Revisited: Servicezentrum Medien und Schule im Main-Taunus-Kreis (2010) – Heiße Luft

Vor vier Jahren erschien eine Pressemeldung der Pressestelle des Main-Taunus-Kreises in Hessen, in der ein Servicezentrum Medien und Schule – SMS – angekündigt wurde, eine Zusammenlegung von Kreisbildstelle und den Resten der Kreisbücherei, ergänzt um ein gemeinsames Internetportal mit Datenbanken wie dem Munzinger-Archiv. Als Leiter des neuen Zentrums empfahl sich der Autor des dem von Bibliothekar/-innen hochgelobten IMENS nachempfundenen Konzepts, ein Medienpädagoge. In diesem Zusammenhang schrieb ich (schon) 2009 diesen – skeptischen – Beitrag.

Jetzt fiel mir ein Bericht in einer Regionalzeitung auf. Eine Grundschulleiterin konnte alleine mit ihrem Elternbeirat die Schulbibliothek nicht mehr weiterbetreiben. In dem Bericht kam das Medienzentrum als Dienstleister für Schulbibliotheken nicht vor und auch die Schulleiterin wusste anscheinend nicht, dass sie im Landkreis einen Ansprechpartner für Schulbibliotheken hätte.

Jetzt weiß ich warum: Die vollmundige Pressemitteilung des damaligen Schuldezernenten und späteren Landrats war heiße Luft. Das SMS gibt es gar nicht.

Wie immer liegt es am fehlenden Geld. Wie schon seit 1999 waren alle Konzepte für den Papierkorb, auch das von 2009. Wenn man an die Magie von Zahlen glaubt, wäre 2019 wieder ein gutes Jahr für einen neuen Anlauf.

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UK: Empfehlungen zu Schulbibliotheken

In Groß-Britannien ist gerade eine Empfehlung zu Schulbibliotheken veröffentlicht worden. Sie trägt den schönen Namen “Beating Heart of the School”. (Man kann also das Wort von der Bibliothek als dem Herz der Schule noch steigern.)

Es sind im Wesentlichen vier Empfehlungen:

  • eine aktuelle Statistik zu britischen Schulbibliotheken erstellen
  • erforschen, was und wie Schulbibliotheken zu Wissen und Erziehung der Schüler/-innen beitragen
  • Ofsted  – die Schulinspektion – soll auch die Schulbibliotheken evaluieren (Anm. GS: Das passiert schon weitgehend, aber nicht flächendeckend)
  • Im Bildungsministerium sollte es eine hochrangige Zuständigkeit für Schulbibliotheken geben.

Das ist nun nicht sehr visionär, es zeigt eher, dass auch in angelsächsischen Staaten das Schulbibliothekswesen Defizite aufweist, zumal in Groß-Britannien. Im Blog stand dazu schon einiges.

Für bemerkenswert halte ich den Hintergrund des Papiers:

Es ist ein Dokument der Libraries All Party Parliamentary Group des britischen Parlaments. Ihr gehören Vertreter des Ober- und Unterhauses an. Solche parteiübergreifenden thematischen Arbeitsgruppen haben keinen offiziellen Status. Sie müssen sich aber registrieren lassen, ihre Vorsitzenden wählen und transparent machen, von wem von außerhalb des Parlaments sie unterstützt werden. Sie sind also eine Art Lobby. Die o.a. Gruppe verfügt z. B. über ein Sekretariat, das der britische Bibliotheksverband CILIP bezahlt.

Mir erscheint das aber transparenter als das frühere hessische Modell zu sein, bei dem ein Landtagsabgeordneter gleichzeitig Vorsitzender des hessischen Bibliotheksverbandes war und parlamentarische Initiativen zu Bibliotheksangelegenheiten zum Missvergnügen der der anderen Fraktionen gerne im Alleingang startete. (Beliebteste Frage: “Ist die Landesregierung nicht auch der Meinung, dass das preisgekrönte IMENS-Modell im Lahn-Dill-Kreis Vorbildcharakter hat?”)

