Was für Amazon spricht

In einem Leserbrief an die FAZ erklärt eine ältere Dame, warum sie auf Amazon nicht verzichten will:

Wie oft hätten Buchhandlungen stapelweise Bücher, die sie nicht interessierten. Das, was sie gerne haben möchte, sei nicht dabei. Es könne zwar meist am nächsten Tag oder bei Einzelbestellung per Post etwas später (meist unter Berechnung von Lieferkosten; GS) , abgeholt werden. Aber es muss abgeholt werden. Auf die Idee, es ihr nach Hause zu liefern sei der Buchhandel noch nicht gekommen. Das bedeutet, dass sie zweimal zur Buchhandlung fahren muss. (Bei einer Bestellung bei einem Kleinverlag war ich zweimal vergeblich in der Buchhandlung. Als ich später stattdessen anrief, war die Buchhändlerin genervt. Auf die Idee, mich zu benachrichtigen, wenn das Buch eingetroffen wäre, kam sie nicht; GS.)

Wie gerne würde sie einmal eine Buchhandlung ohne das gewünschte Buch verlassen, aber mit der Zusicherung, das bestellte Buch werde ihr unverzüglich nach Hause geliefert.

Als Kundin habe sie das Recht, dort zu kaufen, wo man ihr den Einkauf einfach und angenehm mache und sie das Gefühl habe, willkommen und geschätzt zu sein. Sie kaufe gerne dort ein, wo die Ware vorrätig sei oder problemlos geliefert werde.

Update 21.8.14: In den Zeitungen des Tages steht, dass das Bundeskartellamt sehr zurückhaltend bei der Bewertung des Konlikts zwischen Amazon und einigen Verlagen sei. Es sieht anscheinend in Amazon keineswegs den Alleinschuldigen. Mit harten Bandagen zu kämpfen sei noch kein Missbrauch einer – übrigens nicht gegebenen – Marktmacht. Auch die Verlage müssten sich kritische Fragen gefallen lassen.

Zahlen zum Bücherkauf- und Leseverhalten 2014

im Börsenblatt des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Eine weitere Zahl aus einer Buchhandelsstudie des Börsenvereins: Die Gemeinde mit der höchsten “Buchkaufkraft” ist Bad Soden am Taunus! 158 € gaben Buchkäufer dort 2013 durchschnittlich aus.

Bad Soden liegt immer noch an der Spitze, obwohl ich seit meinem Umzug nach Potsdam dort nicht mehr kaufe. ;-)

Laptop statt Tablet. Technologietrends in US-Schulen

Zehn Milliarden Dollar geben die US-Schulbehörden für die Computerisierung ihrer Schüler aus. Der bisherige Run auf iPads von Apple scheint dabei seinen Höhepunkt überschritten zu haben. Notebooks werden von Schülern eher als Arbeitsgerät akzeptiert, Tablets laden mehr zum Spielen ein. Für die nationalen Tests erweist sich außerdem eine Tastatur als vorteilhaft. Manche Schulen experimentieren mit Hybridgeräten, Notebooks mit abnehmbaren Tabletmonitor. Die sind allerdings viermal so teuer wie ein Chromebook. Die Chromebook-Notebooks sind der Renner in Schulen.Ihr Betriebssystem ist nicht Windows, sondern basiert auf Linux. Man braucht immer das Internet. Auf dem Gerät wird keine Software mehr installiert, alles kommt aus dem Internet via Apps in den Browser, vor allem Google-Docs. Für Bildungsinstitutionen macht Google spezielle Angebote rund um Chromebook.

Auf jeden Fall geht die technologische Aufrüstung ungebrochen weiter.

Brandbrief des Berliner dbv

Den Berliner Bibliotheken steht das Wasser mehr nur am Hals, sondern ist in Richtung Unterlippe weiter gewandert. Das zeigt auch eine Stellungnahme (s. u.) des Landesgeschäftsführers, adressiert an den Regierenden Bürgermeister und andere politische Führungskräfte. Er mahnt einen Bibliotheksentwicklungsplan, mehr Geld, mehr Personal und – natürlich – ein Bibliotheksgesetz an.

Man kann den Klagebrief unter verschiedener Perspektive lesen – z. B. mit den Augen der Politik oder unter dem Gesichtspunkt “Was ist mit den Schulbibliotheken?”. Weiterlesen