Neue Schulbibliothek in Gelnhausen

Foto mit freundlicher Genehmigung von www.hkr-architekten.de, Gelnhausen

Im Gelnhäuser Grimmelshausen-Gymnasium hat der Main-Kinzig-Kreises einen Neubau mit Schulbibliothek und Cafeteria errichten lassen. Der Journalist des Gelnhäuser Tagblatts ist begeistert von dem Entwurf der Architekten. U. a. schreibt er: “Die Schüler lieben die Bibliothek, halten sich hier gerne auf, recherchieren im Internet und verweilen zum Lesen in der gemütlichen Ecke mit Sitzsäcken. Offene Blickbeziehungen nach draußen durch halbhohe Regale in der Bibliothek, freie Raumgestaltung in der Caféteria, konsequente Linienführung in den Deckenpaneelen, der Beleuchtung und den Freiflächen machen dies zu einem Ort, an dem gerne gelernt wird, der inspiriert, einlädt und sich anpasst an die Anforderungen moderner schulpädagogischer Raumarchitektur. Auch knapp ein Jahr nach der Inbetriebnahme seien noch keine Zerstörungen oder Schmierereien zu entdecken. ´Wenn ich den Schülern einen Raum präsentiere, in dem sie sich wohlfühlen, dann gehen die Schüler auch genauso mit dem Raum um, wie wir es erwarten, und zerstören ihn nicht`, erklärte Architekt Claus Rollmann.”

Die personelle Betreuung obliegt der Schule.

Vielleicht findet man noch eine Lösung für die aus der Caféteria stammenden Küchengerüche im Lesesaal.

Schulprogramm. Gibt es das noch?

Manche Kollegien waren jahrelang damit beschäftigt, ihrer Schule ein Programm zu geben.Die Idee stammt aus der Unternehmensberatung und wurde eingeführt, als es darum ging, Schulen flott zu machen für die von der OECD vorgegebene Bildungspolitik. Man brauchte Instrumente, um Schulen dazu zu bringen, sich selbstständig weiterzuentwickeln, ihre Entwicklungsziele zu formulieren, ihre Maßnahmen, die sie dahin bringen sollten. Das Schulprogramm diente der Evaluation der Ziele, sowohl für die Schule selbst als auch für die Schulaufsicht, die sich gleichzeitig davon entlastete, die Schule bis ins kleinste Detail zu reglementieren.

Die Arbeit am Schulprogramm war zeitintensiv, sie musste neben dem Schulalltag geleistet werden. Was da gemacht werden sollte, war auch nicht überall klar. Manchmal wurde die Pädagogik neu entdeckt und hehre Grundsätze von Hugo Gaudig bis Iwan Illich zum Programm gemacht. Vielfach aber geriet es zu einer kleinen Kulturrevolution: Zum ersten Mal in ihrem Berufsleben waren Lehrer/-innen gezwungen, sich über ihre Arbeit zu verständigen, ihr Selbstverständnis zu diskutieren und Vereinbarungen zu treffen, die ihren eigenen Unterricht und ihren Umgang mit den Schülern betrafen. Da gab es erhebliche Widerstände: “Ich lasse mir doch nicht vorschreiben…”. “Das werde ich so weitermachen, egal. was die Gesamtkonferenz beschließt.” Wer auf einem Elternabend einmal erlebt hat, dass vier Lehrer vier verschiedene Verfahren haben, Hausaufgaben zu kontrollieren, zu bewerten und Eltern über nicht gemachte zu informieren, weiß, dass Schule ein Arbeitsplatz für Individualisten war. In manchen Kollegien gab es jetzt Aufbruchstimmung und ein verändertes pädagogisches Klima.

Ich kam an eine Schule, an der mein Vorgänger in der Schulleitung die Schulprogrammarbeit an die Wand gefahren hatte. Während die anderen Schulen drei Jahre daran gearbeitet hatten, musste ich jetzt binnen eines Jahres ein Programm mit dem Kollegium erarbeiten. Es gab keinen Pardon von der Schulaufsicht. Es gelang! Während viele Schulen das Programm zurück bekamen und Änderungen vornehmen mussten, war man mit unserem zufrieden. Ich denke gerne daran zurück.

Den Schulbibliotheken haben wir in Hessen geraten, sich an dieser Programmdiskussion zu beteiligen. Es war eine einmalige Chance, die Aufgaben und Ziele der Bibliothek zu formulieren, ins Programm einzubringen und verbindlich für das Kollegium zu machen.

