Bloglines abgeschaltet?

Bloglines, mein Feedreader, war in den letzten Jahren öfter in Turbulenzen und sollte abgeschaltet werden. Heute ist er jedenfalls nicht zu laden.

Erst vor wenigen Wochen war mein Account verschwunden, warum auch immer. Das Gute daran war, dass ich meine Feeds neu zusammenstellen musste und dabei auf  ein Drittel verzichten konnte, ohne dass ich mich schlechter informiert fühle.

Ich nutze jetzt Feedly!

Fortschritte im Leipziger Schulbibliothekwesen?

In Leipzig hatte man vor drei Jahren begonnen, sich mit der Weiterentwicklung des städtischen Schulbibliothekswesens auseinanderzusetzen. Anlass war das drohende Auslaufen von Beschäftigungsverhältnissen aus den Arbeitslosenprojekten (hier: Bürgerarbeit). Schulleiter hatten Alarm geschlagen. Unterstellen wir auch, dass der beeindruckende Messestand “Die Schulbibliothek” auf der Leipziger Buchmesse 2011 mit seinen Darbietungen nicht schadete.

Mehrere günstige Faktoren trafen zusammen: Die fordernden Schulleiter/-innen, ein Auftrag der Stadtverordnetenversammlung, eine schulbibliothekarische Arbeitsstelle, die dem Amt für Jugend, Familie und Bildung (dazu gehört das Schulverwaltungsamt) zugeordnet ist, eine Stadtbibliothek, die nicht in Anspruch nimmt, der wichtigste Spieler auf dem Feld zu sein, ein (damaliger) Amtsleiter, Dr. Siegfried Haller, der den Auftrag der Politik ernst nahm. (Ich durfte 2011 mit ihm auf der Buchmesse ein Podiumsgespräch bestreiten, das von Roland Quester von der Leipziger Umweltbibliothek, geleitet wurde.)

Es gab mehrere Arbeitstreffen, auf denen intensiv beraten und diskutiert wurde, sogar Stadtverordnete und eine Landtagsabgeordnete waren dabei. Auf mehreren Sitzungen durfte auch ich beratend teilnehmen, vortragen und mitdiskutieren. Als gelegentlicher “Einflieger” von außen weiß ich nicht, wie es weiterging. Erfahren habe ich, dass zwischenzeitlich die SBA  eine zusätzliche halbe Stelle bekommen hat und an Aufmerksamkeit gewonnen hat.

Nun lese ich in der Zeitung, dass das Leipziger Rathaus Freiwillige für die Arbeit in den Schulbibliotheken sucht. Das ist nicht gerade der große Wurf, aber es war trotz allen guten Willens klar, dass man nicht zwanzig bis dreißig Vollzeitstellen würde schaffen können.

Mein Vorschlag war eine gut ausgestattete SBA, die mit dem Medienzentrum zusammengelegt wird (Projektskizze Kommunales Medienzentrum Leipzig). Als sich abzeichnete, dass es in Sachen Personal keine Bewegung geben würde, versuchte ich, eine “Angebotspolitik” zu formulieren: Zumindest eine starke SBA sollte es geben, die Schulen unterstützt, die selbst etwas auf die Beine stellen, z. B. auch ehrenamtliche Mitarbeiter/-innen rekrutieren. Das ist nicht weit weg von dem, was jetzt in der Zeitung steht.

Auch wenn es Schulbibliotheksfundamentalist/-innen nicht gefallen wird, nach dem Motto “Alles oder nichts” kommt man höchstens bei den Lokführer/-innen weiter. Wenn jedes deutsche Schulverwaltungsamt nur eine Planstelle “Schulbibliothekskoordination” (o. ä. Bezeichnung ) ausschreiben würde, könnten sich Bibliothekare über 400 neue Planstellen freuen. 30.000, wie seit 50 Jahren erhofft, wird es nicht geben.

Man könnte als nächstes eine kommunale Haushaltsstelle schaffen, aus der wenigstens eine Aufwandsentschädigung gezahlt wird.

Wegen der stetigen Teilnahme von Leipziger Kommunalpolitiker/-innen hatte ich insgeheim die Hoffnung, dass es von dieser Seite und auch über die Stadt in Richtung Städtetag Einwirkungen auf die Landespolitik geben könnte. Gab´s aber wohl nicht.

Zum Prognosewert von Schulnoten

Ein Vorstandsvorsitzender wird in der Glosse “Auf einen Espresso” im Wirtschaftsteil der FAS zitiert:

“Ich erinnere mich an ein Gespräch mit meinem damaligen Chef, ich war erst ein paar Wochen im Unternehmen: ´Offenbar habe ich mir Ihre Noten bei der Einstellung nicht genau angeschaut, normalerweise nehmen wir solche Leute gar nicht. Aber na ja, es läuft auch so ganz gut.` Wie gesagt, der Mann mit den unterdurchschnittlichen Noten ist heute Vorstandschef.”

Aus meinem Archiv

“Eine zeitgemäße Schule… Dazu gehört als wichtiger Bestandteil der schulischen Bildungs- und Erziehungsarbeit z. B. die Schulbibliothek. Als zentrales innerschulisches Informationszentrum steht sie dem Unterricht und außerunterrichtlichen Aktivitäten zur Verfügung und kann jahrgangsübergreifender Treffpunkt sein. Es sind daher landeseinheitliche Richtlinien zur Förderung des Schulbibliothekswesens zu erstellen.”

Manifest “Bildung für alle in Hessen verwirklichen”, Landesvertreter/-innenversammlung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) 1990, Kassel

Die GEW hat diese Haltung längst aufgegeben. In der Mitgliederzeitung HLZ 2/2005 mit dem Schwerpunkt Lesen wird die Zusammenarbeit von Bibliothek und Schule auf zwei Heftseiten ausgebreitet, Unter der Schlagzeile Schulbibliotheken dürfen sich die LAG Schulbibliotheken und das Projektbüro Schulbibliotheken im damaligen Hessischen Landesinstitut für Pädagogik darstellen. In einem Kasten auf dieser Seite wird der 17. Hessische Schulbibliothekstag angekündigt. Hervorgehoben wird das Seminar der Stadtbibliotheksleiterin, die zuvor die zwei Seiten Bibliothek und Schule füllte.

Die Zeitschrift “Erziehung und Wissenschaft” der Bundes-GEW kennt in ihrem Heft 12/2002 mit dem Schwerpunkt Lesen Schulbibliotheken gar nicht. (In einem einzigen Nebensatz kommen sie vor.)

Da ich Anfang der 90er Jahre aus der GEW ausgetreten bin, kann es sein, dass ich nicht mehr über die aktuelle Haltung zu Schulbibliotheken auf dem Laufenden bin. Ich würde mich freuen, Positives zu hören.

Ich nehme mir gerade vor, gelegentlich in meinem Hängemappen-Archiv zu blättern und die eine oder andere Fundstelle hier zu veröffentlichen. In ähnlicher Form hatte ich vor fünf Jahren über Merkwürdiges, Kurioses und Verwunderliches im Zusammenhang mit Schulbibliotheken berichtet.

Warum? Man kann es sich aussuchen: Früher war es auch nicht besser. Der Fortschritt ist eine Schnecke. Nicht alles, was neu auf den “Markt” kommt, ist wirklich neu. Manch´ gute Idee verdient es, wieder aufgegriffen zu werden.