Das kleine Einmaleins der Schulbibliothekslobby

Doug Johnson war Lehrer und media specialist. Er ist Autor zahlreicher Bücher und leitet die Medien- und Technologieabteilung in der Schulverwaltung einer Stadt in Minnesota. Ein Original, ein Querdenker und “Reframer”, der sich nicht vor unbequemen Wahrheiten scheut. In seinem Blog finde ich immer wieder erfrischende Gedanken. Diesmal zur im Moment brennenden Frage in USA, wie man sich am besten für die bedrohten Schulbibliotheken einsetzt:

  • Redet nicht von Bibliotheken und Bibliothekaren, sondern von den Schulbibliotheksnutzern! Der größte Fehler, den man machen kann, ist, sich für “die Schulbibliothek” einzusetzen. Sätze “Die Bibliothek braucht mehr Geld”, “In der Bibliothek gibt es zu wenig Schülerarbeitsplätze”, “Die Stundenkürzung schadet der Bibliothek” klingen nach Eigennutz, wirken egoistisch. Man sollte das “reframen”, die Perspektive wechseln und dann hört sich das so an: “Wenn der Anschaffungsetat gekürzt wird und keine neuen Kinder- und Jugendbücher mehr gekauft werden können, verlieren die Schüler das Interesse am Lesen”oder “Wenn meine Stunden gekürzt werden, bleibt weniger Zeit die Zusammenarbeit mit den Fachlehrern bei der Unterrichtsplanung”.
  • Vernetzt Euch  und informiert andere so, dass sie sich für Schulbibliotheken einsetzen! Ein Elternteil, der im Schulausschuss erzählt, wie sehr die Schulbibliothek von seinem Kind geliebt wird, wirkt mehr als ein Dutzend Broschüren vom Schulbibliotheksverband. Ein Lehrer, der seiner Schulleiterin erzählt,  dass er dank der Dienstleistungen der Schulbibliothek besseren Unterricht machen kann, sichert die Finanzierung der Bibliothek eher als ein Politiker, der sich unverbindlich äußert. Ehrenamtliche, die in der Schulbibliothek Schüler/-innen beim Recherchieren helfen, nützen mehr als dicke Ordner mit nationalen Standards. Der Kick ist eben, dass wir Verbündete brauchen, Eltern, Lehrer und die community, die für uns sprechen.”

Zum Original: Doug Johnson´s Blog

Dazu fällt mir noch mein früherer Blogbeitrag  (2008) ein.

Und eine sarkastische Bemerkung:

Wenn die Piratenpartei erst einmal Transparenz in die Politik eingeführt hat und die Parlamente überflüssig geworden sind, weil wir bei “liquid democracy” keine Parteien mehr brauchen, sondern vertrauenswürdigen Experten zustimmen (Like-Button!), dann registrieren wir uns dort alle mit einem Dutzend Pseudonymen. (Leider werden das die Anhänger von mehr Radwegen und alle anderen Lobbyisten auch so machen.)

Nachtrag 10.11.11: Heute lese ich in der Zeitung, dass die Piraten ein neues Schulfach wollen: Rauschkunde!

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