Verlosung von drei Buchpaketen „Piraten“ für hessische Grundschulen

Die Bücher- und Medienkiste zum Thema „Piraten“ für die Grundschule wird stark nachgefragt. Die LAG Schulbibliotheken verlost  jetzt drei dieser Themenpakete. Bewerben können sich hessische Grundschulen.

Alle Schulen, die bis 01.04.2011 an die E-Mail-Adresse g.bree@schulbibliothek.info schreiben, nehmen an der Verlosung teil.

Bedingung:

Die Schulbibliothek muss auf der Eingangsseite der Schulhomepage zu finden sein (oder eine eigene Homepage haben.) Den URL bitte in der E-Mail angeben!

Das Kleingedruckte:

Das Wort „Schulbibliothek“, „Schulmediothek“ oder „Schulmediathek“ muss auf der Start­seite angeklickt werden können.

Ein Holzschränkchen wie bei den anderen Themen des Projekts „Die Bibliothek in der Kiste“ gehört nicht dazu. Die Bücherliste kann wegen unterschiedlicher Lieferbarkeit der Bücher geringfügig von der bisher veröffentlichten Liste abweichen.

Die Bücher haben einen Wert von jeweils ca. 400,- €.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die Übergabe der drei Buchpakete an die Gewinner erfolgt im April/Mai 2011 an einer der „Gewinnerschulen“.

Astronomie als Schulfach

fordern Experten. Die UNO hat die Astronomie 2009 zur basic science erklärt, was immer das auch heißen mag.

Bücherkiste AstronomieNun gibt es eine schier endlose Liste von scheinbar dringend notwendigen neuen Unterrichtsfächern: Medienkunde, Verkehrserziehung, Wirtschaft, Formulare ausfüllen, Erziehungskunde, Googeln, Benimmerziehung, Gesundheitserziehung usw.

Bei Astronomie würde es mich aber freuen, wenn sie mehr Aufmerksamkeit erhielte. Es muss ja nicht gleich ein neues Fach sein.

Die LAG hat nämlich als eine der ersten Bücherkisten “Astronomie” vorgestellt. Die Bücherliste, die heute mit audiovisuellen und digitalen Medien zu ergänzen wäre, wurde nach Beratung durch erfahrene Lehrer zusammengetellt.

Die Nachfrage war nicht überwältigend. Welcher Physiklehrer hat denn Zeit für Themen, die Kür und nicht Pflicht sind?

Für Hinweise auf geeignete aktuelle Medien wäre ich dankbar.

Nicht schaden könnte wenn diese Bücher “einfach so” in der Bibliothek stünden, um entdeckt zu werden. Jedenfalls musste ich Astronomietitel häufiger nachbestellen. Sie fanden ihre “Liebhaber”.

Bücherkiste zur DDR-Geschichte an hessische Schulen übergeben

Die drei Bücherpakete zum DDR-Thema sind vergeben. Gewinner der Bücher und Medien im Wert von jeweils über 600 € sind die Schulbibliotheken der

  • Ricarda-Huch-Schule, Gießen
  • Geschwister-Scholl-Schule, Bensheim
  • Burggymnasium, Friedberg

Die Landesarbeitsgemeinschaft Schulbibliotheken (LAG) stellt seit 1992 Bücherkisten zu Themen des Unterrichts von Grund­schule bis Oberstufe zusammen, die Anregungen für den Bestandsaufbau in Schulbibliotheken geben sollen. Die Kisten können aber auch an drei Schul­standorten in Hessen ausgeliehen werden.

Das DDR-Paket, 28. Thema des LAG-Projekts, wurde wegen der Diskussion um die Aufarbeitung der SED-Diktatur in den Schulen zusammengestellt. Darin sind u. a.  Bücher von Klaus Kordon über seine verratene Flucht aus der DDR und den Zuchthausaufenthalt, Grit Poppes „Weggesperrt“ über die Behandlung auffällig gewor­dener Jugendlicher in geschlossenen Jugendwerkhöfen, aber auch Sachbücher über die Planwirtschaft, über Jeans und West­radio, glückliche Jugendzeit und schweigende Klassenzim­mer, „Klassiker“ wie Reiner Kunzes „Wunderbare Jahre“, DVDs der Stiftung Aufarbeitung und informative Internetadressen.

Die LAG fordert moderne, multimediale Schulbiblio­theken . In diesen Räumen lernen Schülerinnen und Schüler mit Büchern und digitalen Medien. Sie lernen dabei, wie man sich informiert, wie man im Team arbeitet, wie man vorträgt.

Der „Lernort Schulbibliothek“ ist ein wesentlicher Faktor bei der Steigerung der Schul­qualität. In Ländern, die dies schon länger praktizieren, wurde festgestellt, dass gute Schulbibliotheken deut­lich zur Steigerung von Schülerleistungen beitragen.

