DieSchulbibliothek auf der Leipziger Buchmesse 2011

Mit dem Schulbibliotheksstand der studentischen Projektgruppe der Hochschule für Wissenschaft, Technik und Kultur (HTWK) auf der Leipziger Buchmesse wurde ein neuer Maßstab gesetzt. Die Schulbibliothek ist für ein breites Publikum erlebbar geworden. Bisher steckte sie, abgesehen von den diversen Schulbibliothekstagen, vor allem als Thema in Unterforen von Fachkongressen. Dort tragen Experten Experten vor, wie wichtig die Schulbibliothek ist. Auf der Leipziger Buchmesse wurde sie sichtbar und überragte sogar die anderen Messestände.

Die Architekturstudent/-innen der HTWK hatten Elemente moderner Schulbibliotheken geschaffen:

Der Schulbibliotheksstand auf der Leipziger Buchmesse 2010

Eine hörsaalartige Sitzlandschaft, flexibel gruppierbare Schülerarbeitsplätze mit Laptops, eine Bücherwand, Projektionsfläche und Wandtafel. Und eine Chill-Out-Zone.

Sogar für eine Half-Pipe war Platz. Für die Messe ein besonderer Blickfang, für den Schulbibliotheksalltag wohl eher eine arge Herausforderung. Die Schülerinnen und Schüler, die es auf der Leipziger Buchmesse zahlreich gibt, fanden das cool. Aber auch das weitere Ambiente fand bei ihnen Anklang. Sie schmökerten auf den Sitzmatten auf der Empore oder zogen sich die Kopfhörer über.

Lehrer zeigten im Micro-Teaching mit Unterstützung von Leipziger Schulklassen, wie man in dieser Umgebung multimedial lernen kann. Nicht nur im Deutschunterricht, sondern u. a. auch in Physik, Musik und Biologie. Vor fluktuierendem Publikum und in einer bunten Geräuschkulisse war das für die Akteure gar nicht so einfach. Trotz dieser ablenkenden Momente gelang konzentriertes Arbeiten. Das Publikum – Das “Auditorium” war bei allen Präsentationen gut gefüllt – konnte sich davon überzeugen, welches Potenzial für besseren Unterricht in der Schulbiblio- bzw. Schulmediothek steckt.

In die Podiumsdiskussion zur Situation der Leipziger Schulbibliotheken hatte sich nur der Jugendamtsleiter der Stadt gewagt, Kultusminister und ein Bürgermeister ließen absagen. Der Amtsleiter aber versprach eine Initiative zur Weiterentwicklung des Leipziger Schulbibliothekswesens. Eine gute Ausgangsbasis gibt es in seiner Verwaltung schon lange: Zwei kompetente und engagierte Bibliothekarinnen betreuen die Leipziger Schulbibliotheken.

Bevor er zur nächsten Podiumsdiskussion eilte, gab der Amtsleiter noch den Rat, dass man bei den Schulbibliotheken das schulische, pädagogische Element, das in diesem Wort stecke, noch stärker herausarbeiten müsse, um Bildungspolitiker und Kultusminister vom Wert dieser Einrichtung zu überzeugen. Wenn er mehr Zeit gehabt hätte, hätte er sich auf diesem Stand davon überzeugen können, dass der studentischen Projektgruppe genau dies mit ihrem „Stundenplan“ für Unterricht in der Schulbibliothek gelungen ist.

Die Materialien der Referent/-innen werden demnächst auf der Website der Projektgruppe eingestellt.

Die Schulbibliothek wird angenommen!

Mehr Fotos!

Kurzinterview mit Projektleiterin Prof. Dr. Andrea Nikolaizig

Über Basedow1764

Die älteste Forderung nach Schulbibliotheken ist bei dem Schulreformer Johann Bernhard Basedow (1724 - 1790) zu finden. Daher der Name dieses Weblogs.
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5 Antworten zu DieSchulbibliothek auf der Leipziger Buchmesse 2011

  1. Pingback: Leipziger Buchmesse 2012 | Basedow1764's Weblog

  2. Basedow1764 schreibt:

    Luisa Marquardt berichtet im englischsprachigen IFLA-Newsletter Nr. 52 vom Juni 2011: http://basedow1764.files.wordpress.com/2011/11/leipzig_marquardt.docx

  3. Pingback: Gelesen in Biblioblogs (12.KW’11) « Lesewolke's Blog

  4. Pingback: Nach Leipzig: Steigende Nachfrage nach Schulbibliotheksinformationen | Basedow1764's Weblog

  5. Basedow1764 schreibt:

    Die Buchmesse in Leipzig ist seit einigen Jahren akzeptiert und geschätzt als Publikumsmesse. Es droht nicht mehr die Gefahr, am mächtigen Rivalen Frankfurt zu scheitern. Was die Hotelpreise angeht, die Staus bei der Fahrt in die Innenstadt oder die überfüllten Restaurants, befindet sich die Stadt in Augenhöhe mit der anderen.
    Als einfacher Leser fühlt man sich in Leipzig wohler als auf der sehr geschäftigen Frankfurter Buchmesse. (Deswegen habe ich auch jahrelang hier die Fahne für die Schulbibliotheken gehisst. In Frankfurt ist die Buchmessengesellschaft erst spät und nur ein einziges Mal im Rahmen ihres Bildungskongresses auf uns zugekommen.)
    Die Leipziger könnten es sich inzwischen leisten, die Hallen nicht mehr zur Hälfte mit Schulklassen zu füllen. Es war vom ersten Tag an so voll wie in Frankfurt am Wochenende. Wenn sich Fünferreihen in den Gängen aneinander vorbeischieben, die Security die Verkehrsrichtungen an den Halleneingängen kanalisiert und die Männertoiletten für die Frauen geöffnet werden müssen, fühlt man sich eher wie im Stadion oder beim Rockkonzert. Es muss auf einer Buchmesse nicht zugehen wie in einer Bibliothek oder einem Museum, aber auch nicht wie in der Drosselgasse.
    Es ist zu hören, dass die Messegesellschaft darüber nachdenkt, die Besucherströme zu entzerren.

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