Das Thesenpapier ist nicht das erste (es wird darin auf frühere Forderungen der Arbeitsgruppe, der Schulbibliothekskommission des National Literacy Trust und Ofsted von zuletzt 2011, 2011 und 2013 verwiesen) und wird nicht das letzte sein. Immerhin bleibt das Thema Schulbibliotheken so in der Diskussion und es sind nicht nur Bibliothekare, die (Schul-)bibliotheken gut finden. Zitiert und im Anhang dokumentiert ist eine – von Cilip initiierte – Befragung von Schulleitern.

Wann gab es in Deutschland zuletzt eine Denkschrift zu Schulbibliotheken oder gar eine Schulleiterstudie?

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Schülerprotest gegen kürzere Öffnungszeiten

Das berichtet eine Zeitung aus Fröndenberg/Ruhr in Westfalen. Weil die Stadtverwaltung die von ihr finanzierte Stelle halbieren will, regt sich Schülerprotest: Über tausend Unterschriften wurden gesammelt.

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Bibliotheken auf der Suche nach ihrer Zukunft: Das Beispiel Miami

Das öffentliche Bibliotheksnetz des Landkreises Miami-Dade in Florida umfasst ca. 50 Zweigstellen. Der Landkreis investiert kräftig, gleichwohl gibt es weniger Vollzeit- und mehr Teilzeitstellen.

Einige Stichworte (Nicht alles gibt es überall):

  • Kostenloses Essen für Schüler
  • Sonntagsöffnung
  • Versand von Hörbüchern an Sehbehinderte
  • Ein von der Universität betreuter Meisterkurs für Hobbygärtner
  • Medienwerkstatt YOUmedia – Was das ist, habe ich im Buch “Die Schulbibliothek im Zentrum” beschrieben.
  • Basis-Sprachkurse Englisch und Spanisch vom Vorschulalter bis zur High School
  • Sozialzentrum mit Beratung für Sozialschwache

Der Miami Herald berichtet. Zu nahezu jedem Stichwort wird eine individuelle Erfolgsgeschichte erzählt.

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Ideen zur Ausstattung von Grundschulbibliotheken

Der amerikanisch-britische Bibliotheksausstatter demcointeriors hat eine digitale Broschüre Primary Design veröffentlicht, die Ideen für die Raumgestaltung enthält: Raumpläne, Vorschläge für die Möbelausstattung und den Buchbestand. Es gibt drei Raumgrößen. Man kann sich inspirieren lassen oder auch gleich die komplette Ausstattung bestellen. ;-)

Einfach einmal reinschauen!

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Erinnerung: Zuschuss vom Kultusministerium

Was seit Generationen fehlt, ist eine solide, institutionalisierte Schulbibliotheksfinanzierung in Hessen. Das wird sich auch so schnell nicht ändern, denn der dbv sagt (mehrheitlich), es gibt doch öffentliche Bibliotheken, das Kultusministerium sagt, wir sind zwar nicht zuständig, aber da wir Euch 105% Lehrer/-innenkräfte zuweisen, bleiben doch ein paar Lehrer/-innenstunden für die Bibliothek übrig. Manche Landtagspolitiker/-innen und der oberste hessische Schulbibliothekar in der Landesfachstelle für öffentliche Bibliotheken setzen auf kombinierte öffentliche und Schulbibliotheken. Deren Zahl wächst seit Jahrzehnten so rasant (in der Ballistik: flache, geradlinig verlaufende, kaum ansteigende Geschossbahn),  dass man sie sogar unterm Mikroskop kaum sieht.

Aber es gibt jedes Jahr – und dafür muss man das Kultusministerium loben, eben weil es eigentlich nicht zuständig ist – kleine Zuschüsse (1.000 bis 2.000 €). Rein statistisch dürfte in hundert Jahren jede hessische Schule einmal einen Projektzuschuss erhalten haben.

Dazu bedarf es eines formlosen Antrages an das Hessische Kultusministerium, in dem ein geplantes Projekt der Schulbibliothek anschaulich dargestellt wird. Mehr dazu im zuletzt angegebenen Link.