Die Hürde für die Teilnahme an der Verlosung war hoch. Die Schulen mussten nämlich nachweisen, dass ihre Schulbibliothek auf der Startseite der Schulhomepage  steht. Die LAG sieht einen Maßstab für die Wertschätzung in der Schulgemeinde, wenn die Schulbibliothek mit aktuellen Informationen oder ihrem elektroni­schen Katalog schnell und einfach auf der Schulhomepage zu finden ist.  22 Schulbibliotheken der Sekun­dar­stu­­fe, die diese Bedingung erfüllen, hatten sich beworben.

Übergeben wurden die Bücherpakete in Anwesenheit eines Vertreters der Kultusministerin, die leider wegen Terminschwierigkeiten absagen musste, vom LAG-Vorsitzenden Hans Günther Brée am Montag, dem 9.11.09, dem Jahrestag des Mauerfalls, im Weidiggymnasium in Butzbach.

Fotos vom Ereignis:

Siehe auch den Bericht (gleichen Inhalts) auf der LAG-Website!

Die Friedrich-Ebert-Schule in Schwalbach a.Ts. , eine der 3 Stützpunktschulen des Bücherkistenprojekts, hat die Ampelmännchen-Kiste im Rahmen einer Ausstellung genutzt.

Städtebau als Unterrichtsthema: Eine Bücherliste

Viele Themen werden an die Schule herangetragen. Viele wichtige Themen zu vernachlässigen, wird ihr vorgeworfen. Einer meiner Lieblingsvorwürfe ist, dass  “Städtebau” als Unterrichtsthema fehlt.

Die Sehnsucht der Bürger nach sanierten Altstädten, restaurierten Gründerzeitvillen und wieder aufgebauten barocken Schlössern, nach begehbaren Stadtplätzen zeigt, dass Halle-Neustadt oder Neue Vahr, autogerechte Innenstädte und Malls auf der grünen Wiese einen geringen Wohlfühlfaktor haben.

Schüler/innen für Stadtplanung und Architektur zu sensibilieren, sie zu motivieren, an demokratischer Stadtgestaltung mitzuwirken (nicht nur für “befreite”, selbst verwaltete links- oder rechts-alternative Jugendzentren Rathäuser oder Stadtparlamente zu stürmen), halte ich für eine wichtige Aufgabe des Geschichts-, des Kunstunterrichts und der Sozialkunde.

Im  für damalige Verhältnisse (Ende 70er Jahre?) sensationellen Lehrbuch “Klett Geographie” war diesem Thema fast das ganze Jahrgangsbuch 10 gewidmet. Das Thema flog dann wieder aus den Lehrplänen, Klett Geographie wurde verschlankt und in “Terra” umbenannt.

Die Wiesbadener Archtitektenkammer brachte ebenfalls bei Klett nach der Jahrtausendwende ein Städtebau-Schulbuch heraus, das aber keine große Beachtung fand.

Genauso ging es der Bücherkiste der LAG Schulbibliotheken, die im Rahmen des Projektes “Bibliothek in der Kiste” aufgelegt wurde. Die Zusammenstellung war für die Oberstufe gedacht. Aber die Rechnung war ohne den Wirt gemacht worden. Schon vor dem Turbogymnasium ließ der Unterricht kaum Zeit für solch ein exotisches Thema:

Städtebau: Geschichte, Realität, Utopie«

Sachbücher für die Sekundarstufe II

46 zum Teil sehr teure Sach- und Fachbücher enthält die Zusammenstellung, die in Kooperation mit dem Frankfurter Architekturmuseum entstand. (Das erklärt wohl die, trotz geringer Ausleihe der 3 Bücherkisten, auffallend hohe Schwundrate.)

Mit der Städtebau-Bibliothek lassen sich folgende Themen besonders gut bearbei­ten:

Geschichte:

  • „Veränderungen im Stadtbild sind nicht zufällig”: Wie sich politische und religiöse Weltbilder im Städtebau manifestieren
  • Stadtutopien im Industriezeitalter

Gemeinschaftskunde/Sozialkunde:

  • Wer soll Städte bauen?: Architekten, Künstler, Politiker, Investoren, Stadtbaumeister, Bewohner?

Kunst:

  • Futuristische Stadtutopien
  • Vom Turm zu Babel bis zum Empire: Geschichte und Ästhetik von Wolkenkratzern

Deutsch:

  • Stadt als Lebensform: Stadtmotive, Stadtutopien, Großstadtkritik in Literatur u. Film

Geographie:

  • Leben in Ballungsgebieten: Fragen der Raumplanung, des Wohnens, der Ökologie und des Verkehrs

Die Bücher sollen zu eigenen Entwürfen anregen. So könnte Stadt-/Stadtteil­ent­wicklung im Rollenspiel simuliert werden (Grundbesitzer, Investoren, Kommune, Bewohner).

Ergebnisse lassen sich auch mit Lego-Steinen darstellen.

Kruft, Städte in Utopia

Die Schüler/innen können sich mit eigenen Vorschlägen an der öffentlichen Dis­kussion beteiligen. Ergebnisse von städtebaulichen Wettbewerben werden in der Regel veröffentlicht oder können zugänglich gemacht werden.

