Noch mehr Schweinejournalist/-innen

Die Journalistin Mely Kiyak hat Thilo Sarrazin in der “Frankfurter Rundschau” und “Berliner Zeitung” (beide Dumont-Verlag)  eine “lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur” genannt.

Die in Schweinejournalismus erfahrenen Kollegen von der taz finden nichts  dabei: “Flapsige Randbemerkung”. Sarrazin wäre ja auch nicht besser in seiner Wortwahl. Es scheint eine neue Journalistengeneration zu geben, die sehr meinungsstark ist, hämt und nachplappert, ohne selbst zu recherchieren. (Sarrazins Gesichtslähmung fiel mir ohne Recherche auf.)

Da ich die Frankfurter Rundschau wegen ihrer einseitigen Berichterstattung schon vor zehn Jahren abbestellt habe, entging mir Kiyaks Pamphlet. (Perlentaucher verdanke ich den Link zu einem Text von Cora Stephan, die sich darüber empört. Aber Cora Stephan ist ja im Weltbild der taz eine Rechte. Da muss man nicht weiter argumentieren.

Frau Kiyak spricht von einer gesteuerten Beschwerdewelle gegen sie. (In ihrem Wikipedia-Eintrag ist von “perfider Hetzkampagne” die Rede.) Die BILD-Zeitung weiß von einer E-Mail, in der sie einen höflichen Lerserbriefschreiber herunterputzt: “Mely Kiyak schrieb L. zurück: „… Und auch sonst schreiben Sie so dämliche Grütze, dass man es kaum fassen kann. Als Zeitung schämen wir uns in Grund und Boden, solch einen flachgewichsten Leser wie Sie zu haben!“

Frau Kiyak beherrscht noch einen anderen Schreibstil, sie kann auch pathetisch:

“Ich kolumniere auch für die vielen deutschen Leser, die sich tagtäglich normal und unauffällig in die Abonnentenschaft integrieren und über die nie jemand spricht. Aber auch NPD-Wähler können mich mal lesen; sofern sich ihr Intellekt und Humor mit dem Grundsatz unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung verträgt. Mit dem heutigen Wochenende diene ich dieser Zeitung seit 1000 Tagen als Kolumnistin. In diesem Amt geht es nicht darum, ständig Wahrheit zu suchen und zu schaffen. Es geht darum, diese Zeitung zu einem Zuhause zu machen! Gott schütze unsere Zeitung!” (Auszug aus einer FR-Kolumne)

Die Frankfurter Rundschau ging vor der “perfiden Hetzkampagne” gegen ihre Mitarbeiterin in die Knie: Sie hat das Produkt von Frau Kiyak inzwischen auf ihrer Webseite gelöscht. Auf Kiyaks Facebook-Seite steht über ihre Kolumne: “großartig, klare Worte, klare Meinung – echt, authentisch – ein Genuss!!!”

Updates: Der taz-Spezialist für Schweinejournalismus, Deniz Yüzel, ergötzt sich weiterhin an der “flapsigen” Bemerkung seiner Kollegin von der Frankfurter Rundschau, über die “Menschenkarikatur” Thilo Sarrazin. Wahrscheinlich rappt er darüber, denn er benutzt seine Kolumne zur Bewerbung seiner künstlerischen Auftritte.

Den Wikipedia-Eintrag über die FR-Journalistin Kiyak hat wohl sie selbst oder ein Fan von ihr geschrieben. Im Mittelpunkt stehen die Hetzkampagnen gegen sie.

In ihren erfrischend unverkrampften (so würden es die Kollegen der taz wohl nennen), Kommentaren erläutert sie auch, warum die Lebensmittelindustrie gefährlicher ist die Salafisten (Kiyak schreibt: Salachristen”). Leider hat die Rundschau sich dann doch nicht getraut, alles, wozu sie kolumniert, im Netz stehen zu lassen.

Die FR holt auf im Schweinejournalismus-Wettbewerb: “Es spricht für den deutschen Rechtsstaat, dass Henryk M. Broder bis heute frei herumläuft” (Im Zusammenhang mit den antisemitischen Äußerungen von Jakob Augstein.)

Schweinejournalismus ist in Berlin ansteckend. Die Häme, mit der ein Journalist des Tagesspiegel über Buschkowsky “berichtet” ist schon bemerkenswert: “Berliner Kabarett”.

Das, was er als Neuköllner Alltag beschreibt, kann die Hauptstadtpresse schlecht schönreden. Also wird er als Person fertig gemacht. Der Tagesspiegel rühmt sich, B. gerichtlich gezwungen zu haben, die Namen der Rathausmitarbeiter zu nennen, die ihm zugearbeitet haben. Warum er das lieber nicht tun wollte, hat er in seinem Buch erklärt. Aber das muss man nicht gelesen haben, um zu wissen, dass B. ein Rassist usw. ist. Das gibt mir die grüne Bundestagsabgeordnete Ekin Deligöz offen zu.

Nachtrag 9.4.13: Der rbb-Entertainer Jörg Thadeusz darf jetzt eine politische Talkshow machen. In seinen bisherigen Unterhaltungssendungen hat er seine Gäste gebremst, wenn sie politisch wurden.

Als die Krimi-Autorin Thea Dorn in seiner Show “Dickes Ei” die fehlende kritische Diskussion über den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr beklagte und auch die Haltung der Linkspartei als blanken Populismus bezeichnete, bremste er sie. So politisch wollte er nicht werden.
Ausgerechnet er wird jetzt zum Polittalker. Dass ihm Politik herzlich egal ist, zeigt seine Gästeliste. Mit dabei bei der ersten Sendung ist die charmant plaudernde Journalistin Mely Kiyak. Ihr Argument gegen Thilo Sarrazin war eben, dass ereine “lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur” wäre.

Für die neue Politsendung des rbb ist sie anscheinend eine gute Wahl.

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Über Basedow1764

Die älteste Forderung nach Schulbibliotheken ist bei dem Schulreformer Johann Bernhard Basedow (1724 - 1790) zu finden. Daher der Name dieses Weblogs.
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Eine Antwort zu Noch mehr Schweinejournalist/-innen

  1. DonBib schreibt:

    So ganz interessiert an Ausgewogenheit sind Sie ja nicht, was man ja schon bei den Piratenbeiträgen beobachten konnte. Aber schön, dass Sie jetzt so richtig aus sich heraus kommen… http://www.bildblog.de/39089/islamhass-ist-fuer-bild-nicht-der-rede-wert/

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