten Weg zum Arbeiter- und Bauern-Paradies. Ulbricht war ein Wirtschaftsreformer, der leider von den Russen und Honecker gebremst wurde. Eigentlich wären die Kombinate, in denen die DDR-Wirtschaft zusammengefasst war, hochrentabel gewesen, eigentlich war die DDR am Schluss nicht ganz bankrott, eigentlich gab es ja damals weltweit Wirtschaftssiechtum, eigentlich hatte das DDR-Statistikamt der Industrieproduktion des Landes den 15. bis 17 Platz auf der Weltrangliste zugewiesen.</p>
<p>Da kam die Wende wohl zu Unrecht?</p>
<p>Wenn Dahn die Brigaden beschreibt, ist das ein guter Einblick in den Arbeitsalltag. Die SED hatte die Brigaden keineswegs im Griff, musste sie bisweilen fürchten.</p>
<p>Aber wenn Dahn das Wirtschaftssystem erklärt, hört sich das nach einem Seminar in den Hinterzimmern der die DDR überlebt habenden &#8222;Volkssolidarität&#8220; an.</p>
<p>Es muss ja keinesfalls der entfesselte Kapitalismus als die einzig richtige Wirtschaftsform herauskommen, aber eine romantisierende Betrachtung der Zentralverwaltungswirtschaft hilft nicht weiter, außer dass sie Weichspülung der DDR bei den nachwachsenden Schülergenerationen fortsetzt. Da hatte Werner Obst schon 1983 den besseren <a title="Werner Obst über die DDR-Wirtschaft" href="http://www.amazon.de/gp/offer-listing/3720151581/ref=sr_1_olp_1?ie=UTF8&amp;s=gateway&amp;qid=1207677113&amp;sr=8-1" target="_blank">Durchblick</a>!</p>
<p><strong> </strong>NÖSPL-Fan Daniela Dahn war übrigens die Favoritin von Dr. Gysi für die Kandidatur zur Bundespräsidentin.</p>
Posted in DDR Tagged: Daniela Dahn, DDR-Aufarbeitung, DDR-Verklärung, Elmar Faber, Gysi, Linkspartei, NöSPL, Rüdiger Dammann, Schuss Willkür, Sellering, Ulrich Plenzdorf <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/basedow1764.wordpress.com/2223/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/basedow1764.wordpress.com/2223/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/basedow1764.wordpress.com/2223/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/basedow1764.wordpress.com/2223/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/basedow1764.wordpress.com/2223/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/basedow1764.wordpress.com/2223/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/basedow1764.wordpress.com/2223/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/basedow1764.wordpress.com/2223/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/basedow1764.wordpress.com/2223/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/basedow1764.wordpress.com/2223/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=basedow1764.wordpress.com&blog=2382497&post=2223&subd=basedow1764&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Mehr DDR-Geschichte in der Brandenburger Schule</title>
		<link>http://basedow1764.wordpress.com/2009/02/12/mehr-ddr-geschichte-in-der-brandenburger-schule-verlangt/</link>
		<comments>http://basedow1764.wordpress.com/2009/02/12/mehr-ddr-geschichte-in-der-brandenburger-schule-verlangt/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 12 Feb 2009 19:20:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>basedow1764</dc:creator>
				<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Alltagskultur DDR]]></category>
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		<category><![CDATA[Schulpolitik in Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Stolpe]]></category>
		<category><![CDATA[Vergleich DDR-NS-Zeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Schülerin aus Fürstenwalde beklagte sich bei Bildungsminister Rupprecht, dass dieser Teil der Geschichte kaum im Unterricht vorkomme. Rupprecht wies die Vorwürfe zurück.