Im Architekturmuseum Frankfurt/M gibt es die Dauerausstellung “Von der Urhütte zum Wolkenkratzer”.

Auf Realbegegnungen sollte nicht verzichtet werden: Eine Besichtigung von Orten stadtgestalterischer Relevanz kann Ausgangspunkt für eigene Entwürfe werden.

Nach Beendigung des Bücherkistenprojekts wurde die Städtebaukiste 2012 der Architektenkammer  Hessens geschenkt.

1 Nicht als Schwerpunkt in der Städtebau-Bibliothek vertreten. Entsprechende literarische Texte müssten hinzugezogen werden. Es gab im hessischen Schulfunk dazu drei Sendungen.
2 Nicht als Schwerpunkt in der Städtebau-Bibliothek vertreten. Es gibt aber reichhaltiges Material in Lehrbüchern.
Beim Gesellschaftsspiel “Metropolis” (Otto Meier Ravensburg) geht es um Städtebau. Das Spiel hat mitt­leren Schwierigkeitsgrad und dauert ca. 45 Minuten.
3 Eine Kasseler Schüler/innengruppe erhielt in einem Preisausschreiben zur Neugestaltung der Innenstadt einen Preis (vgl. “Heimat und Welt”, Erdkunde für Hessen 9/10, Braunschweig: Westermann,1988, S.14)
4 Fachkundige Beratung zu städtebaulichen Exkursionen gibt das Landesamt für Denkmalpflege in Wies­baden.

Hier geht´s zur Bücherliste!

Die ist wieder ein Anlass, ein Loblied auf Bibliotheken zu singen,auf Antiquariate und Books on Demand: Ich stelle gerade fest, dass fast alle Bücher – Erscheinungsdatum meist Anfang der 90er Jahre – nur noch antiquarisch zu beschaffen sind.
Wer trotz allem Lust hat, damit Unterricht zu machen, und schwört, ALLE Bücher wieder zurückzugeben, kann die Bücherkiste, ein abschließbares, schweres(!) Schränkchen, gerne ausleihen.
Dankbar wäre ich, wenn jemand eine aktuelle Medienliste, ein Webquest oder andere Materialien zum Thema mitteilte.

Nachtrag:

Es gibt eine UE “Die US-amerikanische Stadt im Vergleich zum europäischen Stadtmodell“.

Medienkiste DDR (6): Schön war die Zeit …?

Die Berliner Grünen veranstalten seit einem Jahr eine Tagungsreihe “Schön war die Zeit …?” Aufklären statt verklären: Alltag und Unrecht in der DDR.

Die Themen sind Schule, Jugendszene, Lesekultur, “Operationsgebiet Westberlin” u.a.

(Update 8/2013: Der Link zur Broschüre auf der Homepage der Berliner Grünen führt ins Leere.)

Mich wundert, dass diese Tagungsreihe in der (Medien-)öffentlichkeit so wenig beachtet wird. Denn sie gehört zum besten, was es dazu gibt, neben den Veranstaltungen der Birthler-Behörde. Die Grünen haben einen Tagungsband angekündigt.

Viel hängt bei solchen Veranstaltungen vom guten Moderator ab. Das klappte nicht immer. Manchmal war auch das Publikum sachkundiger als das Podium.

Ein Spezifikum der Reihe ist, dass bei jeder Veranstaltung Vertreter der Linkspartei, auch aus der Zeit, als sie noch SED hieß, auf dem Podium (und im Publikum) sind. Das ermöglicht Begegnungen der besonderen Art. Davon will ich hier berichten:

Prof. Bisky sitzt neben Frau Birthler auf dem Podium. (Biermann sitzt im Publikum. Er wollte nicht neben Bisky sitzen.) Die Frage an alle: “Welches sind ihre Erinnerungen an die DDR? Marianne Birthler: “Ich stamme aus einer Pfarrersfamilie und durfte daher nicht Abitur machen.” Sofort danach Prof. Bisky: “Die DDR hat es mir ermöglicht, Abitur zu machen und zu studieren.” Bisky entpuppt sich als in der Wolle gefärbter Kommunist. Die Zornesröte steigt in sein Gesicht, als Honecker kritisiert wird. Ebenso, als Biermann auch die Anfänge der DDR, die gerade romantisiert werden, zurecht rückt: “Die die stalinistischen Säuberungen in Moskau überlebt hatten und dann die DDR aufbauten, das waren doch die cleversten und gerissensten, die ihre Genossen denunziert hatten, um selbst zu überleben.”

Frau Dr. Enkelmann, wieder einmal im Gespräch als mögliche Ministerpräsidentin Brandenburgs, erzählt von ihrer Doktorarbeit in einem Denglisch, als hätte sie in Berkeley oder Harvard eine Studie zur politischen Sozialisation amerikanischer Kleinstadtteenager vorgelegt. Kritsche Fragen eines jungen Sozialwissenschaftlers der FU aus dem Publikum beantwortet sie treuherzig. Nie hätte sie ihre Arbeit als Auftrag verstanden, die Jugendlichen noch besser zum Sozialismus zu erziehen.

