2009/06/19...9:39

Gibt es schlechte Lehrer/innen?

Zu den Kommentaren

Die Hälfte der deutschen Lehrkräfte kritisiere, dass an ihren Schulen schlecht arbeitende Lehrkräfte geduldet würden und Schulleiter/innen selten eingriffen. Das ist das Ergebnis einer Lehrer/innenbefragung der GEW.

Der GEW? Das ist bemerkenswert. In meiner Erinnerung sieht das ein wenig anders aus. Da waren es die GEW-Funktionäre, die den Spieß umdrehten und die problematischen Kolleginnen und Kollegen gegen die bösen Machenschaften von Schulleitung und Schulamt verteidigten.  Manches Schulamt verdarb es sich nicht gerne mit den GEWlern im Gesamtpersonalrat und ließ sich lieber jahrelang von Lehrkräften auf der Nase herumtanzen, die sich am ersten Ferientag gesund meldeten und am Ende der Ferien dann das nächste Attest einreichten.

Einen Justiziar und einen Minister konnte ich immerhin überzeugen, Lehrer, die sie aus dem Unterricht entfernen mussten, nicht in die Schulbibliothek zu setzen.

„Meine“ GEW war gegen alles, was die Schulqualität verbessern sollte:

  • Gegen Fortbildungspflicht für Lehrer
Die GEW-Bundesvorsitzende rühmt jetzt, dass sich 100% der deutschen Lehrkräfte fortbilden.
  • Gegen ein  differenziertes Arbeitszeitmodell, das den unterschiedlichen Belastungen (z. B. Korrekturfächer, Hauptschulunterricht, Experimentalunterricht, außerunterrichtliche Aufgaben, Klassenführung, Tutor) Rechnung trägt.
Statt dessen die Holzhammerforderung „Eine Stunde weniger  für alle!“
  • Gegen mehr Präsenzzeit in der Schule
  • Gegen die äußere Evaluation von Schule und Lehrkräften

Dass die Junglehrer in der GEW forderten, die Referendare sollten sich im Staatsexamen selbst benoten dürfen, sei nur am Rande erwähnt. Das wurde dann doch keine Gewerkschaftsforderung.

Ich bin ausgetreten, als sie 1990 begann, mit dem Erfurter FDGB zusammenzuarbeiten und nicht mit der neu gegründeten Lehrergewerkschaft.

Nicht getrübt wird dadurch die gute Erinnerung an die Zusammenarbeit und die Begegnung mit integren, vertrauenswürdigen GEW-Kollegen.

Das Ergebnis der Studie und die GEW-Interpretation hier.

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