Gerade hatte er doch während eines Schulbesuches betont, dass die Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichte auch in den Schulen eine wichtige Rolle spielen würde.  &#8222;Ich wünsche mir, dass unsere Kinder und Jugendlichen erfahren, wie [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=basedow1764.wordpress.com&blog=2382497&post=2099&subd=basedow1764&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Eine Schülerin aus Fürstenwalde <a title="rbb" href="http://www.rbb-online.de/_/includes/multimediakonsole/mmkonsole_jsp/key=multimedia__8575088.html" target="_blank">beklagte</a> sich bei Bildungsminister Rupprecht, dass dieser Teil der Geschichte kaum im Unterricht vorkomme. Rupprecht wies die Vorwürfe zurück.<br />
<span id="more-2099"></span><br />
<em>Gerade hatte er doch <a title="rupprecht" href="http://www.mbjs.brandenburg.de/sixcms/detail.php/bb1.c.144566.de" target="_blank">während</a> eines Schulbesuches betont, dass die Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichte auch in den Schulen eine wichtige Rolle spielen würde.  &#8222;Ich wünsche mir, dass unsere Kinder und Jugendlichen erfahren, wie das <strong>Alltagsleben </strong>in der DDR aussah und welche <strong>Schattenseiten </strong>die DDR hatte.&#8220; </em></p>
<p>Wenn man mit Wolfgang <a title="Klafki" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Klafki" target="_blank">Klafkis</a> kategorialer Bildung im Kopf  Unterricht planen müsste, wäre man angesichts dieser Zielvorgabe des obersten Dienstherrn in Brandenburg ein wenig ratlos.<em><br />
</em></p>
<p>Es fällt schwer, der Landesregierung zu glauben, dass sie genügend tut:<br />
<!--more--><br />
Im Entwurf zum <a title="gedenkstaettenkonzept" href="http://www.mwfk.brandenburg.de/media/lbm1.a.1492.de/geschichtevorort.pdf" target="_blank">Gedenkstättenkonzept</a> v. 15.1.09 steht im Kapitel &#8222;Handlungsbedarf und Perspektiven&#8220;: &#8222;Bislang wurde die Geschichte von Opposition und Widerstand in der SBZ und DDR in sehr geringem Maße in zeitgeschichtlichen Ausstellungen und Museen Brandenburgs zum Ausdruck gebracht.&#8220; (pp 78ff) Vorhaben, von denen man glaubte, dass sie seit 20 Jahren umgesetzt  würden, werden vorgeschlagen: Das Museum für Alltagskultur in Eisenhüttenstadt soll gebeten werden, den Gesichtspunkt &#8222;Repression im Alltag&#8220; zu berücksichtigen!</p>
<p>Dann fällt die Untersuchung zum <a title="schuelerwissen" href="http://basedow1764.wordpress.com/2008/09/25/medienkiste-ddr-3-schulerwissen-korruption-ua/" target="_blank">Schülerwissen</a> verheerend aus. Brandenburg hat sich &#8211; vorausschauend ? &#8211; nicht an der Finanzierung der Studie beteiligt. Zu einer öffentlichen Veranstaltung in Potsdam wird aber ein Hamburger Professor eingeladen, um die Studie zu zerpflücken.</p>
<p>Der Finanzminister legte 2007 letzte Hand an die Überarbeitung der noch aus der Stolpe-Zeit („Brandenburg &#8211; unsere kleine DDR&#8220;) stammenden Richtlinien und kippte u.a. den Vorschlag einer vergleichenden &#8211; nicht gleichsetzenden &#8211; Betrachtung der beiden deutschen Diktaturen. <strong>Auch der Satz: Die Auseinandersetzung mit der DDR sei genau so ein wichtiges Thema wie der Nationalsozialismus, wurde laut Potsdamer Neuesten Nachrichten vom 14.12.07 vom Finanzminister gestrichen.</strong></p>