Sie krönt ihre Einlassungen: Mit ihrem Staatsbürgerkundelehrer konnte man über alle Themen, wirklich über alle, offen diskutieren. Den Mitdiskutanten, die gerade von ihren Erfahrungen mit Denunziation, Erziehung zum Hass und Militarismus in der DDR-Schule berichtet haben, steht der Mund offen. Eine Punkerin erzählt von den Vopos, der Stasi, ihrer Haft (Weniger als 6 Monate, daher keine Entschädigung oder Ehrensold) und denselben Leuten nach der “Wende” in den Ämtern wie vorher. Frau Enkelmann sitzt  immer lächelnd daneben. Fehlt noch, dass sie das als Pluralismus der DDR ausgibt. (Das macht an einem anderen Abend ein anderer.)

Dann gab es den jungen Berliner Linksparteipolitiker, der mit Fragestellern aus dem Publikum und mit Mitdiskutanten auf dem Podium umsprang, dass man sich zu Franz-Josef-Strauß zurücksehnte (“Haben Sie überhaupt Abitur?” fragte der einmal einen kritischen Journalisten.)

Die Veranstaltung zum SED-Einfluss in West-Berlin hätte ich beinahe geschwänzt. Ich wollte ja vor allem mehr über die DDR erfahren. Dabei war gerade diese Veranstaltung besonders ergiebig.

Es ist ja nicht unbekannt, dass die SED in Westdeutschland und West-Berlin nicht ohne Einfluss gerade im studentischen Milieu war und DKP und SEW über Millionen DM verfügten. Zu hören, wie stark dieser Einfluss an der FU und in der links-alternativen Szene war, verblüffte mich aber doch.

Etwa 1000 IMs gab es in West-Berlin. Aber IMs wurden gar nicht überall benötigt, weil die DDR-Sympathisantenszene groß genug war. Der Gesamtpersonalrat der FU und die Berliner ÖTV standen unter SED-Einfluss. In der FU scheiterte eine Biermann-Resolution.

Die Deutschlandpolitik der grünen Vorläuferbewegung Alternative Liste wurde von einem IM auf SED-Linie gebracht.  Der ging dann 1989 zur PDS.

Wenn undogmatische Linke mit Flugblättern unter dem Parka über den Bahnhof Friedrichstr. in den Osten reisten, standen die kommunistischen OSI-Kommilitonen auf dem Bahnsteig und zeigten der Stasi, wen sie sich ansehen sollte.

Da wurde ein alternatives Tageszeitungsprojekt dadurch kaputt gemacht, dass es unter SED-Einfluss geriet. (Das Abo hatte ich freilich schon damals enttäuscht gekündigt, als ich den Trend bemerkte.)

Die SED hatte eine Heidenangst vor den Linksalternativen, die sich in West-Berlin tummelten. Die Friedensbewegung mit ihrem atomwaffenfreien Europa war ihr supekt. Sie hielt mit Geldkoffern und Einladungen nach Moskau dagegen. (Für den Fraktionsvorsitzenden der Linkspartei im Hessischen Landtag hat sich bis heute nichts geändert. Geld und Anweisungen erhält er auch heute wieder aus Berlin.

Nicht ungewöhnlich im extremistischen Spektrum war die Karriere des FU-Professors Johannes Agnoli, der von extrem rechts nach ganz links gewandert war und einer der Vordenker der 68er wurde. Auch der Frankfurter Dutschke, Krahl, war ein Wanderer zwischen den Extremen gewesen. So ganz unrecht hat Götz Aly wohl nicht, wenn er sich und seine Weggenossen von 68 heute kritisch sieht und eine Traditionslinie zur Hitlerzeit zu entdecken glaubt.

Elmar Faber, in der DDR Verleger, u.a. Chef des Aufbau-Verlages, nach der “Wende” Träger des Bundesverdienstkreuzes und  Gründer des Verlages Faber und Faber, macht den Eindruck eines Geschäftsmannes, der überall zurechtkommt. Christoph Hein, auch auf dem Podium zum Thema “Leseland DDR” (auch das eine Propagandavokabel der SED) , sagt, dass “Weglassen die einfachste Form der Lüge” sei. Er hat auch an diesem Abend recht: Faber betont, dass er bei Hans Meier und Ernst Bloch studiert und Sartre verlegt habe. Erich Loest muss darauf hinweisen, dass spätere DDR-Studenten nicht mehr in den Genuss kamen, bei Bloch und Meier studieren zu können, da diese inzwischen im Westen lehrten. Auch wäre Sartre sehr bald der Zensur zum Opfer gefallen.

Als die Professorin Ines Geipel von wenig bekannten Schriftstellern erzählt, die noch bis kurz vor der “Wende” für ihre Texte mit mehrjährigen Zuchthausstrafen belegt worden waren, meint Faber, man müsse die DDR-Literatur differenziert sehen, sie wäre vielfältig gewesen. Er hätte im Jahr 500 Manuskripte bekommen. Und überhaupt müsse man die DDR-Literatur in den gesamten deutschen literarischen Kontext stellen. Das ist das Stichwort für einen Frager aus dem Publikum, der mehrfach im Lauf des Abends darauf hinweist, dass in der BRD Brecht nicht gedruckt werden durfte.  Auf die Frage, was es denn an großer sozialistischer Literatur gegeben hätte, nennt der “Brecht, Brecht”-Rufer Dietmar Dath.

