Hessische Landesbibliothek wird Teil der FH Wiesbaden

Von einer Fusion würden beide Teile gewinnen, sagt der Wissenschaftsstaatssekretär. Die bisherige Leiterin der HLB ist schon weg. Sie wurde  Direktorin einer Universitätsbibliothek.

Was hat das mit dem hessischen Schulbibliotheken zu tun? Möglicherweise wenig oder nichts.

Aber man sollte wissen: Die Hessische Landesbibliothek (HLB) ist Landesfachstelle für öffentliche Bibliotheken.  Von den vorher existierenden zwei Fachstellen für kommunale Bibliotheken bei den Regierungspräsidenten zog eine in die HLB, die zweite wurde Außenstelle.

Die HLB ist “Hauptquartier” für den Vollzug des Kooperationsvertrages “Bibliotheken als Bildungspartner für Schulen”. Das war so etwas wie der Trostpreis für die Strukturreform bei den Fachstellen. Die HLB bekam eine Zuständigkeit für Schulbibliotheken bzw. Bibliothek und Schule und vom Kultusministerium zwei halbe Lehrerstellen. Wobei die Fachstelle in der HLB eine One-Person-Fachstelle, ergänzt um eine der beiden halben Lehrerstelle ist.

Besonderheit des hessischen Vertrages des Deutschen Bibliotheksverbandes (dbv) mit der Landesregierung ist, dass der dbv nicht der alleinige Sachwalter des Schulbibliothekswesens in Hessen wurde, sondern das Kultusministerium in den Vertrag hineingeschrieben hat, dass die LAG Schulbibliotheken in Hessen e.V. Partner für das Haus bleiben und für den dbv werden solle. Was bis heute für die dbv-Funktionäre eine Kröte geblieben ist, die sie nicht schlucken wollen. So wurde anfänglich, versucht, das von der LAG erreichte kultusministerielle Projektbüro Schulbibliotheken auf eine regionale  Zuständigkeit zu beschränken. Erst ein Machtwort des Ministeriums wies den dbv in die Schranken.

Fortan saß der LAG-Vorsitzende mehrmals im Jahr in einer Runde mit bis zu einem Dutzend Bibliothekarinnen und Bibliothekaren zusammen, die überlegten, wie man das Schulbibliothekswesen, nicht zuletzt auch den Besuch öffentlicher Bibliotheken, fördern könne.

Das Potential der HLB wurde anscheinend nicht ausgeschöpft. Dank des bayrischen Schulbibliothekstages wurde jetzt bekannt, dass es in der HLB einen Fachmann für Schulbibliothekssoftware gibt. Er trat in Bayern als Referent für dieses Thema auf. In Hessen ist er den Betreuern von 1100 Schulbibliothekssoftwareanwendern nicht bekannt. Die teilen sich  eine halbe Lehrerstelle.

Hoffentlich fließen die Potentiale nach der Fusion nicht in Richtung  Hochschule Rhein-Main ab, wie die FH heute heißt.

Über Basedow1764

Die älteste Forderung nach Schulbibliotheken ist bei dem Schulreformer Johann Bernhard Basedow (1724 - 1790) zu finden. Daher der Name dieses Weblogs.
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3 Antworten zu Hessische Landesbibliothek wird Teil der FH Wiesbaden

  1. basedow1764 schreibt:

    Sehr geehrter Herr Kummrow,

    ich gebe Ihre aufschlussreichen Informationen sehr gerne an die Servicestelle EDV für Schulbibliotheken des Hessischen Kultusministeriums weiter.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Schlamp

    • basedow1764 schreibt:

      Für das Kultusministerium ist der hessische Kooperationsvertrag ein teurer Spaß. Es spendiert zwei halbe Lehrerstellen, also ca. 60000 € jährlich. Das Wissenschaftsministerium bezahlt die Druckkosten eines Fortbildungsheftes.
      Währenddessen machen in Schulbibliotheken mitarbeitende Eltern die Bücherkisten des Projektes “Bibliothek in der Kiste” ausleihfertig und zweieinhalb Lehrer betreuen neben ihrem normalen Job 1100 LITTERA-Anwender. Und 300 LAG-Mitglieder sorgen mit ihrem Mitgliedsbeitrag für die Prämie der “Schulbibliothek des Jahres”.

