Die LAG hat immer den Kontakt zum jeweiligen Kultusminister und den bildungspolitischen Sprecher/innen der Landtagsfraktionen gesucht. Zu den Anfängen gehörte das Gespräch mit Hartmut Holzapfel.
Als seine Partei, nach langen Regierungsjahren in der Opposition gelandet war, sagte er den Satz: „Wir können uns bei dem Thema jetzt nicht aus dem Fenster hängen. Als wir an der Regierung waren, da hatten wir selbst nicht viel gemacht. Als er Minister wurde, konnten wir daran nicht ohne Erfolg anknüpfen. Er gab auch einmal einem Schulbibliothekstag die Ehre seines Besuchs. Betrübt waren wir, als er die LAG Darstellendes Spiel als Initiatorin des Kulturmobils (eines Fortbildungtrucks) nannte. Der Zuruf eines Abteilungsleiters: „Das war die LAG Schulbibliotheken“ führte leider nicht dazu, dass er sich korrigierte.
Bei Kultusministerin Wolff wurde der Kontakt regressiv. Sie schrieb uns zwar ein Vorwort für eine Broschüre. In Erinnerung blieb uns aber vor allem, dass sie sich beim Gespräch als Bücherliebhaberin outete. Auch in Landtagsdebatten ließ sie an geigneten Stellen Hinweise vermissen. Dafür kam sie von einer Bildungsreise aus Finnland zurück und war begeistert von Schulbibliotheken, die sie dort gesehen hatte. Für das hessische Schulbibliothekswesen brachte das nichts.
Interimskultusminster Jürgen Banzer hatte als Landrat zahlreiche Schulen neu bauen lassen und darin die Bibliotheksräume nie vergessen. Als Minister führte er im Haus ein strenges Regiment, was ihm wenig Freunde brachte. (Inzwischen hat sich im Haus die Erinnerung an ihn aufgehellt.) Die LAG hatte gezögert, ihn anzusprechen, da absehbar war, dass er vorübergehend amtieren würde. Dass solche Gespräche nur Kontaktpflege sind und nicht in konkretes politisches Handeln münden, war und ist uns natürlich auch klar.
Der dbv Hessen wollte unbedingt mit Banzer über „Bibliothek und Schule“ reden und trat mit großer Delegation an. Der Minister entließ sie nach kurzer Zeit mit der Bemerkung: „Was wollen Sie denn? Wenn Sie Geld wollen: Ich habe keines.“
Zur jetzigen Ministerin Dorothea Henzler bestand schon früher regelmäßiger Kontakt. Wir luden sie gleich nach Amtsantritt zum Schulbibliothekstag ein. Sie schickte einen Beamten ihres Hauses.
Ein Kultusminister/eine Kultusministerin sitzt heutzutage auf einem Schleudersitz. Wenn wir jetzt einen Termin bei Frau Henzler machen würden, können wir nicht ausschließen, dass sie zu diesem Datum nicht mehr Ministerin ist.
Kultus und Wissenschaft wurden in Hessen vor vielen Jahren aus koalitionsarithmetrischen Gründen getrennt. (Holzapfel hätte das gerne rückgängig gemacht.) Da letzteres eine Fachaufsicht beim Thema Bibliotheken hat, schadet auch dort Kontaktpflege nicht. Dies war aber schwierig, weil das Minsterium nichts, aber auch gar nichts mit Schule zu tun haben wollte. Wir kamen also nur bis zum Staatssekretär. Der hatte nur eine Frage: „Erklären Sie mir, warum man neben Stadtbibliotheken noch Schulbibliotheken braucht“. Den Rest erledigte sein Abteilungsleiter: „Wollen Sie etwa Geld?“
Vielleicht sollten wir uns mehr an die „Arbeitsebene“ halten. Da haben wir im KM überwiegend konstruktive Gespräche geführt, egal, wer Minister/in war.



