Der Preis für die kreativste Schulbibliothek

Wer hatte die verrückte Idee, gleichzeitig dreimal den Preis “Kreativste Schulbibliothek des Jahres” auszuschreiben (Hessen, Berlin, Brandenburg)? Jetzt sind 58 Einsendungen zu begutachten, Jury-Sitzungen vorzubereiten und Sieger auszuwählen. Viel Arbeit also.

Aber: Es ist eindrucksvoll zu sehen, zu lesen, zu hören, was in diesen Schulbibliotheken, Mediatheken alles passiert.  Weiß das eigentlich jemand, was da für eine tolle Arbeit geleistet wird? Von Bibliothekarinnen, Verwaltungsangestellten, Eltern, befristet Beschäftigten, Lehrer/-innen?

Der listige Ministerialbeamte und spätere Pädagogikprofessor Jürgen Henningsen hat einmal erläutert, wie die Konsumgüterindustrie durch Preisrätsel Konsumenten beeinflusst. Indem sie die Konsumenten, “Nutella” erraten und in Kästchen eintragen lässt, prägen die sich das Produkt und seine Vorzüge ein. Sie tun A und lernen B.

Absicht des Wettbewerbes ist es, auf die nützliche, wichtige, meist tagtäglich stattfindende Arbeit in der Schulbibliothek oder  -mediathek aufmerksam zu machen. Auch dies ist Absicht des Wettbewerbes: Zusammenzutragen und weiterzugeben, was Großartiges in Schulbibliotheken geschieht. Bedingung ist, dass die Bibliothek auf  der Homepage genannt wird und nicht nur der Weihnachtsbasar und das Sportfest.

Wer auch immer letztlich Sieger wird, gewonnen haben schon alle: Nämlich das Schulbibliothekswesen, indem Schulbibliotheken zeigen, wie gut sie sind. Und die haben jetzt, nicht zuletzt für ihre Homepage, etwas zum Vorzeigen, ihre Wettbewerbsbeiträge.

Nun müssen noch die Jurys die Preisträgerinnen auswählen. So viel kann ich schon verraten: Es wird sehr, sehr schwierig werden, die Siegerinnen zu ermitteln. Die inhaltliche und formale Qualität nahezu aller eingesandten Arbeiten ist beeindruckend.  Es ist nicht nur die Fülle der Aktivitäten und Leistungen, mit denen die Schulbibliotheken zur Qualität der Schule beitragen, es sind nicht allein die besonderen, immer wieder neuen Ideen, mit denen die Schülerinnen und Schüler zu Leserinnen und Lesern gemacht werden, es ist auch eine Steigerung in der sicheren, kreativen Nutzung der digitalen Präsentationsmedien festzustellen. (2009 war der erste Wettbewerb dieser Art in Hessen.) Die Beschränkung auf 6 Folien oder dreiminütige Podcasts war auch eine Herausforderung, die es zu meistern galt.

Dass die Philosophie der Wettbewerbe trifft, macht diese Mail aus einer teilnehmenden Schule deutlich:

„Unabhängig von unserer Chance „Schulbibliothek des Jahres“ zu werden, war es eine wunderbare Sache, dass unsere Kollegen, Eltern und Kinder die Inhalte, Philosophie und sonst so alltäglichen Abläufe unserer Bibliothek einmal zusammentragen und sich dessen bewusst werden, wie gut alles dank der Eltern und (nicht zu vergessen) auch der Kinder funktioniert. Also ist mit der Bewerbung auch unser Selbstbewusstsein gestiegen.“

Über Basedow1764

Die älteste Forderung nach Schulbibliotheken ist bei dem Schulreformer Johann Bernhard Basedow (1724 - 1790) zu finden. Daher der Name dieses Weblogs.
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