Nach Gesprächen mit Zeitzeugen entstand diese bewegende Geschichte über den Leidensweg einer Jugendlichen durch Heime und „Jugendwerkhöfe“ der DDR. Grit Poppe gelingt es aber, neben all dem Schrecklichen auch Spuren von Freundschaft und gar Liebe zu entdecken.
Eines der gerne tabuisierten DDR-Themen: Jugendliche wurden schon aus nichtigem Anlass ohne Beachtung rechtsstaatlicher Grundsätze auf unbestimmte Dauer in offene oder geschlossene Anstalten gebracht, psychiatrisch behandelt, gedemütigt und geschlagen. Ihre Ausbildung wurde vernachlässigt, so dass sie in der Regel später nur noch Hilfsarbeiterjobs bekamen. Das alles so bis 1989.
Unter den Eingesperrten konnte es keine Solidarität geben. Im Gegenteil, man machte sich auch gegenseitig das Leben zur Hölle. Dafür sorgten schon die Aufseher/innen. Einer ganz besonders brutalen gibt die Autorin den Mädchennamen der Volksbildungsministerin Margot Honecker: Feist. Diese Aufseherin ist seit der „Wende“ Leiterin eines Altersheimes.

Weggesperrt von Grit Poppe, Dressler, 2009, 330 S.,9,95 €
Das Buch wird in die LAG-Medienkiste „Ampelmännchen und Todesschüsse“ aufgenommen.