<p><em>Bücher von Robert Gellately: <a title="Robert Gellately, Lenin, Stalin und Hitler" href="http://www.amazon.de/Lenin-Stalin-Hitler-Diktatoren-Abgrund/dp/3785723490/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1247567398&amp;sr=8-1" target="_blank">Lenin, Stalin und Hitler</a> oder von Alan Bullock, <a title="Alan Bullock, Hitler und Stalin" href="http://www.amazon.de/Hitler-Stalin-Parallele-Leben-Bullock/dp/3442127572/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1247567033&amp;sr=8-1" target="_blank">Hitler und Stalin</a> dürften aber bei der Unterrichtsvorbereitung in Brandenburg benutzt werden. (Ob es jemand tut, wäre eine interessante Frage.) Denn es gibt Juristen, die die grundgesetzliche verbürgte Freiheit der Wissenschaft auch für Lehrkräfte sehen, die ihrem Diensteid gemäß wissenschaftsorientiert Unterricht planen.</em></p>
<p>„Anlässlich des 20. Jahrestages der friedlichen Revolution will die Landesregierung 2009 einen Schülerwettbewerb organisieren&#8220;, hieß es in einer <a title="Deise Pressemitteilung ist gelöscht worden!" href="http://www.mbjs.brandenburg.de/sixcms/detail.php/bb2.c.445066.de">Pressemitteilung</a> <strong>(Siehe update 11.5.09!)</strong> des Bildungsministeriums ebenfalls vom 14.12.07. Seither hat man nichts mehr davon gehört.</p>
<p>Ein Antrag, den Geschichtswettbewerb endlich anzusetzen und die Schulen wenigstens mit einem Bücherpaket zur DDR-Geschichte auszustatten, dümpelt seit Monaten im Landtag vor sich hin, weil sich nicht alle Parteien damit anfreunden können. Für das laufende Gedenkjahr käme es inzwischen auch zu spät und ab 2010 herrscht ja erst mal wieder Ruhe.</p>
<p><strong>Update 14.02.09</strong></p>
<p>Der Potsdamer Historiker Martin Sabrow setzt sich in der FAZ vom 4.2.09 (Für 1 € im FAZ-Archiv zu haben) kritisch mit der Umfrage der Professoren Deutz-Schroeder und Schroeder zum <a href="../../../../../2008/09/25/medienkiste-ddr-3-schulerwissen-korruption-ua/">Schülerwissen</a> über die DDR auseinander und lässt kein gutes Haar an der Studie: Die Abweichung vom kanonisierten Geschichtsverständnis der Befragung werde als Unkenntnis definiert. <strong>Unterschiedliche „Erzählungen&#8220; von der DDR würden nicht respektiert</strong>.</p>
<p>Es macht nachdenklich, dass man sich gerade in der Landeshauptstadt Brandenburgs so viel Mühe gibt, die Untersuchung zu kritisieren.  Die Verharmlosung der DDR, die mit der Regierung <a title="Stolpe" href="http://www.stasiopfer.com/stolpe.html">Stolpe </a>begann, setzt sich bis heute fort.</p>
<p>Selbstverständlich konkurriert politisch-historische Wissensvermittlung in der Schule mit gesellschaftlichen und familiären Sozialisationsinstanzen.</p>
<p>Der Lösungsansatz von Prof. Sabrow dokumentiert aber auch nur Hilflosigkeit: Schüler/innen sollten auf der Basis <span style="text-decoration:underline;">des im Unterricht erworbenen Wissens</span>(!) in persönliche Begegnung mit Zeitzeugen treten und die eigene Sicht sich in der Begegnung mit anderen Perspektiven bewähren.</p>
<p>Wohin das führt, lässt sich in Schulen beobachten: Da erzählen Stasi-Zeitzeugen, dass es in Hohenschönhausen sehr fürsorglich zuging. Die DDR-Aufarbeitung mit zu vielen Opfer-Zeitzeugen überfrachten, will ja auch Prof. Sabrows Institut nicht. Bestenfalls führt die Zeitzeugen-Begegnung zur Äquidistanz: Ganz so schlimm war es in der DDR wohl doch nicht. Oder wie kürzlich in Kleinmachnow ein Schüler zu einem Zeitzeugen sagte: „Hier soll wohl Werbung für die Demokratie gemacht werden.&#8220;<em> </em></p>
<p><em>Alle Weblog-Einträge zu <a title="Suchwort DDR" href="http://basedow1764.wordpress.com/?s=DDR">DDR</a>.</em></p>
<p><strong>Update 2.3.09</strong></p>
