2009/09/10...1:49

Generalüberholung für US-Schulbibliotheken

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Rechtzeitig zu Beginn des neuen Schuljahres wurden in New York 16 Schulbibliotheken generalüberholt. Das Programm umfasst neue Möbel, renovierte Räume, Bücher und digitale Medien.

Sponsor ist die Target Stiftung der Supermarktkette Target, die in USA ca. 1700 Läden besitzt und 5% ihres Gewinns für gemeinnützige Zwecke, u. a. für Schulen ausgibt. (Und zwei weitere Stiftungen.)

In New York engagiert ist auch die Robin-Hood-Stiftung.

Bei aller Begeisterung darf man nicht vergessen, dass die Steuerbelastung der US-Firmen und -Bürger geringer ist als in Deutschland und die Gebietskörperschaften zunehmend auch die Schul- und Bibliothekshaushalte zurückfahren.

Wer jetzt staunt, dass die UNESCO der Auffassung ist, die USA gäben einen höheren Anteil ihres Brutto-Sozialproduktes (BSP) für Bildung aus als Deutschland, sollte sich an Churchills Urteil über Statistiken halten. Ins BSP fließen die hohen Ausgaben vieler amerikanischer Familien für Privatschulen ein.

Wie so oft steckt der Teufel im Detail. Je nach Kriterien können die deutschen Bildungsausgaben 100 Mrd € (Wert des Statistischen Bundesamtes) oder 200 Mrd. betragen!

Sei´s drum. Schulbibliotheken sind dabei soweiso kein Thema.

Es geht z. B. hier in Brandenburg um (kostenlose) Schülerbeförderung, (kostenloses) Mittagessen oder Unterrichtsgarantie. Wenn das alles dank „Reichensteuer“ erreicht sein wird, stehen die Turnhallen- und Toilettensanierugnen an. Oder hat jemand einmal von einer Schulbibliothekssanierung gehört? Die FDP Hessen schaffte es vor Jahren mit einer Schulbibliothek auf dem Wahlplakat Werbung zu machen. Weder auf dem Plakat noch in ihrem Wahlprogramm ging es aber um Schulbibliotheken.

Gerade hörte ich auf der „Bibliotheksratssitzung“ einer Potsdamer Schule, dass jetzt erstmal die Schulhofneugestaltung anstünde.

Bericht der Agentur Reuters zum Target-Schulbibliotheksprojekt.

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