Die Argumentationsmuster der “DDR-Revisionisten” sind überall gleich:

  • Bei Euch (BRD) war es doch auch nicht anders: “Bei uns durften die Pfarrerskinder nicht studieren, bei Euch gab es Berufsverbote für fortschrittlich denkende Menschen. Eure Stasi hieß Verfassungsschutz. Bei Euch hatten die Amis das sagen, bei uns die Russen. Bei uns war Karl May und Micky Maus verboten, bei euch aber Brecht. Und an den Grenzen der EU werden auch Menschen getötet.” (Letzterer Satz ist der Kommentar eines Potsdamer linksextremistischen Stadtverordneten zu den Todesschüssen an der Mauer.)
  • Wissenschaftler, die diese Sicht bevorzugen, fordern Kontextualisierung: Man muss DDR und BRD nebeneinander stellen und als aufeinander bezogene, ähnlich agierende Akteure des Kalten Krieges sehen. Dann hat man zwei Auslaufmodelle und kann sich auf die Suche nach dem 3. Weg machen. Hier wäre ein Besuch der Ausstellung im Notaufnahmelager Berlin-Marienfelde zu empfehlen. Da ergibt sich implizit eine Gegenüberstellung der beiden “Systeme”.
  • Man darf nicht nur über die Repression reden, man muss auch den Alltag sehen. Sonst erhält man ein einseitiges Bild: “Wir hatten den besseren Sex und haben mehr gelacht.” “Die Frauen waren gleichberechtigt.” “Wer seine Arbeit getan hat, hatte auch keine Probleme.”
  • Manche Wissenschaftler sagen dazu: ein multiperspektivisches Bild der DDR herstellen. Dazu passt ein Auftritt von Egon Krenz. Oder der brandenburgische Bildungsminister, der auch die “Schattenseiten” der DDR im Unterricht erwähnt sehen möchte.
  • Wenn das nicht hilft: “Das war ja gar kein richtiger Sozialismus in der DDR. Er wurde falsch umgesetzt. Wenn ihr 89 nicht gekommen wärt und und die “kriminelle Treuhand” (Günter Grass) nicht gewesen wäre, hätten wir den demokratischen Sozialismus verwirklicht.” “Pseudosozialismus” sagt die “Freitag”-Mitherausgeberin Daniela Dahn zur DDR.

Dazu schreibt mir die postkommunistische Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke in abgeordnetenwatch.de am 25.11.08 erhellend, dass demokratischer Sozialismus eine Erfindung der SPD wäre, letztlich ein rosaroter Kapitalismus.

“Es muss demokratisch aussehen” war die Parole der aus Moskau zurückkehrenden deutschen Kommunisten. Das war ehrlicher als wenn Daniela Dahn in der Leipziger Büchernacht 2009 davon schwärmt, dass die DDR-Volkskammer demokratischer war als der Bundestag (“2% der Bevölkerung sind in Parteien, im Bundestag sind es 100%.”)

Die Abschlussveranstaltung ist am 7.10.09.

Update:

Erwin Sellering verhöhnt auf dem SPD-Parteitag am 26.4. in MeckPomm weiterhin die SED-Opfer und geht  (nein nicht auf den Strich – aber was ist das anderes als politische Prostitution?) auf Stimmenfang in seinem Lande. Seine Popularität ist bisher aber noch nicht  einmal bei seinen Genossen gestiegen.

Update 12.4.09

Herr Müntefering fordert eine neue Verfassung wegen des Unwohlseins von ex-DDR-Bürgern in der vereinigten BRD. Er hat wohl gerade mit Günter Grass gesprochen, der sich nicht einkriegen kann, dass die Treuhand die gößte kriminelle Vereinigung seit 1945 auf deutschem Boden wäre.  Lassen wir Münterferings späte Erkenntnis mal als Marketing-Gag beiseite, so stimme ich ihm in allem anderen, was Spiegel-Online verbreitet, zu.

Die SPD leidet unter dem Trauma der vergeigten Wahlen 1990. Damals war sie zumindest in Teilen gegen eine Vereinigung und Lafontaines frühere Liebedienereien gegenüber Honecker, dem Saarländer waren in Ostdeutschland noch nicht vergessen. Egon Bahr glaubte bei den Märzwahlen “faschistoide Züge” und “Psychoterror nach Goebbels-Manier” bei der West-CDU wahrgenommen zu haben (Kowalczuk, Endspiel, p 531f)

Nachtrag

(Übernahme aus dem gelöschten Beitrag “Gemischte Lesetipps)

Dammann Cover

Ein Land, genannt die DDR, herausgegeben von Ulrich Plenzdorf und Rüdiger Dammann.