<p>Frau Birthler, die als brandenburgische Bildungsministerin wg. der Stasi-Vorwürfe gegen Stolpe zurückgetreten war, erneuert ihre <a title="Birthler" href="http://moak.de/forum/forum_entry.php?id=2067" target="_blank">Vorwürfe</a> gegen die lasche Haltung Brandenburgs in Sachen DDR-Aufklärung.</p>
<p>Erstaunlich, wie drastisch Fachleute den Weg Brandenburgs sehen: Ein Historiker der Birthlerbehörde spricht von einer &#8222;<a title="Müller-Enbergs" href="http://www.politische-bildung-brandenburg.de/programm/veranstaltungen/2009/april22_mueller_enbergs.html" target="_blank">Komödie</a>&#8220; (der Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit).</p>
<p>Ein Mitglied der Untersuchungskommission des Landtages zur Affäre Stolpe (3 Verkehrsunfälle, an denen Kommssionsmitglieder beteiligt waren. Einer davon tödlich.) meint, Brandenburg hätte an Nordkorea verschenkt  werden sollen.</p>
<p>Die Leiterin der inzwischen geschlossenen Außenstelle der Birthlerbehörde in Potsdam spricht von <strong>Brandenburg </strong>als dem <strong>Schlusslicht</strong> <strong>bei der Aufarbeitung des DDR-Unrechtssystems.</strong></p>
<p><strong>Update 11.5.09</strong></p>
<p>Ich stelle gerade fest, dass der Link zur Pressemitteilung des MBJS v. 14.12.07. ins Leere führt. Die Suche auf der Ministeriumsseite enthält keinen Eintrag mehr unter dem 14.12.07. Von dort hatte ich den &#8211; jetzt ungültigen &#8211; URL kopiert.</p>
<p>Freundlicherweise hat mir die Pressestelle des Ministeriums das Dokument zugeschickt und mitgeteilt, dass der <a title="Schülerwettbewerb Landtag BRB" href="http://www.landtag.brandenburg.de/de/Meldungen/Schuelerwettbewerb_20_Jahre_friedliche_Revolution_laedt_zu_historischer_Entdeckungsreise_/375517.html?referer=372226&amp;template=html_page_mod_news&amp;">Landtag </a>einen Wettbewerb ausgeschrieben hat. Auf dem brandenburgischen Bildungsserver wurde die Nachricht am 16.3. eingestellt. Einsendeschluss ist am16.7.</p>
<p><strong>Nachtrag</strong>:</p>
<p><strong>Beliebte Argumentationsfiguren bei der Aufarbeitung der DDR-Diktatur sind Vergleiche mit Westdeutschland und die  Äquidistanz zu beiden deutschen Staaten.</strong></p>
<p>Konkret könnte das so lauten: &#8222;Wir hatten Hohenschönhausen, ihr hattet die Berufsverbote.&#8220; Oder &#8222;Bei Euch stand Brecht lange auf dem Index, bei uns gab es Mickey Maus und Sartre nicht.&#8220;</p>
<p>Oder wie Volker Ulrich in der ZEIT bei der <a title="ZEIT-Rezension Vinke" href="http://basedow1764.wordpress.com/2008/12/08/medienkiste-ddr-4-antisemitismus/">Rezension </a>eines Jugendsachbuches über die DDR den <span style="width:500px;">Unterschied</span><span style="width:500px;"> wegbügelt</span><span style="width:500px;">, ob eine Diktatur ihren gesamten Repressionsapparat gegen Jeans- und Rock´n-Roll-Liebhaber einsetzt oder eine westliche Vätergeneration darauf aggressiv reagiert.</span></p>
<p><span style="width:500px;">Das berlin-brandenburgische Lehrerfortbildungsinstitut LISUM schlägt in einem Flyer &#8222;Die DDR als Unterrichtsthema. Geschichte&#8220; folgendes Referat vor: &#8222;Antifaschismus in der DDR -Vergangenheitsaufarbeitung in der Bundesrepublik. Einseitigkeiten auf beiden Seiten?&#8220; Ein Referat &#8222;Der Mythos von der antifaschistischen DDR&#8220; wäre für Schüler/innen in der ehemaligen DDR </span><span style="width:500px;">näher liegend.<br />
</span></p>
<p><span style="width:500px;">Das Schema ist aus der DDR-Schule bekannt. </span><span style="width:500px;">Tausendfach stand es auf den Tafeln:</span></p>
<table border="1" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td width="188" valign="top"><strong>DDR</strong></td>
<td width="186" valign="top"><strong>BRD</strong></td>
