Sind Schulbibliotheksmenschen nicht clever genug?

In Brandenburg ist Landtagswahl”kampf”. Kaum ein Baum oder ein Laternenpfahl, an dem kein Wahlplakat aufgehängt ist. Ich wundere mich, dass es auf den Straßen nicht zu Zusammenstößen von schwarzen Vierlitermercedeslimousinen kommt, so viele Minister/-innen sind auf “Sommerreise” und verteilen Lottogelder in Alters- oder Tierheimen, an Aktivist/-innen vielfältiger zivilgesellschaftlicher Aktivitäten. Oder die örtliche Feuerwehr bekommt ein neues Fahrzeug und die Polizei Zulagen.

Dass die Minister-/innen – sogar der Staatskanzleichef muss helfen, Schecks zu überreichen – einer Schulbibliothek Geld gespendet hätten, habe ich in der führenden Brandenburger Zeitung nicht gelesen.

Das sei alles transparent, erklärt der Finanzminister, der gerade auf einer – wie er sagt – dienstlichen “Sommerreise” durch das Land ist, die bis kurz vor den Wahltag andauert. Anträge auf Lottomittel würden jederzeit entgegengenommen und an das zuständige Ministerium weiter geleitet.

Der Fluch der E-Books

Neulich suchte ich vergeblich in unseren Regalen nach einem Buch. Im großen und ganzen stehen sie nach Themen zusammen. Aber dieses Buch – Meine Mitgefangenen von Michail Chodorkowski – fand ich einfach nicht. Ausgeliehen hatte ich es auch nicht, da war ich mir sicher.

In solch hoffnungslosen Fällen frage ich meine Frau. Auch sie brauchte dieses Mal eine Zeit des Nachdenkens. Dann hatte sie die Lösung: Das Buch ist auf dem Kindle!

Weltweites Streben nach Schulbibliotheken

Eine Linkliste von einer Arbeitsgruppe der IFLA-Konferenz 20114 in Lyon: Plädoyers für Schulbibliotheken aus Nigeria, Südafrika, Schweden, USA und Norwegen.

Was mich besonders freut: Auch in Lateinamerika geht es weiter. Argentinien hat jetzt – wie Brasilien – ein Schulbibliotheksgesetz. Das Gesetz, seit 2011 in der Planung, sieht einheitliche Standards für Schulbibliotheken in den 55.000 Schulen des Staates vor. Es geht um die Reaktivierung und Restaurierung der vorhandenen und die Weiterentwicklung zu Informationszentren.

Leider hat sich in Brasilien der Satz “Papier ist geduldig” bewährt. Immerhin war eine argentinisch-brasilianische Bibliothekar/-innendelegation auf Einladung des dbv in Deutschland. Es ist zu hoffen, dass das ein Impuls war.

Neues Layout für den Schulbibliotheksblog Basedow1764

Jetzt habe ich mich endlich entschieden: Ein neues Layout für den Blog! Ich bin sehr textorientiert und das alte Layout wurde mir zu “bunt”. Wobei bunt meint: zu unübersichtlich.

Plattformen wie Pinterest oder Scoop.it wären nichts für mich. Jetzt sind alle Beigaben, die Widgets, auf einer Seite versammelt, die man mit dem Icon oben rechts neben dem Blogtitel aufklappt. Zuklappen lässt dich diese Seite, wenn man oben links “Startseite” anklickt oder man scrollt nach unten.

Im Untertitel steht jetzt neben Schulbibliothek(en) und Schule auch Bildungspolitik. Sie kam ja schon immer vor. Eine weitere Neuerung soll sein, dass der Blog auf mobilen Geräten jetzt korrekter aufgebaut wird.

Auf Kommentare bin ich gespannt.

Nachtrag: Ich stelle jetzt fest, dass Kleingedrucktes, Randbemerkungen, Herkunftshinweise, die ich bisher in “Überschrift 6″ formatiert hatte und die in kleiner Schrift angezeigt wurden, jetzt gnadenlos in Großbuchstaben und zudem in großer, roter Schrift erscheinen. Vor allem längere Texte sind schlecht lesbar. Einiges habe ich schon geändert. Für Hinweise auf schlecht Lesbares bin ich dankbar.

Brandenburger Parteien zu Schulbibliotheken

Die AG der Schulbibliotheken in Berlin und Brandenburg hatte die gute Idee, vor der Landtagswahl die Parteien zu befragen, wie sie es mit der Schulbibliothek halten. Wenig überraschend: Alle wissen, dass der Schulträger zuständig ist und nicht der Landtag. auch wird auf die öffentlichen Bibliotheken – Kombibibliotheken – verwiesen und auf den Kooperationsvertrag des dbv mit dem Land. einzig die FDP, die auch in Brandenburg keine Rolle mehr spielen wird, sieht die Schulbibliothek als “integralen Bestandteil der Schule” und kann sich vorstellen, dass das Land  Sach- und Personalkosten(!) mitträgt.

Auch wenn die Mehrzahl der Parteien unbefriedigende Antworten gibt, sollte die Befragung durch die AG Schule machen. Ein weiterer Schritt, den die Schulbibliothekslobby aber auch leisten muss: Ein Stufenkonzept, inklusive Finanzierung, das sich über mehrere Jahre erschreckt und das möglichst so originell ist, dass nicht ein neuer bürokratischer Wasserkopf entsteht. Genau das geschah vor 22 Jahren in Hessen. Die hessische LAG hatte erreicht, dass der Kultusminister Bereitschaft erkennen ließ, etwas zu tun. Unsere Mitstreiter vom dbv forderten daraufhin 70 Diplom-Bibliothekarinnenstellen in für schulbibliothekarische Arbeitsstellen. Daraufhin war die Sache gestorben. Der LAG gelang es noch, ein Fahrzeug für die mobile Lehrerfortbildung vorzuschlagen, das dann auch realisiert wurde und viele Jahre durch die Lande fuhr.

Als wir zwanzig Jahre später das machten, was ich oben fordere, einen – bescheidenen – Schulbibliotheksentwicklungsplan vorzulegen, nachdem wohlmeinende Bildungspolitiker uns dazu geraten hatten, lachte der Kultusstaatssekretär: “4,7 Millionen €? Ich streite gerade mit dem Finanzminister wegen einer 1.000 €-Rechnung.”

Was bleibt? Bei change.org eine Petition einstellen, von campact eine Kampagne planen lassen, die FDP wählen? Spaß beiseite: Nicht locker lassen, bessere Spielzüge auf dem politischen Spielfeld ausdenken, noch originellere Konzepte entwerfen.

  • Die vollständige Dokumentation zu den Brandenburger Wahlprüfsteinen “Schulbibliothek” von Sabine Wolf hier.

Regale als Hingucker

library designGute Kontakte zu den Kunst- oder Werklehrer/-innen können zur Verschönerung der Schulbibliothek führen.

Hier sind Regale die Hingucker.

Regale waren schon Thema bei Basedow1764

Vielleicht steht ein Drehständer im Keller einer Buchhandlung (Meiner war aus einem Buchhandlungskeller in Königstein am Taunus; zugegeben nicht ganz so schick wie dieser →)