Im Zusammenhang mit der Bücher- und Medienkiste “Ampelmännchen und Todesschüsse” zur DDR-Geschichte stieß ich auf dieses Buch. Rüdiger Dammann macht i. d. R. gute Bücher, z. B. dieses.

Auch das mir vorliegende ist liebevoll gestaltet, gut und verständlich zu lesen, was ja in der S I enorm wichtig ist. Das Buch kommt in der Aufmachung wie ein Jugendsachbuch daher, was es aber nicht ist.

Beim Nachwort von Ulrich Plenzdorf, das ich zuerst lese, stocke ich: Als einzige wirkliche Auskunft über das Leben in der DDR könne nur die von in der DDR aufgewachsenen Menschen gelten. Besser könne man Geschichte nicht schreiben. Naja, wer sich noch nie mit den Problemen der oral history auseinandergesetzt hat, glaubt das wohl. Nichts gegen Zeitzeugen als Quelle, aber Quellenkritik muss erlaubt sein.

Niemand will den Menschen, die in der SED-Diktatur leben mussten, Identität und Erinnerungen nehmen. Aber da muss nicht eine Sympathieerklärung für Ulbricht dabei herauskommen.

Die Probe aufs Exempel liefert Daniela Dahn im Beitrag über die DDR-Wirtschaft: “Die Legende vom faulen Ossi”. Ich suche für die Bücherkiste Bücher, in denen Jugendlichen erklärt wird, warum ein Wirtschaftssystem nicht funktionieren kann, in dem die Brathähnchen in der Gaststätte billiger sind als das Huhn beim Metzger, das Brot an Schweine verfüttert wird, weil es so billig ist, die Miete fast nichts kostet, dafür aber die Häuser verfallen.

Für Dahn ist der “Witz der Sache” leitend: In der DDR war zum ersten Mal in Deutschland die Macht des Kapitals gebrochen. Diesem Witz wird dann die Wirklichkeit untergeordnet. Die DDR war mit NÖSPL, dem neuen System der Wirtschaftslenkung, auf dem besten Weg zum Arbeiter- und Bauern-Paradies. Ulbricht war ein Wirtschaftsreformer, der leider von den Russen und Honecker gebremst wurde. Eigentlich wären die Kombinate, in denen die DDR-Wirtschaft zusammengefasst war, hochrentabel gewesen, eigentlich war die DDR am Schluss nicht ganz bankrott, eigentlich gab es ja damals weltweit Wirtschaftssiechtum, eigentlich hatte das DDR-Statistikamt der Industrieproduktion des Landes den 15. bis 17 Platz auf der Weltrangliste zugewiesen.

Da kam die Wende wohl zu Unrecht?

Wenn Dahn die Brigaden beschreibt, ist das ein guter Einblick in den Arbeitsalltag. Die SED hatte die Brigaden keineswegs im Griff, musste sie bisweilen fürchten.

Aber wenn Dahn das Wirtschaftssystem erklärt, hört sich das nach einem Seminar in den Hinterzimmern der die DDR überlebt habenden “Volkssolidarität” an.

Es muss ja keinesfalls der entfesselte Kapitalismus als die einzig richtige Wirtschaftsform herauskommen, aber eine romantisierende Betrachtung der Zentralverwaltungswirtschaft hilft nicht weiter, außer dass sie Weichspülung der DDR bei den nachwachsenden Schülergenerationen fortsetzt. Da hatte Werner Obst schon 1983 den besseren Durchblick!

NÖSPL-Fan Daniela Dahn war übrigens die Favoritin von Dr. Gysi für die Kandidatur zur Bundespräsidentin.

Medienkiste DDR (5)

Eigentlich wollte ich auf meinem Altenteil in Potsdam nur noch die Landschaft und die Stadt genießen und in die hier erlebbare “Gegenwart aller Zeiten”, zumindest der Preußens, der DDR, der NSDAP, eintauchen. Das ist für mich als ehemaligen Geschichtslehrer besonders attraktiv.

Tom Cruise hat für seinen Stauffenberg-Film sechs Wochen in einer Villa in unserer Straße gedreht. (In der Villa, in der der Sprengstoff kurzzeitig gelagert worden war. Aber das erfuhren die Filmleute erst hinterher. In dem wunderschönen Haus werden häufig Filme gedreht) Die entsprechende Sequenz im Film dauerte weniger als fünf  Minuten. Aus USA war sogar der Kioskwagen eingeflogen worden. So etwas scheint es in Babelsberg nicht zu geben.

Das Schulbibliotheksthema hat mich aber wieder eingeholt. Die Planung des 2. Brandenburgischen Schulbiliothekstages beginnt gerade. Und Hessens Schulbibliotheken gibt es auch noch.

Über die Medienkiste DDR halte ich ein wenig Kontakt zu meinen ursprünglichen Absichten. Daher unten wieder einmal Fundstücke zum Thema.