</tr>
<tr>
<td width="188">soz. Staat</td>
<td width="186">imp. Staat</td>
</tr>
<tr>
<td width="188">antifasch.</td>
<td width="186">fasch-imp.</td>
</tr>
<tr>
<td width="188">AK hat die Macht</td>
<td width="186">Monopolkap. haben   die Macht</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><span style="width:500px;"><strong>Statt der Vergleiche zwischen West und Ost, wie sie in der DDR-Schule beliebt waren und jetzt im LISUM sind, sollte man die unterschiedlichen Sichtweisen auf die DDR, die es innerhalb der ostdeutschen Gesellschaft gibt, thematisieren.</strong></span></p>
<p><span style="width:500px;">Vergleiche dazu den erhellenden <a title="Eltern-Erfahrungren im Unterricht " href="http://www.horch-und-guck.info/hug/archiv/2004-2007/heft-50/05006/">Praxisbericht </a>einer Lehrerin! </span></p>
<p><span style="width:500px;"><em>Die Zeitschrift &#8222;<strong>Horch und Guck</strong>&#8220; aus deren Archiv der Aufsatz stammt. ist eine hervorragende Fundgrube zum Thema SED-Diktatur.</em></span></p>
<p><span style="width:500px;"><em>In der Diskussion darüber, wie es in der DDR nun war, fehlen Begriffe wie Sozialismus oder Planwirtschaft fast völlig. </em></span>Oder, wie es in einer Untersuchung über Lehrpläne zurückhaltender heißt: D<strong>ie grundsätzliche Charakteri­sierung des gesellschaftlichen Systems mit seinen politischen, ideologischen und ökonomischen Komponenten findet zwar in Ansätzen statt, wird aber kaum detailliert ausgeführt. </strong></p>
<p>Daher ein Hinweis auf das grandiose Buch von Karl <a title="Terror und Traum" href="http://basedow1764.wordpress.com/2009/06/27/lesetipp-terror-und-traum-von-karl-schlogel/" target="_self">Schlögel</a>: Terror und Traum. Moskau 1937<strong>. </strong></p>
<p>Das ist der Schoß, in dem die DDR entstand<strong>. </strong>Traum und Terror, das war sie auch.</p>
<p>Aber den sozialistischen und den nationalsozialistischen Terror darf man nicht vergleichen. Die Berliner Linkspartei-Politikerin Evrim Baba folgt Finanzminister Speer: Sie warnt laut taz  v. 13.11.09 davor, linke und rechte Gewalt in der Berliner Militanten-Szene gleichzusetzen. So kann man das auch sehen: Die von Stalin Ermordeten sind für eine gute Sache gestorben.</p>
<p><strong> </strong><strong><br />
</strong></p>
<p><em> </em></p>
Posted in DDR Tagged: Alltagskultur DDR, Brandenburg, DDR im Unterricht, DDR-Aufarbeitung, Gedenkstättenkonzept, Geschichtsunterricht, Martin Sabrow, mbjs, Schulpolitik in Brandenburg, Stolpe, Vergleich DDR-NS-Zeit <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/basedow1764.wordpress.com/2099/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/basedow1764.wordpress.com/2099/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/basedow1764.wordpress.com/2099/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/basedow1764.wordpress.com/2099/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/basedow1764.wordpress.com/2099/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/basedow1764.wordpress.com/2099/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/basedow1764.wordpress.com/2099/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/basedow1764.wordpress.com/2099/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/basedow1764.wordpress.com/2099/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/basedow1764.wordpress.com/2099/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=basedow1764.wordpress.com&blog=2382497&post=2099&subd=basedow1764&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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