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Frankfurter Verein Bildungspate unterstützt Schulbibliotheken

Über 40 Frankfurter Schulen erhielten Medienpakete des Vereins “Der Bildungspate e. V.” Der Verein engagiert sich für mehr Bildung und für Leseförderung. In den letzten Jahren wurden über 40 Schulbibliotheken mit Medienpaketen unterstützt. Weitere Schulen erhielten finanzielle Unterstützung. Tim-Oliver Barkow  Jan Pfefferle vom Vorstand unterstützen auch den Preis “Schulbibliothek des Jahres” der LAG.

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Newsletter 7 der LAG Schulbibliotheken in Hessen e. V. versandt

Der hids-Newsletter 07 2014

Zu den Newslettern 1-7

Die jüngste Mitgliederbefragung hatte ergeben, dass mehr Information gewünscht wurde. Die bisherige Kommunikation umfasste den jährlichen Rechenschaftsbericht des Vorstands, der auch auf die LAG-Homepage gestellt wurde, und die Mailing List “hids” (Hessischer Informationsdienst Schulbibliotheken). Letztere wurde nach 16 Jahren eingestellt und 2013 durch die hids-news ersetzt, die ca. dreimal im Jahr vom Vorstand an alle Schulen und alle Abonnenten versandt werden.

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Neue Schulbibliothek in Gelnhausen

Foto mit freundlicher Genehmigung von www.hkr-architekten.de, Gelnhausen

Im Gelnhäuser Grimmelshausen-Gymnasium hat der Main-Kinzig-Kreises einen Neubau mit Schulbibliothek und Cafeteria errichten lassen. Der Journalist des Gelnhäuser Tagblatts ist begeistert von dem Entwurf der Architekten. U. a. schreibt er: “Die Schüler lieben die Bibliothek, halten sich hier gerne auf, recherchieren im Internet und verweilen zum Lesen in der gemütlichen Ecke mit Sitzsäcken. Offene Blickbeziehungen nach draußen durch halbhohe Regale in der Bibliothek, freie Raumgestaltung in der Caféteria, konsequente Linienführung in den Deckenpaneelen, der Beleuchtung und den Freiflächen machen dies zu einem Ort, an dem gerne gelernt wird, der inspiriert, einlädt und sich anpasst an die Anforderungen moderner schulpädagogischer Raumarchitektur. Auch knapp ein Jahr nach der Inbetriebnahme seien noch keine Zerstörungen oder Schmierereien zu entdecken. ´Wenn ich den Schülern einen Raum präsentiere, in dem sie sich wohlfühlen, dann gehen die Schüler auch genauso mit dem Raum um, wie wir es erwarten, und zerstören ihn nicht`, erklärte Architekt Claus Rollmann.”

Die personelle Betreuung obliegt der Schule.

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AG Berlin-Brandenburg fragt Landtagsparteien nach Schulbibliotheken

Die Arbeitsgemeinschaft der Schulbibliotheken in Berlin und Brandenburg e. V. (AGSBB) fragt angesichts der bevorstehenden Landtagswahl die Brandenburger Parteien, wie sie zu Schulbibliotheken stehen:

  • Inwieweit gehören die Entwicklung von Lese-, Sprach- und Informationskompetenz zu den bildungspolitischen Zielen Ihrer Partei? Welche Aussagen gibt es dazu in Ihrem Wahlprogramm?
  • Inwieweit wird in Ihren bildungspolitischen Konzepten die Schulbibliothek mitgedacht? Welche Aussagen gibt es dazu in Ihrem Wahlprogramm?
  • Welche konkreten Maßnahmen strebt Ihre Partei an, um einerseits die materielle Ausstattung der Schulbibliothek zu gewährleisten und um andererseits Schulbibliotheken mit qualifiziertem Personal zu versorgen?
Laut letzter Umfrage im Juni: SPD 30%, CDU 28%, Die Linke. 23%, Grüne 6%, AfD 6%

 

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