Ich habe den Kalender schon gefüllt mit Terminen dieses Erinnerungsjahres: Führungen, Vorträge, Ausstellungen. In Berlin geht es mächtig ab mit Mauerfall und DDR-Zusammenbruch. Potsdam und Brandenburg sind etwas zurückhaltender und achten darauf, dass die Zeit des Nationalsozialismus nicht zu kurz kommt. Die SPD im brandenburgischen Landtag hat Probleme einem Antrag, der vorschlägt, die Schulen mit einer Bücherkiste zum Thema DDR auszustatten und einen Geschichtswettbewerb auszuschreiben. Dass ein solcher Wettbewerb auf der Homepage des Unterrichtsministerium 2008 angekündigt wurde, ist vergessen.

Des Gründungsjubiläums der Bundesrepublik (Im Osten sagen die Nachrichtensprecher gelegentlich noch “BRD”) will eine Eventagentur des Bundeskanzleramtes mit einer Markenshow deutscher Produkte gedenken, Höhepunkt ein Autokorso.

Noch ein Buchtipp für die Schule:

Ein schmales Bändchen von Peggy Wolf, Fahnenflucht, Geschichten aus einem verschwundenen Land, Berlin, edition ost, 978 3 89793-147-3.

Peggy Wolf erzählt 11 Geschichten, die Menschen in der DDR erlebt haben. Keine Verklärung einer schönen Kindheit oder eines humanistischen Menschenexperiments. Da wird vom Schulausflug berichtet, von der ersten Liebe zu einer russischen Offizierstochter, dem Einkauf in Prag, der Fahrt an die Ostsee, von einem unerfüllten Berufswunsch. Das geschieht in einer klaren, einfachen Sprache.

Im Gespräch, mit Zeitzeugen oder einer sachkundigen Lehrkraft,  mit der Autorin selbst, kann das Maß der Repression, das Fehlen von Freiheit, von Chancen auf eine selbstbestimmte Lebensplanung aufgedeckt werden, das beim ersten Lesen oder Vorlesen fast übersehen wird, weil der Text so sachlich und fast unterkühlt daherkommt.

Die Geschichten, jeweils um die 10 Seiten lang, können schon im 4./5. Schuljahr als Gesprächsanlässe vorgelesen werden.

Geschichtsklitterung

Die Postkommunisten wissen, wie wichtig Geschichtspolitik ist. Die Linkspartei hat jetzt im Weimarer Nationaltheater der Einberufung der Nationalversammlung 1919 als “Geburtsstunde unserer Demokratie” gedacht.

Ein bemerkenswerter Lernprozess oder atemberaubende Chuzpe?

Die Nationalversammlung musste nach Weimar ausweichen, weil in Berlin Spartakisten einen Putsch versuchten.

Rosa Luxemburg hielt das Parlament für “Kretinismus”, Ernst Thälmann bekämpfte die Weimarer Republik. Nach beiden sind in jeder ostdeutschen Siedlung Straßen benannt. Ruth Fischer hielt dieses Parlament, lange vor Hitler, für eine Quasselbude.

Die Schulen sollen, wie jetzt wieder der Potsdamer Prof. Sabrow in der FAZ v. 4.2.09 fordert, die Alltagsgeschichte der DDR in den Vordergrund stellen. Also nicht mehr so viele Zeitzeugen, die aus der Opferperspektive erzählen. Das verzerrt ja die Wahrnehmung. Und weniger System- und Strukturgeschichte im Unterricht.

Am Ende glauben alle, Rosa Luxemburg wäre für die Meinungsfreiheit von Konservativen, Liberalen oder Sozialdemokraten eingetreten. Dabei hatte sie mit ihrem berühmten Satz  Lenins Unfehlbarkeitsanspruch kritisiert, mit dem er unterschiedliche Meinungen innerhalb der bolschewistischen Partei unterband.

Die Aufgaben des Zentralkomitees

Sibylle Bergemann, eine ehemalige Modefotografin, berichtet (FAS v. 8.2.09), dass ihre Fotos vor der Veröffentlichung in der Frauenzeitschrift “Sibylle” dem ZK vorgelegt werden mussten. Da wurde dann auch schon mal retuschiert, weil: “Die Frau im Sozialismus muss fröhlich aussehen!”

Kein Wunder, dass die DDR zusammenbrach, wenn sich ZK und Politbüro mit traurig aussehenden Mannequins, dem Schnitt von Jeans, den Versen von Dichtern, dem Verbot von Karl May oder der mangelhaften Versorgung mit Farbfernsehern beschäftigen musste, anstatt zu regieren.

Mancher Kunstschaffende trauert der DDR nach. Diktaturen nehmen Kunst sehr viel ernster als Demokratien. Das schmeichelt. Bei Willfährigkeit wird man mit einem Volvo oder einer schicken Wohnung in der Leipziger Straße in Mitte belohnt. Oder einem idyllischen Ferienhaus am Schermützelsee, das auch die Werktätigen eines volkseigenen Siemens-Werkes gerne genutzt hätten. Oder man freut sich, wenn der Zensor die Botschaft zwischen den Zeilen im Drehbuch oder Manuskript nicht erkannte oder nicht verstand.