      Da der Kooperationsvertrag ein hochpolitisches Ereignis ohne reale Basis ist, sind die Treffen zwischen den Staatssekretären, Ministern und dem dbv-Landesvorsitzenden das Wichtigste.
      Letzterer erinnert auch durch regelmäßige Anfragen im Landtag an den Vertrag.
      Da bei diesen wichtigen Treffen der gesamte dbv-Landesvorstand präsent sein muss, wird im ersten Anlauf die LAG gerne vergessen, die Runde ist ja schon so groß.

      Man geteilter Meinung darüber sein, was bei den Gipfeltreffen und den mehrmals jährlich stattfindenden Runden der zahlreichen HLB-dbv- und Frankfurter sba-Bibliothekare mit den zwei LAG-Vertretern herauskommt.

      Zum Bedauern des einen oder anderen Bibliothekars wird mehr über Schulbibliotheken geredet als über Zusammenarbeit Bibliothek und Schule. Und es wird immer mal wieder angeregt, eine Umfrage zu machen.
      Aber dass Strukturen geschaffen würden oder sich etwas bewegte, kann man mit bloßem Auge nicht feststellen.

  2. Eckhard Kummrow schreibt:

    Sehr geehrter Herr Schlamp,

    mit Interesse habe ich Ihren Blogbeitrag gelesen. Nachdem Sie mich als “Fachmann für Schulbibliothekssoftware” direkt ansprechen, möchte ich folgendes anmerken, damit kein falscher Eindruck zum “Potential der HLB” entsteht:

    • Ich arbeite erst seit dem 01.08.2009 an der Hessischen Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken
    • Meine Arbeitszeit beträgt 70 % einer Vollzeitstelle
    • Bis Juli 2009 habe ich an der Bayerischen Staatsbibliothek – Fachstelle für das Öffentliche Bibliothekswesen – gearbeitet. Der Vortrag wurde bereits zu dieser Zeit vereinbart
    • Den Vortrag habe ich nicht als Mitarbeiter der Fachstelle Hessen gehalten, sondern als Privatperson in meinem Urlaub
    • Die hessischen Schulbibliotheken werden sehr gut durch meine Kollegen Frau Gumz und Herrn Bonk betreut, die auch in EDV-Fragen Rücksprache mit mir nehmen. Zusätzliches Personal ist natürlich immer willkommen
    • Die Hessische Fachstelle betreut nicht nur Schulbibliotheken, sondern auch Öffentliche Bibliotheken. Auch diese KollegInnen kennen mich noch nicht alle
    • Die Hessische Fachstelle kann und wird nicht “Anwendungsbetreuung” im engeren Sinne leisten, dies ist Aufgabe der einzelnen Softwareanbieter. Unser Aufgabenschwerpunkt liegt in der Beratung bei der Einführung oder beim Umstieg von Bibliotheksmanagementsystemen und neuen Technologien, bei grundlegenden Problemen mit Anbietern sowie in Fragen der Weiterentwicklung
    • Wenn Schulbibliotheken bei Systemwechsel oder Neuinstallationen Beratung benötigen, steht die Fachstelle selbstverständlich gerne und mit aller Kompetenz zur Verfügung
    • Sollten Sie die Notwendigkeit für meinen Vortrag “Von Zettelkasten zum OPAC – EDV und Internet für Schulbibliotheken” sehen, stehe ich gerne als Referent zur Verfügung

    Eckhard Kummrow
    kummrow@hlb-wiesbaden.de

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