Demand Media (2)

Im Februar hatte Basedow1764 den neuen Content-Produzenten schon einmal erwähnt.

Financial Times Deutschland (FTD) brachte im März einen ausführlichen Bericht. In Journalistenkreisen wird über diese Firma und ihre Lohnschreiber intensiv debattiert.

Heute berichtet Oliver Jungen in der FAZ (5.5.10, S. 33, “Billige Abschreiber”) darüber, dass Demand Media einen Artikel aus der NYT stillschweigend abschreibt.

Dann ist die Aufregung vielleicht unnötig: So kommt dann doch Qualitätsjournalismus auf gute Plätze im Google-Ranking. ;-)

Gespannt bin ich, wann Demand Media als Problem auf den zahllosen Informationskompetenz-Kongressen auftaucht, in den einschlägigen Curricula, in den Arbeitsblättern zur Evaluation von Webseiten. In den zwei Dutzend einschlägigen Blogs, die ich abonniert habe, taucht die Firma noch nicht auf.

Nachtrag: Der Content-Hersteller beliefert jetzt auch Zeitungen.

Wer noch Zeit übrig hat: Hier kommt die Meinung von Jeff Jarvis:


Der Internetoptimist Jeff Jarvis ist zuversichtlich. Das Internet habe schon immer viel Mist enthalten. Letztlich führe Demand Media wieder zu steigender Qualität des Internets: Googles Suchmaschine müsste halt besser werden im Finden guter Treffermeldungen.

Außerdem setzt er auf die Schwarmintelligenz: Das Modell, dass Zeitungsleute stellvertretend für das Publikum die Fragen stellen und die Antworten liefern, sei von gestern. Das Publikum stelle die Fragen und beantworte sie selbst. Nein, das sagt er nicht! Das Publikum “beauftrage” die Schöpfer der Antwort.

Der menschliche Faktor sei dem Aufspüren von unbeantworteten Fragen durch Suchalgorithmen wie bei Demand überlegen. Als Beispiele nennt er Foren wie das der NYT, wo Leser fragen stellen und Journalisten(!) die Antworttexte liefern. Da bleibt er auf halbem Wege stehen. Denn er erwähnt ja gerne, dass sein Sohn sich über das Weltgeschehen nur bei bei facebook und twitter informiere.

Ich halte es eher mit einem Kollegen von Jarvis, der ihm prophezeit, dass der Tag komme, an dem er für Qualitätsnachrichten zahlen werde.

Als “Gegengift” bringt der Tagesspiegel heute ein Interview mit Wolf Schneider (“Die meisten Blogs sind Geschwätz” titelt die Zeitung).

Mit Hilfe  seiner Bücher zum Sprachstil habe ich viele schöne Arbeitsblätter gemacht. Der heute 84jährige bringt dem Journalistennachwuchs immer noch gerne gutes Schreiben bei. Sein neuestes Buch: Deutsch für junge Profis (Ähnlich wie “Gewönne doch der Konjunktiv”)

Über Basedow1764

Die älteste Forderung nach Schulbibliotheken ist bei dem Schulreformer Johann Bernhard Basedow (1724 - 1790) zu finden. Daher der Name dieses Weblogs.
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2 Antworten zu Demand Media (2)

  1. Pingback: Google verbessert seinen Suchalgorithmus | Basedow1764's Weblog

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