Der Wikipedia-Artikel scheint ganz brauchbar zu sein.

Jetzt fragt meine Frau gestern während des Fernsehabends plötzlich und ohne erkennbaren Anlass: “Was ist eigentlich aus den Schulprogrammen geworden?” Das würde mich auch interessieren.

Herzlichen Dank für die positiven Rückmeldungen!

Natürlich freue ich mich, wenn ich sehe, dass Beiträge im Blog favorisiert, verlinkt oder retweetet werden. Auch wenn ich das hier wohl zum ersten Mal laut sage.

Länderstatistik einer Maiwoche 2014

Länderstatistik einer Maiwoche 2014

Auch die Länderstatistik, die zeigt, woher die Aufrufe für Beiträge kommen, wirkt euphorisierend: Es sind täglich mindestens Nationalflaggen, die anzeigen, woher die Aufrufe kommen. Alle Kontinente sind dabei! (Hoffentlich sind nicht  alle Aufrufe von Robots veranlasst.)

Schwerpunkt ist das deutschsprachige Europa. (Im Bild links fehlt zufällig Österreich. Es liegt in der Regel auf Platz 2 oder 3 in der “Nationenwertung”. Der Kontinent Afrika ist allerdings selten dabei, bisher waren es Südafrika und Marokko.) Zu gerne würde ich  wissen, wer mich in Japan, Moldawien oder Venezuela liest.

Etwas betrübt bin ich, weil es in meinem Stammland Hessen anscheinend nur zwei der ca. 150 Feed-Abonnent/-innen zu geben scheint. Wie ging die Geschichte vom Propheten, der im eigenen Land…?

 

Von den im Internet notorischen aggressiven und beleidigenden Kommentaren bleibe ich weitestgehend verschont. Fast ausschließlich erhalte ich lobende oder kritisch-konstruktive Kommentare, die ich auch gerne beantworte. Gelegentlich erklärt mir ein Computer-Freak, dass ich vom Internet überhaupt keine Ahnung hätte oder dass es das Blog und nicht der Blog heißen müsse.

Ich freue mich auf neue Vorschläge, Lob und Kritik.

Heute erhielt ich die Anfrage eines kleinen Verlages, in der mir vorgeschlagen wurde, aus dem Blog ein Buch zu machen. Nach der ersten Freude, gefunden worden zu sein, kam aber Skepsis auf. Macht das wirklich Sinn? Wer kauft einen Blog als Buch? Und anscheinend ist nicht alles Gold, was glänzt. Man muss ziemlich viel Arbeit investieren, um aus dem chronologisch angeordneten Blog ein Buch mit einem roten Faden und einer Gliederung zu machen. Die Urheberrechtsfrage scheint mir nicht geklärt zu sein und die Zahl der verkauften Bücher muss ziemlich hoch sein, bevor der Verlag ein Aut0renhonorar überweist.

Ich könnte mir aber vorstellen, aus dem Schulbibliotheks-Wiki ein Buch zu machen.

 

 

Auslobung des Hessischen Leseförderpreises 2014

Die Ausschreibung richtet sich an alle öffentlichen, gemeinnützigen Einrichtungen (haupt- und ehrenamtliche Bibliotheken, (Förder-) Vereine, etc.) in Hessen, die sich im Bereich der Leseförderung engagieren und dabei über den Standard der allgemeinen Bibliotheksarbeit hinausgehen. Gesucht werden Initiativen, die zwischen dem 1. September 2013 und dem 31. August 2014 realisiert worden sind und durch die Kinder und Jugendliche erstmals an die Bibliothek herangeführt wurden. Einsendeschluss für die Bewerbungsunterlagen ist der 31. August 2014. Nähere Informationen unter: Hessische Leseförderung beim Hessischen Literaturforum.

Die LAG Schulbibliotheken in Hessen e. V ist zwar Mitglied im Hessischen Literaturforum, aber diesen Preis bitte nicht verwechseln mit dem Preis “Schulbibliothek des Jahres” der LAG. Schulbibliotheken können sich anscheinend nicht bewerben. Als ich vor Jahren den Geschäftsführer fragte, ob die LAG sich bewerben dürfe, da sie einige Projekte der Leseförderung durchführe und Schüler an Schulbibliotheken heranführe, wurde ich von ihm ausgelacht.