Nachtrag 12.02.09

Das Buch von Gerhard A. Ritter, Der Preis der deutschen Einheit, München: Beck 2006, ist phantastisch. Eine umfassende, für Laien nahezu erdrückende Darstellung der sozialpolitschen Seite der Einigung.

Wohltuend sachlich in dieser Zeit, in der das Wessi-Bashing zur Folklore gehört und Günter Grass wieder einmal Gehör findet mit seinen Auslassungen zur “kriminellen” Treuhand.

Ritter benennt auf wenigen Seiten die Schwächen der DDR-Wirtschaft. Er beschreibt detailliert die Übertragung der westdeutschen Sozial- und Wirtschaftsordnung auf die DDR, was im Westen zu einer Verdopplung der Staatsverschuldung führt und die alte Sozialordnung in die Knie zwingt.

Er nennt die sozialpolitische Absicherung der deutschen Einheit eine Meisterleistung (p. 297).

Unausgesprochen wird deutlich, dass beim hypothetischen Weiterleben einer selbstständigen DDR unter Führung einer gewendeten SED der Krenz, Modrow und Gysi, die das gerne so gehabt hätten, selbstredend mit den Milliarden-Subventionen westdeutscher Steuerzahler, der Zusammenbruch mit all seinen Verwerfungen ungleich drastischer geworden wäre. Der Exodus wäre noch größer geworden.

Welche Illusionen SED-Politiker hatten, zeigt sich daran, dass Dr. Gysi die DDR (ausgerechnet) mit einem Kredit des Jüdischen Weltbundes wieder flott machen wollte und die Wirtschaftsministerin Luft der Modrow-Regierung glaubte, dasselbe mit gerade einmal 10 Milliarden DM erreichen zu können. Allein für die Erhaltung der Funktionsfähigkeit des Gesundheitswesens, nicht etwa dessen Modernisierung, hielt ein SED-Papier vom August 1989 10 Mrd DM nötig.

Seine Rezension des Buches schließt ein ehemaliger Bonner Ministerialbeamter, der bei den Einigungsverhandlungen dabei war, mit der Bemerkung, dass die “verhängnisvolle Rolle, die … Hans Modrow, Christa Luft, aber auch Regine Hildebrandt und andere durch ihre Informationspolitik” spielten, noch nicht aufgearbeitet sei.

Überflüssig zu erwähnen, dass ich das Buch in Potsdam per Fernleihe besorgen musste.

Alle Weblog-Einträge zu DDR.

40.000 Schüler/innen profitieren von Bücherkisten-Projekt

Bücherkiste Haustiere

Vom 1992 ins Leben gerufenen hessischen Projekt „Die Bibliothek in der Kiste“ haben bisher mehr als 40.000 Schüler/innen profitiert. Es geht dabei um Bücher- und Medienkisten für Schulen und Schulbibliotheken, die an drei Schulstandorten in Hessen ausgeliehen werden können.

Dem Projekt war eine Diplomarbeit in der früheren Bibliothekshochschule in Stuttgart (die leider keine Schulbibliothekarinnen mehr ausbildet) gewidmet. Darin werden seine Merkmale beschrieben:

  • Die Auswahl der Medien (bei den Sachthemen) erfolge nach didaktisch-methodischen Kriterien.
  • Die Eignung der Sachbücher für die jeweilige Altersgruppe sei maßgeblich.
  • Die Staffelung einiger Bücher erleichtere die Gruppenarbeit.
  • Die Themenwahl konzentriere sich nicht auf die gängigen (und leicht zugänglichen) Ritter- und Indianerbücher, sondern ermögliche eine vertiefte Bearbeitung von Themen, die in Schulbüchern nicht im Vordergrund stünden.
  • Die Medienauswahl erfolge durch Lehrkräfte mit Unterstützung von Bibliothekaren und Fachleuten des jeweiligen Themas.

Die neuesten Themen sind:

Deutsch-jüdische Lebenswelten

Deutsch-jüdische Lebenswelten“ und

Ampelmännchen und Todesschüsse

Die Bücherschränkchen-Themenliste_2009 als Word-Dokument.

Ein Hinweis auf die Bücherkiste “Städtebau

Alle Bücherlisten des Projekts können online angesehen werden. (Bisher 5.200 Aufrufe allein bei slideshare)

Projektinformationen enthalten diese Pressemitteilung  und diese Präsentation:

Die Zahl 40.000 ist ein zurückhaltender Schätzwert. Damit sind nur die identifizierbaren Klassen erfasst, die Schränkchen ausgeliehen haben. Nicht erfasst sind die Nutzer oder Besucher bei Ausstellungen oder Präsentationen in Schulbibliotheken.

Zum Schluss noch etwas zum Schmunzeln:

Im Rah­men einer Europa-Woche wird das Europa-Bücherschränkchen aus dem Projekt im Foyer des Landtags ausgestellt. Als ich das Schränkchen nach einigen Tagen wieder abholen will, sind nahezu alle Bücher verschwun­den. Die Abgeordneten hatten da etwas falsch verstanden.